28.03.2010

Beiersdorf Aktienanalyse - was ist die Aktie wert ?

Aktienanalyse Valuekriterien | Aktienkennzahlenanalyse | wie ermittle ich den echten Wert der Aktie ?

Entwicklung der Netto Umsatzrenditen 1987 bis 2009

Die Entwicklung der Netto Umsatzrenditen in den letzten 20 Jahren zeigt eine stabile Entwicklung. Auch diese Aktie leistet sich in der Aktienanalyse keine Ausrutscher nach unten und auch keine grossen Ausrutscher nach oben. Beiersdorf verhält sich in den letzten Jahrzehnten genauso wie wir es von einer stabilen Aktie erwarten. Die Aktie bringt damit gute Voraussetzungen für eine krisenfeste Aktie und ein krisensicheres Aktiendepot mit. Die durchschnittlichen Netto Umsatzrenditen lauten wie folgt.

     Umsatzrenditen 1987 bis 2009
     1987 - 1991          2,92%
     1992 - 1996          3,90%
     1997 - 2001          4,64%
     2002 - 2006          7,78%
     2007 - 2008          8,65%
     2009 -                    6,51%

Im direkten Vergleich mit der Henkel Aktienanalyse und der Colgate Fundamentalanalyse ist zu erkennen, dass die Beiersdorf in fast jeder Periode eine höhere Umsatzrendite hatte als die Henkel. Die Colgate würde in diesem Aktienvergleich der Umsatzrenditen den ersten Platz belegen.

Umsatzentwicklung Beiersdorf 1987 bis 2009

                           Mrd EUR Wachstum Colgate Henkel
     1987 - 1991     9,59
     1992 - 1996   13,08             36,4%      50%     29%
     1997 - 2001   18,85             44,1%      18%     57%
     2002 - 2006   23,85             26,5%      16%     -6%
     2007 - 2011   28,72             20,3%      40%     25%
     2007 - 2008   11,47
     2009 5,74


Die Umsatzentwicklung ist insgesamt positiv. Beiersdorf kann in allen Perioden zulegen. Für 2010 und 2011 nehme ich ein Nullwachstum für die Beiersdorf an um zu sehen wo wir theoretisch liegen könnten am Ende des Jahres 2011, Die Umsätze sollten sich in der Prognose bis Ende 2011 bei 28,72 Milliarden Euro bewegen. Der Vergleich zeigt das die Beiersdorf AG das kleinste Unternehmen in dieser vergleichenden Aktienanalyse ist.

Beiersdorf addierte Netto Gewinne je Periode Zeitraum 1987 - 2009
                            Mill EUR Wachstum
       1987 - 1991      280
       1992 - 1996      514        83%
       1997 - 2001      905        75%
       2002 - 2006      1881     107%
       2007 - 2011      2139      13%
       2007 - 2008      999
       2009                 380

Die Gewinnentwicklung für die Beiesdorf war zweifelsfrei intakt. In fast allen Perioden konnte der Gewinn stärker zulegen als die Umsätze.


Dividendenentwicklung historisch +20 Jahre

Im Zeitraum 1987 bis 2009 wurden immer Dividenden gezahlt. Das war aus den Erkentnissen die wir aus den Umsatz- und Gewinnzahlen gewonnen haben nicht anders zu erwarten. Bis auf 2009 konnte in allen Jahren die Dividende gesteigert werden. In 2009 erfolgte eine Dividendenkürzung um 25%. Auch hier zeigt die Aktienanalyse das die Beiersdorf ein Kandidat für eine krisensichere Aktie ist.

Eigenkapital und Buchwerte im langfristigen Vergleich

     Eigenkapitalquoten 1987 bis 2009
    1987    41%
    1992    37%
    1996    43%
    2000    48%
    2006    51%
    2009    57%

Wieviel Eigenkapital wird benötigt ? ist zuviel Eigenkapital schlecht ?

In dieser Aktienanalyse will ich mir noch einige kurze Gedanken zum Eigenkapital generell machen. Das Eigenkapital dieser Aktiengesellschaft ist sehr hoch. In meinen Augen ist das Eigenkapital bereits zu hoch. Es ist für mich kein Grund erkennbar warum das Eigenkapital nicht auch 10% bis 15% niedriger sein kann. Das Wachstum rechtfertigt die hohe Eigenkapitalquote nicht. Auch mit einer Eigenkapitalquote von 30% bis 35% sollte das bisher gezeigte Wachstum finanzierbar bleiben ohne an Bonität einzubüssen. Wesentlich aktionärsfreundlicher wäre die Aufnahme zusätzlicher Schulden - mit dem positiven Effekt das eine bessere Kapitalstruktur erreicht wird. Das Geschäftsfeld ist ebenso wenig zyklisch und nicht sehr risikoreich um ein Eigenkapital von über 40% im Durchschnitt der letzten Jahrzehnte argumentieren zu können. Eine Colgate wächst ebenfalls sehr dynamisch und stemmt dieses Wachstum mit 20% Eigenkapital. Die Bewertung durch die Rating Agenturen bestätigt einer Colgate sehr gute Noten für die Solvenz. Die optimale Kapitalstruktur liegt bei der Beiersdorf meiner Meinung nach einige Prozente unter den aktuellen Eigenkapitalquoten.

