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Valueaktien Analyse 25 Jahre Procter Gamble Aktie, Henkel Aktie

Aktienanalyse Procter Gamble Aktie, Colgate Palmolive Aktie, Henkel Aktie, Beiersdorf Aktie 1987 bis 2009

Es hat doch länger als geplant gedauert mit der Fortsetzung dieser Fundamentalanalyse. Einige private Dinge und auch die Berkshire Hauptversammlung haben mich um gut 2 Wochen zurückgeworfen. Nur die Zahlen, die mir schon lange vorliegen, wollte ich ohne entsprechende Kommentare und einer Deutung der Zahlen nicht bringen. In dieser finalen Aktienanalyse bringe ich diverse Zahlenkolonnen im Detail und stelle diese Zahlen frei zugänglich für alle Interessierten zu Verfügung. Mit diesen historischen Aktienkennzahlen ist es möglich den Verlauf von Wert und Preis über lange Zeiträume zu beobachten. Über einen Hinweis auf die Quelle der Zahlen würde ich mich freuen. Wenn jemand Fehler entdeckt dann hinterlasst hier bitte einen Kommentar oder schickt mir eine Email. Um euch nicht mit unendlich vielen Zahlen zu erschlagen werde ich nicht für jede historische Aktienbewertungskennzahl den vollen Zeitraum von 1987 bis 2009 bringen sondern mich auf textliche Zusammenfassungen beschränken und die eine oder andere Grafik einbinden. Dennoch werde ich in dieser Aktienanalyse einige wichtige Kennzahlen zeigen und erläutern. Diese Aktienanalyse kann eine kleine Antwort auf die Frage sein:  was ist eine Aktienanalyse  ? wie sollte eine Aktienanalyse aussehen ?

Grafik Umsatzentwicklung in absoluten Zahlen, in Prozentzahlen, Netto Umsatzrendite in % und Cashflow in % zum Umsatz von 1987 bis 2009 für die Henkel, Colgate Palmolive, Beiersdorf und Procter Gamble (bitte klicken zum vergrössern). Historische Kennzahlen Aktiengesellschaften:
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Wie in der ersten Aktienanalyse der Konsumgüterunternehmen beschrieben haben die hier analysierten Aktien selten Schwierigkeiten mit der Umsatzentwicklung. Die Umsätze gehen stetig nach oben und rutschen nur sehr, sehr selten ins minus.

Umsatzentwicklung 1987 bis 2009

Auffallend bei der reinen Umsatzbetrachtung ist für mich der Vergleich zwischen den Dekaden 1987 bis 1996 und 1997 bis 2006. Während in der ersten Periode alle Unternehmen noch recht schwunghaft an Umsatz zulegen und Ihre Umsätze in 10 Jahren verdoppeln können sieht es in der zweiten Dekade schon anders aus. Die Umsatzentwicklung lässt bei allen Unternehmen etwas nach und besonders auffällig ist der Abstand zwischen den Deutschen Unternehmen und den US-Amerikanischen. Sowohl Procter & Gamble als auch Colgate Palmolive schaffen es trotz Ihrer bereits sehr respektablen Umsatzgrösse noch gut an Umsatz draufzulegen.

Da Umsatz allein nichts wert ist, was jeder Daimler Aktionär und Eigentümer bestätigen wird und wovon sich jeder in der Daimler Aktienanalyse selber überzeugen kann, werfen wir jetzt einen Blick auf die Netto Umsatzrenditen der hier analysierten Unternehmen. Was bleibt nach Abzug aller Kosten und nach Steuern wirklich noch übrig für uns Aktionäre ?

Netto Umsatzrenditen von 1987 bis 2009

Die Entwicklung der Umsatzrenditen ist für alle Unternehmen positiv. Hier kann sich kein Aktionär beklagen. Die Henkel, Beiersdorf, Colgate und Procter Gamble können eine stetige Verbesserung der Umsatzrenditen aufweisen. Das ist sehr gut. Das freut den Aktionär und Eigentümer, freut den Staat als den Empfänger von Steuern und freut nicht zuletzt auch den Arbeitnehmer der für grundsolide Unternehmen arbeitet bei der man weniger Angst um seinen Arbeisplatz haben muss als bei vielen anderen Unternehmen. Wenn ich jetzt ganz genau hinschaue, als Valueanleger bin ich dazu gezwungen, wird auch hier wieder ein gewisser Qualitätsunterschied sichtbar. Es lässt sich feststellen, dass Colgate und Procter bereits in den 80er und 90er Jahren eine höhere Rendite für Aktkionäre, Staat und Arbeitnehmer erwirtschaften als die beiden Deutschen Unternehmen. Der Abstand ist auch nicht unbedingt kleiner geworden. Die amerikanischen Unternehmen verdienen heute als auch vor 20 Jahren fast doppelt soviel Geld wie die Deutschen Unternehmen.

Cashflow Entwicklung 1987 bis 2009
Cashflow Marge Henkel Aktie, Beiersdorf Aktie, Procter Gamble Aktie, Colgate Palmolive Aktie
Die Cashflow Entwicklung zeigt auch wieder einen Qualitätsunterschied zwischen Deutschland und Amerika. Nüchtern betrachtet ist die Cashflowmarge bei Henkel und Beiersdorf über 25 Jahre lang stabil geblieben und nicht gewachsen. Und bei Procter Gamble und Colgate Palmolive ist die Cashflowmarge im verlauf der 25 Jahre zwischen 50% und rund 75% gestiegen. Die Innenfinanzierungskraft der Amerikaner ist im Vergleich zu den Deutschen deutlich stärker geworden. Oder anders ausgedrückt : Die Amerikaner haben jedes Jahr deutlich mehr Geld übrig welches nicht mehr für das Geschäft benötigt wird als die Deutschen. Wenn das Wachstum irgendwann einmal deutlich schwächer werden sollte ist mit massiven Dividendenausschüttungen von Unternehmen wie Colgate und Procter Gamble zu rechnen. Ob das jetzt 15 oder 25 Jahre dauert sollte uns Eigentümer egal sein. Bei weiterhin starken Wachstum können wir uns sicher sein, dass keine Kredite bzw. nur geringe Kredite nötig sind um ggf. die Kapitalstruktur zu verbessern oder um das Wachstum finanzieren zu müssen.

