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Analyse Automobilaktien

Branchenanalyse des Automobilsektors. Bewertung der Automobilwerte nach fundamentalen Kennziffern. Welche Autoaktie ist günstig bewertet und wo lohnt der Einstieg ?

In dieser Fundamentalanalyse nehme ich einige Automobilwerte genauer unter die Lupe. Welche Automobilaktie verspricht für die nächsten 36 Monate die höchste Rendite ? Welche Automobilwert ist aus der Sicht des Value Anlegers günstig bewertet? Welche Aktie hat das beste Chance und Risikoprofil ? Direkt verglichen werden die Unternehmen BMW, Daimler und Renault miteinander.  

Automobilbranche Entwicklung der Jahre 2008,2009 und 2010
Die Rezession der Jahre 2008 und 2009 hinterlässt auch bei den Automobilherstellern Bremsspuren. Der Vergleich zum Vorjahresmonat war insbesonders Ende 2009 dramatisch und zeigte Nachfragerückgänge bei Nutzfahrzeugen zwischen minus 10%, minus 25%  bis hin zu Rückgängen von 50% im Exportbereich. Die nachfolgenden Grafiken vom Verband der Automobilindustrie (VDA) zeigen einzelne Produktions- und Zulassungszahlen. Die Zahlen für 2009 sind zum Teil mit Stand 02.02.2010 noch vorläufig.

Quellen für Grafik & Zahlen VDA

In Deutschland stemmte man sich  mit der staatlich subventionierten Abwrackprämie erfolgreich gegen den Nachfrageeinbruch. Durch die Abwrackprämie wurden in Deutschland im Jahr 2009 soviel Automobile wie zuletzt vor 16 Jahren verkauft. Mit Plus 23 Prozent Steigerung wurden rund 3,8 Millionen Inlands Neufahrzeuge abgesetzt. Bei den Herstellern Daimler und BMW verpuffte die Abwrackprämie. Daimler Benz AG musste einen Absatzrückgang in Höhe von 14% hinnehmen. 

Produktionseinbruch Autosektor
Auch das Jahr 2010 wird für die Industrienationen und deren Gütermärkte schwierig werden. Die Wachstumsregionen China, Indien und andere Emerging Markets verzeichneten auch in 2008 und 2009 ein positives Wachstum und steigende Nachfrage im Automobilbereich. Diese Wachstumsmärkte sorgen dafür, daß eine BMW oder Daimler durch den stark steigenden Export  in Länder wie China Ihre Verluste im Inlandsgeschäft bei den privaten PKW zum Teil kompensieren konnte. Bei den Nutzfahrzeugen, die auch ein Gradmesser für die Konjunktur allgemein sind, bleibt das Bild düster. Die Nachfrageeinbrüche für Transporter und Busse sind mit bis zu 60% dramatisch. Insgesamt sollten sich die Absatzmärkte in 2010 wieder stabilisieren und gegenüber dem sehr schwachen Vorjahr bereits zulegen können. Die nächsten 3 bis 5 Jahre rechne ich mit einem positiven Absatzzyklus.

China hat in 2009 die USA als grösster Absatzmarkt für PKW bereits hinter sich gelassen. Auch Indien wird durch die schiere Grösse schon in absehbarer Zeit in die Top 5 KFZ-Absatzmärkte aufsteigen. Für BMW ist China nach Deutschland, den USA und Großbritannien bereits der wichtigste Automarkt.

Die Deutschen Automobilhersteller Daimler und BMW weisen traditionell hohe Exportquoten auf und werden daher tendenziell von Wachstum und zunehmenden Wohlstand in den aufstrebenden Märkten profitieren. Die Exportquoten dieser Unternehmen liegen zwischen 40 bis 60 Prozent der jährlichen Automobilproduktion.

Vergleich Umsatzrenditen Automobilhersteller
Die Umsatzrenditen in der Automobilbranche bewegen sich bei den massgeblichen Autoherstellern weltweit zwischen 2,5% bis 5%. In guten Jahren und in der Spitze eines Automobil Zyklus werden auch vereinzelt bis zu 7% Umsatzrendite erzielt.

Anmerkungen zum Automobilsektor
Bevor ich detaillierter in die Einzelwerte einsteige, kann ich vorab bei der Betrachtung der letzten 20 Jahre für die analysierten Automobilaktien sagen, dass sich die Umsatzrenditen in der Automobilbranche stabil auf einem Niveau zwischen durchschnittlichen 2% bis maximal 7% halten. Von je 100 Euro Umsatz bleiben im Schnitt 2 bis maximal 7 EUR an Gewinn vor Steuern übrig. Bei der Betrachtung der Umsatzrenditen lässt sich kein Unterschied zwischen den sogenannten Premiumherstellern und den Massenherstellern feststellen.

Die Hersteller der Luxusmarken verdienen nicht mehr als die bekannten KFZ Massenmarkthersteller. Die Renditen auf das Eigenkapital sind bei den Premiumherstellern nicht höher als im Massenmarkt. Ein vermeintlich besseres Image, eine Positionierung als Luxusprodukt sind für sich genommen noch lange kein Garant für höhere Renditen aus der Sicht eines Aktionärs.

Daimler verdient trotz des wohl klar besseren Markenimages nicht mehr Gewinn je umgesetzten Euro als der vom Imagestandpunkt gesehen schwächere Hersteller Renault - diese beiden Hersteller sind nur als Beispiel gewählt und drücken keine meiner persönlichen Vorlieben aus.

