Valueanalyse Münchener Rückversicherung AG Aktie
Wie Viele schon wissen, hat Warren Buffet Anfang 2010 Anteile an diesem Unternehmen erworben.
Wir versuchen uns mit dieser Aktienanalyse selbst ein Bild über das Unternehmen zu machen und dann zu entscheiden, ob aus heutiger Sicht (Januar 2012) eine Investition sinnvoll wäre.
In meiner Valueanalyse nehme ich die Zahlen aus den Jahren 1994 bis 2010.
Wir beginnen mit dem Umsatz (in Euro umgerechnet und in Mrd.) der Münchener Rückversicherungs AG
Umsatzentwicklung 1994 - 2010 Münchener Rück AG1994 - 14,64 Milliarden Euro
2000 - 31,10 Milliarden EUro
2005 - 38,20 Milliarden Euro
2010 - 45,50 Milliarden Euro
Wie wir sehen, ist der Umsatz stetig gestiegen. Zwar nicht in dem Umfang, wie in den 90er Jahren, aber viel wichtiger ist in meinen Augen, dass eine kontinuerliche Steigerung da ist.
Zu dem Ertrag komme ich später. Zuerst möchte ich gerne untersuchen, welchen Zinsertrag das Unternehmen aus den Kapitalanlagen erwirtschaftet. Hintergrund: ein größerer Anteil am Gesamtertrag kommt aus den Kapitalanlagen (Geld der Versicherten wird ja investiert) und je nach Marktlage an den Aktien und Rentenmärkten ist dieses investierte Geld erheblichen Schwankungen unterworfen. Ich fange mit dem Jahr 2000 an, da es gerade ab diesem Jahr zu erheblichen Marktverwerfungen kam.
Ertrag Kapitalanlagen 2000 - 2010 Münchener Rück
2000 - 7,63 %
2001 - 6,43 %
2002 - 3,16 %
2003 - 4,15 %
2004 - 4,51 %
2005 - 6,11 %
2006 - 5,07 %
2007 - 5,25 %
2008 - 3,38 %
2009 - 4,33 %
2010 - 4,48 %
Aus den Geschäftsberichten geht hervor, dass das Unternehmen überwiegend in Staatsanleihen investiert, vor allem aus Deutschland. Die Renditen der Kapitalanlage sinken und spiegeln das Marktzinsniveau wieder.
Die Leitzinsen der Zentralbanken bringen gerade 1-2 % (Diskontsätze sind in wichtigen Industrieländern fast auf Null gesenkt worden). Die Rendite der Staatsanleihen (ausgenommen Peripherieländer Europa) betragen nurzwischen 2 bis 4 %.
Ob es bald zu höheren Zinsen kommt weiss natürlich keiner. Ich bin aber der Meinung, dass 4 % Rendite, die das Unternehmen im Durchschnitt in den letzten Jahren erwirtschaftet hat, nachhaltig sind. Viel mehr muss uns interessieren, dass die Rendite in den turbulenten Zeiten nicht zu schwankunsanfällig war, was die obengenannten Zahlen auch beweisen. Im Jahr 2011 erfolgte auch die Wertberichtigung in der Höhe von 933 Mio. auf die griechischen Staatsanleihen.
Man kann annehmen, dass das Jahr 2011 nicht mit ausserordentlichen hohen Gewinnen in die Geschichte der Münchener Rück eingeht. Es soll ihnen aber klar sein, dass dies NUR vorübergehend ist. Die Mehrjahreszahlen zeigen ein anderes Bild.
Das Unternehmen hat vor kurzem gemeldet, dass das Jahr 2011 wegen Naturkatastrophen das teuerste Jahr in der Unternehmensgeschichte war. Das mag in 2011 sein, wenn man aber die Statistik der Schadenskostenquote (Rückversicherung, weil genau durch diese Sparte die großen Kostenposten zu bezahlen sind) nimmt, kommen nicht unbedingt die schlimmsten Zahlen hervor. Die Schadenkostenquote ist bei Versicherern eine der wichtigsten Kennzahlen.