Auch ein Warren Buffett sieht es nicht gerne wenn Unternehmen zuviel Eigenkapital haben. Die Aktien der Beiersdorf sind in den Händen einiger Grossaktionäre die den Beiersdorf Vorstand jederzeit entlassen könnten wenn die Geschäftspolitik des Vorstandes nicht den Interessen der Eigentümer/Aktionären entspricht. Ich würde eine Diskussion mit den Eigentümern sehr interessant finden wo der Hintergrund für eine so hohe Eigenkapitalquote zu suchen ist. Hier macht es sich der Vorstand zu einfach, mit so hohen Eigenkapitalquoten lebt es sich natürlich in Komfort aus den Augen eines Vorstandes. Die Beiersdorf braucht dieses Geld meiner Meinung nach nicht und sollte es an die Aktionäre zurückgeben. Es gibt mehrere Möglichkeiten das Eigenkapital zu reduzieren und die Auszahlung und Rückführung des Eigenkapitals steuerschonend für die Eigentümer umzusetzen.


Kennzahlen Ertragskraft, Umsatzbewertung mit dem KUV, KBV historisch

Wie nicht anders zu erwarten war ergibt sich in dieser Aktienanalyse das die Buchwerte über die einzelnen Perioden fast immer gesteigert werden konnten. Der Buchwert selbst wird vom Markt immer sehr üppig bezahlt. Der Markt erwartet demnach noch sehr viel von dieser Aktie in Sachen Umsatzsteigerung und Gewinnen die in der fernen Zukunft liegen. Ende 2009 liegt das KBV (Kurs Buchwert Verhältnis oder Preis Buchwert Verhältnis) bei 380% über den Werten die in der Bilanz stehen. In 2004 lag das KBV durchschnittlich bei einem Faktor von 6.3. Im Jahr 2000 war eine Buchwertbewertung mit einem Faktor von 5.8 zu verzeichnen. 1993 lag die Relation bei einer Bewertung mit dem Faktor 5.03 und 1989 lag der Buchwert Faktor bei 4.2x. Bei den Kursen von Ende 2009 war die Aktie historisch günstig in der Relation Buchwerte. Gemessen an den historischen Buchwerten kann man sagen das die Bandbreite bei dem 4fachen und dem 6fachen der in der Bilanz ausgewiesenen Werte zum Börsenkurs entsprach.

Der Umsatz wurde in 2009 durchschnittlich mit 170% bezahlt. In 2004 lag die durchschnittliche Umsatzbewertung bei 143% oder einem KUV von 1,43x. Im Jahr 2000 konnte ein durchschnittliches Kurs-Umsatzverhältnis von 206% gemessen werden. Im Jahr 1993 lag die Umsatzbewertung bei durschnittlich 132%. Hier ist eine Verteuerung zu erkennen die nicht durch ein höheres Umsatzwachstum gerechtfertigt war. Der Markt bezahlt in den letzten Jahren erheblich mehr als noch vor 15 Jahren für die gleiche oder eine höhere Umsatzerwartung. Ein höheres Wachstum als in den Erwartungen bereits eingepreist war konnte dabei nicht verzeichnet werden. Anders ausgedrückt: Die Aktionäre und der Markt zahlen heute mehr als noch vor 10 oder 15 Jahren für die gleiche Umsatzerwartung.

Die Gewinnerwartung je Aktie die aktuell von 35 Aktienanalysten geschätzt wird liegt für 2010 bei durchschnittlich 1,99 € je Aktie. Für 2011 erwarten ebenfalls 35 Analysten einen Gewinn pro Aktie in Höhe von durchschnittlich 2,24 € und für 2012 wird von 17 Aktienanalysten ein Gewinn je Aktie von durchschnittlich 2,57 € erwartet. Das KGV für 2012 läge damit bei ca. dem 17fachen des Jahresgewinns. Das Unternehmen selber rechnet für die nächsten 1-2 Jahre mit einem sehr bescheidenen Gewinn und Umsatzwachstum. Im historischen Vergleich ist ein 17er KGV am unteren Ende der Bandbreite für diese Aktie. Auf Sicht der letzten 20 Jahre lag das KGV im Tief bei 20 und im Hoch bei durchschnittlich dem 35fachen des Jahresgewinns.

Ich sehe für die nächsten 2 bis 4 Jahre einen Gewinn von ca. 2.20 € je Aktie und auch damit ist die Aktie nicht mehr ganz günstig wenn ich das Multiplikatorverfahren anwende für die Unternehmensbewertung.

Das Unternehmen selber ist mit zukünftigen Umsatz und Gewinnprognosen sehr sparsam geworden und erwartet ein mageres Gewinn und Umsatzwachstum für die nächsten 2 bis 3 Jahre. Die nächsten 2 bis 3 Jahre stehen noch ganz im Zeichen der verursachten Auswirkungen durch die Krise in den letzten 2 Jahre.

Mit all diesen Kennzahlen der Aktienanalyse ist zu erkennen das die Beiersdorf AG nicht wirklich billig ist. In der Gegenüberstellung mit den anderen Aktien wird sich dann noch zeigen welche Aktie gemessen an Ihren Finanzkennzahlen die günstigste ist.