Sowohl bei weiterhin anhaltendem Wachstum, wovon ich ausgehe, als auch bei ersten Anzeichen einer Stagnation wird die Procter Gamble Aktie und auch die Colgate Palmolive Aktie funktionieren wenn sich die Situation bei den anderen nicht deutlich verbessert. Im Falle einer Stagnation wird die Procter Gamble Aktie sogar noch besser funktionieren da der Cashflow wirklich hoch ist im Vergleich zu den anderen Aktien, in diesem Fall wird es massive Aktienrückkaufprogramme bei Procter Gamble geben oder sehr hohe Dividendenausschüttungen.

Wenn ich von Nullwachstum oder einem deutlich verminderten Umsatzwachstum für die Henkel und Beiersdorf Aktie ausgehe wird diese Rendite im Vergleich schon ganz anders, sprich in diesem Fall schlechter, aussehen. Die Aktienkennzahl Cashflowentwicklung und Cashflowrendite zum Umsatz entscheidet die Procter & Gamble Aktie eindeutig für sich, meiner Meinung nach.

Eigenkapitalrenditen 1987 bis 2009

Die Rendite auf das Eigenkapital ist ein zweischneidiges Schwert und bedarf besonders behutsamer Betrachtung. Eine hohe Eigenkapitalrendite ist nicht zwangsläufig erstrebenswert wenn das Unternehmen mit einem sehr hohen Fremdfinanzierungshebel (Merke: umso höher das Fremdkapital - umso höher ist in der Regel die Rendite auf das Eigenkapital) arbeitet. Ein hoher Fremdkapitalanteil ist wie eine Lupe mit 100facher Vergrösserung : wenns gut läuft ist alles toll und wenns schlecht läuft sind wir ganz schnell mal eben pleite. Pleitegefahr droht bei diesen Unternehmen auf absehbare Zeit natürlich nicht. Einige dieser Unternehmen haben meiner Meinung nach eher "das Problem" das zuviel Eigenkapital eingesetzt wird welches nicht wirklich für den Geschäftsbetrieb benötigt wird. Von einem Renditegesichtspunkt her gesehen ist auch zuviel Eigenkapital nicht optimal. Aber das ist ein Thema für einen späteren Artikel. Da wir hier vier Unternehmen haben die gut vergleichbar sind kann jeder leicht seine Schlussfolgerungen ziehen.

Der Vergleich der Eigenkapitalrendite geht wieder positiv für Colgate Palmolive und Procter Gamble aus. Henkel und Beiersdorf sind auch in dieser Kategorie weit abgeschlagen. Ob diese niedrigeren Eigenkapitalrenditen mit höheren Eigenkapitalquoten erkauft sind zeigt die nächste Grafik. Seit 1987 bis 2009 haben Procter G. und Colgate P. teilweise bis zu doppelt so hohe EK-Quoten. Vom Trend lässt sich jedoch sagen, dass die EK-Rendite von Beiersdorf und Henkel seit 1987 bis heute stetig zulegt. Während die Eigenkapitalrendite von Procter Gamble eher sinkt.

Die Rendite aufs Eigenkapital der Colgate Palmolive ist ein besonders lustiger Tiger. Durch einige Bilanzschiebereien, einmalige Effekte gekoppelt mit einer ohnehin niedrigeren Eigenkapitalquote fällt die Rendite bei der Colgate Palmolive in den letzten 5 Jahren astronomisch hoch aus. Bitte nicht blenden lassen und vorsichtig sein. Dennoch ist es so, dass die EK-Rendite bei der Colgate höher ist als bei den anderen hier untersuchten Unternehmen, auch wenn die Einmaleffekte der Colgate Buchführung nicht berücksichtigt werden.


Eigenkapitalquoten 1987 bis 2009
Manchmal ist eine Grafik doch schöner als eine reine Zahlenwüste. In den nächsten Tagen arbeite ich die Grafik vielleicht noch einmal um. Schön zu sehen ist das alle Unternehmen solide finanziert sind und hohe Renditen auch mit hohen Eigenkapitalquoten möglich sind. Alles wunderbare Zutaten für eine krisenfeste Aktie und für eine unbeschwerte Altersvorsorge. Ein bisschen aus der Reihe schlägt wie bereits gesagt die Colgate, die Jahre 2002 und 2003 waren geprägt von Einmaleffekten in der Bilanz. Am Chart ist schon zu sehen das die Linie und die Eigenkapitalquote sich bereits aufwärts bewegt. Dennoch bleibt das Equityratio der Colgate Palmolive unter den anderen Unternehmen.

Bis jetzt haben wir gesehen das alle Unternehmen ein sauberes Business machen. Jede dieser Firmen ist sicherlich eine tolle Firma um dort zu arbeiten und sein Geld zu verdienen. Alle Unternehmen sind ebenso wunderbare Steuerzahler und bereichern die Gesellschaft mit zum grössten Teil nützlichen Produkten die von Haarshampoo bis zur Zahnbürste reichen. Alle Unternehmen eignen sich theoretisch für ein Investment - besonders für ein krisenresistentes Aktiendepot - welche Aktie jedoch billig ist gemessen an Ihrer Ertragskraft oder billig ist an Ihren noch zu erwartenden Gewinnen wissen wir bislang nicht. Wir wissen auch nicht welche Aktie historisch billig ist und wie die Aktien relativ zueinander bewertet sind. Diese Bewertungen und damit die Investitionswürdigkeit der Aktien werden uns die nachfolgenden Kennzahlen wie das KGV, KBV, die Gewinnrendite der Aktie und das DCF Verfahren liefern. Zusammen mit den bisher gewonnenen Zahlen ergibt sich dann ein komplettes Bild.