Schadenkostenquote Münchener Rückversicherung
1998 - 105,70 %
1999 - 118,90 %
2000 - 115,30 %
2001 - 135,10 %
2002 - 123,70 %
2003 - 96,50 %
2004 - 98,90 %
2005 - 111,70 %
2006 - 92,60 %
2007 - 96,40 %
2008 - 99,40 %
2009 - 95,30 %
2010 - 100,50 %
2011 - 117,90 % (1-3 Quartal).
Die Zahlen aus den Jahren 2000-2002 weisen noch höhere Schadenskostenquoten auf. Da das Unternehmen mehr Umsatz erzielt, also mehr Risiken versichert werden und das Geschäft der MüRü wächst, entstehen zwangsläufig natürlich höhere Aufwendungen für die Schäden. Allein aus diesem Grund ist das Jahr 2011 das teuerste für die Münchener Rück (gemessen an den absoluten Zahlen die für Schäden aufgewendet wurden). Das Verhältnis Einnahmen/Versicherungsprämien zu Kosten/Versicherungsauszahlungen bleibt aber unter den Werten aus den Jahren 2000-2002. Ich bin der Meinung, daß man die obengenannten Aufwendungen nicht überbewerten sollte.
Jetzt komme ich zu einer der wichtigsten Kennzahl eines Unternehmens: Die Umsatzrendite.
In den Jahren bis 1998 war der Jahresabschluss zum 30.06. Ab 1998 erfolgte der Jahresabschluss jeweils zum 31.12.
Umsatzrendite Münchener Rückversicherungs AG
1993 - 1,21 %
1994 - 1,77 %
1995 - 4,00 %
1996 - 4,04 %
1997 - 3,71 %
1998 - 2,40 %
1999 - 4,14 %
2000 - 5,64 %
2001 - 0,69 %
2002 - 0,35 %
2003 - -1,24 % (Verlustjahr)
2004 - 4,81 %
2005 - 7,01 %
2006 - 9,16 %
2007 - 10,30 %
2008 - 4,11 %
2009 - 6,09 %
2010 - 5,32 %
Es ist auf jeden Fall zu erkennen, dass das Unternehmen wirtschaftlicher arbeitet als in den 90er Jahren und nach der Einführung des Euro.
Aus der Sicht eines Miteigentümers möchte Ich am Erfolg eines Unternehmens teilhaben. Die Divedende stellt für viele eine wichtige Einkommensquelle dar.
Ich werde bewusst die Höhe der Dividende und die Divedendenrendite reinstellen, da ich die Kursschwankungen nicht unbedingt in die Bewertung der Dividende reinnehmen möchte. Mich interessiert weniger die Schwankung des Aktienkurses als die Schwankung der Dividende.
Dazu achten Sie bitte auf das KGV. Man kann eine totale Überbewertung der Münchener Rückversicherungs AG Aktie in den Jahren 1998-2001 feststellen.
Dividende Rendite & KGV Münchener Rück von 1998 bis 2011
1998 0,95 € 0,86 % KGV 30,12
1999 0,95 € 0,38 % KGV 39,32
2000 1,25 € 0,33 % KGV 38,31
2001 1,25 € 0,41 % KGV 215,48 das ist kein Tippfehler
2002 1,25 € 1,10 % KGV 145,49 auch kein Tippfehler
2003 1,25 € 1,30 % KGV minus / Verlustjahr
2004 2,00 2,21 % KGV 11,33
2005 3,10 € 2,71 % KGV 9,80
2006 4,50 € 3,45 % KGV 8,84
2007 5,50 € 4,14 % KGV 7,14
2008 5,50 € 4,95 % KGV 14,09
2009 5,75 € 5,29 % KGV 8,12
2010 6,25 € 5,51 % KGV 8,83
Wir sehen, dass die Höhe der Divedende stetig steigt. Das gibt uns Zuversicht, dass das Unternehmen sich um die Eigentümer kümmert und auch kümmern wird. Es zeigt ebenso, daß das Unternehmen nachhaltig wirtschaftet. Auch in Zeiten in denen große Schäden auftraten war man in der Lage die Dividende zu zahlen.