Das Kurspotenzial für die nächsten 5 Jahre betrachte ich als unterdurchschnittlich. Der DAX sollte die Aktie outperformen. Auch wenn die direkte Gegenüberstellung aller Aktienanalysen noch fehlt ist das Fazit dieser Aktienanalyse für mich: nicht kaufen

den direkten Vergleich zu den anderen aktien finden Sie in der folgenden sehr langfristigen Aktienanalyse. Alle wichtigen Kennzahlen werden über einen +20 Jahreszeitraum betrachtet und die relative Bewertung zueinander : http://aktienanalyse-fundamental.blogspot.com/2010/05/valueaktien-analyse-25-jahre-procter.html

Mehr Aktienanalysen und weitere Infos:
Firmenportrait Beiersdorf
Henkel Firmeninfo
Procter & Gamble Firmeninfo
Colgate Palmolive Info
Konsumgüterbranche Info
Grundlagen für ein krisenfestes Aktiendepot

23.03.2010

Valueaktie und Wachstumsaktie ? - Colgate Palmolive Aktienanalyse

Aktien Kennzahlen Analyse | Finanzkennzahlen | Aktien Vergleich Konsumbranche | Aktienanalyse lernen | Lohnt sich der Einstieg in die Aktie ? ist die Aktie anhand Ihrer Fundamentalkennzahlen billig oder teuer ?

Beginnen möchte ich die Aktienanalyse der Colgate Palmolive Co. Aktie mit einem Blick auf die Netto Umsatzrenditen. Diese Zahlen verraten uns wie es um die Profitabilität des Unternehmen bestellt ist. Für ein krisenfestes Depot benötigen wir ein Unternehmen mit konstanten Margen - Grundsätzlich gilt dabei : umso höher die Margen umso besser für die Eigentümer (Aktionäre) und die Mitarbeiter.

Die Margen sollten üppig sein um auch schwerste Rezessionen unbeschadet überstehen zu können. Unternehmen mit langfristig hohen Profitmargen sind fast immer auch Unternehmen die ein gutes Ziel für ein Aktieninvestment sein können. Wenn ich in den Aktienanalysen von "Lang" spreche dann meine ich damit in der Regel Zeiträume von mehreren Jahrzehnten.

Entwicklung der durchschnittlichen Netto Umsatzrenditen in %.
Colgate Palmolive Co. verglichen mit der Henkel AG

 
Colgate Umsatzrenditen     Henkel Umsatzrenditen
1984 - 1986    2,8%              1,9%
1987 - 1991    3,3%              3,4%
1992 - 1996    6,3%              3,1%
1997 - 2001    10,3%            4,0%
2002 - 2006    12,7%            5,6%
2007 - 2008    12,7%            7,8%
2009              14,7%            4,4%

In der Henkel Aktienanalyse habe ich schon anklingen lassen das die Umsatzrenditen der Henkel AG unterdurchschnittlich sind wenn Sie mit den besseren Unternehmen verglichen werden die der Sektor hergibt. Wir als Aktionär haben die Qual der Wahl. Warum sollten wir uns mit weniger als den wirklich sehr guten Aktien und Unternehmen zufrieden geben ? Wir sind von niemandem abhängig und können uns völlig frei entscheiden.

Vergleich Finanzkennzahl Umsatzrendite
In diesem Vergleich der Umsatzrenditen stellt sich dann schon gleich die Frage für mich was für Gründe es überhaupt geben könnte in die Henkel Aktie zu investieren wenn die Colgate Palmolive Co. in dem Zeitraum von 1984 bis 2009 durchgehend höhere Renditen erzielt hat ?

Nur in den Jahren 1987 bis 1991 ist Henkel mit einem Vorsprung von 0,1% vor der Colgate unterwegs. Ab 1992 entfernt sich die Colgate Palmolive als Unternehmen immer weiter. An diesen Zahlen lässt sich wieder viel erkennen. Welches Unternehmen läuft flüssiger ? In welchem Unternehmen ist wohl das bessere Management ? welche Aktie hat in den letzten 30 Jahren vermutlich die höchste Rendite für die Aktionäre gebracht ?

Ich wähle bewusst die Frageform um Sie zum nachdenken zu animieren. Wenn ich mir das Jahr 2007 und 2008 anschaue muss ich mich zudem fragen ob die hohe Rendite bei Henkel in diesen Jahren eher ein einmaliger Ausrutscher nach oben ist ?

Da ich wohl noch einige Tage für die vollständige Aktienanalyse und den kompletten Aktienvergleich brauchen werde gebe ich schon einige Informationen vorab bekannt. Die Procter & Gamble wird ein ähnlich starkes Bild für die letzten 30 Jahre abgeben wie die Colgate. Die Umsatzrenditen der Beiersdorf werden schlechter als die der beiden amerikanischen Vertreter jedoch immer noch besser als die Renditen der Henkel sein.

Die Henkel Aktie müsste in meinen Augen schon wesentlich billiger als die Colgate Aktie von der Aktienbewertung sein bevor ich diese Aktie kaufen würde. Anmerkung von mir der guten Form halber: Die Henkel Aktie befindet sich in meinem Depot als kleinere Position die ich im Zeitraum Ende 2008 und Anfang 2009 gekauft habe. Bei gleicher Bewertung ist die Colgate, ohne wenn und aber, unbedingt vorzuziehen. So deutlich ist der Qualitätsabstand zwischen diesen Unternehmen wenn ich es mit dem Blick eines Investors betrachte.

Wie schon gewohnt kommt im nächsten Schritt die Entwicklung der Umsätze. Die Umsätze fasse ich wieder in Mehrjahresperioden zusammen damit man das wesentliche schneller auf einen Blick erfassen kann.