Kurs Umsatzverhältnis 1986 bis 2009
KUV Procter Gamble Aktie, Colgate Palmolive Aktie, Beiersdorf Aktie, Henkel Aktie

Die nachfolgende Grafik zeigt die Entwicklung des Kurs Umsatzverhältnisses (Price / Sales Ratio) der Procter Gamble Aktie, Henkel Aktie, Beiersdorf Aktie und der Colgate Palmolive Aktie im Zeitraum 1987 bis 2009.


Generell kann man sehen, dass fast alle Aktien gemessen am KUV deutlich teurer geworden sind. Nur die Henkel Aktie ist im Verlauf von 1987 bis 2009 heute günstiger als noch 1987. Gemessen nur an dieser Kennzahl wäre die Henkel Aktie ein Kauf. Die hohe Rendite der Aktienmärkte, basierend auf der günstigen Bewertung der Aktienmärkte vor 25 Jahren, sorgte für eine Verschlechterung der Bewertungen und damit Senkung der zukünftigen Renditen die zu erwarten sind. Ein Kurs/Umsatzverhältnis von deutlich über 2 funktioniert langfristig nur wenn hohe Wachstumsraten und Gewinnspannen zu erwarten sind. Die Blase von 1999 und 2000 ist natürlich auch in der Price Sales Ratio zu erkennen. Besonders die Procter & Gamble und Colgate Palmolive Aktie sind in der Internetbubble teuer geworden. Funktionierende Geschäftsmodelle und gutes Umsatz und Gewinnwachstum führten bei diesen Aktien jedoch zu keiner Katastrophe wie bei vielen anderen Unternehmen. Fast alle in dieser Aktienanalyse vorgestellten Aktien konnten bereits einige Jahre danach neue Höchststände bei den Aktienkursen verbuchen.

Kurs Buchwert Verhältnis

Das Preis Buchwert Verhältnis wird uns besonders auf der langen Sicht einiges über die Preiswürdigkeit der Aktien verraten. Auch hier beobachten wir wieder das KBV der rund letzten 30 Jahre. Das Kurs Buchwert Verhältnis ist eines der Parameter die relativ zuverlässig die Preiswürdigkeit einer Investition anzeigen können. Vorausgesetzt wir erwarten das die Unternehmen auch in der Zukunft weiterhin noch Gewinne schreiben dann sind Kurs Buchwert Verhältnisse von unter 1 immer als sehr billig anzusehen. Ohne das Ergebnis vorweg nehmen zu wollen sind die Aktien die hier vorgestellt werden selten für ein KBV von unter 1 erhältlich. Es sind schliesslich alles gesunde Unternehmen mit hohen Margen und entsprechend guten Zukunftsperspektiven. Viele bekannte Valueinvestoren nutzen das KBV in Ihren Aktienanalysen. Anzumerken ist, dass sich das Kurs Buchwert Verhältnis in den letzten 30 bis 50 Jahren verändert hat. Die hier vorgestellten Unternehmen sind relativ wenig kapitalintensiv im Vergleich zu der Stahl oder Automobilbranche oder der Eisenbahnunternehmenbranche. Die KBV der Procter Gamble Aktie, Colgate Aktie, Henkel Aktie und Beiersdorf Aktien sind hoch weil das Geschäftsmodell funktioniert und weniger weil die Unternehmen riesige Produktionsanlagen unterhalten (sogenannte Hard Assets). Bei der Colgate Palmolive Aktie ist das Kurs Buchwert Verhältnis über weite Strecken sogar völlig ohne Aussagekraft und reicht von utopisch hohen KBV bis hin zu negativen Kurs-Buchwert-Verhältnissen. Halten wir uns immer strikt an das KBV  würde eine Aktie wie die Colgate Palmolive mit KBV von über 100 nie in das Depot kommen. Klammern wir die Colgate einmal aussen vor lassen sich zumindest die 3 anderen Aktien sehr gut über das Kurs-Buchwert-Verhältnis vergleichen.



Hier lässt sich zumindest für mich die erste Unterbewertung erkennen. Die Procter Gamble zieht mehr Ertrag aus Ihrem Geschäft, ich vergleiche hier die Eigenkapitalrenditen, als die Henkel und Beiersdorf und notiert gemessen am KBV fast billiger als die Henkel Aktie und ist günstiger als die Beiersdorf Aktie. Wenn ich davon ausgehe, dass die Zukunft nach wie vor gut aussieht für die Procter Gamble dann wäre die PG Aktie nach dem KBV für mich ein Kauf. Die Procter Gamble Aktie ist auch bei der Cashflowrendite führend und würde damit ein wesentlich höheres KBV als bei der Henkel Aktie oder der Beiersdorf Aktie rechterftigen. Die Entscheidung muss der Leser und Aktienanalyst letzlich ganz allein treffen.

Gewinnrendite Procter&Gamble Aktie, Colgate, Henkel und Beiersdorf Aktie 1987 bis 2009

Auch die Betrachtung der Gewinnrenditen wird besonders im langfristigen Vergleich einige Erkentnisse bringen. Auch die Stimmungen der Aktionäre wie Euphorie und Trübsal lassen sich ablesen. Nach der guten alten Formel verlangen wir mindestens eine Gewinnrendite die dem doppelten der Anleihenrendite entspricht. Anfang Mai 2010 liegt die Rendite für 10-jährige Bundesanleihen bei 2,57%. Unsere Earningsyield Forderung liegt damit bei mindestens 5%. Mal sehen welche Aktien das Kriterium einer hohen Gewinnrendite von zur Zeit mindestens 5% erfüllen.
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Fast alle Aktien erfüllen die Anforderung zur Zeit. Die Procter Gamble Aktie hat für mich den deutlichsten Trend bei der Gewinnrendite. Die Henkel Aktie war speziell im Crash 2008 sehr günstig zu haben und erreichte eine Gewinnrendite von fast 10%. Die Vergangenheit ist leider nicht investierbar für uns Aktionäre und mit Stand heute erscheint die Procter & Gamble Aktie die höchste Gewinnrendite zu haben. Insgesamt versprechen alle hier betrachteten Aktien eine höhere Rendite als Anleihen für die nächsten 10 Jahre. Das meinte auch Warren Buffett auf der letzten Hauptversammlung. Langfristige Anleihen machen zur Zeit fast keinen Sinn wenn man als Aktionär frei entscheiden kann und das Geld ebenso auch in erstklassige Aktien investieren kann die zur Zeit moderat bis günstig bewertet sind. Sollte der DAX und der S&P500 noch um weitere 20% fallen dann wird es wieder sehr günstig werden im historischen Vergleich der KGV, KBV, KUV, Gewinnrenditen, Dividendenrenditen und mehr.

