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Aktien-Analyse Renault S.A.

Fundamental Aktien-Analyse der Renault S.A. Aktie. Aktienbewertung mit Hilfe von Kennzahlen. Bestimmung des fair Value. Ist die Aktie billig oder teuer gemessen an Ihrer Earning Power (Gewinnkraft) ? Ist die Aktie im Vergleich zu den historischen Aktien Kennzahlen billig? Wie hoch ist der Substanzwert der Aktie ?

Wie bei vielen anderen Aktienanalysen auf diesem Aktienanalyse Blog möchte ich bei dieser Aktien-Analyse mit der Betrachtung der Gewinne und Umsätze beginnen. Wie entwickelten sich die Gewinne und Umsätze von Renault im langfristigen Vergleich der letzten 21 Jahre ?

            Umsatzrenditen 1987 bis 2008

            1987 - 1991    3,12 %
            1992 - 1996    1,40 %
            1997 - 2001    2,64 %
            2002 - 2006    6,86 %
            2007 - 2008    4,05 %
            2009 - Verlust erwartet

Für einen Automobilhersteller sieht das ordentlich aus. In einer Periode werden fast 7 % Umsatzrendite erreicht und der Tiefpunkt liegt mit 1,40 % immer noch höher als der Tiefpunkt der Daimler mit 1,12 %. Bitte schauen Sie sich später noch die abschliessende Aktien-Analyse an in der ich diverse Kennzahlen wie Gewinn, Umsatz Kennzahlen, Substanzwerte und viele weitere Kennzahlen der Aktien-Analyse miteinander vergleichen werde. Auch ein kleiner Trend bei der Kennzahl Umsatzrendite ist in dieser Aktien-Analyse erkennbar. Der Zeitraum von 1987 bis 1996 hat eine deutlich kleinere durchschnittliche Umsatzrendite als der Zeitraum von 1997 bis 2008.

Nach der Betrachtung der relativen Rendite Kennziffern ist immer ein Blick auf die absoluten Zahlen hilfreich. Damit wir verstehen von welcher Grösse bei dieser Aktien- Analyse überhaupt die Rede ist. Eine Umsatzrendite von 10 % auf einen Umsatz von 100 Millionen ist etwas anderes als die gleiche Umsatzrendite bei 100 Milliarden Umsatz. Ein hoher Umsatz an sich ist noch nichts bemerkenswertes.

Bemerkenswert und interessant für uns Investoren wird es, wenn hohe Umsätze und hohe Umsatzrenditen erzielt werden. Das ist die beste Grundlage für gute Aktien Kennzahlen und Kursgewinne. Es gibt regelmässig Perioden an der Börse in der dieser einfache Grundsatz der Aktien-Analyse von vielen Aktionären übersehen wird.

            Addierter Umsatz Renault in Periode

            1987 - 1991    110 Mrd EUR
            1997 - 2001    183 Mrd EUR
            2002 - 2006    195 Mrd EUR

Im direkten Vergleich zu Daimler verlief die Entwicklung des Umsatzes weniger dynamisch. Wie ich vorher erwähnte, ist die Betrachtung des reinen Umsatzes ohne gleichzeitige Betrachtung der Gewinne aus Investorensicht brotlose Kunst.

Zukünftiges Wachstum, Innovationen, Abschreibungen, Gehälter und Lohnsteigerungen können nur aus Gewinnen gezahlt werden. Der Gewinn ist das Herzblut eines Unternehmens.

Hohe Gewinne sichern die Wettbewerbsfähigkeit und die Arbeitsplätze. Niedrige Gewinne und niedrige Margen bedrohen Arbeitsplätze
und mindern die langfristige Überlebensfähigkeit. Der Umsatz allein betrachtet ist eine irreführende Kennzahl der Aktien-Analyse.

Die Umsatzrendite, die den Gewinn in ein Verhältnis zum Umsatz setzt, ist eine der wichtigsten Kennziffern der Aktien-Analyse. Schauen wir uns im nächsten Schritt die historische Gewinnentwicklung von Renault S.A. an.

            Addierter Gewinn Renault in Periode

            1987 - 1991    1,97 Mrd EUR
            1992 - 1996    1,10 Mrd EUR      
            1997 - 2001    4,84 Mrd EUR  
            2002 - 2006    13,52 Mrd EUR
            2007 - 2007    2,66 Mrd EUR
            2008 - 2008    0,57 Mrd EUR
            2009 - 2009     Verlust erwartet

            Addierter Umsatz 1987 - 2008

            Daimler    1780 Mrd EUR
            Renault     566 Mrd EUR
  
            Addierter Gewinn 1987 - 2008

            Daimler 40,30 Mrd EUR
            Renault 24,66 Mrd EUR

An dieser Stelle wird sicher schon deutlich was ich einen Absatz vorher meinte. Welcher dieser beiden Konzerne war der effizientere im Umgang mit Kapital ? Es ist zu sehen, daß der Umsatz als Aktien Kennzahl allein nicht aussagefähig ist. Am Ende zählen ausschliesslich die Gewinne.

