12.03.2010

Beiersdorf AG - krisenfest ?

In dieser kurzen Übersicht versuche ich herauszufinden ob die Aktie und das Unternehmen grundsätzlich für ein krisenfestes Aktiendepot in Frage kommt.

Der Beiersdorf AG Konzern ist ein internationales Unternehmen und ist mit 150 Tochtergesellschaften  weltweit in allen bedeutenden Absatzregionen vertreten.

Unternehmensgründung im Jahr 1882 durch den Apotheker Paul C. Beiersdorf. Bereits in 1893 werden erste Tochterunternehmen in den USA errichtet. 1911 wird der Topseller Nivea als Creme in die Märkte eingeführt. Schon 1914 werden durch die Marke Nivea und weiteren Marken über 42% des Umsatzes im Ausland erzielt. NIVEA ist die älteste und größte Körperflegemarke der Welt. Der chinesische Markt wird bald darauf erschlossen. Heute ist die Beiersdorf AG mit über 150 Töchtern in allen wichtigen Märkten präsent und unterhält eigene Produktions- und Distributionscenter.

Unternehmensstruktur und Eigentumsverhältnisse
Die Beiersdorf ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft. Der Konzern wird vom Hauptsitz in Hamburg geführt. Das Grundkapital der Aktiengesellschaft verteilt sich auf insgesamt 252 Millionen Aktien. Davon werden von der maxingvest ag (Tschibo) 50,46% gehalten, 9,99% hält der Konzern an eigenen Aktien und 39,55% der Aktien befinden sich im Freefloat (Streubesitz). Die Nachfahren des Gründers halten weiterhin Aktienpakete unter der meldepflichtigen 5% Grenze.

Wichtige Marken des Konzerns

Zu den wichtigsten Marken der Beiersdorf AG gehören NIVEA, 8x4, Eucerin, Labello und Hansaplast. In dem Bereich Klebetechnik sollte die Marke Tesa ein Begriff sein.

Unternehmenszahlen
Der Konzernumsatz in 2009 betrug 5.748 Mrd EUR. Der Jahresüberschuss beträgt in 2009 380 Mill EUR (Vorjahr 567 Mill EUR). Die Beiersdorf AG ist seit Dezember 2008 ein Mitglied des Deutschen Aktienindex. Der Umsatz in 1998 betrug 3.347 Mrd EUR und es wurde im Jahr 1998 ein Gewinn von 167 Mill EUR erwirtschaftet.

Von 1989 bis 2009 gibt es kein Jahr mit Verlusten oder deutlich einbrechenden Gewinnen. Die Dividenden konnten von 1989 bis 2009 immer gesteigert werden. Im Geschäftsjahr 2009 gibt es die erste Dividendenkürzung seit fast 20 Jahren als die Dividende je Aktie von 0,90 EUR auf 0,70 EUR gesenkt wird. Die historische Dividende der Beiersdorf AG weist eine positive und stabile Entwicklung auf. Im Vergleich zu den Senkungen und Komplettstreichungen der Dividende bei einer großen Anzahl von Aktien aus anderen Wirtschaftsbereichen ist für mich das Kriterium der Stabilität somit erfüllt.

Auf der Homepage der Beiersdorf im Bereich Investor Relations / Finanzberichte findet der Investor weitere Informationen. Eine von Beiersdorf zu Verfügung gestellte Excel Datei enthält bereits viele Kennzahlen die für eine weiterführende Aktienanalyse hilfreich sind. Die Beiersdorf Datei und weitere Finanzberichte sind hier zu finden : Beiersdorf Kennzahlen

Von den betrachteten Unternehmen in meiner Aktienanalyse zählt Beiersdorf mit rund 5.5 Mrd EUR Umsatz zu den "Kleinsten" in diesem Vergleich. Eine Henkel ist gemessen am Umsatz bereits gut drei Mal so groß und die Umsatzriesen Colgate und Procter sind um ein vielfaches grösser.

Eine Umsatzgrösse von über 5 Mrd ist für mich in diesem Fall mehr als ausreichend. Auch bei der Beiersdorf sind für mich durch die  Unternehmensgrösse, die Geschäftsfelder, die starken Marken und die lange Unternehmensgeschichte alle grundsätzlichen Bedingungen für eine wertstabile Aktie auch in wirtschaftlich rezessiven Phasen gegeben.

Über die Aktien Kennzahlenanalyse werde ich versuchen den wahren Wert der Aktie zu bestimmen. Ob die Aktie auf dem aktuellen Kursniveau noch kaufenswert ist wird sich dann zeigen.

1 Kommentar:

  1. Julia-Papa20/7/10

    Hallo, Bob,

    Beiersdorf ist eines meiner ältesten Investments und gehört meiner Meinung nach in jedes langfristig ausgerichtete und risikoarme Depot.

    Die Aktie wird nie der ganz große Bringer werden, aber es ist ein grundsolides Investment; das hat man auch beim großen Crash gesehen, der der Aktie nur wenig anhaben konnte.

    Tesa ist eine starke Marke, aber noch mehr mag ich die Marke Nivea. Beiersdorf hat ja Nivea konsequent von einer Gesichtscreme hin zu einer kompletten Pflegeserie für Haut, Haare und Körper ausgebaut. Später sind noch Kosmetika und Baby-Pflege hinzugekommen - alles unter der Dachmarke Nivea.

    Für Beiersdorf ergibt sich daraus ein wichtiger Einspareffekt bei der Werbung. Es wird mal für Sonnenmilch, mal für Shampoo geworben - aber immer unter der Dachmarke Nivea. Das bedeutet, daß die Marke „Nivea“ immer präsent ist, auch wenn nicht für ein bestimmtes Produkt geworben wird. Das führt in der Praxis dazu, daß auch Nivea-Produkte im Verkauf zulegen können, die gar nicht beworben wurden.

    Beiersdorf kann somit vergleichsweise billiger werben als Konkurrenten wie Procter & Gamble, Unilever oder L’Oreal, die für jedes Produkt eine eigene Marke haben und diese entsprechend bewerben müssen.

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