Völlig unabhängig davon was der Aktienkurs gemacht hat, hat der Eigentümer sein Geld und eine Entlohnung in Form einer Dividende erhalten. Dazu möchte ich noch sagen, dass die Gewinnrücklage (nicht zu verwechseln mit der versicherungstechnischen Rückstellung) zum 30.09.2011 11921 Mio. betrug. Diese Gewinnrücklagen, als rechnerischer Wert, belaufen sich auf 67 Euro pro Aktie.
An der Ertragskraft der Aktie (Gewinn je Aktie zum Kurs) kann man, wie auch am KGV erkennen, ob die Aktie überbewertet oder unterbewertet ist. Hier sind die Daten.
Ertragskraft Münchener Rückversicherungs AG
1993 - 3,19 %
1994 - 4,46 %
1995 - 9,00 %
1996 - 6,34 %
1997 - 4,34 %
1998 - 3,32 %
1999 - 2,54 %
2000 - 2,61 %
2001 - 0,46 %
2002 - 0,49 %
2003 - Verlustjahr
2004 - 8,83 %
2005 - 10,20 %
2006 - 11,85 %
2007 - 14,01 %
2008 - 7,10 %
2009 - 12,31 %
2010 - 11,33 %
Würden Sie im Jahr 2001 und 2002 diese Aktie kaufen, um nur 0,46 bzw. 0,49 % Rendite zu erzielen ? Oder würden Sie diese Aktie in den obengenannten Jahren halten, falls Sie sie vorher erworben haben? Die Antwort ist eindeutig NEIN.Ich denke es wird langsam klar, dass die Aktie momentan über eine gute Ertragskraft verfügt und eine hohe, zuverlässige Dividendenrendite aufweisen kann.
Der Umsatz wächst und die durchschnittliche Umsatzrendite wächst ebenfalls mit. Bei der Umsatzrendite kann es mit den Steigerungen natürlich nicht unendlich nach oben gehen. Ich sehe jedoch keinen Grund warum die Münchener Rück auch in den nächsten Jahrzehnten stetig mehr Geschäft machen kann.
Das Eigenkapital der Münchener Rück ist in dem Zeitraum auch stetig gestiegen, bis auf die letzten 4 Jahre, wo der Unterschied zu den Jahren nur minimal ist. Momentan beträgt das Eigenkapital um die 10 %, was für einen Versicherer recht ordentlich ist.
Eigenkapitalrendite Münchener Rück
1998 - 3,79 %
1999 - 6,14 %
2000 - 7,44 %
2001 - 1,29 %
2002 - 1,01 %
2003 - Verlustjahr
2004 - 8,94 %
2005 - 10,98 %
2006 - 13,02 %
2007 - 15,19 %
2008 - 7,37 %
2009 - 11,10 %
2010 - 10,53 %
Auch an diesen Zahlen sehen wir, dass das Unternehmen wirtschaftlich momentan sehr gut aufgestellt ist.
Ich habe bewusst auf den direkten Preis der Aktie in meiner Analyse verzichtet, weil viele Zahlen (KGV, Ertragskraft, Dividendenrendite) bereits im Aktienpreis wiedergespiegelt werden. Aufgrund dieser Analyse wollten wir ja feststellen, ob eine Investition in die Münchener Rück Aktie aufgrund der Ertragslage des Unternehmens sinnvoll wäre und wenn ja zu welchen Bedingungen (Dividende, Ertragskraft der Aktie).
Ich möchte auch keinen inneren Wert ausrechnen, da dieser Wert nicht genau errechnet werden kann. Es muss uns einfach klar werden: ist ein Teil (Aktie) des Unternehmens mit der oben analysierten Ertragslage billig um zu kaufen oder teuer um nicht zu kaufen bzw. sogar so teuer das verkauft werden könnte.