Aktien-Anlage und Emotionen
Als Geldanleger sollten wir völlig emotionslos an dieses Thema herangehen. Welches Unternehmen im Automobilsektor verspricht für mich als Aktionär den höchsten Gewinn und die höchste Rendite ? Mit anderen Worten: bei welcher Auto-Aktie habe ich den grösstmöglichen Schutz vor Kursverlusten durch eine fundamental günstige Bewertung ? Was ist die günstigste Auto-Aktie ?

Ein Vergleich zwischen einem Hersteller wie Renault und BMW ist somit aus meiner Sicht ein legitimer Vergleich. Beides sind Hersteller moderner "Fortbewegungsmittel". Der einzige Unterschied liegt in den verschiedenen Zielgruppen.

Als Geldanleger und Aktionär ist der Unterschied noch kleiner. Ich kann keinen Unterschied erkennen zwischen den Gewinnen eines Premiumherstellers und den Gewinnen eines PKW Massenherstellers. Ein Euro Gewinn ist ein Euro Gewinn. Jeder Euro Umsatz ist hart verdient. Und wie der genaue Vergleich später noch zeigen wird, haben die Premiumhersteller durch Ihren Markenvorteil keinen finanziellen Gewinn ziehen können.

Der Anleger soll sich nicht von Marken und Image blenden lassen. Die grössten und tollsten Marken garantieren für sich genommen noch keine Kursgewinne oder höhere Renditen im Vergleich zu den Massenmarktherstellern.


Wichtige Fragen für die Aktienauswahl
Die entscheidenden Fragen für die Fundamental Aktien-Analyse lauten : welche Automobilaktie ist im Vergleich zu den erzielten Gewinnen und den dahinterliegenden Vermögensgegenständen (Assets) günstig bewertet ? Bei welcher Aktie erhalte ich den höchsten Gegenwert pro investierten Euro ?

Diesen Fragen gehe ich mit den in Kürze folgenden detaillierten Aktien-Analysen nach. Bitte den jeweiligen Link klicken.

Aktien-Analyse Renault S.A (ISIN FR0000131906). Renault ist eine der grössten Automobilhersteller Europas. Renault bietet Automobile und deren Finanzierung an. Die hergestellten Personen und Nutzfahrzeuge werden unter den Marken Renault, Samsung (Korea) und Dacia vertrieben. Insbesonders mit der Marke Dacia kann Renault sehr gute Erfolge im niedrigen Preissegment verbuchen.

Fundamental-Analyse Daimler AG
(ISIN DE0007100000). Daimler zählt weltweit zu den grössten Automobilherstellern. Das Angebot umfasst Personenkraftfahrzeuge die unter den Marken Mercedes-Benz, Smart, Maybach und Mercedes-AMG vertrieben werden. Im direkten Vergleich zu den anderen Herstellern in dieser Aktienanalyse hat Daimler AG eine auch im weltweiten Vergleich bedeutende Nutzfahrzeugsparte mit Bussen, Kleintransportern & Trucks die unter den Marken Mercedes-Benz, Freightliner, Mitsubishi, Western Star, Detroit Diesel, Setra, Orion und Thomas Built Buses verkauft werden. Zusätzlich werden Finanzdienstleistungen angeboten.

Value Aktien-Analyse Aktie BMW AG (ISIN DE0005190003). BMW definiert sich selber als bedeutender Hersteller von PKW im gehobenen Preissegment. Die Produktpalette umfasst daneben noch Motorräder und ebenso wie bei den anderen Herstellern auch die Finanzierung der Fahrzeuge.

Kommentare

Mario hat gesagt…
Also Automobil ist ähnlich wie Luftfahrt nicht wirklich das was sich lohnt ;-) aber trotzdem schöne Branchenanalyse
Bob hat gesagt…
Ja. Die Automobilbranche ist wirklich schwierig und konjunkturabhängig. Die Autohersteller müssen jedes Jahr Milliarden investieren um überhaupt den Anschluss nicht zu verlieren. Ob diese Investitionen sich dann jemals rechnen steht oft völlig in den Sternen (bei den grossen klappt es ja irgendwie). Alle Autoaktien eignen sich nicht als wirklich langfristiges Investment. Bei den aktuellen Aktienkursen ist Renault die mit Abstand günstigste und auf Sicht von 2-3 Jahren werde ich mit der Renault hoffentlich eine höhere Rendite erzielen als mit dem Dax oder mit anderen Autoaktien. Und dann werde ich im nächsten zyklischen Hoch sicher erstmal wieder verkaufen. Ich könnte heute auch nicht sagen welcher Autokonzern noch existiert in 20 Jahren. Es reichen nur ein paar schlechte Entscheidungen in der Modellpolitik und auch eine Daimler oder BMW steht kurz vor der Pleite bzw. muss sich massiv frisches Kapital besorgen. Bei den anderen wirklich krisenfesten Aktien die ich schon vorgestellt habe sieht das anders aus. Die kann ich heute kaufen und bedenkenklos halten für die nächsten 30 Jahre und die Rendite wird sicher gut werden.
Julia-Papa hat gesagt…
Moin, Bob,

ich sehe es ähnlich wie Mario. Die Automobilindustrie gehört wie Luftfahrt, Eisenbahn, Telekommunikation und andere zu den Branchen, von denen Warren Buffett sagt, sie seien "ein Segen für die Menschheit, aber ein Fluch für Investoren".

Hohe Investitionen, ein knallharter Preiswettbewerb und kaum wirkliche Markenvorteile (Ausnahme Porsche) machen den Automobilbau für mich als Anleger uninteressant. Das Gleiche gilt noch verstärkt für Zulieferer.

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