Auch die Schätzung für den Zeitraum 2007 bis 2010/2011 zeigt,
daß sich die Vergangenheit weiter fortsetzt. Renault ist das effizientere Unternehmen. Renault holte aus jedem erzielten Euro Umsatz mehr Gewinn für die Aktionäre und Arbeitnehmer im Vergleich zu Daimler. In jedem verkauften Renault Produkt steckte ein vielfaches an Gewinn im Vergleich zu der Daimler.

Entwicklung des Eigenkapitals je Aktie
Sowohl die Kennzahl des Eigenkapitals je Aktie als auch das Verhältnis Eigenkapital zu Bilanzsumme ist eine wichtige Kennzahl. Faustformel : je mehr Eigenkapital desto solider das Unternehmen. Von Branche zu Branche sind deutliche Abweichungen in der Kennziffer Eigenkapitalquote möglich.

Das Eigenkapitalverhältnis
im betrachteten Zeitraum lag bei knapp 12 % zu Beginn des 20 Jahresrückblick. Im Schnitt lag es bei akzeptablen 22 %. Für die letzten 10 bis 15 Jahre zeigt die Aktien-Analyse einen Trend zu einer höheren Eigenkapitalquote.

Dividenden je Aktie
Im Zeitraum 1987 bis 2008 wurde in 3 Jahren keine Dividende je Aktie gezahlt. Im Vergleich mit Daimler gab es bei der Dividendenhöhe
weniger Schwankungen. Über den 20 Jahreszeitraum betrachtet war Renault wesentlich besser in der Lage die Dividenden der Aktionäre beständig zu steigern.

Kennzahlen Buchwert, Eigenkapital, Umsatz zu Marktkapitalisierung
Bestimmung eines fairen Wertes mit gängigen Aktien-Analyse Kennzahlen. Renault konnte in einem fast 20 jährigen Zeitverlauf immer
relativ nahe am Buchwert gekauft werden. Im Vergleich zu Daimler war die Renault Aktie in dieser Hinsicht immer die günstigere Aktie. Daran hat sich auch in den Jahren 2007,2008, 2009 und geschätzt für 2010 nichts geändert.

Fokussiert auf diese Kennzahl könnte man aus der Aktien-Analyse heraus sagen, dass die Aktie permanent fair und sogar unterbewertet war. Bei Daimler gab es eine permanente Überbewertung im Vergleich zur tatsächlich erzielten Ertragskraft. Die hohen Aktienbewertungen
waren wie die Aktien-Analyse zeigt im Nachhinein nicht gerechtfertigt.

Die Aktie wurde in den Jahren 1996 und 1997 mit durchschnittlich nur 31,9 % vom Umsatz bewertet. Im gleichen Zeitraum zahlte man für eine Daimler Aktie durchschnittlich zwischen 70 bis 80 % des Umsatzes. Die Bewertung bezogen auf das Eigenkapitverhältnis zeigte, dass 1996 und 1997 ebenfalls Renault deutlich günstiger war.

Der Renault Aktienkurs lag 1996 durchschnittlich bei 20 EUR. 2007 lag der durchschnittliche Aktienkurs von Renault bei rund 105 EUR.

Der Daimler Aktienkurs lag 1996 im Schnitt bei 45 EUR. 2007 lag der durchschnittliche Daimler Aktienkurs bei ca. 65 EUR.

Anhand weniger Kennzahlen der Aktien-Analyse war es 1996/1997 möglich zu erkennen, daß Daimler ambitioniert bewertet war und Renault im Gegenzug relativ billig war.



Fundamentale Earnings Power je Aktie
Den langfristigen, fundamental gut abgesicherten Gewinn sehe ich bei 5,00 EUR je Aktie. Bei einem aktuellen Aktienkurs in Höhe von 35,00 EUR ergibt sich ein KGV von 7. Bei Daimler liegt das KGV nach meiner Sichtweise bei 12. Rechnen Sie für sich selber nach, ob ich mich bei Renault um 50% verschätze oder ob ich mich bei Daimler um 50% verschätzt habe.

Ich sehe in dieser Aktien-Analyse die Wiederholung der letzten 20 Jahre. Renault ist im direkten Vergleich mit Daimler sehr billig zu haben. Aus meiner Sicht gibt es keine nachhaltigen Gründe für eine aktuelle
Überbewertung der Daimler
von rund 50% über Renault. Wie der Vergleich zu BMW aussieht zeige ich in der nächsten Aktien-Analyse.

Fundamental betrachtet sehe ich bei der Renault mehr Steigerungspotenzial als bei Daimmler. Renault ist nach der Aktien-Analyse auch mit sich selber und den letzten 20 Jahren verglichen zur Zeit sehr günstig zu kaufen. Für die nächsten 3 bis 5 Jahre traue ich der Renault Aktie eine Entwicklung zu die deutlich über der Indexentwicklung liegt.

Falls jemand diese Aktie bereits hält dann sollte er bei diesen Preisen nicht mehr aussteigen. Die Ende Januar 2010 veröffentlichten Zahlen von Renault sehen zudem sehr vielversprechend aus.