Am 06. Mai 2010, gerade ein paar Tage her, kam es zu einem einzigartigen Kursrutsch von 34% der Procter Gamble Aktie. Die PG rutschte von über 60 US$ je Aktie auf 39 US$ je Aktie ab. Bis heute kann sich niemand so recht erklären warum dies geschehen ist. Auch einige andere Fonds und Aktien hatten ähnlich hohe Kursverluste. Ein Valuefund rutschte sogar von über 60 US$ auf unter 0,10 Cent ab (kein Schreibfehler!). Meiner Meinung nach waren das keine Fehleingaben/Tippfehler eines Börsenhändlers wie zur Zeit spekuliert sondern ein paar automatische Tradingprogramme die im Handel Amok liefen und für uns Valueanleger damit einmalige Chancen bringen. Als ich diesen Spuk bemerkt habe war es für ein Investment bereits zu spät. In wenigen Minuten hatte sich auch der Dow Jones von minus 1000 Punkten auf wenige hundert Punkte minus erholt. Leider habe ich sehr selten Abstauberlimits im Markt, an diesem Tag wäre ein Abstauberlimit in der Procter & Gamble Aktie Gold wert gewesen. Wir hätten quasi innerhalb eines Tages über 30 % Rendite erwirtschaftet. Das annualisieren dieser Tagesrendite überlasse ich der Phantasie der Leser.


DCF Wert Berechnung für Procter Gamble Aktie

Als Werte für die DCF Berechnung der Procter Gamble Aktie setze ich ein Gewinnwachstum für die nächsten 15 Jahre von jährlich 5% an. Historisch betrug das Gewinnwachstum der Procter Gamble Aktie eher 10% als 5% jährlich. Mit 5% bin ich damit relativ konservativ in der Annahme der Gewinnentwicklung. Nach den 15 Jahren gehe ich davon aus, dass sich das Gewinnwachstum auf 3% jährlich verlangsamt. Diese Annahme ist konservativ und schützt uns vor unser eigenen Euphorie bei der Aktienauswahl. Die Gewinne der Top100 Unternehmen wachsen deutlich schneller als 3% jährlich und ich bin mir recht zuversichtlich, dass auch die Procter & Gamble nach 15 Jahren Ihre Gewinne schneller steigern kann als mit 3% jährlich. Aber um jeder Euphorie vorzubeugen kalkuliere ich mit 3% Wachstum und nicht mit 5,7 oder 10% jährlichem Wachstum der Gewinne pro Aktie. Als Diskontrate setze ich hohe 11%. 11% entsprechen dem brutto Kursgewinn vor Inflation und Steuern breiter Aktienmärkte über sehr lange Zeiträume. 11% sind damit meiner Meinung nach auch sehr konservativ gewählt und eher zu hoch als zu niedrig. Einige Aktienanalysten in den Banken rechnen zur Zeit mit 7% Diskont. Ich vermute das ein Warren Buffett als Diskontrate zur Zeit auch einen Wert von um die 7% oder tiefer ansetzt.

Inputparameter Procter Gamble Aktie 2010 DCF Verfahren
Earnings je Aktie 2009 4,49 US$
Gewinnwachstum nächste 15 Jahre = 5%
ewige Gewinnwachstum = 3%
Diskontrate = 11%

Mit diesen Parametern ergibt sich ein Fair Value von 69,55 US$ je Procter Gamble Aktie. Der Aktienkurs am 12. Mai 2010 beträgt 63,29 US$ je Aktie. Die Sicherheitsmarge von 10% ist damit relativ gering.

Da der Cashflow je Aktie deutlich höher ist als die ausgewiesenen Earnings mache ich jetzt die DCF Berechnung mit dem Cashflow per Aktie in Höhe von 6,10 US$ je Procter Gamble Aktie.

Bei den gleichen Inputparametern wie oben genannt ergibt sich mit einem Cashflow je
Aktie von 6,10 US$ je Procter Gamble Aktie ein Fairvalue von 94 US$ je Aktie. Dies entspricht einem Discount von fast 50% auf den aktuellen Aktienkurs. Eine Sicherheitsmarge (Margin of Safety) je Aktie von 50% ist bei der Qualität der Procter Gamble mehr als ausreichend.

Wenn der alternative Zinssatz von 11% auf 9% reduziert wird ergibt sich für das DCF Verfahren bereits in Fairvalue von 128,50 US$ je Procter Gamble Aktie. Ein Aktienkurs der fast doppelt so hoch ist wie der aktuelle Börsenkurs der Procter Gamble Aktie. Anders ausgedrückt : Die Margin of Safety beträgt 100%.
Die Aktie ist kaufenswert. Disclaimer: ich halte selber Procter & Gamble Aktien und werde in den nächsten 30 Jahren sicherlich noch mehr Procter Gamble Aktien kaufen. Vielleicht interessiert Sie noch eine weitere Aktienanalyse der Procter Gamble Aktie. Zur Geschichte und dem Firmenportrait der Procter & Gamble Corporation.