Historischer Umsatz Colgate Palmolive
Die Umsatzzahlen werden aufaddiert. Das Wachstum in den betrachteten Perioden wird in Prozent dargestellt. Wir betrachten das Umsatzwachstum für die Periode 1984 bis 2009 in Mrd US$

Jahr                 Mrd US$     Umsatzwachstum %
1984 - 1986          14,41    Colgate        Henkel
1987 - 1991          25,89                      79%
1992 - 1996          38,84      50%          29%
1997 - 2001          45,93      18%          57%
2002 - 2006          53,41      16%          -6%
2007 - 2011          75,08      40%           25%

2007 - 2008          29,12

2009 15,32

Wenn ich für die Jahre 2009 bis 2011 ein Nullwachstum annehme müsste der Umsatz der Colgate Palmolive in 2011 bei 75,08 Mrd US$ liegen. Dies würde wieder sehr hohes Wachstum von 40% für die Colgate bedeuten. Daneben bilde ich für einen ersten kleinen Vergleich die Umsatzentwicklung der Henkel ab. Henkel schafft in der Prognose für die nächsten 3 Jahre vermutlich nur ein Umsatzplus von 25%.

Aktienanalyse Tipp : Länge des betrachteten Analyse Zeitraumes
Im nächsten Step schaue ich mir wieder die langfristige Gewinnentwicklung an. Die Zusammenfassung und Addition mehrerer Einzeljahre bietet diverse Vorteile für die langfristigen Aktien Fundamentalanleger. Der Analyse Zeitraum reicht wieder von 1984 bis 2009 und bietet damit die Möglichkeit das Unternehmen über einen aussagefähigen und ausreichend langen Zeitraum zu beobachten. Bekannte Valueanleger wie Warren Buffett verwenden für Ihre Analyse oft Zahlen die 50 Jahre und auch länger zurückreichen können.

10 Jahre sind für die Betrachtung im Zweifelsfall nicht ausreichend. Wenn wir Pech haben erwischen wir in den 10 Jahren keine Rezession und sehen daher in dem betrachteten Zeitraum nicht wie sich das Unternehmen und die Aktie in Krisenjahren schlagen. Wichtige Veränderungen in dem Unternehmen sind auf Sicht von 10 Jahren ebenso nicht erkennbar. Ein Zeitraum von 20 Jahren für die Aktienanalyse ist da schon wesentlich praktischer und aussagefähiger. Mit 20 oder 30 Jahren Analysezeitraum können wir erkennen ob das Unternehmen auch langfristig die Gewinne und Umsätze steigern kann oder ob das Unternehmen nur von einem kurzen Boom profitierte. Aus eine längerfristigen Aktienanalyse ergeben sich insbesonders im Vergleich mit anderen Unternehmen noch viele weitere Informationen. Irgendwann stelle ich einmal eine Aktienanalyse vor die mehrere Unternehmen üer einen 50 Jahres oder vielleicht sogar 100 Jahreszeitraum vergleicht.

Um sich einen ersten Überblick über die Güte einer Aktie zu verschaffen sind 10 Jahres Zahlen für eine Aktienanalyse sicherlich besser als nur 5 oder gar 3 Jahres Zahlen die analysiert werden.

Bei der Colgate Palmolive zeige ich den Netto Gewinn nach Steuern. Die Einzeljahre werden aufaddiert. Ebenso zeige ich das Gewinnwachstum in Prozent für den jeweiligen Zeitraum.

Colgate Palmolive Co historische Gewinnentwicklung 1984 bis 2009

Jahr                 Mrd US$     Gewinnwachstum %
1984 - 1986      0,39
1987 - 1991      0,88             225%
1992 - 1996      2,41             273%
1997 - 2001      4,73             96%
2002 - 2006      6,73             42%
2007 - 2011     10,56            56%

2007 - 2008      3,69
2009 2,29

Für 2010 und 2011 nehme ich ein Nullwachstum an und setze 2.29 Mrd Netto Gewinn an. In der Prognose ergibt sich damit für die Periode von 2007 bis 2011 ein Gesamt Nettogewinn von 10,56 Mrd US$. Das Wachstum ist überdurchschnittlich. Wer behauptet das langweilige Produkte des täglichen Bedarfs nicht sexy sein können hat sich nie die Colgate Palmolive Aktie angeschaut. Auch bei inzwischen sehr hohen Umsätzen ist das Gewinnwachstum immer noch sehr hoch. Für die Zukunft sollte ein Wachstum von 40% bis 50% in 5 Jahresperioden kein grosses Hindernis für die Colgate darstellen. Jährlich bringt dieses Unternehmen mehrere hundert neue Produkte auf den Markt. Colgate ist in allen Wachstumsländern positioniert.

