28.02.2010

Berkshire Hathaway 2009 Geschäftsbericht

Warren Buffett über 2009
Was Warren Buffett von der Presse hält und seine Empfehlungen um Krisen zu verhindern

Ein absolutes Muss für jeden Investor und Anhänger der Fundamentalanalyse stellt auch in diesem Jahr der Letter to Shareholders von dem Grossvater aller Aktienanalysten Warren Buffett dar. Der Geschäftsbericht für das Jahr 2009 wurde am Samstag 27. Februar wie angekündigt veröffentlicht. Wie immer ist es ein Erlebnis sich diesen Bericht durchzulesen. Buffett lässt die Krise der letzten 2 Jahre Revue passieren und es ist schön zu sehen das die Berkshire auch in Wirtschaftskrisen noch Milliarden Gewinne erzielen kann.
Der Link zum Geschäftsbericht 2009 findet sich auf der Berkshire Hathaway Homepage.

In dem Geschäfsbericht finden sich wieder zahlreiche Hinweise und Tipps für uns Hobby Investoren und es ist wirklich erfrischend und erheiternd zu lesen was der erfolgreichste Investor der Weltgeschichte über die letzten 12 Monate zu berichten hat. Obligatorisch ist der Vergleich der Entwicklung der Berkshire Aktien Buchwerte mit dem S&P 500 inkl. Dividenden. Wie üblich gewinnt die Aktie von Warren Buffett jeden 5 Jahresvergleich und lässt den S&P 500 immer weit hinter sich. Die Verteidigung ist dabei besser als die Offensive. Die Outperformance wird also dadurch erzielt das die Berkshire in Krisenzeiten viel weniger verliert als der Aktienmarkt.

Neue Anleger und auch die bestehenden werden, wie bereits in den letzten Jahrzehnten auch schon, wieder darauf hingewiesen das es aufgrund der Grösse von Berkshire heute ausgeschlossen ist die Renditen aus den Anfangsjahren der Partnerschaft zu erreichen. Buffett schreibt wie in den Jahren 2008 und 2009 netto rund 30 Mrd US$ investiert wurden.  Berkshire Hathaway war in der grössten Krise ein Netto Liquiditätsgeber für die amerikanische Wirtschaft. Nachzulesen in dem Link ist die Aussage von Buffett das General Electric und auch Goldman Sachs unverzüglich Geld brauchten und er dieses unverzüglich auch als Signal für den Markt mitten in der Krise bereitstellte. Auch wenn es viele schon vergessen haben stand die Finanzwelt
Ende 2008 kurz vor dem Zusammenbruch.

Buffett berichtet das seine Derivategeschäfte in 3 von 4 Quartalen massiv Geld verdient haben und er betont wie glücklich er ist diese Optionen geschrieben zu haben. Die vielfältigen Spekulationen und Gerüchte um seine Optionsgeschäfte erweisen sich damit als blanke Panikmache und Falschmeldungen der Journalisten.  Er rechnet im Verlauf der nächsten Jahrzehnte mit positiven Milliarden Erträgen durch diese Prämien. In 2009 lag der Gewinn auf diese Derivate Position über 3 Mrd US$. Ein sehr deutlicher Rüffel auf die Unwissenheit, Inkompetenz und das Falschberichten der Presseleute. Er nennt die Presse wortwörtlich uninformiert.

Ich kann mich in 2008 und 2009 ebenfalls erinnern das die gesamte Deutsche Presselandschaft von Handelsblatt über FAZ bis hin zu der Welt oft sehr eingeschränkt und in meinen Augen schlicht und ergreifend falsch über die Derivatepositionen von Buffett berichtet hat. Wie oft war zusätzlich in 2008 und 2009 auch zu lesen gewesen das Buffett es verlernt hat ? Wie oft wurden in 2008 seine Fähigkeiten von der Presse hinterfragt ? Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern welcher Pressezirkus aus dem Gewinnrückgang der Berkshire in 2008 gemacht wurde. Wohlgemerkt hat Berkshire Hathaway auch in 2008 immer noch Milliarden verdient als andere Unternehmen bereits mit hunderten von Milliarden gerettet wurden.

Buffett macht auch an anderer Stelle deutlich was er von der Presse und Analystenmeinungen hält. Er gibt uns wertorientierten Investoren wie immer auch die entsprechenden Ratschläge was wir von Presseartikeln, Analystenmeinungen und den bekannten Anlegermagazinen am Kiosk zu halten haben. In dem Geschäftsbericht merkt Buffett an das es seiner Meinung nach ein Witz ist wenn in 2008 und 2009 von Rettung (Bailouts) der Aktionäre gesprochen wurde. Diese Aktionäre haben 90% und mehr Ihrer Investitionen in den "geretteten" Institutionen verloren. Allein die Rettungen der 4 grössten Banken und Versicherungen in den USA hätten über 500 Mrd US$ an Wert der Eigentümer (Aktionäre) vernichtet. Er sagt wortwörtlich "The CEOs and directors of the failed companies, however, have largely gone unscathed. Their fortunes may have been diminished by the disasters they oversaw, but they still live in grand style," Er ist der Meinung das diese Vorstände und Verantwortlichen sehr hart bestraft werden müssen.

Was geändert werden müsste und was die Konsequenzen für die Vorstände und Direktoren sein müssten sagt er im folgenden Satz : "It is the behavior of these CEOs and directors that needs to be changed: If their institutions and the country are harmed by their recklessness, they should pay a heavy price one not reimbursable by the companies they've damaged nor by insurance. CEOs and, in many cases, directors have long benefited from oversized financial carrots; some meaningful sticks now need to be part of their employment picture as well,"

Auch in Deutschland müsste sehr viel geändert werden in dieser Richtung. Wie kann ein Manager der meiner Meinung nach ein Unternehmen fast in die Pleite führt mit Millionen nach Hause gehen und von der Öffentlichkeit als Held gefeiert werden ? Ich spreche hier die Situation bei einem Deutschen Autobauer in den letzten Monaten an.

Es müsste viel mehr Warren Buffetts auf der Welt geben. Die Kleinaktionäre kriegen es irgendwie nicht hin Ihre Macht zu ballen. Dabei sind es die Kleinaktionäre die von fast allen börsennotierten Unternehmen der Welt die Mehrheit an den Stimmrechten halten. Ich glaube nicht das die Mehrheit der Aktionäre ausufernde Gehälter im zweistelligen Millionenbereich billigen würde. Dieses Thema ist in schöner Regelmässigkeit ein Thema von Warren Buffett der sich selber seit Jahrzehnten den gleichen Lohn zahlt.

Der netto Gewinn von Berkshire hat sich bereits um 61% gegenüber 2008 verbessert. Die Finanzkrise und das Tal der Tränen ist zumindest bei diesem Unternehmen damit beendet. Buffett rechnet durch die 20 Mrd schwere Übernahme von Burlington mit deutlichen Zusatzerträgen für die Zukunft und er liebt die Möglichkeiten die diese Eisenbahn liefern wird. Er kann mit der Burlington Santa Fe in den nächsten Jahrzehnten sich gut verzinsende Milliarden Beträge regelmässig neu investieren.

Auch die US Immobilienkrise wird von Ihm auf sehr informative und witzige Weise angesprochen. Wie in jedem Jahr sind die Letter to the Shareholders von Warren Buffett ein Höhepunkt. Unbedingt lesenswert und empfehlenswert für alle Freunde der Aktienanalyse. Auf seine ironische Art weist Buffett am Schluss des Letters auf folgendes hin "come by Rail".

Ich werde dieses Jahr auch auf der Hauptversammlung sein und knapp 1 Woche in Omaha und Chicago verbringen. Interessierte und Buffett Fans können sich gerne bei mir melden. Mit einem Rudel voller Substanzwert Anhänger wird es bestimmt lustig werden.

Viel Spass beim Lesen des Shareholder Letters von Buffett und viel Erfolg weiterhin mit den Valueanalysen.

27.02.2010

Fundamentalanalyse Düngerunternehmen

Aktienanalyse Terra Industries. Was ist das Unternehmen wert und wie ist die Übernahme einzuschätzen ?

Fundamentalanalyse Terra Industries und Terra Nitrogen Company L.P. (TNCLP)
In der Blognachbarschaft hat der Dominik von Finlog.de - der Blog für Investments und Finanzen - vor einigen Stunden die Aktie von Terra Nitrogen Company L.P. als eine seiner persönlichen Favoriten Aktien erwähnt. Da meine Frau bereits auf Kaffee Klatsch mit Ihren Freundinnen ist, es wird eine Verlobung gefeiert, habe ich Zeit mir dieses Unternehmen genauer anzuschauen. Terra Nitrogen Company L.P. notiert unter dem Kürzel TNH an der New Yorker Börse (NYSE). Diese Aktie wird in Deutschland unter der folgenden WKN gehandelt : 906383. Die Umsätze in Deutschland sind nicht nennenswert. Ein Kauf oder Verkauf dieser Aktie müsste daher zwingend an der New Yorker Börse getätigt werden. Verbunden mit etwas höheren Transaktionskosten im Vergleich zu Deutschen Börsen.

Eine Einleitung zu den Geschäfsbereichen und eine Unternehmenspräsentation gibt es auf der Unternehmens Homepage der Terra Nitrogen Company L.P.  Das Besondere an der Terra Nitrogen Company (TNH) ist das es eine Limited Partnerschaft für die als die Mutteraktie/Mutterunternehmen anzusehene Terra Industries (TRA) ist. TNH ist aufgrund der Struktur verpflichtet alle Gewinne direkt auszuschütten. Von der Struktur vergleichbar mit den typischen REIT Immobilienaktien aus den USA die ebenfalls Ihre Gewinne komplett ausschütten müssen.

TNH darf meiner Meinung daher nicht isoliert betrachtet werden. Die Ergebnisse der Muttergesellschaft Terra Industries die unter dem Kürzel TRA an der NYSE notieren schlagen direkt und mit entsprechendem Hebel auf die Ergebnisse der TNH durch. TNCLP an sich hat gar keine direkten Geschäfte und ist eine reine rechtliche Struktur über die einige Anlagen und Fabriken juristisch gehalten werden. Die TNH hat nur 138  Mitarbeiter wogegen das operative Geschäft von der Terra Industries mit mehreren hunderten Mitarbeitern ausgeübt wird. Hier ist es meiner Meinung nach fast wichtiger sich die Mutter anzuschauen als die rein aus steuerlichen und finanztechnischen Gründen aufgesetzte TNCLP. Terra Industries übt die volle Kontrolle über alle geschäftlichen Angelegenheiten der TNCLP aus wie in dem oben genannten Link nachzulesen ist.

Wer sich generell für amerikanische Limited Partnerships interessiert sollte sich vorher genau mit der steuerlichen Situation vertraut machen. Von den oft sehr hohen Dividenden die von den Limited Partnerships ausgeschüttet werden bleibt am Schluss für den Deutschen Anleger nicht mehr viel übrig. Auch ist die steuerliche Situation oft verzwickt da diese Instrumente für Anleger aufgesetzt werden die Ihre Einnahmen in den USA zu versteuern haben. Ein Deutscher oder Europäischer Investor ist nicht direkte Zielgruppe für diese steuerlichen Konstruktionen. Die Schlupflöcher z.B. der kanadischen Limited Strukturen wurden für Deutsche Anleger bereits geschlossen. Auch von den zahlreichen US Ölpipeline Partnerships gibt es nicht mehr viele die sich für Deutsche Anleger aus Dividendengründen und den damit zusammen hängenden steuerlichen Gegebenheiten wirklich lohnen. Hier sollte immer auch kurz der Steuerberater konsultiert werden oder der Investor sollte sich selber vorher gründlich informieren welche steuerlichen Auswirkungen diese L.P aus den USA, Kanada oder sonstwo her auf den Deutschen Anleger haben könnten. Ich mache nur darauf aufmerksam das es hier auch unerwartete Überraschungen geben kann.