Fair Value einer Aktie mit dem DCF Verfahren berechnen : Henkel Aktie
Die Inputparameter für die Henkel Aktie lauten wie folgt


Inputparameter 2010 DCF Verfahren
Gewinn je Aktie 2009 in EUR 1,40
Gewinnwachstum nächste 15 Jahre = 5%
ewige Gewinnwachstum = 3%
Diskontrate = 11%

innere Wert Henkel Aktie nach DCF Verfahren 21,69 €
Aktienkurs Henkel Aktie Vorzüge 12.05.2010 39,29 €

innere Wert mit Diskontrate 9% und Gewinn 1,40 € je Aktie =  29,49 €

Innere Wert nach DCF Verfahren mit durchschnittlichem Gewinn
der letzten 5 Jahre (2,00 €) und 11% Diskontrate = 30,98 €


Der innere Wert liegt bei der Henkel Aktie mit allen Annahmen deutlich unter dem aktuellen Aktienkurs.
Ich habe zu Gunsten der Aktie auch mit einem Gewinn von 2,00 je Aktie kalkuliert obwohl der Gewinn in 2009 nur 1,40 € betrug. Wenn ich weiterhin berücksichtige, dass die Henkel Aktie auch in allen anderen Parametern schwächer aufgestellt ist als andere Aktien wie z.B. bei der Eigenkapitalrendite oder der Cashflowrendite oder der Umsatzrendite dann sehe ich keinen Grund diese Aktie zu kaufen. Mein Anlageurteilt lautet daher die Henkel Aktie nicht zu kaufen. Wie immer muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Jede Anlage in Aktien birgt Risiken und die Vergangenheit sagt nichts über die Zukunft aus. Disclaimer: Ich halte Henkel Aktien und plane diese eher nicht zuzukaufen auf absehbare Zeit. Einen Verkauf wird es allerdings auch nicht geben auf absehbare Zeit. Weiterführende Aktienanalyse Henkel. Die Geschichte der Henkel AG und zusätzliche Informationen.

innere Wert Beiersdorf Aktie nach DCF Wertermittlung
Für die Beiersdorf Aktie verwende ich die folgenden Annahmen.


Inputparameter 2010 DCF Verfahren
Gewinn je Aktie 2009 in EUR 1,65
Gewinnwachstum nächste 15 Jahre = 5%
ewige Gewinnwachstum = 3%
Diskontrate = 11%

innere Wert der Aktie nach DCF Verfahren  € 25,56
Aktienkurs Beiersdorf Aktie 12.05.2010 44,45 €

innere Wert mit Diskontrate 9%  € 34,76

innere Wert mit Gewinndurchschnitt je Aktie 2,00 €
und Diskontzins 11% nach DCF Verfahren 30,98 €

mit allen Parametern liegt der Wert nach dem DCF Verfahren unter dem aktuellen Börsenkurs. Die Beiersdorf Aktie ist je nach Sichtweise zwischen 30% bis 50% zu hoch bewertet. Auch diese Aktie ist kein zwingender Kauf weil sie zu teuer ist. Zusätzliche Beiersdorf Aktie Valueanalyse. In welchen Geschäftsfeldern die Beiersdorf AG arbeitet und mehr Informationen über das Unternehmen finden Sie in dem Unternehmen Beiersdorf AG.


innere Wert Colgate Palmolive Aktie nach DCF Wertermittlung
Für die Beiersdorf Aktie verwende ich die folgenden Aktienkennzahlen.


Inputparameter 2010 DCF Verfahren
Gewinn je Aktie 2009 in US$ 4,37
Gewinnwachstum nächste 15 Jahre = 5%
ewige Gewinnwachstum = 3%
Diskontrate = 11%

innere Wert der Aktie nach DCF Verfahren  US$ 67,69
Aktienkurs Colgate Palmolive Aktie 12.05.2010 US$ 63,10

innere Wert mit Diskontrate 9%  US$ = 92,06 US$

Die Colgate Aktie bietet einen ausreichend hohen Abschlag zu der Aktienkursermittlung nach dem DCF Verfahren und wäre damit als Kauf zu werten.

Buchempfehlungen Aktienanalyse *

Die DCF Kalkulation bestätigt die anderen Berechnungen wie KBV, KUV, KGV und Dividendenrendite.
Am attraktivsten sind die auf den ersten Blick teuren Aktien Colgate Palmolive und Procter Gamble. Weniger attraktiv sind die Henkel und die Beiersdorf Aktie. Die Bewertungen der Henkel und Beiersdorf haben die Zukunft bereits zuweit vorweggenommen und werden meiner Meinung nach in den nächsten 5 bis 10 Jahren ausgehend von dem aktuellen Kursniveau eine schlechtere Rendite abwerfen als die Aktien der Procter Gamble und der Colgate Palmolive. Colgate Palmolive Aktienanalyse mit weiteren Infos. Zum Firmenportrait Colgate Palmolive.

Diese Aktienanalysen wurden hinter dem Hintergrund durchgeführt zu untersuchen ob es Aktien gibt die besonders krisenfest sind und sich damit für eine sehr langfristige Aktieninvestition eignen die auch die Nerven schonen wird. Weitere Infos: Grundsätzliche Überlegungen für krisenfeste Aktien. Und hier geht es zu den Informationen über die Konsumgüterbranche.
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Wenn Ihnen diese Aktienanalyse gefallen hat dann gefällt Ihnen vielleicht auch die BMW Aktienanalyse oder ein Artikel über Finanzkennzahlen der Aktienanalyse. Und vergessen Sie nicht sich ggf. Rat von Ihrem Anlageberater zu holen wenn Sie planen in Aktien zu investieren. Jede Aktienanlage birgt ein Risiko und Sie sollten genau prüfen ob Sie dieses Risiko tragen wollen und ob Sie das Risiko überhaupt tragen KÖNNEN. Viel Spass weiterhin mit den Aktienanalysen.

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Kommentare

cillit hat gesagt…
Hallo Bob,
mit großem Interesse verfolge ich deinen blog. Ich bin noch ein Anfänger was die Analyse von Aktien betrifft und umso spannender finde die Analyse anderer Investoren zu lesen. Leider muss ich sagen, dass ich sehr verwundert fast schon enttäuscht war über die geringe Anzahl der Webseiten zur Fundamental-Analyse / Value-Investment. Bei meiner Suche hat sich dein Blog als einer der umfassendsten zu diesem Thema herausgestellt. Gute Darstellung, nachvollziehbare Ergebnisse, mach weiter so!
Eine Frage am Rande, kennst du eine Seite wo man die Bilanzdaten der letzten 10 Jahren findet. Bei deinen Empfehlungen wie Onvista oder ftd.de bin ich nur zum Teil fündig geworden.
ftd.de veröffentlicht die Daten der letzten fünf Jahren, wo bekommst du aber die Daten der letzten zehn Jahre auf einer Seite dargestellt?

