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Berkshire Hathaway 2009 Geschäftsbericht

Warren Buffett über 2009
Was Warren Buffett von der Presse hält und seine Empfehlungen um Krisen zu verhindern

Ein absolutes Muss für jeden Investor und Anhänger der Fundamentalanalyse stellt auch in diesem Jahr der Letter to Shareholders von dem Grossvater aller Aktienanalysten Warren Buffett dar. Der Geschäftsbericht für das Jahr 2009 wurde am Samstag 27. Februar wie angekündigt veröffentlicht. Wie immer ist es ein Erlebnis sich diesen Bericht durchzulesen. Buffett lässt die Krise der letzten 2 Jahre Revue passieren und es ist schön zu sehen das die Berkshire auch in Wirtschaftskrisen noch Milliarden Gewinne erzielen kann.
Der Link zum Geschäftsbericht 2009 findet sich auf der Berkshire Hathaway Homepage.

In dem Geschäfsbericht finden sich wieder zahlreiche Hinweise und Tipps für uns Hobby Investoren und es ist wirklich erfrischend und erheiternd zu lesen was der erfolgreichste Investor der Weltgeschichte über die letzten 12 Monate zu berichten hat. Obligatorisch ist der Vergleich der Entwicklung der Berkshire Aktien Buchwerte mit dem S&P 500 inkl. Dividenden. Wie üblich gewinnt die Aktie von Warren Buffett jeden 5 Jahresvergleich und lässt den S&P 500 immer weit hinter sich. Die Verteidigung ist dabei besser als die Offensive. Die Outperformance wird also dadurch erzielt das die Berkshire in Krisenzeiten viel weniger verliert als der Aktienmarkt.

Neue Anleger und auch die bestehenden werden, wie bereits in den letzten Jahrzehnten auch schon, wieder darauf hingewiesen das es aufgrund der Grösse von Berkshire heute ausgeschlossen ist die Renditen aus den Anfangsjahren der Partnerschaft zu erreichen. Buffett schreibt wie in den Jahren 2008 und 2009 netto rund 30 Mrd US$ investiert wurden.  Berkshire Hathaway war in der grössten Krise ein Netto Liquiditätsgeber für die amerikanische Wirtschaft. Nachzulesen in dem Link ist die Aussage von Buffett das General Electric und auch Goldman Sachs unverzüglich Geld brauchten und er dieses unverzüglich auch als Signal für den Markt mitten in der Krise bereitstellte. Auch wenn es viele schon vergessen haben stand die Finanzwelt
Ende 2008 kurz vor dem Zusammenbruch.

Buffett berichtet das seine Derivategeschäfte in 3 von 4 Quartalen massiv Geld verdient haben und er betont wie glücklich er ist diese Optionen geschrieben zu haben. Die vielfältigen Spekulationen und Gerüchte um seine Optionsgeschäfte erweisen sich damit als blanke Panikmache und Falschmeldungen der Journalisten.  Er rechnet im Verlauf der nächsten Jahrzehnte mit positiven Milliarden Erträgen durch diese Prämien. In 2009 lag der Gewinn auf diese Derivate Position über 3 Mrd US$. Ein sehr deutlicher Rüffel auf die Unwissenheit, Inkompetenz und das Falschberichten der Presseleute. Er nennt die Presse wortwörtlich uninformiert.

Ich kann mich in 2008 und 2009 ebenfalls erinnern das die gesamte Deutsche Presselandschaft von Handelsblatt über FAZ bis hin zu der Welt oft sehr eingeschränkt und in meinen Augen schlicht und ergreifend falsch über die Derivatepositionen von Buffett berichtet hat. Wie oft war zusätzlich in 2008 und 2009 auch zu lesen gewesen das Buffett es verlernt hat ? Wie oft wurden in 2008 seine Fähigkeiten von der Presse hinterfragt ? Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern welcher Pressezirkus aus dem Gewinnrückgang der Berkshire in 2008 gemacht wurde. Wohlgemerkt hat Berkshire Hathaway auch in 2008 immer noch Milliarden verdient als andere Unternehmen bereits mit hunderten von Milliarden gerettet wurden.