Vom Ablauf werde ich mein Augenmerk auf die TRA (Terra Industries) legen und später kurz auf die TNH (Terra Nitrogen Company L.P.) eingehen. Terra Industries betreibt mehrere Fabriken und Anlagen in denen aus Nitraten, Ammonia und anderen Rohstoffen Düngemittel für die Landwirtschaft gewonnen werden können. Der Markt für Nitrate und Düngemittel ist ein wachsender Markt. Auch die in Deutschland bekannte Kali & Salz (K&S) hat ein ähnliches Geschäftsmodell. Grosse Wettbewerber die um ein vielfaches grösser als die hier vorgestellten Unternehmen sind, sind z.B. Yara Intl., Potash Corp. of Saskatchewan (hier soll wohl George Soros vor einigen Jahren eingestiegen sein) und die Kali & Salz ist auch in diese Branche einzustufen. Terra Industries bezeichnet sich selber als Weltmarktführer und Führer im amerikanischen Markt für einige von Ihr hergestellten Düngemittel. Die Kapazitäten bewegen sich im Millionen Tonnen Bereich. Weitere Informationen in der folgenden PDF des Unternehmens.

Terra Industries Inc und damit auch die Terra Nitrogen Company L.P. sind wie schon zu erwarten war sehr abhängig von den erzielten Rohstoffpreisen. In den Märkten in denen sich die Terra bewegt gab es wie bei vielen Rohstoffen einen regelrechten Preisboom in den letzten 2 bis 3 Jahren. Dieser wirkt sich entsprechend positiv auf die Ergebnisse der letzten 2-3 Jahre aus. Die zukünftige Einschätzung dieser Aktie und den Aktien aus dem gesamten Sektor fällt und steht daher mit einer Prognose für die Entwicklung der zugrundeliegenden Rohstoffmärkte. Sollte es in den nächsten Jahren weiter stark anziehende Rohstoffpreise für die Terra und andere Rohstoffaktien geben und der Preis für Wachstumsbeschleuniger und Düngemittelhersteller weiter in die Höhe gehen dann ist der aktuelle Aktienkurs sicher gerechtfertigt.

Die Entwicklung der Rohstoffpreise und der Verkaufspreise zeigt die nebenstehende Grafik. Die erzielten Verkaufspreise für das Produkt TerraSOL UAN in US$ je Tonne steigen von 131US$ in 2004 bis auf 224$ in 2007 und liegen im Jahr 2008 bereits bei 330US$ je Tonne. Die Preise für Ammonia bewegten sich nicht weniger dynamisch und verbesserten sich von 269US$ in 2004 auf 616US$ je Tonne in 2008. Unter solchen Voraussetzungen verwundert es mich nicht das die Aktie entsprechend explosiv gestiegen ist in den letzten 2 bis 3 Jahren. Natürlich haben sich diese Preissteigerungen auch in den Gewinnen der letzten Jahre bemerkbar gemacht.

Entwicklung der Umsätze und Gewinne im längerfristigen Vergleich
Terra Industries (TRA) erzielte in 2004 einen Umsatz in Höhe von 1939 Millionen US$. Die Kosten für den Verkauf lagen dabei bei 1687 Millionen US$. Es verblieb damit ein Brutto Gewinn in Höhe von 251 Millionen US$. 4 Jahre später hat sich das Bild durch die massiv gestiegenen Preise deutlich verändert. In 2008 wurde ein Umsatz von 2.89 Mrd US$ erzielt. Die Kosten des Unternehmens für Verkauf, Anlagen, Abschreibungen etc. haben sich nicht wesentlich verändert und lagen in 2008 bei 1.94 Mrd US$. Der operative Bruttogewinn verändert sich auf fast 1 Mrd US$ und lag für das Jahr 2008 bei 950 Millionen US$ Bruttogewinn.

Durch fallende Rohstoffpreise in 2009 und 2008 veränderte sich die Situation bereits. Im Geschäftsjahr 2009 liegt der Umsatz des Unternehmens bei nur noch 1576 Millionen US$, anstatt 2890 Millionen US$ Umsatz im Vorjahr, und auch der Bruttogewinn schmolz auf 381 Millionen US$ zusammen. Der Aktienkurs hält sich anhand diesen Entwicklungen noch erstaunlich stabil. Viele Marktteilnehmer scheinen von in Zukunft wieder ansteigenden Rohstoffpreisen auszugehen. Ansonsten müsste der Aktienkurs bereits deutlich tiefer liegen.

Kurs/Umsatzverhältnis im Vergleich
Wie bei vielen anderen Aktien aus dem Rohstoffbereich zeigte sich in der Rohstoffhausse bereits eine Überhitzung der Aktienkurse an. Schön zu sehen ist das an einigen Aktienmetriken wie dem Price to Sales Verhältnis (Kurs/Umsatzverhältnis). In den letzten 10 Jahren lag das Price to Sales Verhältnis dieser Aktie bei 1.21x im Hoch und bei 0.34x im Tief. Das aktuelle Price Sales Ratio liegt bei 2.61x und ist damit deutlich über dem historischen Bereich dieser Aktie.

Cashflow und Entwicklung der Cashflow Verhältnisse
Nur Bares ist wahres heisst es so schön. Ich schau mir auch immer die berichteten Cash Ergebnisse an als auch die um Abschreibungen korrigierten Cash Flow Ergebnisse an. Das hilft dabei die Cashflows deutlicher zu sehen. Auch bei dieser Aktienkennzahl ist TRA deutlich über dem langfristigen historischen Bereich. In der längeren Vergangenheit (+10 Jahre) waren die TRA Aktionäre bereit für je einen Dollar Cashflow zwischen 2.90 US$ bis rund 9.00 US$ zu zahlen. Aktuell liegt dieses Verhältnis bei rund eins zu 9.4x und liegt damit am absolut oberen Ende. Von dieser Metrik zeigt sich damit auch eine signifikante Überbewertung der Aktie. In der Vergangenheit zahlten die Aktionäre der TRA noch nie soviel für jeden US$ der an Cashflow erzielt wurde. Hier ist bereits einiges vorweggenommen und auf dem heutigen Kursniveau im Februar 2010 ist Vorsicht angebracht. Der Markt hat die TRA bereits sehr gut bezahlt für die zukünftigen Gewinne.

Dividendenentwicklung
Durch die stark angezogenen Preise, und den damit  verbundenen gestiegenen Gewinnen und Cashflows, ist das Unternehmen seit vielen Jahren wieder erstmalig in der Lage eine Dividende zu zahlen. Historisch gesehen ist die Dividende eher klein gewesen und lag zwischen 1.50% bis 3.5%. Aufgrund der rechtlichen und steuerlichen Struktur fällt die Dividende bei der TNH natürlich deutlich höher aus.

Blick auf den Chart
Interessant ist ein Blick auf den längerfristigen Chart. Schön zu sehen ist die Kursveränderung der letzten Jahre die getrieben durch die steigenden Rohstoffpreise und auch viel Hoffnung war. Diese Aktie steht und fällt mit der Entwicklung der längerfristigen Rohstoffpreise in dem Sektor.


kurzfristiger Chart 5 Jahre 2005 bis 2010 Terra Industries

wesentliche Fundamentals und Einschätzung
Die Bewertung im Dezember 2009 liegt bei einem KGV bei 26.90 im oberen Bereich. Auch historisch betrachtet liegt das KGV mit fast 27 sehr hoch. Der Buchwert je Aktie liegt bei 12.56US$.
Der Börsenwert per 12/2009 liegt bei 4.1 Mrd US$. Bei den Gewinnen aus dem Jahr 2008 sehen 4.1 Mrd Börsenwert sicher nicht zu hoch aus. Wenn ich die Gewinne von 2006 nehme wo der Bruttogewinn bei 115 Millionen lag dann kann eine aktuelle Bewertung von über 4 Mrd bereits angezweifelt werden ob diese fundamental und langfristig gerechtfertigt ist.

Die Cash Position des Unternehmens war gegen Ende 2009 mit fast 1 Mrd US$ Bargeld sehr komfortabel.

Vom Standpunkt eines Valueinvestors und vom Standpunkt der Assetdeckung ist diese Aktie meiner Meinung nach ambitioniert bewertet. Der Aktionär der in 2005 oder früher investiert war darf sich freuen. Per Januar oder Februar 2010 noch in diese Aktie zu investieren birgt ein nicht zu vernachlässigendes Risiko. Analog gelten die gleichen Daten auch für die Limited Partnership der Terra Industries. Auch dort sind die Aktienbewertungen fundamental nicht mehr billig.

Die gleichen Bedingungen und Voraussetzungen treffen allerdings zur Zeit auch auf hunderte anderer Rohstoffunternehmen zu. Ich selber halte auch einige Goldaktien oder Ölaktien. Bei einigen Ölmultis und auch einigen Goldaktien sind die Bewertungen historisch gesehen noch relativ günstig und fundamental sehr gut abgesichert. Das sieht wie ich bei Terra hier dargelegt habe meiner Meinung nach schon ganz anders aus. Auch die K&S ist ähnlich zu sehen. Es würde mich nicht wundern wenn die K&S in 5 Jahren gar nicht mehr im Dax zu finden ist. Wer Düngerproduzenten ins Depot legen will sollte sich auch die Wettbewerber anschauen. Dazu fehlte mir bei dieser Betrachtung jetzt die Zeit.

Dies war nur eine erste oberflächliche Betrachtung und vielleicht gibts im Finlog dazu einen Nachschlag. Ich muss sagen das ich mich mit dem Bereich Dünger nicht wirklich auskenne. Öl und Gold verstehe ich noch. Mit Dünger habe ich mich noch nicht beschäftigt. Die Bewertungsseite habe ich betrachten können. Wie die Zukunftsperspektiven der Dünger Rohstoffmärkte sind kann ich von hier aus nicht sagen.

Interessant ist vielleicht noch das es vor einigen Tagen anscheinend eine Übernahme und ein Angebot für die Terra gab. Yara Industries bietet 4.3 Milliarden US$ in Cash um Terra Industries zu übernehmen. Das ist noch einmal ein kleiner Aufschlag auf den aktuellen Aktienkurs wenn ich mich nicht irre. Wie das hier weitergeht und ob diese Aktie jetzt überhaupt noch handelbar bleibt ist abzuwarten. Der Aktionär der seit 2000 dabei war kann meiner Meinung nach froh sein das die YARA 4.3 Milliarden bietet. Welche Konsequenzen diese Übernahme für die Nitrogen L.P. hat habe ich nicht betrachten können in der Kürze der Zeit.

Ende April und Anfang Mai findet man mich übrigens auf der Berkshire Hauptversammlung in Omaha/USA. Ich würde mich freuen mit Gleichgesinnten die Hauptversammlung zu besuchen und bei Gorats ein Steak zu essen. Ich werde insgesamt 5 Tage da sein.

Sie können gerne alle Zahlen und Schlussfolgerungen aus der Aktienanalyse und diesem Blog übernehmen. Bitte verweisen Sie dann auf diesen Blog. Viel Spass in meinem Blog und bei der Aktienanalyse.

24.02.2010

Aktienkauf Kriterien

Nach welchen Auswahlkriterien eine Aktie kaufen ? Welche Faktoren sind bei der Aktienauswahl entscheidend ? Welche Merkmale sollte eine gute Aktie mitbringen ? Welche Anhaltspunkte sind wichtig für ein Einzelwerte Aktien Depot nach fundamentalen Gesichtspunkten ?

Allgemeine Kriterien der Aktienauswahl

Kaufen Sie nur grosse und bekannte Standardwerte. Für Einsteiger und auch für fortgeschrittene Aktionäre gilt die Regel sich nur Aktien von großen und bekannten Unternehmen zu kaufen. In Deutschland kommen damit alle Werte des DAX und des MDAX in Frage. Diese Aktien weisen entscheidende Vorteile gegenüber kleineren Aktien auf. Große Unternehmen haben vermutlich auch gute Produkte und ein funktionierendes Businessmodell. Nur mit einem langfristig funktionierenden Geschäftsmodell schafft es ein Unternehmen über Jahrzehnte zu wachsen und Geld zu verdienen um dann nach 20 oder 30 und mehr Jahren in die grossen und bekannten Indizes wie z.B. dem Deutschen Aktienindex (DAX) aufzusteigen.

Im DAX und auch dem MDAX finden sich gleich Dutzende von Unternehmen deren Ursprung über 100 Jahre und länger zurückreicht. Diese Unternehmen haben Krisen wie Weltkriege, Inflationen, Deflationen und die schlimmsten Börsenkrisen und Kreditkrisen überlebt und sind sogar gestärkt aus diesen Krisen gekommen weil viele kleinere Wettbewerber die Krise nicht überlebt haben.