mfg
cillit
Robert hat gesagt…
Hallo Cillit,
ich weiss es jetzt nicht aus dem Kopf aber es müsste schon die eine oder andere Seite zu finden sein die mehr als 5 Jahre Bilanzdaten und Gewinn und Verlustzahlen bringt. Ansonsten bleibt Dir über kurz oder lang nichts übrig als die Geschäftsberichte der Unternehmen selber anzuschauen. Ich habe in der Procter Gamble Aktienanalyse und dem Kennzahlenvergleich der letzten 25 Jahre öfter einmal z.B. Onvista und finanzen.net und auch die ftd.de verglichen. Und einige der Zahlen auf diesen Seiten sind einfach falsch, zumindest in den Geschäftsberichten stehen andere Zahlen... Um es zu lernen reichen ja 5 Jahre bis 7 Jahre Damit kannst Du schon gut üben. Und wenn Du im 5 Jahresvergleich etwas interessantes siehst dann lohnt es sich auch die Geschäftsberichte der letzten Jahre gründlich anzuschauen. Die GB erhälst Du dann bei den Unternehmen selber. Ach ja - Du erhälst auch bei sehr vielen Unternehmen im Investor Relationsbereich eine tabellarische Übersicht (oft auch als Tabellenkalkulation wie XLS-Datei) der letzten 10 Jahre. Freut mich das der Blog Dir gefällt, Bob.
Frank hat gesagt…
Hallo Bob,

es ist sehr nett, dass man hier die Value Analyse kostenlos erlernen kann. Ich bin ebenfalls ein blutiger Anfänger, deshalb kann ich immer noch nicht ganz nachvollziehen, wie Sie den fairen Wert pro Aktie nun genau errechnen.

Oder habe ich hier was übersehen?

Vielen Dank!

Freundlichen Gruss,

Frank Wittke
Robert hat gesagt…
Hallo,

freut mich das Du den Blog interessant findest und Dich für die Aktienanalyse interessierst. Mal sehen ob ich Deine Fragen beantworten kann oder Du mir am Ende mit weiteren Feedbacks helfen kannst den Blog noch zu verbessern. Es kann immer sein, dass ich einiges verkürzt darstelle und nicht alle Hintergründe erkläre und die Vor- und Nachteile aufzeige. Bei diesem Blog empfiehlt es sich bei den ersten Beiträgen anzufangen.

Im Verlauf der Beiträge habe ich etwas zur Theorie der Geldanlage geschrieben (was ich auch zukünftig immer wieder machen werde), dann habe ich einige Verfahren und Aktienkennzahlen erklärt wie das Kurs-Umsatzverfahren, Kurs-Buchwertverfahren und den Vergleich mit der Gewinnrendite. Mit all diesen Verfahren lässt sich eine relative Bewertung ermitteln. Diese Verfahren findest Du bei den Autoaktien und auch bei den Konsumaktien. Desweiteren findest Du allgemeine statische Kennzahlen wie die Angaben von Umsatzrenditen, Bruttomargen, Gewinn aufs Eigenkapital usw. Auch der Vergleich der Gewinnrenditen lässt schon einige Schlüsse zu meiner Meinung nach. Wenn ich eine Aktie und ein Unternehmen habe deren Gewinne, Margen und Zukunftsaussichten gut planbar sind und ich dort beispielsweise eine Gewinnrendite von 8% zur Zeit habe - dann kann ich doch sagen, dass diese Anlage definitiv erfolgversprechender ist als eine 10 oder 30-jährige Anleihe oder eine vergleichbare Aktie (gleiche Branche usw.) mit einer Gewinnrendite von nur 4%.

Vieles (das meiste?!) in der Aktienanalyse entsteht durch vergleichen. Und dort meine ich schon, dass ich im Blog bis jetzt einige Verfahren mit Beispielen gezeigt habe nach denen der Investor in der Lage ist zu überprüfen ob Aktie A der Aktie B oder C vorzuziehen ist.

Dann habe ich, aus dem Gedächtnis heraus, bis jetzt mindestens zwei Wege gezeigt nach denen sich ein zukünftiger Wert bestimmen lässt. Zum einen wirst Du in den älteren Beiträgen mehrere Beispiele finden wie ich einen inneren Wert der Aktie mit Hilfe von durchschnittlichen Gewinnen und dem Multiplikatorverfahren ermittle und in den jüngsten Beiträgen findest Du die Ermittlung eines inneren Wertes mit Hilfe des Discounted Cashflow Verfahrens. Die Parameter die ich in der DCF Berechnung verwendet habe um den Aktienwert zu ermitteln habe ich ebenfalls vorgestellt. Ich habe die Berechnungen auch mit 2 alternativen Szenarien durchgeführt. Alles ist hoffentlich nachvollziehbar und nachprüfbar.

Sicher fehlen noch einige Methoden die ich noch nicht vorgestellt habe, aber dier Blog ist ja noch jung. Bitte sag mir doch einmal was Dir fehlt oder was Dir genau vorschwebt oder in welchen Beiträgen ich mich zu unklar, ungenau oder vielleicht sogar falsch ausdrücke. Das hilft mir dann im Lauf der Zeit noch einiges zu verbessern. Vielen Dank für Deinen Beitrag.

Als nächstes werde ich einmal das Discounted Cashflow Verfahren und diverse andere PresentValue Konzepte der Aktienanalyse erklären.
Frank hat gesagt…
Hallo Bob,

hier mein Feedback und bitte fasse es nicht als Kritik aus, ich bin wie gesagt Anfänger und da erscheint mir so manches sehr seltsam.

Bei der Bestimmung des inneren Wertes – Beispiel Hochtief - schreibst Du beispielweise: Ich sehe den Maximalwert in der Aktienbewertung für die nächsten 3-5 Jahre bei ca. 60 EUR je Aktie.

So weit, so gut! Ich frage mich, aber wie Du auf die 60 € je Aktie kommst, sprich es muss doch eine Formel oder einen Rechenweg geben?