Ebenfalls verzichte ich bewusst auf einen Blick in die Zukunft, da es einfach kein Ereignis gibt und auch geben wird, welches die Ertragslage von heute auf morgen umwerfen könnte. Wenn man regelmäßig aus den Geschäftberichten diese paar Zahlen zu Kenntnis nimmt und die Zahlen historisch vergleicht, kommen Sie selbst zu dem Schluß, ob Sie an dem Erfolg des Unternehmens noch teilhaben möchten oder nicht.
Aus meiner Sicht werfen die Aktien der Münchener Rück auch im Januar 2012 hervorragende Werte , wie eine Dividendenrendite um die 6,5 % und eine Ertragskraft gemessen ab 2005 um die 12 % ab.
PS: Größte Teile der Anleihen aus den Kapitalanlagen sind Anleihen aus den Staaten mit einem AAA-Rating (Anteil über 60 % laut dem Zwischenbericht 1-3 Q. 2011). Zudem möchte ich anmerken, dass die momentane Krise mehr zu einer Medienkrise als einer Wirtschaftskrise tendiert.
Es gibt Japan mit 200 % Schuldenquote im Vergleich zum BIP. Es gibt die USA die in den 50 er Jahren mit einer Verschuldung von 140 % unterwegs war. Zudem möchte ich behaupten, dass die Schulden jemals zurückgezahlt werden mussen, widersprechen. Die Schulden müssen nicht zurückgezahlt werden, da sie mit Inflation und mit Wachstum effektiv zurückgefahren werden können und ohne Schulden kein Wirtschaftswachtum möglich wäre und auch wird.
Dies war ein Gastbeitrag von Sergej. Einem fleissigen Mitleser des Aktienanalyse Blogs. Herzlichen Dank an dieser Stelle von mir für den Beitrag. Wer ebenfalls seine Fundamentalanalysen veröffentlichen möchte schreibt einfach eine Email mit der Analyse an : zuckerdepot@yahoo.de . Ich veröffentliche dann den Artikel und lade alle herzlich zur Diskussion/Kommentaren ein. Wer regelmässig schreiben will erhält auch gerne einen Gastautor Zugang (ich glaub das geht bei Blogger.).
Bis bald in diesem Fundamentalanalyseblog.
Wie Viele schon wissen, hat Warren Buffet Anfang 2010 Anteile an diesem Unternehmen erworben.
Wir versuchen uns mit dieser Aktienanalyse selbst ein Bild über das Unternehmen zu machen und dann zu entscheiden, ob aus heutiger Sicht (Januar 2012) eine Investition sinnvoll wäre.
In meiner Valueanalyse nehme ich die Zahlen aus den Jahren 1994 bis 2010.
Wir beginnen mit dem Umsatz (in Euro umgerechnet und in Mrd.) der Münchener Rückversicherungs AG
Umsatzentwicklung 1994 - 2010 Münchener Rück AG1994 - 14,64 Milliarden Euro
2000 - 31,10 Milliarden EUro
2005 - 38,20 Milliarden Euro
2010 - 45,50 Milliarden Euro
Wie wir sehen, ist der Umsatz stetig gestiegen. Zwar nicht in dem Umfang, wie in den 90er Jahren, aber viel wichtiger ist in meinen Augen, dass eine kontinuerliche Steigerung da ist.
Zu dem Ertrag komme ich später. Zuerst möchte ich gerne untersuchen, welchen Zinsertrag das Unternehmen aus den Kapitalanlagen erwirtschaftet. Hintergrund: ein größerer Anteil am Gesamtertrag kommt aus den Kapitalanlagen (Geld der Versicherten wird ja investiert) und je nach Marktlage an den Aktien und Rentenmärkten ist dieses investierte Geld erheblichen Schwankungen unterworfen. Ich fange mit dem Jahr 2000 an, da es gerade ab diesem Jahr zu erheblichen Marktverwerfungen kam.
Ertrag Kapitalanlagen 2000 - 2010 Münchener Rück
2000 - 7,63 %
2001 - 6,43 %
2002 - 3,16 %
2003 - 4,15 %
2004 - 4,51 %
2005 - 6,11 %
2006 - 5,07 %
2007 - 5,25 %
2008 - 3,38 %
2009 - 4,33 %
2010 - 4,48 %
Aus den Geschäftsberichten geht hervor, dass das Unternehmen überwiegend in Staatsanleihen investiert, vor allem aus Deutschland. Die Renditen der Kapitalanlage sinken und spiegeln das Marktzinsniveau wieder.