Das grosse Unternehmen langfristig eine schlechtere Rendite erzielen als kleine ist nur ein Gerücht. Die sogenannten Smallcaps und Midcaps Aktien sind nur in einzelnen Phasen und Jahren deutliche Outperformer gegenüber den grossen Standardwerten (Large Caps). In den meisten Jahren ist die Rendite kleiner Aktien wie die der grossen Aktien oder schlechter. Diese Empfehlung gilt generell für den Einsteiger an der Börse. Einem erfahrenen Aktionär der auch gerne einmal Bilanzen liest und sich regelmässig informiert darf diesen Ratschlag überfliegen und die Direktanlage in Aktien kleiner Unternehmen wagen.

Der Börsenwert der im DAX notierten Unternehmen liegt mindestens bei mehreren Milliarden Euro. Die vor kurzer Zeit aus dem DAX abgestiegene TUI Aktie weist einen Börsenwert von aktuell knapp 1.7 Mrd EUR aus. Die kleineren DAX Aktien wie K&S oder Henkel haben einen Börsenwert von 5 bis 7 Mrd EUR. Bei den grossen Dax Aktien wie der Siemens oder einer Volkswagen werden schnell Börsenwerte von über 50 Mrd bis 70 Mrd EUR erreicht. An dieser Stelle noch der Hinweis, dass die Marktkapitalisierung einer Aktie natürlich nicht zu verwechseln ist mit den Umsätzen und Gewinnen dieser Unternehmen. Die TUI AG oder auch die Continental AG haben zur Zeit eine relativ kleine Marktkapitalisierung und weisen dabei Umsätze auf die 5x oder auch 10x so hoch wie der Börsenwert sind.

Rechtliche Sicherheit und rechtliche Besonderheiten
Unternehmen in den bekannten Indizes unterliegen zudem sehr strengen Pflichten hinsichtlich der Buchführung und den Publizitätspflichten. Aktien die im DAX oder den anderen weltweit bekannten Aktienindizes gelistet sind werden von zehntausenden Anlegern und professionellen Investoren beobachtet. Das Risiko für Bilanzbetrügereien und ähnlichem ist deutlich geringer als bei Kleinstbetrieben.

Kleine Aktiengesellschaften notieren oft an den weniger stark reglementierten Bereichen der Börse wie z.B. dem Freiverkehr und dem nicht geregelten Markt. Unter Umständen sind Aktien in diesen Segmenten nicht einmal verpflichtet Jahresbilanzen und einen kompletten Anhang zu veröffentlichen. Quartalsberichte und weitere Selbstverständlichkeiten die bei DAX Unternehmen üblich sind werden Sie bei vielen Freiverkehrsaktien und auch ausländischen Aktien und Börsen nicht finden. Als Aktionär sind Sie besonders bei Deutschen Unternehmen rechtlich besser geschützt.

Inländische Aktien vs ausländische Aktien
Ausländische Aktien und auch die sogenannten Wachstumsmärkte bringen keine garantierte Überrendite. Es gibt zudem wissenschaftlich und statistisch keinen belegbaren Zusammenhang zwischen dem Wirtschaftswachstum eines Landes (gemessen z.B. am BIP) und der Rendite der in diesem Land notierten Aktien. Auch wenn ausländische Aktienmärkte und die Unternehmen viel exotischer und aufregender wirken sollte sich der Anleger keine falsche Hoffnungen auf leicht erzielbare Überrenditen machen.

Handfeste Nachteile gibt es reichlich. Die rechtliche Sicherheit ist besonders in den Wachstumsregionen weniger stark als in Deutschland. Es gibt steuerliche Nachteile und Komplikationen die mehr Aufwand
und unter Umständen auch höhere Kosten bedeuten für einen Deutschen Anleger (Stichwort : ausländische Dividenden / Quellensteuer) wenn wir uns ausländische Aktien kaufen. Es hilft dabei auch nichts wenn an der Frankfurter Börse tausende von ausländischen Unternehmen gelistet sind. Der Kurs wird dennoch im Heimatland dieser Unternehmen gemacht und auch die steuerliche und rechtliche Seite wird durch den Sitz der Aktiengesellschaft bestimmt.

Ein weiterer Nachteil könnten Sprachbarrieren sein und der erhöhte Aufwand um an regelmässige Informationen über das Unternehmen zu kommen. Selbst Milliarden Unternehmen aus Ländern wie der Türkei, Indien, China stellen oft nicht einmal Bilanzen oder Quartalsberichte in englischer Sprache zu Verfügung. Von weiteren rechtlichen und politischen Risiken für Aktionäre in Ländern wie Rußland und China will ich hier nicht sprechen. In diesen Fällen ist ein primäres Research oft gar nicht möglich.

Dies ist nur eine kurze Abhandlung über die Nachteile. Für Börsen Anfänger und Einsteiger lautet die Empfehlung : Finger weg von Auslandsaktien und Auslandsmärkten. Egal wie verlockend auch die Aktienstory und Länderentwicklung sein mag. Wenn es unbedingt das Ausland sein muss empfehle ich in Deutschland aufgelegte Aktienfonds oder kostengünstige Exchange Traded Funds. Mit diesen Finanzinstrumenten lassen sich mit verhältnismässig wenig Aufwand und wenig Research ganze Länder und Anlageregionen abdecken.

Bessere Diversifikation und Risikostreuung durch Auslandsaktien ?
Das Argument der besseren Aktien und Risiko Diversifikation durch ein Investment im Ausland ist fraglich. Die Unternehmen im DAX, MDAX oder auch die grossen ausländischen Unternehmen bestreiten in der Regel mindestens 30% bis 50% Ihrer Umsätze und Gewinne bereits im Ausland. Es gibt Unternehmen im Deutschen Aktienindex die über 70% Ihrer Umsätze, Gewinne und Mitarbeiter im Ausland haben.

Die letzte Finanzkrise zeigte wieder sehr deutlich wie eng verzahnt und verflochten die Weltwirtschaft ist. Eine echte Risikoreduktion und Diversifikation ist meiner Meinung nach nur mit AAA Staatsanleihen möglich. Auch die Anlageklasse Rohstoffe oder Edelmetalle bringt oft keinen Zusatznutzen und Schutz wenn die Aktienmärkte fallen. Am Beispiel der Finanzkrise 2008 bis 2009 zeigt sich das nur AAA Staatsanleihen diesen Effekt brachten. Auch das oft als Risikohafen bezeichnete Edelmetall Gold konnte sich den Abwärtstrend an den Börsen nicht entziehen. Die Korrelationen aller Assetclasses liefen fast parallel. Mit Ausnahme der Triple A Staatsanleihen solider Schuldner die eine negative Korrelation zu den anderen Asset Klassen hatten.

wichtige Aktienkennzahlen und Unternehmenskennzahlen

Folgende Finanzkennzahlen sind wichtig. Auf diese Bandbreite bei den Aktienkennzahlen sollten Sie achten.

-KGV
nehmen Sie das durchschnittliche KGV der letzten 5 Jahre und setzen Sie es in ein Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs. Liegt das KGV unter 15 und über 8 können Sie sich die Aktie genauer anschauen.

-Gewinne je Aktie
Warren Buffett und auch andere Fundamenalanalysten empfehlen nur die Aktien von Unternehmen zu kaufen die durchgehend Gewinne erzielen. Achten Sie darauf ob Ihre Aktie in den letzten 10 Jahren mindestens in 8 Jahren Gewinne erzielt hat. Viele zyklische Unternehmen fallen bei diesem Test schon gleich heraus. Zyklische Gewinne und Umsätze bedeuten für uns als Aktionär auch zyklische Aktienkurse. Das wollen wir uns nicht wirklich ins Depot legen oder ? Der Gewinn sollte auch regelmässig wachsen. Ist der Gewinn heute mindestens 20% höher als noch vor 5 Jahren ?

-Umsatzwachstum
Wächst das Unternehmen ? Das Unternehmen sollte in den letzten 5 Jahren mindestens um 20 % gewachsen sein. Betrachten Sie sich auch den Zeitraum der letzten 10 Jahre. Liegt der Umsatz heute höher als vor 10 Jahren ? (den Gewinn nicht vergessen)

-Eigenkapital
Das Unternehmen sollte mindestens 20% Eigenkapital im langfristigen Vergleich bieten können. Es gibt Branchen und Unternehmen die ggf. eine Ausnahmen bilden können. In der Regel werden Sie mit der Forderung von mindestens 20% Eigenkapital nichts verkehrt machen und sich vor allzu spekulativen und unsicheren Aktien schützen können.

Dieser einfache Test kann Ihnen bei der Aktienauswahl und Aktienbewertung schon weiterhelfen und Sie vor groben Irrtümern und Aktien mit zweifelhafter Solidität schützen.

Weiche Faktoren bei der Aktienauswahl
Diese Faktoren lassen sich nicht mit Zahlen festmachen. Dennoch werden diese Faktoren  unseren Erfolg oder Mißerfolg der Aktienstrategie beeinflussen.

- verstehen Sie das Unternehmen und die Produkte ?
Sie sollten nur in das investieren was Sie auch wirklich verstehen. Verstehen Sie wirklich die Geschäftsprozesse und die Gewinn und Umsatztreiber der IT-Industrie, der Solarindustrie usw. ?

Können Sie die Wettbewerbssituation für ein Unternehmen wie Apple realistisch einschätzen ?

Meine Empfehlung: Halten Sie sich an leicht verständliche Unternehmen mit leicht verständlichen Geschäftsmodellen. Optimal ist es wenn Sie sich für Aktien interessieren deren Geschäfte keinen grossen technischen Veränderungen unterliegen. Beispiele für Unternehmen die diese weichen Kriterien erfüllen wären Beiersdorf, Henkel, Coca-Cola oder Nestle und viele weitere Aktien. Diese Unternehmen und deren Geschäfte sind planbar und leicht verständlich. Diese langweiligen, stabilen Unternehmen entpuppten sich langfristig als die Aktien mit der höchsten Rendite.

Ich denke bei meinen Entscheidungen oft an einen wie ich finde tollen Spruch von Warren Buffett. Er hat es wie folgt gesagt : Er glaubt nicht das das Internet die Art und Weise verändern wird wie Menschen Ihre Kaugummis kauen. Denken Sie an diesen Ratschlag bei Ihren Investments.

Risikofaktor Neuemission und heisse Aktienstory
- Kaufen Sie generell keine IPO (Neuemissionen)
Die meisten Börsengänge floppen und der Kursverlauf für die Aktionäre ist schlecht. Welche Börsengänge die erfolgreichen werden ist im Vorfeld leider nicht erkennbar. Grund für die schlechte Performance ist in 90% aller Fälle, dass die Aktien zu teuer an die Börse kommen

- Keiner heissen Story hinterherlaufen
Vergessen Sie ganz schnell die heißen Aktientipps. Kaufen Sie keine Luftschlösser wie z.B. Solaraktien oder Aktien von Unternehmen im Sektor der erneuerbaren Energien. Von den tausend Goldexplorern die jedes Jahr neu an die Börse gehen überlebt nur eine handvoll die ersten 2-3 Jahre. Die meisten dieser Unternehmen können langfristig kein Geld verdienen. Viele dieser Unternehmen werden auch gar nicht mit dem Ziel an die Börse gebracht um jemals Geld für die Aktionäre zu verdienen.

Die einzigen die ganz sicher Ihr Geld verdienen sind die Vorstände und Alteigentümer die Hype und Boom nutzen um mit dem Börsengang Kasse zu machen. Oft spielt die Presse eine wichtige Rolle bei der Entstehung dieser Luftblasen. In diesen und anderen Bereichen wird es sicherlich einige grosse Gewinner geben. Das Risiko einen der vielen (meisten?) Verlierer zu erwischen wäre mir jedoch zu hoch. Halten Sie sich einfach an altbewährte und langweilige Aktien.

Diese groben Anhaltspunkte dienen der Orientierung bei der Aktienauswahl. Nach der Vorauswahl kommt dann die Fundamentalanalyse jeder einzelnen Aktie und auch der Vergleich der Aktien untereinander. Damit sollte es Ihnen schon gelingen Ihre Entscheidungen für den Aktienkauf auf eine solide Basis zu stellen.