Auf weitere Unklarheiten werde ich Dich im Laufe der Woche aufmerksam machen, wenn es recht ist.

Vielen dank für Deine Ausführungen!

Freundliche Grüsse,

Frank

PS: Soll nur eine Anregung sein: Kannst Du die Methoden zur Unternehmensbewertung nicht in einem Blogbeitrag zusammenfassen?
Robert hat gesagt…
Hallo Frank,

insgesamt gibt es ganz am Anfang 5 Beiträge zur Baubranche und davon ist Beitrag 1 über die Baubranche im Allgemeinen.

In dem Beitrag - Aktienanalyse ganz leicht lernen / Das Kurs Gewinn Verhältnis - erkläre ich das ich immer empfehle ein KGV von maximal 15 bis allerhöchstens 20 zu zahlen und ziehe dazu als Beispiel auch die Hochtief heran. Leider ist das auch schon die einzige Stelle an der ich es erkläre. Das ist nicht so optimal gewesen...

Die Hochtief hat in 2009 einen Gewinn pro Aktie von € 2,79 und von € 2,50 in 2008. Bei einem aktuellen Börsenkurs von knapp um die 60 liegt hier bereits ein KGV von rund 30 vor. In 2007 war es noch extremer, siehe auch den Beitrag mit einem Gewinn von 1,70 und einem Aktienkurs von über 70 €.

Das ist schon richtig was Du sagst. Es wird nicht ganz klar bzw. man muss wirklich alle 5 Beiträge zu dieser Aktienanalyse lesen um es erahnen zu können. Ich habe in dieser Aktienanalyse einfach mit dem KGV gearbeitet. Und ein KGV von 30 oder auch 20 mit Allzeithochgewinnen ist zu teuer für eine zyklische Aktie wie die Hochtief/Bilfinger. Auch heute ist die Hochtief in meinen Augen eher noch zu teuer bei einem Börsenkurs von 60 und einem netto Gewinn je Aktie von 2,90 bis 2,50.

Ganz ehrlich wird es sehr schwer werden alles in einen Beitrag zu fassen. Warren Buffett sagt das wichtigste für einen Investor ist es zu lesen, lesen, lesen. Und es gibt mehr als eine Technik um einen Wert zu ermitteln und richtig gut und sicher wird es erst dann wenn man mehrere Techniken miteinander verknüpft. Als Beispiel: Allein die Umsatznettorenditen ist schön anzusehen lässt jedoch noch keinen Rückschluss darauf zu ob das Geld wirklich bei den Aktionären ankommt. Es lässt aber sehr wohl einen schönen Rückschluss darauf zu ob das Unternehmen/Branche generell profitabel ist oder eher weniger profitabel ist.

Ein längerer Artikel wäre möglich kostet jedoch schon einiges an Zeit und daher splitte ich die Aktienanalsyen öfter einmal auf.

Was ich bestimmt machen werde ist später einmal einen längeren Beitrag zu machen der vieles verkürzt aufgreift, mit kurzen Beispielen und der dann in die anderen Beiträge verlinkt. Das kann ich machen wenn ich vorher noch die wichtigsten Techniken mit Beispielen beschrieben habe. Das ist es glaube ich was Du meinst. Ist bestimmt auch sinnvoll, guter Einfall. Danke.

Das war mit dem Hochtief Beispiel wirklich nicht deutlich was ich da sagen wollte bzw. wie ich auf die 60 € je Aktie komme. Bei der Konsum Aktienanalyse müsste mir das besser gelungen sein. Aber auch da habe ich es ja wie Du siehst nicht ganz hinbekommen alles in einen Beitrag zu quetschen.

Grüsse
Bob
Tim hat gesagt…
Sehr interessanter Blog. Gute Analysen. Weiter so!
Robert hat gesagt…
Hallo Tim,

danke für den Besuch. Deinen Blog lese ich auch öfter einnmal, komme nur nicht dazu da auch mal den einen oder anderen Feedback zu hinterlassen.

Hallo Frank,

falls Du noch mitliest. Was ich hoffe. Lass Dich bloss nicht, AUF KEINEN FALL, verwirren oder verängstigen von so Sachen wie "Discounted Cash Flow Verfahren". Du wirst lachen, aber ein Warren Buffett wendet das gar nicht an. Es reicht im Grunde genommen schon Umsatz, Gewinn und davon das Verhältnis. Fang damit an. Und damit kannst Du schon viel vergleichen und viel lernen.

Wenn ein Unternehmen gut planbare Umsätze und Gewinne hat, wie z.B. Procter & Gamble oder Johnson und Johnson, und du fest mit 5% Umsatzwachstum rechnen kannst. Dann kannst Du doch auch schon etwas darüber sagen wie die Gewinne in 5 Jahren aussehen (sofern die Gewinnmargen stabil sind).

Und keine Sorge. Die ersten 5 bis 10 Jahre hatte ich auch keinen blassen Schimmer. Das was Du hier liest ist meine Erfahrung aus + 20 Jahren an der Börse. Die ersten Jahre tappt wohl jeder von uns ins Fettnäpfchen. Lies einfach andere Kommentare von Julia. Das kommt mit der Zeit. Fang einfach mal mit dem KGV und der Dividendenrendite an. Schau Dir verschiedene Unternehmen an und dann jeweils die KGV und Dividendenrendite der letzten 5 Jahre. Damit wirst Du schon viel lernen.

Grüße
Bob
Anonym hat gesagt…
Hallo Bob,
ein riesen Lob für Deine Recherchen und ausdefinierten Analysen. Mit großer Begeisterung lese ich Deine Veröffentlichungen.
Da auch ich mich als Value-Investor bezeichnen würde, habe ich vor kurzem versucht, diverse Banktitel (z. B. Deutsche Bank, BoA, Credit Suisse etc.) nach dem Value Prinzip zu analysieren. Ich muss zugeben, dass ich hierbei -trotz betriebswirtschaftlicher Grundkenntnisse- an meine Grenzen gestoßen bin. Wie analysiere ich Bankaktien (nach dem Value-Prinzip)? Wo fange ich an? Vielleicht könntest Du mir einen Tipp geben bzw. auf diverse I-net Seiten, Bücher etc. verweisen.
Herzlichen Dank
Michi
Anonym hat gesagt…
Hallo Bob,

vielen Dank für die ausführliche Artikel.