Die Voraussetzungen für eine stressfreie Aktie, mit guten fundamentalen Aktienkennzahlen, mit der wir am weltweiten Wachstum teilhaben können sind in dieser Aktie sicher gegeben. Bei diesen Wachstumsraten und der guten Zukunftsprognose kann ich jetzt schon sagen, dass jeder Kurs unter einem nachhaltigen und realistischen KGV von 10 ein Valueaktien Schnäppchen ist. Unternehmen dieser Qualität sind nie wirklich so billig zu haben. Das spielt für die wirklich langfristige Kursentwicklung für uns Fundamental Anleger auch nur eine untergeordnete Rolle. Wer z.B. heute bei einem KGV von 20 einkauft hat bereits nach 3-4 Jahren mit dieser Aktie ein KGV von 15 und nach 5-7 Jahren ein KGV von 10 erreicht wenn ich das Wachstum für die Zukunft weiter fortschreibe. Es gibt eigentlich nie den richtigen Einstiegszeitpunkt. Bei Unternehmen dieser Art ist fast jeder Tag der richtige Tag um zu kaufen. Wenn es gerade wieder einen Börsencrash gibt dann ist es umso besser für uns. Dann können wir relativ günstig in diese Aktien einsteigen. Es gibt nicht viele Aktien die fast garantierte Gewinne und fast garantiert steigende Umsätze versprechen. Die Colgate ist eine dieser Aktien. In der weiteren Aktienanalyse und im weiteren Aktien Kennzahlenvergleich wird sich dann noch herausstellen ob der aktuelle Aktienkurs gerechtfertigt ist und wie die aktuelle Aktienbewertung im langfristigen Aktienvergleich aussieht.

Historisch gesehen hat der Markt für die Colgate und die zu erwartenden Gewinne immer mehr gezahlt als zur Zeit. Die Colgate Aktie wird im Preis / Earnings Verhältnis zur Zeit rund 20% unter dem langristigen Durchschnitt bewertet. Anders ausgedrückt: Die Investoren waren in der Vergangenheit dazu bereit gewesen deutlich mehr für den gleichen Gewinn zu zahlen.

Die echte Gewinnkraft sehe ich bei 4,50 US$ je Aktie. Die Aktie ist damit mit fast dem 20fachen des Gewinns bewertet. Historisch gesehen ist das einmalig günstig. Im Vergleich der letzten 15 bis 20 Jahre wurde der Gewinn mit durchschnittlich dem 25fachen bewertet. Frage : ist die Erwartung eines niedrigeren Wachstums und damit einer niedrigeren Bewertung gerechtfertigt ?

Vergleich Gewinnwachstum Konsumaktien
Jetzt liegen uns die Zahlen für die Gewinne der Henkel und der Colgate vor. Also machen wir doch gleich einmal einen Kennzahlenvergleich und schauen uns die Kennzahl Gewinnwachstum an.

                       Henkel Colgate
1984 - 1986
1987 - 1991    360%    225%
1992 - 1996    17%      273%
1997 - 2001    102%      96%
2002 - 2006    35%        42%
2007 - 2011    27%        56%

Bei diesen Zahlen lässt sich die folgende Aussage treffen. Beide Unternehmen wachsen. Das Wachstum der Colgate ist wesentlich schneller und auch beständiger.

Dividendenentwicklung langfristig
Bei der Dividende ist die Colgate über jeden Zweifel erhaben. Es wird bereits seit über 100 Jahren in Folge eine Dividende gezahlt. Ebenso wurden die Dividenden fast 50 Jahre lang in Folge stetig gesteigert. Ich bin auch noch einer der Anleger der meint, dass ein Unternehmen nur dann Sinn als Investition macht wenn es den Aktionären auch Geld zurückgibt. Dividenden und die Wiederanlage der Dividenden sind der wichtigste Performancetreiber bei der langfristigen Wertsteigerung in unserem Depot.

Die Performance der Aktienmärkte und der Total Return einer Aktie in den letzten 150 bis 300 Jahren ergibt sich durchschnittlich zu mindestens 40% aus den Dividenden die in jeder 10 Jahresperiode an die Aktionäre geflossen sind. Für eine krisensichere Aktie sind stabile Dividenden, die zudem noch stetig steigen, sehr wichtig. Das ist der Stoff aus dem auch krisenfeste Depots gebaut werden. Aktien die selbst in schweren Rezessionen keine Schwierigkeiten haben Ihre Kosten zu decken und den Aktionären eine stabile Dividende abliefern können werden auch in der Zukunft immer eine Investition wert sein. Die höchste Dividendenrendite lag bei 3.5% und das Tief bei der Dividendrendite lag bei 1,05% in den vergangenen Jahren. Aktuell beträgt die Dividendenrendite ca. 2.5%. Die Dividende liegt damit ganz knapp über dem historischen Durchschnitt.

Buchwertentwicklung
diese Kennzahl liegt bei der Colgate zwischen 1000%, 2000% und bis zu 3000% jährlich. Das Preis Buchwertverhätlnis der Aktie
ist mit einem Durchschnitt von 15 bis 20 sehr, sehr hoch.

Bedeutung des Buchwertes
Die Aktienkennzahl Preis/Buchwert (engl. Price to Book) macht bei der Colgate Aktie fast keinen Sinn. Diese Aktienkennzahl ist bei dieser Aktie mit Vorsicht zu geniessen und ist nur sehr eingeschränkt aussagefähig. In jeder Periode der letzten 50 bis 100 Jahre war der Preis gemessen am Buchwert sehr hoch. Während eine Henkel Aktie durchschnittlich mit 200% bis 300% des Buchwertes bewertet wird ist das Preis/Buchwert Verhältnis bei der Colgate Palmolive Aktie jederzeit astronomisch hoch. Anders ausgedrückt könnte man sagen, dass Colgate mit sehr wenig Aufwand in Form von Fabriken und Patenten und einem in der Bilanz nicht vorhandenen Markenwert Milliarden an Gewinnen erwirtschaftet. Auch wenn der Buchwert der sich aus der Bilanz ablesen lässt in diesem Fall mikroskopisch klein ist, müssen wir davon ausgehen das der echte Buchwert um ein vielfaches höher liegt. Jeder Valueinvestor wird zugeben müssen das ein Unternehmen mit Margen zwischen 50% bis 70%, stabilen und steigenden Milliarden Gewinnen seit Jahrzehnten wohl etwas richtig macht und einen Wert darstellt.