Welche Kennziffern sich für einen Aktienvergleich anbieten können Sie in einer der letzten Fundamentalanalysen hier im Blog nachlesen. Hier geht es zu zwei Beispielen: Aktien Fundamentalanalyse und  Vergleich der Eigenkapitalquoten.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß und Erfolg bei Ihrer Aktienauswahl. Sie können Inhalte dieser Webseite und auch die Aktienanalysen gerne für sich nutzen. Bitte verlinken Sie dann jedoch auf die Original Quelle hier im Aktien Fundamentalanalyse Blog.

Ein sehr empfehlenswertes Buch ist das Intelligenter Investor von Benjamin Graham. Dieses Buch hat Warren Buffett bis heute ca. 20 x gelesen und er sagt, dass es bis heute das Beste Buch über die Geldanlage in Aktien ist. Dem kann ich nur zustimmen. Dieses Buch gehört in das Regal eines jeden Investors. In Zukunft werde ich weitere wichtige und weniger wichtige Bücher vorstellen. Dieses Buch ist eines von den wirklich wichtigen Büchern über die Fundamentalanalyse, Valueinvesting und die Geldanlage.

21.02.2010

Fundamentalanalyse und Betrachtung der langfristigen Kursentwicklung

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Kursentwicklung der Aktie und der Gewinnentwicklung ? Beispiel Daimler Aktie, BMW Aktie, Renault Aktie

Von welchen Einflussgrössen hängt die Entwicklung einer Aktie ab ? Mit welchen Aktienkurssteigerungen ist in Zukunft zu rechnen ? Was wurde aus einer Geldanlage von je 100 EUR die in Daimler, Renault und BMW im Jahr 1995 investiert wurde ? Welche Auswirkungen hat der langfristige Automobilzyklus auf die Aktienkurse ?

Der abgebildete Chart zeigt die durchschnittliche Aktienkursentwicklung der letzten 15 Jahre an. Für die Berechnung des Basisjahres und der folgenden Jahre wurden die jeweiligen jährlichen Aktien Durchschnittskurse gebildet.

Die historische Kursentwicklung der Daimler Aktie war von 1995 bis 2009 nicht überzeugend. Aus 100 EUR die ein Anleger im Jahr 1995 in Daimler Aktien investierte erzielte der Anleger ein minus von 13 EUR und hatte Ende 2009 Daimler Aktien im Gesamtwert von 87 EUR im Depot.

Die Daimler Aktie konnte nur im Zeitraum 1995 bis 1999 an Aktien Kurswert zulegen. Von 1999 bis 2004 ging es mit der Daimler Aktie stetig bergab. Auch von 2004 bis 2009 verlief der Aktienkurs der Daimler Aktie weniger dynamisch als bei den anderen Autoaktien. Die Aktien Höchstkurse aus den Jahren 1998 bis 1999 sind auch 10 Jahre nach der Dotcomblase bis heute unerreicht. Mit den aktuellen Zahlen der Daimler AG die einen Umsatzeinbruch von 25% in 2009 ausweisen wird es für die Daimler Aktionäre auch in den nächsten 5 Jahren sicher schwer werden die Kurse aus 1999 zu erreichen.

langfristige Kursentwicklung Daimler Aktie - Daimler Aktienanalyse
Die relativ höhere Dividende der Daimler Aktie ist ein schwaches Trostpflaster. Auch die Renault und BMW Aktionäre konnten regelmässig Dividendenzahlungen in den letzten 15 bis 20 Jahren für sich verbuchen.
Die mangelnde Rentabilität der Daimler Benz im operativen Geschäft hat sich auf die Aktienkursentwicklung ausgewirkt. Rückwirkend betrachtet war auch die Bewertung aus dem Jahr 1998 und 1999 deutlich zu hoch und Fundamentalanalytisch nicht zu rechtfertigen.
Auch nach dem aktuellen Kursrutsch im Februar 2010 ist Daimler keine Aktie die in der Fundamentalanalyse besonders überzeugend wirkt. Nur ein sehr konträr und antizyklisch agierender Anleger sollte in diese Aktie investieren. Da in diesem Fall die antizyklische Haltung nur auf Hoffnungen basiert und nicht durch die tatsächlichen Geschäfte getragen wird. Selbst wenn es dem Management gelingt weniger Fehler als in der Vergangenheit zu machen, was leicht fallen sollte, bleibt eine Outperformance der Daimler Aktie gegenüber anderen Automobilaktien fraglich. Bei anderen Autoaktien erhält der Fundamentalanalyse Anleger deutlich mehr Wert als Gegenwert.

Fazit : Jedes höher verzinste Sparbuch hätte in der Summe besser funktioniert als die Daimler Aktie in den vergangenen 15 bis 20 Jahren. Die langfristige Aktienkursentwicklung der Daimler war enttäuschend. Auch mit den Dividenzahlungen sieht die Bilanz für den Anleger nicht viel besser aus. Da fast alle weltweiten Autoaktien ebenfalls Dividenden in dem betrachteten Zeitraum gezahlt haben. Die Daimler Aktien Prognose ist weiterhin negativ. Die Daimler Aktie wird sich in den nächsten 3 bis 5 Jahren vermutlich weiterhin schlechter als der DAX und vergleichbare Autoaktien entwickeln.

langfristige Aktienkursentwicklung BMW Aktie - BMW Aktienanalyse
Die Kursentwicklung der Vergangenheit war für die BMW Aktionäre gegenüber den Daimler Aktionären schon erfreulicher. Aus 100 EUR die 1995 in BMW Aktien angelegt wurden konnte der Aktionär bis Ende 2009 einen durchschnittlichen Kursgewinn von 143 EUR realisieren. Ende 2009 hatte dieser Aktionär BMW Aktien im Wert von 243 EUR im Depot. Die Kursentwicklung der BMW verlief  dynamischer, positiver und gleichmässiger als z.B. bei der Daimler Aktie. DIe BMW Aktie konnte in diesen 15 Jahren wesentlich mehr überzeugen. In fast jedem Jahr konnte sich der Aktionär über Kursgewinne freuen. Von 1999 bis 2000 betrug der Kursgewinn rund 187%. Im Jahr 2007 konnte sich der BMW Aktionär bereits über einen Kursanstieg von rund 280% gegenüber den Einstiegskursen freuen. Dem Kursverfall der Jahre 2007 und 2008 konnte sich die BMW Aktie noch relativ gut entziehen. Ende 2009 beträgt der reine Kursgewinn noch 150 EUR auf je 100 EUR die in BMW investiert wurden. In den einzelnen Aktien Fundamentalanalysen sind ebenfalls die Dividendenzahlungen und die Gesamtgewinne der Unternehmen im langfristigen Vergleich dargestellt.

Die Kursentwicklung der BMW Aktie geht mit dem Verlauf des operativen Geschäfts einher. Zu keiner Zeit in den letzten 20 Jahren war die BMW Aktie Fundamentalanalytisch wirklich teuer wenn ich es direkt mit der Daimler Aktie vergleiche. Belastend für die nähere Zukunft könnte für die BMW Aktie die Finanzierungsstruktur der BMW werden. Wie in den meisten Fundamentalanalysen in dem Autosektor sehe ich bei der BMW Aktie für die nächsten Jahre eine bessere Kursentwicklung als bei der Daimler Aktie. Die Aktienkennzahlen sind besser. Eindeutig besser ist das operative Geschäft der BMW. Und das sollte sich weiterhin positiv auf den Verlauf der Aktie auswirken. Da hat die Daimler Benz noch die eine oder andere Baustelle im operativen Geschäft offen. Die BMW Aktie hat das Potenzial sich in den nächsten 3 bis 5 Jahren dynamischer als der DAX zu entwickeln.
Fazit : Die BMW Aktien Kursprognose ist positiv auf Sicht der nächsten 3 bis 5 Jahre zu sehen.

langfristige Kursentwicklung Renault Aktie - Renault Aktienanalyse

Die Renault Aktie überzeugt im langfristigen Vergleich mit den absolut gesehen höchsten prozentualen Kursentwicklungen. In einer weiteren Fundamentalanalyse werde ich die Aktienkursentwicklung mit der Gewinnentwicklung vergleichen. Die Renault Aktie liefert ebenso wie die BMW Aktie ab ein weitgehend positives Bild. Der Aktienkurs steigt stetig und es wurden auch stetig Dividenden gezahlt. Auffallend ist die sehr gute Aktienkursentwicklung von 2003 bis 2007. Von 2007 bis 2009 ist
der Kursverfall bei der Renault Aktie ist sehr deutlich. Rein über die Finanzkennzahlen hätte man diese Aktienkursentwicklung in der Fundamentalanalyse nicht vorhersehen können. Das operative Geschäft
und die Bewertung rechtfertigt keinen derart dramatischen Kursverfall. Der Valueanleger sollte sich über diese Situation freuen. Durch den Kursverfall steht die Renault Aktie jetzt wieder mit weitem Abstand als deutlich günstigste in diesem Vergleich dar. Dieses Beispiel zeigt wieder sehr überzeugend wie es die Fundamentalanalyse ermöglicht gute Aktien zu finden. Gute Aktien zu finden kann wirklich
leicht sein. Die Methoden und Beispiele zeige ich in diesem Blog.

Fazit: Die Aktienkursprognose fällt für die Renault Aktie aus meiner Sicht  überzeugend aus. Die Aktie ist auf dem gleichen Kurs wie 1995 wobei das operative Geschäft heute deutlich besser dasteht als in 1995. Auf Sicht von 3 bis 5 Jahren rechne ich mindestens mit einer Kursverdopplung und mit Dividendenzahlungen ab dem Geschäftsjahr 2010 bzw. spätestens 2011. Wie in der detaillierten Fundamentalanalyse bereits erläutert erhält der Valueinvestor zur Zeit den höchsten Gegenwert bei der Renault Aktie. Anders ausgedrückt ist das Aktien Kursrisiko ebenfalls sehr gering.

Vielversprechend sind auch die neueren Beteiligungen in Russland und Rumänien. Dacia läuft, baut gute Autos verdient Geld. Avtovaz ist etliche Nummern grösser und würde einen hervorragenden Zugang zu einem Markt mit +130 Millionen bedeuten.
Gute und klare Zukunftsperspektiven und eine sehr günstige Bewertung rechtfertigen daher einen Kauf der Renault Aktie.

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Dieser Artikel behandelte die folgenden Themen:
was sagen Finanzkennzahlen über die Aktienkursentwicklung ?
langfristige Kursentwicklung der Autoaktien
Chart mit Aktienkursentwicklung Daimler Benz Aktie seit 1996
Chart mit Aktienkursentwicklung BMW Aktie seit 1996
Chart Aktienkursentwicklung Renault Aktie seit 1996

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Fundamentalanalyse Daimler
Fundamentalanalyse Renault
Fundamentalanalyse BMW
Fundamentalanalyse Vergleich Autoaktien und Aktienbewertung

07.02.2010

Finanzkennzahlen und Bewertungskennziffern | Aktienvergleich | Aktien-Analyse lernen

Vergleich von Aktienkennzahlen |Bildung von Aktien Verhältniszahlen | Aktien Ratio Analyse | Aktien-Analyse lernen | Renault Aktie, BMW Aktie, Daimler Aktie

In dieser Aktien-Analyse will ich die aus den einzelnen Value-Aktien Analysen Erkentnisse weiter verdichten. Zudem werden die ausgewerteten Aktien-Analyse Verhältniszahlen (Financial Ratio) miteinander verglichen. Im Aktien Ratiovergleich werden die Unterschiede der einzelnen Aktien in der Bewertung sichtbar werden.
















Aktien-Analyse Kennziffer Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)
Im Vergleich der Aktien Kurs-Gewinn-Verhältnisse fällt die große Bandbreite in den KGV der betrachteten Unternehmen auf. Die BMW Aktie ist mit dem 60fachen des Jahresgewinnes ambitioniert bewertet. Auch im längerfristigen KGV Vergleich zeigt sich das die BMW Aktie immer sehr teuer gehandelt wurde gemssen an der eigentlichen Ertragskraft der Aktie. Diese hohe Bewertung steht in keinem Verhältnis zum inneren Wert und der Gewinnentwicklung der Aktie.