Als Börsenneuling ist es wertvoll ein bißchen zu verstehen, wie man in der Branche analysiert.

viele Grüße
ed
Robert hat gesagt…
Hallo Michi,

hmmmm. Wo fange ich da am Besten an ? Vielleicht fange ich mal damit an, daß Bankaktien etwas schwerer zu verstehen sind als Industrieunternehmen. Es gibt andere Bilanzregeln, andere Gepflogenheiten und die Bilanzen sind viel komplexer. Der Anhang der kleinsten Großbank ist zwischen 300 Seiten bis über 500 Seiten lang.

Es gibt auch einige Bewertungskennziffern die bei Banken besonders gut funktionieren und einige die es nur bei Banken gibt. Z.b. das Cost/Income Ratio gibt es nur bei Banken/Versicherungen. Auch das Kurs/Buchwertverhältnis funktioniert bei Banken teilweise sehr gut.

Spezielle Bücher fallen mir jetzt adhoc nicht dazu ein. Da gibt es aber bestimmt was, ich komm nur gerade nicht drauf und kann Dir da im Moment nichts spezielles empfehlen.

Wenn es sich vermeiden lässt dann investiere doch Dein Geld ausserhalb der Bankbranche :=).

Oder nimm eine einfacher zu verstehende Bank. Um noch etwas auszuholen. Bank ist ja nicht gleich Bank. Es gibt Banken die haben ein Dutzend Geschäftsfelder und jedes davon ist hochkomplex und kann ein Minenfeld in der Bilanz sein (Derivate, Auslandskredite, Hypothekengeschäft, Industriekredite, Moneycenter Banks usw.). Das Geschäft einer kleineren Bank, die in keinem der großen Indizes vertreten ist wie z.B. eine Vontobel (es gibt mehrere Schweizer Banken die da interessant sein könnten) ist leichter zu verstehen als das Geschäft und die Risiken einer Bank of America. Nicht einmal die Vorstände einer Citibank, Bank of America und Commerzbank wussten doch genau was Sie da machen (ich persönlich denke, daß Sie uns einfach anlügen. Natürlich wussten Sie über die Risiken Bescheid). Oder nimm Dir etwas ähnliches unter die Lupe. Muss ja keine Bank sein. Wie wäre es zum Start mit reinen Vermögensverwalten ? oder wie wäre es mit einer Bank die sich ausschließlich auf Immobilienkredite spezialisiert ?

Das attraktive ist, daß es nicht viele gibt die sich mit Banken auskennen. Der neue Investmentmanager von Warren Buffett ist ein echter Spezialist in Sachen Banken analysieren. Genauso wie Warren Buffett selber. Es gibt einfach weniger Konkurrenz da es so wenige gute Bankanalysten gibt. Es gibt aber 100.000 Analysten allein in Amerika die Dir eine McDonalds analysieren können.

Genug Gedankenspielchen :=). Ich hoffe Du kannst damit etwas anfangen.
Anonym hat gesagt…
Hallo Bob,
zu Anfang gleich ein Lob für deinen Blog hier. Natürlich habe ich auch eine Frage mitgebracht ;-). Die P&G Aktie hast du anhand des Gewinns aber auch anhand des Cashflows bewertet mit unterscheidlichen Ergenissen. Kannst du mich ein wenig aufklären wo die unterschiede liegen oder wann welche Methode die bessere ist?

Gruß Michael
Robert hat gesagt…
Hallo Michael,

sorry für die späte Antwort. Ich werde langsam vergesslich. Ein grundsätzlicher Unterschied ist z.B. das so Angaben wie net income / Gewinn eine reine bilanzielle Größe bzw. eine Größe für den Jahresabschluß sind. Die Zahl Gewinn/net income kann von skrupellosen Bilanzhaltern/Geschäftsführern im Grunde genommen so gedreht werden wie Sie wollen (alles im Rahmen der Gesetze, alles völlig legal). Einen Wert wie den Cashflow (der free Cashflow ist das wichtigste) kann man nicht so leicht beeinflussen. Langfristig, muß, ist Cashflow und netto Gewinn immer gleich (annähernd zumindest). Deshalb lohnt sich ein Blick in die letzten 5 Jahre bis 10 Jahre um Bilanztricks aufzudecken. Wenn Du zwischen zwei Angaben wählen kannst, dann solltest Du auch immer den Cashflow anschauen. Der ist letztlich wichtiger als der reine Gewinn... Grüße.Robert
Anonym hat gesagt…
Hallo Bob,

sehr interessante Forschung! Ich wollte nur fragen, kann gar nicht verstehen, was bedeutet "Tmill"? Tausend mal Million?
Und noch eine Frage: ich mache gerade eine Projektarbeit über Henkel und habe ganz andere Zahlen für Umsatz aus z. B. Jahresabschluß und kann jetzt nicht klar kommen. Biete um Hilfe alles zu verstehen! :)

Danke schön im Voraus!
LG
Jane
Anonym hat gesagt…
Hallo Bob,

sorry Tausend Mal! Ich bin blind und habe zu viel heute gearbeitet - alles ist mir jetzt klar mit den Zahlen und Tmill!
LG
Jane
Frank hat gesagt…
Für mich gehört Henkel in ein deutsches Aktiendepot unbedingt dazu. Sehr schöne Analyse, mit einigen interessaten Details.

Vielen Dank
Robert hat gesagt…
auch 10 Jahre später entdecke ich noch Fehler bzw. sehe das etwas missverständlich sein kann.

Im Beitrag heisst es : "?" ist nicht unbedingt richtig.

Ich hätte lieber den Vorsteuergewinn nehmen sollen und fertig. Weil die Steuer erst ganz zuletzt kommt. Kann daher verwirrend sein. Für zukünftige Analysen lasse ich diesen Satz weg oder nehmen den Vorsteuergewinn.

Vielleicht schreibe ich auch nur für mich allein und es ist daher nicht so schlimm :)

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