Die Leitzinsen der Zentralbanken bringen gerade 1-2 % (Diskontsätze sind in wichtigen Industrieländern fast auf Null gesenkt worden). Die Rendite der Staatsanleihen (ausgenommen Peripherieländer Europa) betragen nurzwischen 2 bis 4 %.
Ob es bald zu höheren Zinsen kommt weiss natürlich keiner. Ich bin aber der Meinung, dass 4 % Rendite, die das Unternehmen im Durchschnitt in den letzten Jahren erwirtschaftet hat, nachhaltig sind. Viel mehr muss uns interessieren, dass die Rendite in den turbulenten Zeiten nicht zu schwankunsanfällig war, was die obengenannten Zahlen auch beweisen. Im Jahr 2011 erfolgte auch die Wertberichtigung in der Höhe von 933 Mio. auf die griechischen Staatsanleihen.
Man kann annehmen, dass das Jahr 2011 nicht mit ausserordentlichen hohen Gewinnen in die Geschichte der Münchener Rück eingeht. Es soll ihnen aber klar sein, dass dies NUR vorübergehend ist. Die Mehrjahreszahlen zeigen ein anderes Bild.
Das Unternehmen hat vor kurzem gemeldet, dass das Jahr 2011 wegen Naturkatastrophen das teuerste Jahr in der Unternehmensgeschichte war. Das mag in 2011 sein, wenn man aber die Statistik der Schadenskostenquote (Rückversicherung, weil genau durch diese Sparte die großen Kostenposten zu bezahlen sind) nimmt, kommen nicht unbedingt die schlimmsten Zahlen hervor. Die Schadenkostenquote ist bei Versicherern eine der wichtigsten Kennzahlen.
Schadenkostenquote Münchener Rückversicherung
1998 - 105,70 %
1999 - 118,90 %
2000 - 115,30 %
2001 - 135,10 %
2002 - 123,70 %
2003 - 96,50 %
2004 - 98,90 %
2005 - 111,70 %
2006 - 92,60 %
2007 - 96,40 %
2008 - 99,40 %
2009 - 95,30 %
2010 - 100,50 %
2011 - 117,90 % (1-3 Quartal).
Die Zahlen aus den Jahren 2000-2002 weisen noch höhere Schadenskostenquoten auf. Da das Unternehmen mehr Umsatz erzielt, also mehr Risiken versichert werden und das Geschäft der MüRü wächst, entstehen zwangsläufig natürlich höhere Aufwendungen für die Schäden. Allein aus diesem Grund ist das Jahr 2011 das teuerste für die Münchener Rück (gemessen an den absoluten Zahlen die für Schäden aufgewendet wurden). Das Verhältnis Einnahmen/Versicherungsprämien zu Kosten/Versicherungsauszahlungen bleibt aber unter den Werten aus den Jahren 2000-2002. Ich bin der Meinung, daß man die obengenannten Aufwendungen nicht überbewerten sollte.
Jetzt komme ich zu einer der wichtigsten Kennzahl eines Unternehmens: Die Umsatzrendite.
In den Jahren bis 1998 war der Jahresabschluss zum 30.06. Ab 1998 erfolgte der Jahresabschluss jeweils zum 31.12.
Umsatzrendite Münchener Rückversicherungs AG
1993 - 1,21 %
1994 - 1,77 %
1995 - 4,00 %
1996 - 4,04 %
1997 - 3,71 %
1998 - 2,40 %
1999 - 4,14 %
2000 - 5,64 %
2001 - 0,69 %
2002 - 0,35 %
2003 - -1,24 % (Verlustjahr)
2004 - 4,81 %
2005 - 7,01 %
2006 - 9,16 %
2007 - 10,30 %
2008 - 4,11 %
2009 - 6,09 %
2010 - 5,32 %
Es ist auf jeden Fall zu erkennen, dass das Unternehmen wirtschaftlicher arbeitet als in den 90er Jahren und nach der Einführung des Euro.