Bei der Renault Aktie zeigt sich im Verlauf der letzten 20 Jahre nur in den Verlustjahren ein hohes KGV. Durch die Verluste bedingt kommt es automatisch zu hohen KGV Verhältnissen. Diese hohen KGV sind anders zu bewerten als die hohen KGV die durch reine Spekulation entstehen wie das Beispiel der BMW Aktie zeigt. In der Mehrzahl der letzten 20 Jahre war Renault gemessen an der Gewinnkraft (Earnings Power) nicht übertrieben bewertet.

Die Aktien-Analyse zeigt, dass die Daimler Aktie im direkten Vergleich zu der Renault Aktie ambitioniert bewertet ist. Im direkten Vergleich zu BMW ist Daimler aus der Sicht des Valueinvestors ebenfalls günstiger.

Aus Anlegersicht sind weder sehr niedrige als sehr hohe Kurs-Gewinn-Verhältnisse vorteilhaft. Eine Aktie sollte gemessen an  Ihrer echten Ertragskraft immer in einem KGV-Bereich zwischen 8 bis 15 notieren. Deutlich höhere oder tiefere Aktienbewertungen müssen skeptisch machen und sehr gründlich analysiert werden. Im Zweifel sind tiefe KGV hilfreicher für die zukünftige Entwicklung einer Aktie als höhere KGV.

Aktienbewertung Kennzahl Gewinn je Aktie (EPS)

Die hohe Aktienbewertung der BMW Aktie die in den hohen Kurs Gewinn Verhältnissen zum Ausdruck kam hat weitere Kursgewinne verhindert. Der Markt hat durch den Aktienkurs gemessen an den tatsächlichen Gewinnen die Zukunft bereits weit vorweggenommen.

Trotz einer hohen relativen Gewinn je Aktie Steigerung im Verlauf der letzten 20 und besonders der letzten 10 Jahre ist der BMW Aktienkurs heute nicht höher als vor 10 oder 15 Jahren. Ganz anders dagegen die Situation bei Renault. Ein schwächeres Gewinnwachstum im Vergleich zu BMW reichte aus um den Aktienkurs überproportional steigen zu lassen. In absoluten Gewinnzahlen war die Entwicklung der Gewinne immer noch sehr gut. Die Renault Aktie hatte keine sehr hohen KGV die immer Gegenwind für höhere Aktienkurse bedeuten. Bei der Daimler Aktie fällt der Gewinn je Aktie heute niedriger als noch vor 10 oder 15 Jahren aus. Eine Überbewertung über dem Fair-Value wäre in 1998 bei dieser Aktie nicht anhand der EPS Kennzahl zu sehen gewesen.



Profitabilität der Aktien | Buchwerte
Alle Aktien verdienen 2008 weniger auf Ihre Buchwerte als in 1998. Die Nettomargen schrumpften bei allen Aktien. Schrumpfende Profitabilität ist immer ein schlechtes Zeichen. Renault weist Ende 2008 noch die höchste Verzinsung der Buchwerte auf.

Stabilität der Aktien Gewinne
Alle Aktien weisen eine hohe Schwankung bei den jährlichen Gewinnen auf. Die Automobilbranche bleibt ein zyklisches Geschäft. Aktionäre in Autoaktien sollten sich diesen Umstand immer vor Augen halten.

Langfristig geht der Gewinntrend und die Gewinnhöhe bei allen betrachteten Aktienwerten nach oben. Die Gewinne der Autokonzerne schwanken stärker als die Gewinne im Dax oder die Gewinne von Unternehmen aus weniger konjunkturanfälligen Branchen.

Bilanzanalyse und finanzielle Position
Die Bilanzsituation bei der BMW und Renault ist angespannter als bei Daimler. BMW als auch Renault finanzieren Ende 2008 einen Teil Ihres langfristigen Vermögens mit kurzfristigen Geldern. Durch die jüngst ausgegebenen Anleihen des BMW Konzern sollte sich dies für Bilanz Ende 2009 entspannen. Die BMW hat Ihren Fremdkapitalbedarf von 50 Mrd im Jahr 2005 auf 80 Mrd Fremdkapital Ende 2008 gesteigert. Der Trend in der Entwicklung des Fremdkapitals war ein Grund für den Verkauf meiner BMW Aktien vor einigen Monaten. Hier wird meiner Meinung nach zuviel Geld in die Hand genommen. Ausgang ungewiss.

Eine Kapitalaufnahme seitens Renault kann in 2010 möglich sein und
wird die Bilanzrelationen nicht wesentlich verschlechtern. Der französische Staat ist immer noch einer der Großaktionäre im Renault Konzern. Der Cashflow der Renault dürfte in 2010 wieder positiv sein, für 2009 rechne ich mit einem negativen Cashflow von bis zu 300 Millionen EUR. Als zukünftiger Aktionär würde ich es vorziehen wenn der netto Kapitalbedarf durch eine Anleihenemission gedeckt wird.

Bilanziell hat die Daimler Aktie eine kleine Netto Vermögensposition bei den current net assets. Bei der Grösse der Geschäfte und der Bilanz kann auch eine Vermögensposition von 3 Milliarden Euro nicht als üppig bezeichnet werden. Bei allen drei Aktien zeigt sich, dass die Bilanzen sehr eng gezogen sind. Es gibt keine verborgenen Reserven in den aktuellen Bilanzen der Automobilhersteller. Alle Aktien sind gemessen an hohen Standards und Aktien aus anderen Branchen bilanziell als unsicherer einzustufen. Die Ratings von Moody und Standard & Poors bescheinigen allen Unternehmen Investmentqualität. Bei keiner Aktie ist der Cashflow zu niedrig, dass Vermögen zu klein oder die Schuldenlast zu hoch als das die Schulden und Anleihen nicht jederzeit bedient werden können.

Dividendenstabilität | Dividende je Aktie
Die BMW Aktie hat im Vergleich zu anderen Aktien die stabilsten Dividenden gezahlt. Die Daimler Benz Aktie hat immer die relativ höchsten Dividenden von den verglichenen Aktien gezahlt. Die relativ hohen Dividenden sind eine Ursache dafür, dass die Daimler Aktie gemessen an Ihrer tatsächlichen Ertrags Entwicklung stabiler als erwartet ist.

Aktienkursentwicklung | historisch
Historisch war die Kursentwicklung der Renault die beeindruckendste. Die Situation im Februar 2010 erinnert mich an die Situation in 1998 Jahren. Auch in 1998 war die Renault sehr günstig zu haben und die beiden anderen Werte waren relativ gesehen teurer. Durch den jüngsten Kursrutsch ist die Renault Aktie sehr günstig bewertet. Der intrinsische, echte Wert der Aktie liegt meiner Meinung nach schon heute mindestens 50% höher. Die Renault Aktie sehe ich als ein Aktien Value Schnäppchen. Bei den anderen Aktien ist die Überbewertung der Vergangenheit abgebaut. Eine nachvollziehbare Unterbewertung zum fairen Wert der Aktien kann ich anhand der Kennzahlen nicht erkennen.

Nach dieser vergleichenden Aktienanalyse in der ich einige Aktien Kennziffern betrachtet habe komme ich für mich zu dem Ergebnis das die Renault Aktie die bessere Aktie ist und auf Sicht längerfristige Sicht, mindestens 3 bis 5 Jahre, das höchste Kurssteigerungspotenzial hat. Ich werde daher in den nächsten Wochen diese Aktie für mein privates Depot kaufen.

Auch diese Analyse sollte Ihre eigene sorgfältige Aktien-Analyse nicht ersetzen. Ich will Ihnen mit diesen Aktienbewertungsmethoden einige konkrete Praxis Beispiele der fundamentalen Aktien-Analyse zeigen. Anhand dieser Beispiele können Sie die Aktien-Analyse lernen. Wenn Ihnen diese vergleichende Aktien-Analyse gefallen hat dann schauen Sie sich doch auch noch die detaillierten Aktien-Analysen an :

Aktien-Analyse BMW
Aktien-Analyse Renault
Aktien-Analyse Daimler


Viel Erfolg mit Ihrer Aktien-Analyse.

06.02.2010

Value Aktien-Analyse BMW Aktie

Ist die Aktie im langfristigen Vergleich gemessen an der Umsatz und Gewinnentwicklung günstig bewertet ?  Sind die Bilanzrelationen wie der Verschuldungsgrad und Struktur der Schulden, die Höhe des Eigenkapitals und weitere Kennzahlen der Aktie günstig einzuschätzen ? Lohnt sich ein Einstieg in die Aktie und ist die Aktie aus Sicht der Aktien-Analyse fundamental billig ?


            BMW Netto Umsatzrenditen 1987 bis 2008        
            1987 - 1991    2,24 %
            1992 - 1996    1,78 %
            1997 - 2001    2,32 %
            2002 - 2006    5,06 %
            2007 - 2008    3,10 %
            2009 - Verlust erwartet


Bei dem Vergleich der Umsatzrenditen fällt auf, dass BMW auch am Tiefpunkt immer noch mehr verdient als die Daimler. Im direkten Aktien Kennzahlen Vergleich mit Daimler werden in 4 von 5 betrachteten Perioden über einen 20 Jahreszeitraum höhere Umsatzrenditen erzielt. Auch der 20-jährige Trend ist positiver.

20 Jahres Trend und Renditevorstellung Vorstand
Das Unternehmen hat sich bis 2012 ehrgeizige Ziele gesetzt. In 2008 verkündete BMW, dass man ab 2012 Brutto Umsatzrenditen von 8 bis 10 % erzielen wolle.

Aussagen von Aktien-Analysten und Vorständen kritisch prüfen
Der Aktionär und Value-Anleger soll alle Aussagen von Vorständen und Presseleuten kritisch auf Inhalte und Erreichbarkeit prüfen. Aus meiner Erfahrung muss ich sagen, dass die Presse Artikel oft nur von Unternehmensmeldungen abgeschrieben werden, nicht selber nachrecherchiert sind und in Form einer Aktien oder Unternehmens-Analyse geprüft werden.

Diese wichtige Aufarbeitung der Aussagen und die anschliessende gründliche Aktien-Analyse, die auf Kennzahlen basiert ist, bleibt letztlich die Aufgabe der Investoren und Eigentümer.

Interessenkonflikte der Banken im Research und Journalisten
Auch aus den Researchabteilungen der Banken kommen selten echte Aktien-Analysen. Schliesslich will sich die Bank mit einer negativen
Aktien-Analyse keinen Kunden für das Investmentbanking oder Kreditgeschäft vergraulen. Echte Buy-Side Analysen sind für die breite
Öffentlichkeit in der Regel nicht zugänglich. Was die Öffentlichkeit und die unkritischen Aktionäre erhalten, sind Sell-Side Analysen, die sehr selten offen und frei von Interessenkonflikten sind und die Lage einer Aktie transparent darstellen.

Beispiel: Der Tagesspiegel online vom 28.02.2008 und diverse Mitteilungen der BMW Presseabteilung und des BMW Vorstand im Jahr 2007 und 2008. BMW verkündet das Ziel 10 bis 12 % Brutto Umsatzrendite ab 2012-2013 zu erzielen. Kein Presseartikel prüft ob das überhaupt realistisch ist, wenn BMW bisher auch in den stärksten Wirtschaftszeiten nicht annähernd in der Lage war eine Netto Umsatzrendite von über 5.10 % zu erzielen. Im historischen Vergleich liegt die netto Umsatzrendite eher bei 3 % als bei den 6 % die man jetzt erzielen will.

Im nächsten Punkt wende ich mich in der Aktien-Analyse der Entwicklung der langfristigen Umsätze zu.

            BMW addierter Umsatz in Periode
            1987 - 1991      62,64 Mrd EUR
            1997 - 2001     173,12 Mrd EUR
            2002 - 2006     223,93 Mrd EUR

Die Betrachtung der Gewinne in absoluten Zahlen und als Gewinn per Aktie gibt weitere Einblicke in den Charakter des Unternehmens. Die Anzahl der ausstehenden Aktien und das Grundkapital hat sich im Lauf der letzten 20 Jahre nicht wesentlich verändert. Wesentlich bedeutet hier, dass es keine Veränderung um mehr als 10 % über 3 und 5 Jahreszeiträume gab. Ich verzichte daher auf die detaillierte Bereinigung bei der Aktienkennziffer Earnings per Share (Gewinn je Aktie). Der Aufwand für die  Berechnung würde dadurch steigen ohne das die Aktien-Analyse an Aussagekraft gewinnt.