Im Fall einer Colgate Palmolive taucht dieser Wert nicht bei der Aktien Kennzahl Buchwert auf. Auch bei einer Coca Cola oder Procter & Gamble Aktie ist der Buchwert weniger aussagefähig und das Preis/Buchwert Verhältnis ist hoch. Sind diese Unternehmen dadurch schlechter ? Dieses Beispiel dient nur der groben Orientierung. Nicht jede Kennzahl kann bei jedem Unternehmen verwendet werden. Einige Kennzahlen werden erst durch Erfahrung und der Situation im Gesamt Kontext aussagefähig. Einfach im Hinterkopf behalten. Ansonsten laufen wir in eine Falle als Aktionär der die Aktienanalyse lernen will. Wir sollten nicht jeder Fundamentalkennzahl in der Aktienanalyse blind vertrauen. Die Colgate ist ein Spitzen Unternehmen und sicherlich ein Investment wert. Die nach krasser Überbewertung schreiende Kennzahl Preis/Buchwert überhören wir in diesem Fall einfach.

Eigenkapital Entwicklung lanfristig
Das Eigenkapital je Aktie und insgesamt ist bei dieser Aktie sehr klein. Das Eigenkapital liegt zwischen 15% und 29% im Hoch der letzten Jahrzehnte. Das niedrige Eigenkapital sorgt für einen schönen Hebel auf die Eigenkapitalrendite. Die Eigenkapitalrendite bei der Colgage ist sehr hoch und liegt bei durchschnittlich 60% in den letzten 15 Jahren. In einzelnen 5 Jahresperioden liegt die Eigenkapitalrendite durchschnittlich bei deutlich über 100%. Das Eigenkapital ist im klassischen Sinne etwas dürftig. Durch die Stabilität des Geschäfts sind jedoch 15% Eigenkapital bei einer Colgate etwas gänzlich anderes als 15% Eigenkapital bei einem Autohersteller oder Flugzeugbauer. Bei der direkten Gegenüberstellung mit der Henkel Aktienanalyse ist zu sehen, dass die Henkel AG Ihren Fremdkapitalanteil erhöhen könnte oder Eigenkapital steuerfreundlich an die Aktionäre überweisen könnte ohne das die Henkel Aktie dadurch zu einem riskanterem Investment wird. Henkel ist vielleicht etwas zu konservativ finanziert und der Colgate Aktie würden 5% bis 10% mehr Eigenkapital aus der Sicht eines Fundamentalwerte orientierten Anlegers auch nicht schaden.

Umsatzbewertung je Aktie und erster Vergleich der Umsatzbewertung
Auch diese Aktien Kennzahl fällt wieder deutlich höher als bei der Henkel Aktie aus. Colgate wird durchschnittlich mit 180% bis fast 300% des Umsatzes bewertet. Die Henkel wird in den vergangenen 20 bis 30 Jahren dagegen selten mit mehr als 100% des Umsatzes bewertet. Das zukünftig erwartete Wachstum und das Wachstum in der Vergangenheit ist damit deutlich höher bewertet als bei der Henkel. Die wichtige Frage die wir uns stellen müssen ist ob die Erwartung von der Aktie auch erfüllt werden kann für die nächsten 15 Jahre und länger. Wie das Beispiel mit dem fortgeschriebenen Nullwachstum für 2010 und 2011 zeigt wird die Umsatzerwartung in dem Fall der Colgate sehr wahrscheinlich positiv erfüllt werden. 

Verglichen mit den Automobilherstellern zeigt sich wieder der Unterschied in den Fundamental Kennzahlen und der Aktien Fundamental Bewertung je nach Branche. Die Automobilhersteller werden durchschnittlich mit 50% bis 80% des Umsatzes bewertet. Die Konsumhersteller sind bei einer Bewertung des Umsatzes zur Marktkapitalisierung von 80% dagegen schon eher billig. Für die letzten Jahre lag das Hoch bei dem Preis/Umsatz Verhältnis (Price to Sales) bei 3,39x. Das untere Ende der Spanne lag bei 2,49x. Mit einer aktuellen Bewertung von ca. 2.70x liegt die Aktie damit knapp unter der langfristigen Bewertung. Meiner Meinung nach sollte es hier noch ein klein wenig fallen um die Aktie attraktiver zu machen.

Qualität hat einen Preis. Historisch betrachtet ist die Aktie jetzt bereits relativ günstig zu haben. Der Kurs der Aktie sollte in den Jahren 2013 bis 2015, vielleicht auch schon früher, bei mindestens 120 US$ und maximal 150 US$ je Aktie liegen. Dividenden bleiben unberücksichtigt. Im direkten Vergleich mit der Henkel Aktie erscheint mir diese Konsumaktie zur Zeit die bessere Wahl zu sein.

Wenn Sie diese Fundamentalanalyse nützlich finden dann können Sie sich hier über weitere Kriterien für den Aktienkauf informieren. Viel Spass bei Ihrer Aktienanalyse.

15.03.2010

Henkel AG Aktie - Valueaktie ?

Aktienanalyse der Henkel Aktie und Versuch einer Aktienbewertung anhand fundamentaler Aktienkennziffern. Vergleich der längerfristigen historischen Finanzkennzahlen.