Buffett macht auch an anderer Stelle deutlich was er von der Presse und Analystenmeinungen hält. Er gibt uns wertorientierten Investoren wie immer auch die entsprechenden Ratschläge was wir von Presseartikeln, Analystenmeinungen und den bekannten Anlegermagazinen am Kiosk zu halten haben. In dem Geschäftsbericht merkt Buffett an das es seiner Meinung nach ein Witz ist wenn in 2008 und 2009 von Rettung (Bailouts) der Aktionäre gesprochen wurde. Diese Aktionäre haben 90% und mehr Ihrer Investitionen in den "geretteten" Institutionen verloren. Allein die Rettungen der 4 grössten Banken und Versicherungen in den USA hätten über 500 Mrd US$ an Wert der Eigentümer (Aktionäre) vernichtet. Er sagt wortwörtlich "The CEOs and directors of the failed companies, however, have largely gone unscathed. Their fortunes may have been diminished by the disasters they oversaw, but they still live in grand style," Er ist der Meinung das diese Vorstände und Verantwortlichen sehr hart bestraft werden müssen.

Was geändert werden müsste und was die Konsequenzen für die Vorstände und Direktoren sein müssten sagt er im folgenden Satz : "It is the behavior of these CEOs and directors that needs to be changed: If their institutions and the country are harmed by their recklessness, they should pay a heavy price one not reimbursable by the companies they've damaged nor by insurance. CEOs and, in many cases, directors have long benefited from oversized financial carrots; some meaningful sticks now need to be part of their employment picture as well,"

Auch in Deutschland müsste sehr viel geändert werden in dieser Richtung. Wie kann ein Manager der meiner Meinung nach ein Unternehmen fast in die Pleite führt mit Millionen nach Hause gehen und von der Öffentlichkeit als Held gefeiert werden ? Ich spreche hier die Situation bei einem Deutschen Autobauer in den letzten Monaten an.

Es müsste viel mehr Warren Buffetts auf der Welt geben. Die Kleinaktionäre kriegen es irgendwie nicht hin Ihre Macht zu ballen. Dabei sind es die Kleinaktionäre die von fast allen börsennotierten Unternehmen der Welt die Mehrheit an den Stimmrechten halten. Ich glaube nicht das die Mehrheit der Aktionäre ausufernde Gehälter im zweistelligen Millionenbereich billigen würde. Dieses Thema ist in schöner Regelmässigkeit ein Thema von Warren Buffett der sich selber seit Jahrzehnten den gleichen Lohn zahlt.

Der netto Gewinn von Berkshire hat sich bereits um 61% gegenüber 2008 verbessert. Die Finanzkrise und das Tal der Tränen ist zumindest bei diesem Unternehmen damit beendet. Buffett rechnet durch die 20 Mrd schwere Übernahme von Burlington mit deutlichen Zusatzerträgen für die Zukunft und er liebt die Möglichkeiten die diese Eisenbahn liefern wird. Er kann mit der Burlington Santa Fe in den nächsten Jahrzehnten sich gut verzinsende Milliarden Beträge regelmässig neu investieren.

Auch die US Immobilienkrise wird von Ihm auf sehr informative und witzige Weise angesprochen. Wie in jedem Jahr sind die Letter to the Shareholders von Warren Buffett ein Höhepunkt. Unbedingt lesenswert und empfehlenswert für alle Freunde der Aktienanalyse. Auf seine ironische Art weist Buffett am Schluss des Letters auf folgendes hin "come by Rail".

Ich werde dieses Jahr auch auf der Hauptversammlung sein und knapp 1 Woche in Omaha und Chicago verbringen. Interessierte und Buffett Fans können sich gerne bei mir melden. Mit einem Rudel voller Substanzwert Anhänger wird es bestimmt lustig werden.

Viel Spass beim Lesen des Shareholder Letters von Buffett und viel Erfolg weiterhin mit den Valueanalysen.

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