            BMW AG addierter Netto Gewinn in Periode
            1987 - 1991    285,51 Mil EUR
            1992 - 1996    352,89 Mil EUR
            1997 - 2001    337,40 Mil EUR
            2002 - 2006      2,26 Mrd EUR
            2007 - 2007      3,13 Mrd EUR
            2008 - 2008    324,00 Mil EUR
            2009 - 2009    Verlust erwartet

            Entwicklung der Netto Gewinne je Aktie
            1987 Gewinn je Aktie 0,63 EUR
            1996 Gewinn je Aktie 0,81 EUR
            2002 Gewinn je Aktie 3,00 EUR
            2003 Gewinn je Aktie 2,89 EUR
            2004 Gewinn je Aktie 3,30 EUR

Auffällig in dieser Aktien-Analyse ist die Entwicklung der Perioden von 1987 bis 1991, 1992 bis 1996 und 1997 bis 2001. In dem Zeitraum bleiben die Gewinne fast stehen obwohl der Umsatz fast verdreifacht wird. Die Bewertung der BMW Aktie in den Jahren 1997 bis 2006 war selten durch finanzielle Stärke gerechtfertigt. Die BMW Aktie war vom Standpunkt der fundamentalen Value Aktien-Analyse in diesem Zeitraum öfter eine Spekulation als z.B. die Renault Aktie. Wenn ich davon ausgehe, dass im Jahr 2009 eine schwarze Null erwirtschaftet wird und ein nachhaltig erzielbaren Gewinn je Aktie von 2,80 EUR für die nächsten 5 Jahre nehme, dann ist die Aktie bei Kursen von aktuell um die 30,00 EUR nicht teuer bewertet. Historisch betrachtet hat die Aktie bei einem KGV von 10 oft einen Boden gefunden.

Betrachtung der Buchwerte
30,00 EUR aktueller Aktienkurs entspricht ziemlich genau dem aktuellen bilanziellen Buchwert je Aktie der bei ca. 32,00 EUR liegt. Die Buchwert Betrachtung endet für BMW und Daimler damit unentschieden. Renault ist bei der Buchwert Betrachtung der Sieger und wird aktuell mit 50 % Abschlag zum Buchwert gehandelt.

Eigenkapitalentwicklung
Das Eigenkapital lag in der Periode 1987 bis 1997 im Tief bei rund 19 % und erreichte im langfristigen Hoch fast 30 % der Bilanzsumme. Es lag im Durchschnitt weit über 20 %. Auch 1997 bis 2007 liegt das Eigenkapitalverhältnis konstant über 20 %. Ausnahme bilden nur die Jahre 1999 und 2000. Das Jahr 1999 war ein Verlustjahr und im Jahr 2000 wurde das Eigenkapital wieder stabilisiert. Vom Trend kann man der BMW stabile Eigenkapitalquoten bescheinigen.

Dividenden Entwicklung
Die BMW zahlte in diesem Vergleich als einzige Aktie in allen Jahren von 1987 bis 2008 eine Dividende. Auch für 2009 gehe ich von einer Dividende aus, wenn auch kleiner als in den Vorjahren. Die Dividenden Entwicklung war dabei sehr stabil. Nur in Ausnahmejahren wurde die Dividende gesenkt. 2 Jahre später war immer bereits das alte Niveau erreicht. Die Stabilität führe ich auf den Großaktionär zurück. Die Dividendenpolitik ist beispielhaft für andere Unternehmen.

Buchwert und Umsatz zu Kursbewertung
Bestimmung eines fairen Wertes mit Aktienkennzahlen.
BMW war in diesem Zeitraum fast nie unter Buchwert erhältlich. Die Aktien-Analyse zeigt in fast allen Jahren eine Aktien Bewertung an, die im Schnitt mindestens 20 % über dem Buchwert stand. Die Aktien Bewertung heute ist fair und günstiger als in der Vergangenheit. Richtig billig ist die BMW Aktie aus Sicht der Aktien-Analyse dadurch noch nicht. Richtig billig wäre aus meiner Sicht ein weiterer Abschlag zu den  bilanziellen Buchwerten von mindestens 30 bis 50 %. Dabei waren die Überbewertungen tendenziell nicht so hoch wie bei der Daimler in dem betrachteten Zeitraum.


Aktien-Kennzahl Bewertung des Eigenkapital

Für das Jahr 1997 wurde die BMW mit rund 55 % des Umsatzes bewertet und mit 330 % des Eigenkapitals bewertet. Im Jahr 2008 wird BMW mit 43 % des Umsatzes und 101 % des Eigenkapitals bewertet.

Der Aktienkurs lag durchschnittlich im Jahr 1997 bei 20,00 EUR, im Jahr 1998 bei 28,50 EUR und im Jahr Jahr 2008 lag der Kurs durchschnittlich bei 30,00 EUR. BMW liegt damit heute näher am echten, inneren Wert der Aktie als vor 10 Jahren.

Aktien-Analyse Empfehlung:
Für sich betrachtet ist die Aktie heute günstiger als noch vor 10 Jahren. Dies zeigen einige Bewertungs Kennzahlen wie die Buchwert und
Eigenkapitalbewertung. Heute erhält der Aktionär mehr Umsatz und mehr Gewinn je Aktie als noch vor 10 Jahren. Der Aktienpreis hat sich im Vergleich dazu nicht bewegt. Fundamental betrachtet ist die Aktie im Vergleich zu der Situation vor 10 Jahren kein spekulativer Wert mehr. Dennoch kauft der Value-Anleger, der sich für sein Depot nur die vergleichsweise fundamental günstigsten Aktien auswählt, auch in diesem Fall kein Schnäppchen. BMW wäre bei Kursen um die 20,00 EUR ein Value-Aktien Schnäppchen. Bei Aktienkursen von 30,00 EUR ist die Aktie fair bewertet und historisch günstig bewertet.

Diese günstige Bewertung ist einzig und allein der historischen
Überbewertung
zu verdanken. Für bedenkenswert halte ich die massive Ausweitung der Verbindlichkeiten. Der Aktionär sollte sich diese Entwicklung genauer anschauen und entsprechende Aktien-Kennzahlen zu der Vergangenheit und den Wettbewerbern bilden.

Meiner Meinung nach ist BMW günstiger als Daimler aber nicht günstiger als Renault. Wer die Aktie hält, kann Sie weiterhalten. Ein Verkauf ist nach Meinung vieler bekannter Value Investoren erst bei einer Überbewertung / Unterbewertung von 50 % zu tätigen.

Im nächsten Schritt fasse ich in einer vergleichenden Fundamental-Analyse die Zahlen aller betrachteten Aktien zusammen. Viel Spaß weiterhin mit der Aktien-Analyse.

04.02.2010

Aktien-Analyse Renault S.A.

Fundamental Aktien-Analyse der Renault S.A. Aktie. Aktienbewertung mit Hilfe von Kennzahlen. Bestimmung des fair Value. Ist die Aktie billig oder teuer gemessen an Ihrer Earning Power (Gewinnkraft) ? Ist die Aktie im Vergleich zu den historischen Aktien Kennzahlen billig? Wie hoch ist der Substanzwert der Aktie ?

Wie bei vielen anderen Aktienanalysen auf diesem Aktienanalyse Blog möchte ich bei dieser Aktien-Analyse mit der Betrachtung der Gewinne und Umsätze beginnen. Wie entwickelten sich die Gewinne und Umsätze von Renault im langfristigen Vergleich der letzten 21 Jahre ?

            Umsatzrenditen 1987 bis 2008

            1987 - 1991    3,12 %
            1992 - 1996    1,40 %
            1997 - 2001    2,64 %
            2002 - 2006    6,86 %
            2007 - 2008    4,05 %
            2009 - Verlust erwartet

Für einen Automobilhersteller sieht das ordentlich aus. In einer Periode werden fast 7 % Umsatzrendite erreicht und der Tiefpunkt liegt mit 1,40 % immer noch höher als der Tiefpunkt der Daimler mit 1,12 %. Bitte schauen Sie sich später noch die abschliessende Aktien-Analyse an in der ich diverse Kennzahlen wie Gewinn, Umsatz Kennzahlen, Substanzwerte und viele weitere Kennzahlen der Aktien-Analyse miteinander vergleichen werde. Auch ein kleiner Trend bei der Kennzahl Umsatzrendite ist in dieser Aktien-Analyse erkennbar. Der Zeitraum von 1987 bis 1996 hat eine deutlich kleinere durchschnittliche Umsatzrendite als der Zeitraum von 1997 bis 2008.

Nach der Betrachtung der relativen Rendite Kennziffern ist immer ein Blick auf die absoluten Zahlen hilfreich. Damit wir verstehen von welcher Grösse bei dieser Aktien- Analyse überhaupt die Rede ist. Eine Umsatzrendite von 10 % auf einen Umsatz von 100 Millionen ist etwas anderes als die gleiche Umsatzrendite bei 100 Milliarden Umsatz. Ein hoher Umsatz an sich ist noch nichts bemerkenswertes.

Bemerkenswert und interessant für uns Investoren wird es, wenn hohe Umsätze und hohe Umsatzrenditen erzielt werden. Das ist die beste Grundlage für gute Aktien Kennzahlen und Kursgewinne. Es gibt regelmässig Perioden an der Börse in der dieser einfache Grundsatz der Aktien-Analyse von vielen Aktionären übersehen wird.

            Addierter Umsatz Renault in Periode

            1987 - 1991    110 Mrd EUR
            1997 - 2001    183 Mrd EUR
            2002 - 2006    195 Mrd EUR

Im direkten Vergleich zu Daimler verlief die Entwicklung des Umsatzes weniger dynamisch. Wie ich vorher erwähnte, ist die Betrachtung des reinen Umsatzes ohne gleichzeitige Betrachtung der Gewinne aus Investorensicht brotlose Kunst.

Zukünftiges Wachstum, Innovationen, Abschreibungen, Gehälter und Lohnsteigerungen können nur aus Gewinnen gezahlt werden. Der Gewinn ist das Herzblut eines Unternehmens.

Hohe Gewinne sichern die Wettbewerbsfähigkeit und die Arbeitsplätze. Niedrige Gewinne und niedrige Margen bedrohen Arbeitsplätze
und mindern die langfristige Überlebensfähigkeit. Der Umsatz allein betrachtet ist eine irreführende Kennzahl der Aktien-Analyse.

Die Umsatzrendite, die den Gewinn in ein Verhältnis zum Umsatz setzt, ist eine der wichtigsten Kennziffern der Aktien-Analyse. Schauen wir uns im nächsten Schritt die historische Gewinnentwicklung von Renault S.A. an.

            Addierter Gewinn Renault in Periode

            1987 - 1991    1,97 Mrd EUR
            1992 - 1996    1,10 Mrd EUR      
            1997 - 2001    4,84 Mrd EUR  
            2002 - 2006    13,52 Mrd EUR
            2007 - 2007    2,66 Mrd EUR
            2008 - 2008    0,57 Mrd EUR
            2009 - 2009     Verlust erwartet

            Addierter Umsatz 1987 - 2008

            Daimler    1780 Mrd EUR
            Renault     566 Mrd EUR
  
            Addierter Gewinn 1987 - 2008

            Daimler 40,30 Mrd EUR
            Renault 24,66 Mrd EUR

An dieser Stelle wird sicher schon deutlich was ich einen Absatz vorher meinte. Welcher dieser beiden Konzerne war der effizientere im Umgang mit Kapital ? Es ist zu sehen, daß der Umsatz als Aktien Kennzahl allein nicht aussagefähig ist. Am Ende zählen ausschliesslich die Gewinne.

Auch die Schätzung für den Zeitraum 2007 bis 2010/2011 zeigt,
daß sich die Vergangenheit weiter fortsetzt. Renault ist das effizientere Unternehmen. Renault holte aus jedem erzielten Euro Umsatz mehr Gewinn für die Aktionäre und Arbeitnehmer im Vergleich zu Daimler. In jedem verkauften Renault Produkt steckte ein vielfaches an Gewinn im Vergleich zu der Daimler.