Aus der Sicht eines Miteigentümers möchte Ich am Erfolg eines Unternehmens teilhaben. Die Divedende stellt für viele eine wichtige Einkommensquelle dar.
Ich werde bewusst die Höhe der Dividende und die Divedendenrendite reinstellen, da ich die Kursschwankungen nicht unbedingt in die Bewertung der Dividende reinnehmen möchte. Mich interessiert weniger die Schwankung des Aktienkurses als die Schwankung der Dividende.
Dazu achten Sie bitte auf das KGV. Man kann eine totale Überbewertung der Münchener Rückversicherungs AG Aktie in den Jahren 1998-2001 feststellen.
Dividende Rendite & KGV Münchener Rück von 1998 bis 2011
1998 0,95 € 0,86 % KGV 30,12
1999 0,95 € 0,38 % KGV 39,32
2000 1,25 € 0,33 % KGV 38,31
2001 1,25 € 0,41 % KGV 215,48 das ist kein Tippfehler
2002 1,25 € 1,10 % KGV 145,49 auch kein Tippfehler
2003 1,25 € 1,30 % KGV minus / Verlustjahr
2004 2,00 2,21 % KGV 11,33
2005 3,10 € 2,71 % KGV 9,80
2006 4,50 € 3,45 % KGV 8,84
2007 5,50 € 4,14 % KGV 7,14
2008 5,50 € 4,95 % KGV 14,09
2009 5,75 € 5,29 % KGV 8,12
2010 6,25 € 5,51 % KGV 8,83
Wir sehen, dass die Höhe der Divedende stetig steigt. Das gibt uns Zuversicht, dass das Unternehmen sich um die Eigentümer kümmert und auch kümmern wird. Es zeigt ebenso, daß das Unternehmen nachhaltig wirtschaftet. Auch in Zeiten in denen große Schäden auftraten war man in der Lage die Dividende zu zahlen.
Völlig unabhängig davon was der Aktienkurs gemacht hat, hat der Eigentümer sein Geld und eine Entlohnung in Form einer Dividende erhalten. Dazu möchte ich noch sagen, dass die Gewinnrücklage (nicht zu verwechseln mit der versicherungstechnischen Rückstellung) zum 30.09.2011 11921 Mio. betrug. Diese Gewinnrücklagen, als rechnerischer Wert, belaufen sich auf 67 Euro pro Aktie.
An der Ertragskraft der Aktie (Gewinn je Aktie zum Kurs) kann man, wie auch am KGV erkennen, ob die Aktie überbewertet oder unterbewertet ist. Hier sind die Daten.
Ertragskraft Münchener Rückversicherungs AG
1993 - 3,19 %
1994 - 4,46 %
1995 - 9,00 %
1996 - 6,34 %
1997 - 4,34 %
1998 - 3,32 %
1999 - 2,54 %
2000 - 2,61 %
2001 - 0,46 %
2002 - 0,49 %
2003 - Verlustjahr
2004 - 8,83 %
2005 - 10,20 %
2006 - 11,85 %
2007 - 14,01 %
2008 - 7,10 %
2009 - 12,31 %
2010 - 11,33 %
Würden Sie im Jahr 2001 und 2002 diese Aktie kaufen, um nur 0,46 bzw. 0,49 % Rendite zu erzielen ? Oder würden Sie diese Aktie in den obengenannten Jahren halten, falls Sie sie vorher erworben haben? Die Antwort ist eindeutig NEIN.Ich denke es wird langsam klar, dass die Aktie momentan über eine gute Ertragskraft verfügt und eine hohe, zuverlässige Dividendenrendite aufweisen kann.
Der Umsatz wächst und die durchschnittliche Umsatzrendite wächst ebenfalls mit. Bei der Umsatzrendite kann es mit den Steigerungen natürlich nicht unendlich nach oben gehen. Ich sehe jedoch keinen Grund warum die Münchener Rück auch in den nächsten Jahrzehnten stetig mehr Geschäft machen kann.