In dieser Aktienanalyse versuche ich einen ersten Eindruck dafür zu erhalten wie es um die Bewertung der Aktie bestellt ist. Im Hinterkopf behalte ich dabei auch immer das diese Aktienanalysen das Ziel verfolgen besonders stabile und stetig steigende Aktien für unser Depot zu finden. Wie üblich schaue ich mir erst einmal die Entwicklung der Umsätze und die Profitabilität des Unternehmens an. Erste Aktienkennzahlen wie Buchwert führe ich dann später ein.

Entwicklung der durchschnittlichen Netto Umsatzrenditen Henkel AG der letzten 20 Jahre

        Henkel  netto Umsatzrendite 1987 bis 2009
        1987 - 1991        3,42%                   
        1992 - 1996        3,12%
        1997 - 2001        4,04%
        2002 - 2006        5,66%
        2007 - 2008        7,80%
        2009                  4,44%

Für einen Konsumgüterhersteller sind die Zahlen, auch wenn das die Henkel Belegschaft an dieser Stelle sicher nicht gerne  hören wird, eher unterdurchschnittlich. Als Beispiel nehme ich einfach einmal den Sieger aus den letzten Aktienanalysen. Renault hat als Autohersteller in einem deutlich umkämpfteren Markt fast ebenso hohe Umsatzrenditen erzielt. Was positiv zu werten ist, ist der stetige Aufwärtstrend. Von 1997 bis 2008 gelingt es die Umsatzrenditen der Henkel AG zu steigern. Diese Entwicklung reflektiert auch die Kursentwicklung der Henkel Aktie in diesen Jahren. 2009 ist als Krisenjahr zu werten und auch dort bleibt die netto Umsatzrendite der Henkel immer noch über den Werten aus der Zeit vor dem Jahr 1997.

Für sich gesehen also durchaus eine positive Entwicklung. Im Vergleich mit anderen Branchen wie z.B. der Renault Aktie aus dem Automobilsektor allerdings schon weniger positiv. Henkel ist mit seinen Produkten teilweise unangefochten ein Marktführer, Renaut hat im Vergleich dazu eher mickrige Marktanteile. Und soviel sei vorab gesagt, im Vergleich zu den anderen Wettbewerbern in diesem Vergleich der Konsumaktien wird die Henkel Aktie nicht auf den ersten Plätzen landen. Dafür ist die Umsatzrendite des Unternehmens in dem direkten Vergleich mit den anderen Aktien und Unternehmen einfach nicht hoch genug. Bei den anderen bleibt einfach mehr Gewinn pro EURO Umsatz übrig. Positiv sei noch erwähnt das die Umsatzrendite angehoben werden konnte
bei steigenden Umsätzen. Hier hat sich also in diversen Bereichen etwas positives getan. Das wird bei dem Blick auf nächsten Finanzzahlen deutlich.

Henkel AG historische Umsätze
Die addierten Umsatzzahlen (in Mrd EUR) sehen seit 1987 für die Henkel AG wie folgt aus. Das Wachstum der einzelnen Perioden stelle ich in Prozent dar.

        Henkel Umsatz EUR 1987 bis 2009       Wachstum %
        1987 - 1991        28,66 Mrd EUR
        1992 - 1996         37,08 Mrd EUR        29,37%
        1997 - 2001        58,38 Mrd EUR         57,44%
        2002 - 2006        54,39 Mrd EUR        - 6,84%
        2007 - 2008        27,20 Mrd EUR
        2009                   13,57 Mrd EUR

Spasseshalber schreibe ich einmal die letzten 3 Jahre mit Nullwachstum fort um zu sehen wo die Henkel mit Ihrem Umsatz in der Periode von 2007 bis 2011 landen könnte.

        2007-2011         68,16 Mrd EUR        25,31%

Wenn die Henkel Ihre Ergebnisse aus 2007, 2008 und 2009 weiter fortschreibt müssten am Ende der Periode im Jahr 2011 mindestens 68,16 Mrd EUR erreicht werden. Ausgehend von den Gewinnzahlen und Umsatzrenditen lässt sich damit schon sehr leicht ein Kursziel für die Aktie in 2011 errechnen. Im nächsten Schritt könnte man beurteilen ob die Aktie heute bereits zu billig oder zu teuer ist. Ich werde mich in 2011 hoffentlich an diesen Artikel erinnern und dann rückblickend schauen ob das Umsatzziel von 68 Mrd. für 2007 bis 2011 erreicht wurde. Selbst bei Nullwachstum in den nächsten 2 Jahren würde damit noch ein Wachstum von 25,31% erreicht werden.

Das wäre ja ein gute Übung für diejenigen die hier mitlesen. Für den Gewinn je Aktie benötigt man natürlich die Anzahl der ausstehenden Aktien eines Unternehmens. Die Anzahl der Aktien eines Unternehmens ist am zuverlässigsten zu finden auf der Unternehmenshomepage oder auf den Finanzseiten im Internet. Den Gesamtumsatz und Gesamtgewinn des Unternehmens geteilt durch die Aktienanzahl ergibt dann den Gewinn je Aktie oder den Umsatz je Aktie. Wenn jetzt dieser Gewinn je Aktie mit x12 oder x15 multipliziert wird haben wir schon einen guten Anhaltspunkt wo die Aktie in 2011 stehen wird ohne dabei zu spekulativ zu werden.