Entwicklung des Eigenkapitals je Aktie
Sowohl die Kennzahl des Eigenkapitals je Aktie als auch das Verhältnis Eigenkapital zu Bilanzsumme ist eine wichtige Kennzahl. Faustformel : je mehr Eigenkapital desto solider das Unternehmen. Von Branche zu Branche sind deutliche Abweichungen in der Kennziffer Eigenkapitalquote möglich.

Das Eigenkapitalverhältnis
im betrachteten Zeitraum lag bei knapp 12 % zu Beginn des 20 Jahresrückblick. Im Schnitt lag es bei akzeptablen 22 %. Für die letzten 10 bis 15 Jahre zeigt die Aktien-Analyse einen Trend zu einer höheren Eigenkapitalquote.

Dividenden je Aktie
Im Zeitraum 1987 bis 2008 wurde in 3 Jahren keine Dividende je Aktie gezahlt. Im Vergleich mit Daimler gab es bei der Dividendenhöhe
weniger Schwankungen. Über den 20 Jahreszeitraum betrachtet war Renault wesentlich besser in der Lage die Dividenden der Aktionäre beständig zu steigern.

Kennzahlen Buchwert, Eigenkapital, Umsatz zu Marktkapitalisierung
Bestimmung eines fairen Wertes mit gängigen Aktien-Analyse Kennzahlen. Renault konnte in einem fast 20 jährigen Zeitverlauf immer
relativ nahe am Buchwert gekauft werden. Im Vergleich zu Daimler war die Renault Aktie in dieser Hinsicht immer die günstigere Aktie. Daran hat sich auch in den Jahren 2007,2008, 2009 und geschätzt für 2010 nichts geändert.

Fokussiert auf diese Kennzahl könnte man aus der Aktien-Analyse heraus sagen, dass die Aktie permanent fair und sogar unterbewertet war. Bei Daimler gab es eine permanente Überbewertung im Vergleich zur tatsächlich erzielten Ertragskraft. Die hohen Aktienbewertungen
waren wie die Aktien-Analyse zeigt im Nachhinein nicht gerechtfertigt.

Die Aktie wurde in den Jahren 1996 und 1997 mit durchschnittlich nur 31,9 % vom Umsatz bewertet. Im gleichen Zeitraum zahlte man für eine Daimler Aktie durchschnittlich zwischen 70 bis 80 % des Umsatzes. Die Bewertung bezogen auf das Eigenkapitverhältnis zeigte, dass 1996 und 1997 ebenfalls Renault deutlich günstiger war.

Der Renault Aktienkurs lag 1996 durchschnittlich bei 20 EUR. 2007 lag der durchschnittliche Aktienkurs von Renault bei rund 105 EUR.

Der Daimler Aktienkurs lag 1996 im Schnitt bei 45 EUR. 2007 lag der durchschnittliche Daimler Aktienkurs bei ca. 65 EUR.

Anhand weniger Kennzahlen der Aktien-Analyse war es 1996/1997 möglich zu erkennen, daß Daimler ambitioniert bewertet war und Renault im Gegenzug relativ billig war.



Fundamentale Earnings Power je Aktie
Den langfristigen, fundamental gut abgesicherten Gewinn sehe ich bei 5,00 EUR je Aktie. Bei einem aktuellen Aktienkurs in Höhe von 35,00 EUR ergibt sich ein KGV von 7. Bei Daimler liegt das KGV nach meiner Sichtweise bei 12. Rechnen Sie für sich selber nach, ob ich mich bei Renault um 50% verschätze oder ob ich mich bei Daimler um 50% verschätzt habe.

Ich sehe in dieser Aktien-Analyse die Wiederholung der letzten 20 Jahre. Renault ist im direkten Vergleich mit Daimler sehr billig zu haben. Aus meiner Sicht gibt es keine nachhaltigen Gründe für eine aktuelle
Überbewertung der Daimler
von rund 50% über Renault. Wie der Vergleich zu BMW aussieht zeige ich in der nächsten Aktien-Analyse.

Fundamental betrachtet sehe ich bei der Renault mehr Steigerungspotenzial als bei Daimmler. Renault ist nach der Aktien-Analyse auch mit sich selber und den letzten 20 Jahren verglichen zur Zeit sehr günstig zu kaufen. Für die nächsten 3 bis 5 Jahre traue ich der Renault Aktie eine Entwicklung zu die deutlich über der Indexentwicklung liegt.

Falls jemand diese Aktie bereits hält dann sollte er bei diesen Preisen nicht mehr aussteigen. Die Ende Januar 2010 veröffentlichten Zahlen von Renault sehen zudem sehr vielversprechend aus.

Mein Fazit der Aktienanalyse lautet für Renault : Kaufen.

Viel Spaß weiterhin mit dem Blog und der Aktien-Analyse.

02.02.2010

Daimler Aktie Fundamental-Analyse

Wie errechne ich den inneren Wert der Daimler Aktie ? Aktien-Analyse Daimler Aktie nach Fundamentalwert orientierten Kriterien. Lohnt sich ein Einstieg bei dem aktuellen Börsenkurs noch ? 

Beginnen möchte ich mit der Betrachtung der Umsatz und Gewinnentwicklung für die Daimler Aktionäre.

Umsatzrenditen der Daimler AG in der langfristigen Entwicklung von 1987 bis 2008
Für einen schnelleren Überblick fasse ich diesen längeren Zeitraum in mehrere 5-Jahres Perioden zusammen. Die Daimler erreichte in den einzelnen Zeiträumen die folgenden Umsatzrenditen:

            Perioden Durchschnitte
            1987 - 1991.....2,20 %
            1992 - 1996.....1,12 %
            1997 - 2001.....3,80 %
            2002 - 2006.....1,90 %
            2007 - 2008.....2,70 %
            2009 - voraussichtlich Verlust

Wie anhand der jeweiligen Jahresdurchschnitte erkennbar ist, wachsen die Umsatzrenditen für einen Automobilhersteller im Premiumsegment nicht in den Himmel. Es lässt sich grundsätzlich keine langfristig steigende oder fallende Tendenz für die Umsatzrendite erkennen. Daimler bewegt sich immer deutlich entfernt von der 5% Umsatzrendite Marke in allen betrachteten Perioden. Von je 100,00 EUR Umsatz bleiben durchschnittlich 1,10 EUR bis maximal 3,80 EUR jährlich im Unternehmen als Gewinn hängen.

Das Unternehmen Daimler AG mag heute die besseren Autos herstellen als vor 20 Jahren, die Margen konnten in den betrachteten Zeiträumen tendenziell nicht erhöht werden. In der betrachteten Periode mussten die Daimler AKtionäre 2 Verlustjahre gemessen am Konzerngewinn einstecken. Die Entwicklung der Umsätze für den Zeitraum 1987 bis 2008/2009 stellt sich wie folgt dar. Ich habe die Umsätze in den jeweiligen Perioden bereits zusammen addiert.

Daimler AG addierter Umsatz in Periode
            1987 - 1991.....207 Mrd EUR
            1997 - 2001.....652 Mrd EUR
            2002 - 2006.....727 Mrd EUR

Weiter geht es mit der Betrachtung der Gewinne die ich ebenfalls in Perioden zusammenfasse und aufaddiere. Zusätzlich betrachte ich die Gewinne je Aktie (dafür teile ich den Jahresgewinn durch die Anzahl der ausstehenden Aktien) in zufällig gewählten Einzeljahren. Anmerkung bei den Gewinnen je Aktie : bei der Anzahl der ausstehenden Aktien gab es keine grossen jährlichen Abweichungen und ich verzichte daher auf eine Bereinigung. Wer es ganz exakt haben will solltediese Werte per Hand bereinigen.

        Daimler AG Gewinn in Periode
        1987 - 1991.....4,56  Mrd EUR
        1992 - 1996.....-5,62 Mil EUR
        1997 - 2001.....21,97 Mrd EUR
        2002 - 2006.....14,08 Mrd EUR
        2007 - 2007.....3,97  Mrd EUR
        2008 - 2008.....1,34  Mrd EUR
        2009 - 2009.....Verlust erwartet




        langfristige Entwicklung der Gewinne je Daimler Aktie
        1987 Gewinn je Aktie 3,32 EUR
        1991 Gewinn je Aktie 2,81 EUR
        1996 Gewinn je Aktie 2,73 EUR
        2002 Gewinn je Aktie 5,03 EUR
        2003 Gewinn je Aktie 0,44 EUR
        2004 Gewinn je Aktie 2,43 EUR

In den addierten Beträgen ist schön zu erkennen was eine niedrige Umsatzrendite bewirkt. In der Periode 2002 bis 2006 setze die Daimler AG die fast unvorstellbare Summe von 727 Milliarden EUR um. Es waren hunderttausende von Arbeitskräften nötig, es waren jährliche Milliardeninvestitionen in neue Maschinen und Fabriken nötig um nur die Wettbewerbsfähigkeit zu halten. Das geschäftliche Risiko bei derart hohen fixen Investitionen war und ist bleibt weiterhin enorm. Von den 727 Milliarden Umsatz blieben als "Unternehmerlohn" für die Aktionäre 14,08 Milliarden Gewinn übrig. Mir stellt sich die Frage ob sich das eingegangene Risiko bei diesen Relationen überhaupt lohnt.

Das Eigenkapital in der betrachteten Periode lag jährlich zwischen 15% bis in der Spitze bei 24%. Die einzelnen Werte werde ich später in einem direkten Vergleich der Eigenkapitalquoten der anderen Automobilaktien vergleichen.

Kennzahlen Bewertung Daimler Aktie
1997 hatte die Daimler AG eine Marktkapitalisierung im Verhältnis zum erzielten Jahresumsatz von rund 80%. Ebenso wurde die Daimler Aktie mit rund 330% über dem Eigenkapital bewertet. Die Eigenkapital- bewertung war für einen relativ wachstumsarmen Industriewert ausserordentlich hoch.

An dieser Kennzahl lässt sich eine gewisse Spekulation in der Aktie ablesen. 1997 und 1998 waren geprägt von der Daimler Chrysler Fusion die damals sehr hoch gelobt wurde. Kaum ein Analyst wies damals auf die vorhandene Überbewertung hin.

Kaum 10 Jahre später ist diese Fusion längst Geschichte. Die  Hoffnungen und Erwartungen die in die Daimler Aktie eingepreist waren und anhand der hohen Bewertung des Eigenkapitals zum Ausdruck kommen sind bereits Geschichte und wurden nicht erfüllt.

2008 wird die Daimler Aktie nur noch mit 41% des Umsatzes bewertet. Der Börsenwert beträgt in 2008 / 2009 durchschnittlich 33 Milliarden Euro. Die Marktkapitalisierung 1997 lag bei knapp 50 Mrd. Euro.

Dividenden je Aktie
In dem betrachteten Zeitraum wurde unter grossen Schwankungen fast immer eine Dividende bezahlt. Ausnahme war das Jahr 1995. Für das gerade beendete Kalenderjahr 2009 rechne ich mit einer symbolischen Dividendenzahlung.

Insgesamt betrachtet weist die Daimler Aktie zyklische Gewinne, Umsätze und Dividendenerträge auf. Wer zu ungünstigen Zeiten eingestiegen ist sitzt auch heute noch auf hohen Verlusten. Die Kurs Gewinn Verhältnisse in dem betrachteten Zeitraum schwanken bedingt durch die Zyklik zwischen einem KGV von 8 am Tiefpunkt und zwischen KGV von 40 bis hin zu 80 in Einzeljahren.

Bestimmung eines inneren Wertes
Der nachhaltig und fundamental erzielbare durchschnittliche Gewinn der letzten Periode liegt für mich bei ca. 2,70 EUR je Aktie.
Bei einem aktuellen Aktienkurs von 33,40 ergibt sich ein KGV von 12,3. Die Gewinnrendite aus der Sicht eines Aktionärs liegt damit bei knapp 8% Verzinsung. Der Buchwert je Daimler Aktie liegt je nach Berechnung zwischen 32 bis 34 EUR je Aktie. Von der Daimler Buchwert Betrachtung ausgehend könnte man sagen, daß die Daimler Aktie im Vergleich zu der Historie fundamental günstig ist. Die Daimler Aktie war in den letzten 20 bis 30 Jahren selten für einen Preis um den Buchwert zu kaufen. Gemessen an den anderen Bewertungen wie z.B. dem Kurs und Umsatzverhältnisse kann man Daimler zur Zeit auch sehr nahe am inneren Wert kaufen. Auch die Umsatzverhältnisse der Daimler Aktie (KUV / Umsatz je Aktie) sind historisch betrachtet günstig. Ob eine Rendite von 8% bis 11% ausreicht soll sich in den weiteren Aktien-Analysen mit Renault und BMW zeigen.