Das Eigenkapital der Münchener Rück ist in dem Zeitraum auch stetig gestiegen, bis auf die letzten 4 Jahre, wo der Unterschied zu den Jahren nur minimal ist. Momentan beträgt das Eigenkapital um die 10 %, was für einen Versicherer recht ordentlich ist.
Eigenkapitalrendite Münchener Rück
1998 - 3,79 %
1999 - 6,14 %
2000 - 7,44 %
2001 - 1,29 %
2002 - 1,01 %
2003 - Verlustjahr
2004 - 8,94 %
2005 - 10,98 %
2006 - 13,02 %
2007 - 15,19 %
2008 - 7,37 %
2009 - 11,10 %
2010 - 10,53 %
Auch an diesen Zahlen sehen wir, dass das Unternehmen wirtschaftlich momentan sehr gut aufgestellt ist.
Ich habe bewusst auf den direkten Preis der Aktie in meiner Analyse verzichtet, weil viele Zahlen (KGV, Ertragskraft, Dividendenrendite) bereits im Aktienpreis wiedergespiegelt werden. Aufgrund dieser Analyse wollten wir ja feststellen, ob eine Investition in die Münchener Rück Aktie aufgrund der Ertragslage des Unternehmens sinnvoll wäre und wenn ja zu welchen Bedingungen (Dividende, Ertragskraft der Aktie).
Ich möchte auch keinen inneren Wert ausrechnen, da dieser Wert nicht genau errechnet werden kann. Es muss uns einfach klar werden: ist ein Teil (Aktie) des Unternehmens mit der oben analysierten Ertragslage billig um zu kaufen oder teuer um nicht zu kaufen bzw. sogar so teuer das verkauft werden könnte.
Ebenfalls verzichte ich bewusst auf einen Blick in die Zukunft, da es einfach kein Ereignis gibt und auch geben wird, welches die Ertragslage von heute auf morgen umwerfen könnte. Wenn man regelmäßig aus den Geschäftberichten diese paar Zahlen zu Kenntnis nimmt und die Zahlen historisch vergleicht, kommen Sie selbst zu dem Schluß, ob Sie an dem Erfolg des Unternehmens noch teilhaben möchten oder nicht.
Aus meiner Sicht werfen die Aktien der Münchener Rück auch im Januar 2012 hervorragende Werte , wie eine Dividendenrendite um die 6,5 % und eine Ertragskraft gemessen ab 2005 um die 12 % ab.
PS: Größte Teile der Anleihen aus den Kapitalanlagen sind Anleihen aus den Staaten mit einem AAA-Rating (Anteil über 60 % laut dem Zwischenbericht 1-3 Q. 2011). Zudem möchte ich anmerken, dass die momentane Krise mehr zu einer Medienkrise als einer Wirtschaftskrise tendiert.
Es gibt Japan mit 200 % Schuldenquote im Vergleich zum BIP. Es gibt die USA die in den 50 er Jahren mit einer Verschuldung von 140 % unterwegs war. Zudem möchte ich behaupten, dass die Schulden jemals zurückgezahlt werden mussen, widersprechen. Die Schulden müssen nicht zurückgezahlt werden, da sie mit Inflation und mit Wachstum effektiv zurückgefahren werden können und ohne Schulden kein Wirtschaftswachtum möglich wäre und auch wird.
Dies war ein Gastbeitrag von Sergej. Einem fleissigen Mitleser des Aktienanalyse Blogs. Herzlichen Dank an dieser Stelle von mir für den Beitrag. Wer ebenfalls seine Fundamentalanalysen veröffentlichen möchte schreibt einfach eine Email mit der Analyse an : zuckerdepot@yahoo.de . Ich veröffentliche dann den Artikel und lade alle herzlich zur Diskussion/Kommentaren ein. Wer regelmässig schreiben will erhält auch gerne einen Gastautor Zugang (ich glaub das geht bei Blogger.).
Bis bald in diesem Fundamentalanalyseblog.