Mein Fazit der Aktienanalyse lautet für Renault : Kaufen.

Viel Spaß weiterhin mit dem Blog und der Aktien-Analyse.

Kommentare

FinLog hat gesagt…
Sehr schön analysiert! Die Zusammenhänge sind sehr gut dargestellt. Hab die Unternehmen einmal selbst kurz analysiert und muss sagen, dass es natürlich ganz klar fundamental besser aufgestellte Unternehmen gibt. Obwohl ich aus Gründen der Unternehmens Umwelt keines der Unternehmen kaufen würde steht BMW im Vergleich ganz klar um einiges schlechter da als Renault, womit die Wahl bei einem Kauf auf Renault fallen würde.

So hab hier noch ein schönes Unternehmen, auf das ich letztens einmal gestoßen bin: Terra Nitrogen Co LP WKN: 906383
Wenn du Lust hast, kannst du es dir ja einmal ansehen. Nach meiner Analyse schließt das Unternehmen in einem sehr guten Bereich ab ;-).

Werde wohl in nächster Zeit einige solcher "Top" Unternehmen auf meinem Blog analysieren.

Wünsch dir noch viel Spaß beim Analysieren und mach weiter so.
Robert hat gesagt…
Update Mai 2010 / Juni 2010

Renault S.A. Aktie ist immer noch sehr billig. Konkret ist zur Zeit die Beteiligung an Volvo und Nissan MEHR WERT als der Börsenwert.

Das gesamte Geschäft der Renault gibt es damit geschenkt. Ist das realistisch ? Soll jeder selber entscheiden.

Meiner Meinung nach ist die Renault Aktie weiterhin ein sehr guter Kauf, basierend auf der aktuellen Bewertung, für die nächsten 3 bis 5 Jahre.
Muffin hat gesagt…
Hey Bob,

ich glaube für mich am schwierigsten ist es, die RICHTIGEN Zahlen aus den jeweiligen Geschäftsberichten zu ziehen.

Ich ziehe mir als Übung gerade die Gewinn-Zahlen von Renault aus den Geschäftsberichten und dabei komme ich ein wenig ins grübeln.

exemplarisch hier die Gewinn-Zahlen für 2008
NET income 599
Net income - minority interests 28
Net income - Renault share 571

Deiner Übersicht oben entnehme ich, das du dich bei den Gewinnen immer auf "Net income - Renault share" beziehst. Warum vernachlässigst du die "minority interests"? Mein Übersetzungsprogramm übersetzt es mit "Minderheitsanteile". Darf man darunter sowas wie Aktien-Beteiligungen an anderen Firmen verstehen?

Auf deine Antwort bin ich sehr gespannt.

lg Muffin
Muffin hat gesagt…
Noch ein kleiner Nachtrag von mir:

Als Idee für einen neuen Beitrag fänd ich mal das Thema "Geschäftsbericht" ganz schön. Was es da zu beachten gibt, wo mögliche Fallstricke liegen und wie man vlt die eine oder andere Kreativität in der Buchführung entlarvt.

Gerade merke ich wieder wie unbedarft ich mich in diesem Bereich bewege. Im Geschäftsbericht von 2009 auf Seite 41 steht das "NET Income" in Klammern mit dem Wert (3,068). Irgendwie haben die bei der Zahl das Minus vergessen oder es ist üblich, negative Gewinne in Klammern zu schreiben?!
Robert hat gesagt…
Hallo Muffin,

für die Bewertung und Rechnungslegung der Minderheitenanteile gibt es klare Vorschriften bei der sogenannten Konzernrechnungslegung. An die müssen sich die großen Konzerne halten.

Die Anteile von anderen Investoren dürfen dann nicht konsolidiert werden. Wenn z.B. Renault ein Unternehmen kauft und 30% erwirbt, darf es auch nur 30% konsolidieren. Anders kann es sein bei Mehrheitsbeteiligungen.

Für uns als Hobby Aktien-Analyst kann man Sie rauslassen (grössere Margin of Safety) oder mit reinnehmen. Wenn die Zahlen sehr groß werden sollte man sich schon genau überlegen was man macht. Bei Renault wird Nissan auch nur teilweise konsolidiert in der Bilanz. Im Zweifelsfall den konsolidierten Jahresabschluß anschauen, den müsste es meistens geben.

Bei den Minority Interests ist es so, daß Sie uns nicht gehören bzw. den Aktionären nicht zugerechnet werden können und ich Sie deshalb rausgenommen habe. Das gehört "anderen" Investoren.

Das sind schon einige Konzepte und Feinheiten die am Anfang gar nicht nötig sind. Du gehst gleich sehr gründlich an die Sache ran :=).

Ein Minus wird sehr oft in Klammern ausgegeben. Ist am Anfang etwas verwirrend. Das stimmt :=).

Die Idee mit den Fallstricken ist ganz gut. Da gibt es so einige.
Anonym hat gesagt…
Wie ist denn der innere Wert der Renault Aktie zu sehen?

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