Ich halte weder zur Zeit noch hatte ich in den letzten Jahren Daimler Aktien. Meine Bestand in BMW habe ich vor einigen Monaten verkauft. Ich spiele mit den Gedanken mir ggf. einige Renault als längerfristige Geldanlage zu kaufen und mache daher diese Analyse. Jeder Investor sollte seine Anlageentscheidung selber prüfen. Ich kann keine Verantwortung für Gewinne oder Verluste übernehmen. Die Investition in Aktien ist immer mit einem Risiko verbunden.

Fazit:
Die Daimler Aktie für sich betrachtet ist, isoliert von anderen Automobilaktien, ist im langfristigen Vergleich durchaus kaufenswert. Die Aktie notiert nahe am inneren Wert und war die letzten 20 Jahre betrachtet selten günstiger zu haben. Dies an sich ist jedoch noch kein Zeichen für die fundamentale Unterbewertung der Aktie. In meinen Augen ist das eher ein Spiegelbild für die Überbewertung der Aktie in der Vergangenheit.

Die Margin of Safety (Sicherheitsmarge) gemessen an den nachhaltig erzielbaren Gewinnen und Vermögenswerten nach den Prinzipien eines Buffett oder anderer Value Investoren ist nicht überzeugend gross genug. Ein echtes Value Schnäppchen ist die Aktie auch heute nicht. Die Geschäftsaussichten für die nächsten Jahre werden nicht grossartig besser oder schlechter als in der Vergangenheit sein. Das Geschäft wird nicht bedeutend einfacher werden als in der Vergangenheit. Aus der überragenden Marke Daimler Benz konnte kein
Profit gezogen werden. Im Fall Daimler ist angesichts der Missgeschicke in der Vergangenheit zu einer besonderen Vorsicht geraten.

Die Daimler Aktie sollte sich schlechter als der Dax entwickeln mit Blick auf die nächsten 3 bis 5 Jahre. Der Dax selbst ist fundamentalanalytisch betrachtet teurer als die Daimler Aktie. Da ich mittelfristig von einer deutlichen Erholung der Gewinne im Index ausgehe (ich denke da z.B. an die Banken) relativiert sich diese Bewertung wieder schnell zugunsten des Index. Mein Fazit ist daher nicht kaufen.

Auch zum Verkauf kann geraten werden falls die Daimler Aktie bereits im Depot ist. Es gibt zahlreiche Aktien aus anderen Branchen die aus Sicht der Aktien-Analyse günstiger bewertet sind als die Daimler Aktie zur Zeit und die sehr erfolgversprechende Gewinn und Umsatzaussichten haben. Daimler bleibt zyklisch und damit ist auch die Daimler Aktie eine zyklische Aktie.

Wie der direkte Vergleich der Daimler Aktie mit den anderen Autoaktien ausfällt zeige ich in den nächsten Aktien-Analysen. Viel Spass bei den weiteren Valueaktien Analysen.

Analyse Automobilaktien

Branchenanalyse des Automobilsektors. Bewertung der Automobilwerte nach fundamentalen Kennziffern. Welche Autoaktie ist günstig bewertet und wo lohnt der Einstieg ?

In dieser Fundamentalanalyse nehme ich einige Automobilwerte genauer unter die Lupe. Welche Automobilaktie verspricht für die nächsten 36 Monate die höchste Rendite ? Welche Automobilwert ist aus der Sicht des Value Anlegers günstig bewertet? Welche Aktie hat das beste Chance und Risikoprofil ? Direkt verglichen werden die Unternehmen BMW, Daimler und Renault miteinander.  

Automobilbranche Entwicklung der Jahre 2008,2009 und 2010
Die Rezession der Jahre 2008 und 2009 hinterlässt auch bei den Automobilherstellern Bremsspuren. Der Vergleich zum Vorjahresmonat war insbesonders Ende 2009 dramatisch und zeigte Nachfragerückgänge bei Nutzfahrzeugen zwischen minus 10%, minus 25%  bis hin zu Rückgängen von 50% im Exportbereich. Die nachfolgenden Grafiken vom Verband der Automobilindustrie (VDA) zeigen einzelne Produktions- und Zulassungszahlen. Die Zahlen für 2009 sind zum Teil mit Stand 02.02.2010 noch vorläufig.

Quellen für Grafik & Zahlen VDA

In Deutschland stemmte man sich  mit der staatlich subventionierten Abwrackprämie erfolgreich gegen den Nachfrageeinbruch. Durch die Abwrackprämie wurden in Deutschland im Jahr 2009 soviel Automobile wie zuletzt vor 16 Jahren verkauft. Mit Plus 23 Prozent Steigerung wurden rund 3,8 Millionen Inlands Neufahrzeuge abgesetzt. Bei den Herstellern Daimler und BMW verpuffte die Abwrackprämie. Daimler Benz AG musste einen Absatzrückgang in Höhe von 14% hinnehmen. 

Produktionseinbruch Autosektor
Auch das Jahr 2010 wird für die Industrienationen und deren Gütermärkte schwierig werden. Die Wachstumsregionen China, Indien und andere Emerging Markets verzeichneten auch in 2008 und 2009 ein positives Wachstum und steigende Nachfrage im Automobilbereich. Diese Wachstumsmärkte sorgen dafür, daß eine BMW oder Daimler durch den stark steigenden Export  in Länder wie China Ihre Verluste im Inlandsgeschäft bei den privaten PKW zum Teil kompensieren konnte. Bei den Nutzfahrzeugen, die auch ein Gradmesser für die Konjunktur allgemein sind, bleibt das Bild düster. Die Nachfrageeinbrüche für Transporter und Busse sind mit bis zu 60% dramatisch. Insgesamt sollten sich die Absatzmärkte in 2010 wieder stabilisieren und gegenüber dem sehr schwachen Vorjahr bereits zulegen können. Die nächsten 3 bis 5 Jahre rechne ich mit einem positiven Absatzzyklus.

China hat in 2009 die USA als grösster Absatzmarkt für PKW bereits hinter sich gelassen. Auch Indien wird durch die schiere Grösse schon in absehbarer Zeit in die Top 5 KFZ-Absatzmärkte aufsteigen. Für BMW ist China nach Deutschland, den USA und Großbritannien bereits der wichtigste Automarkt.

Die Deutschen Automobilhersteller Daimler und BMW weisen traditionell hohe Exportquoten auf und werden daher tendenziell von Wachstum und zunehmenden Wohlstand in den aufstrebenden Märkten profitieren. Die Exportquoten dieser Unternehmen liegen zwischen 40 bis 60 Prozent der jährlichen Automobilproduktion.

Vergleich Umsatzrenditen Automobilhersteller
Die Umsatzrenditen in der Automobilbranche bewegen sich bei den massgeblichen Autoherstellern weltweit zwischen 2,5% bis 5%. In guten Jahren und in der Spitze eines Automobil Zyklus werden auch vereinzelt bis zu 7% Umsatzrendite erzielt.

Anmerkungen zum Automobilsektor
Bevor ich detaillierter in die Einzelwerte einsteige, kann ich vorab bei der Betrachtung der letzten 20 Jahre für die analysierten Automobilaktien sagen, dass sich die Umsatzrenditen in der Automobilbranche stabil auf einem Niveau zwischen durchschnittlichen 2% bis maximal 7% halten. Von je 100 Euro Umsatz bleiben im Schnitt 2 bis maximal 7 EUR an Gewinn vor Steuern übrig. Bei der Betrachtung der Umsatzrenditen lässt sich kein Unterschied zwischen den sogenannten Premiumherstellern und den Massenherstellern feststellen.

Die Hersteller der Luxusmarken verdienen nicht mehr als die bekannten KFZ Massenmarkthersteller. Die Renditen auf das Eigenkapital sind bei den Premiumherstellern nicht höher als im Massenmarkt. Ein vermeintlich besseres Image, eine Positionierung als Luxusprodukt sind für sich genommen noch lange kein Garant für höhere Renditen aus der Sicht eines Aktionärs.

Daimler verdient trotz des wohl klar besseren Markenimages nicht mehr Gewinn je umgesetzten Euro als der vom Imagestandpunkt gesehen schwächere Hersteller Renault - diese beiden Hersteller sind nur als Beispiel gewählt und drücken keine meiner persönlichen Vorlieben aus.

Aktien-Anlage und Emotionen
Als Geldanleger sollten wir völlig emotionslos an dieses Thema herangehen. Welches Unternehmen im Automobilsektor verspricht für mich als Aktionär den höchsten Gewinn und die höchste Rendite ? Mit anderen Worten: bei welcher Auto-Aktie habe ich den grösstmöglichen Schutz vor Kursverlusten durch eine fundamental günstige Bewertung ? Was ist die günstigste Auto-Aktie ?

Ein Vergleich zwischen einem Hersteller wie Renault und BMW ist somit aus meiner Sicht ein legitimer Vergleich. Beides sind Hersteller moderner "Fortbewegungsmittel". Der einzige Unterschied liegt in den verschiedenen Zielgruppen.

Als Geldanleger und Aktionär ist der Unterschied noch kleiner. Ich kann keinen Unterschied erkennen zwischen den Gewinnen eines Premiumherstellers und den Gewinnen eines PKW Massenherstellers. Ein Euro Gewinn ist ein Euro Gewinn. Jeder Euro Umsatz ist hart verdient. Und wie der genaue Vergleich später noch zeigen wird, haben die Premiumhersteller durch Ihren Markenvorteil keinen finanziellen Gewinn ziehen können.

Der Anleger soll sich nicht von Marken und Image blenden lassen. Die grössten und tollsten Marken garantieren für sich genommen noch keine Kursgewinne oder höhere Renditen im Vergleich zu den Massenmarktherstellern.


Wichtige Fragen für die Aktienauswahl
Die entscheidenden Fragen für die Fundamental Aktien-Analyse lauten : welche Automobilaktie ist im Vergleich zu den erzielten Gewinnen und den dahinterliegenden Vermögensgegenständen (Assets) günstig bewertet ? Bei welcher Aktie erhalte ich den höchsten Gegenwert pro investierten Euro ?

Diesen Fragen gehe ich mit den in Kürze folgenden detaillierten Aktien-Analysen nach. Bitte den jeweiligen Link klicken.

Aktien-Analyse Renault S.A (ISIN FR0000131906). Renault ist eine der grössten Automobilhersteller Europas. Renault bietet Automobile und deren Finanzierung an. Die hergestellten Personen und Nutzfahrzeuge werden unter den Marken Renault, Samsung (Korea) und Dacia vertrieben. Insbesonders mit der Marke Dacia kann Renault sehr gute Erfolge im niedrigen Preissegment verbuchen.

Fundamental-Analyse Daimler AG
(ISIN DE0007100000). Daimler zählt weltweit zu den grössten Automobilherstellern. Das Angebot umfasst Personenkraftfahrzeuge die unter den Marken Mercedes-Benz, Smart, Maybach und Mercedes-AMG vertrieben werden. Im direkten Vergleich zu den anderen Herstellern in dieser Aktienanalyse hat Daimler AG eine auch im weltweiten Vergleich bedeutende Nutzfahrzeugsparte mit Bussen, Kleintransportern & Trucks die unter den Marken Mercedes-Benz, Freightliner, Mitsubishi, Western Star, Detroit Diesel, Setra, Orion und Thomas Built Buses verkauft werden. Zusätzlich werden Finanzdienstleistungen angeboten.

Value Aktien-Analyse Aktie BMW AG (ISIN DE0005190003). BMW definiert sich selber als bedeutender Hersteller von PKW im gehobenen Preissegment. Die Produktpalette umfasst daneben noch Motorräder und ebenso wie bei den anderen Herstellern auch die Finanzierung der Fahrzeuge.