Empfehlung und mein persönlicher Tipp zum Umsatzwachstum
Wenn ich ein Mindest Umsatzwachstum für die Aktie und das Unternehmen empfehlen müsste dann wären das mindestens 3%. Ich würde auch bei sehr alten und stabilen Unternehmen darauf achten das diese ein Umsatzwachstum von mindestens 3% jährlich in den letzten 10 bis 20 Jahren erzielt haben. Je nach persönlicher Meinung kann man das natürlich noch etwas höher ansetzen. Man sollte dies nicht zu weit treiben.

Wenn die Voraussetzung für ein Aktienscreening ist das man nur Aktien haben will die jährlich mindestens ein Umsatzwachstum von +15% in den letzten Jahren hatten dann wird es gefährlich. Gefährlich in der Hinsicht das sich auf einmal Branchen im Aktienfilter befinden die nicht stabil sind sondern von einer einmaligen Situation profitieren wie z.B. eine Rohstoffhausse. Gefährlich vielleicht in der Hinsicht, dass der Aktienkurs und die Aktienbewertung durch das schnelle Wachstum der letzten Jahre bereits sehr, sehr hoch sind und ein enormes Kursrückschlagrisiko besteht und es gibt noch einige weitere handfeste Gründe die gegen ein zu schnelles Wachstum sprechen. Topaktien und Topunternehmen schaffen ein Umsatzwachstum von 5% bis 8% jährlich ohne dabei die Bilanzkennzahlen zu verschlechtern. Topaktien können dieses Wachstum auch für die nächsten Jahrzehnte aufrecht erhalten. Diese Aktien wachsen allerdings nicht auf den Bäumen und sind nicht immer ganz billig zu haben.

Die Umsatzentwicklung der Henkel ist zufriedenstellend. Wir haben hier ein Unternehmen was schön gleichmässig vor sich hinwächst. Der Zeitraum von 2002 bis 2006 war bei Henkel mit einem Umsatzminus von fast 7% hoffentlich nur ein Ausrutscher. Ich rechne mit langfristig weiterhin stabil wachsenden Umsätzen für die Henkel und die Henkel Aktionäre.

Historische Gewinnentwicklung Henkel und Prognose für die nächsten Jahre
Kommen wir jetzt zu der Gewinnentwicklung der letzten 20 Jahre. Ich addiere die Perioden jeweils wie gewohnt zusammen um vergleichbare 5 Jahres, 2 Jahres und 1 Jahreszeiträume zu haben. Diese können wir dann später mit den anderen Aktien in dieser Aktienanalyse vergleichen.

        Henkel addierter Netto Gewinn je Periode
        1987 - 1991          981,68 Mill EUR
        1992 - 1996        1152,45 Mill EUR
        1997 - 2001        2333,23 Mill EUR
        2002 - 2006        3169,00 Mill EUR
        2007 - 2008        2142,00 Mill EUR
        2009                    628,00 Mill EUR

Die Entwicklung der Gewinne der Henkel in den letzten 20 Jahren  ist auf den ersten Blick ebenso erfreulich wie die der Umsätze. In den drei 5-Jahresperioden beginnend mit 1992 verläuft Sie besonders dynamisch. Der Effekt von steigenden Umsatzrenditen und erhöhtem Umsatzwachstum führt zu einer glatten Verdreifachung der Gewinne in der Periode von 2002-2006 im Vergleich zu 1992-1996. Wenn ich die Jahre2007, 2008 und 2009 bis 2011 weiter fortschreibe deutet auch alles auf weiteres Gewinnwachstum bei Henkel hin. Das wird sicher nicht zum Schaden für die Henkel Aktie sein.

Dividendenentwicklung langfristig
Die Dividende erfüllt alle Voraussetzungen die wir an eine krisenfeste Aktien stellen. In den letzten 20 Jahren ist die Dividende der Aktie nie ausgefallen. In den letzten 23 Jahren wurde die Dividende nie gesenkt. In den letzten 23 Jahren gab es sehr regelmässige kleinere Dividenerhöhungen.

Entwicklung Eigenkapital und Buchwerte

Das Eigenkapital liegt in den letzten +20 Jahren konstant im Bereich um die 35% bis 40%. Die Buchwerte sind in 2 Jahren aus den letzten 23 Jahren gefallen.

Die Henkel Aktie kostet immer zwischen 200% bis 300% der ausgewiesenen Buchwerte. Die ausgewiesenen Buchwerte der Henkel AG halte ich im übrigen für sehr realistisch. Hier sind eher versteckte Reserven in der Bilanz zu vermuten. Selbst in kritischen Börsenphasen mit Aktienkursverlusten von minus 50% und mehr ist die Henkel Aktie nie zum Buchwert erhätlich gewesen. Die Aktientiefstkurse die im März 2009 erreicht wurden waren historisch die günstigsten die je gemessen wurden in den letzten +20 Jahren. So nah am Buchwert war die Aktie nie vorher zu haben.

Umsatzbewertung je Aktie
Henkel wird im Jahr 1990 mit 69% des Umsatzes je Aktie bewertet
Henkel wurde im Jahr 2000 mit 70,32% des Umsatzes je Aktie bewertet
Die Aktie wird aktuell in 2010 mit rund 87% des Umsatzes bewertet
Das höhere Umsatzwachstum hat die Aktie in dieser Bewertungsrelation verteuert.

Zusammenfassung  Aktien Fundamentalanalyse
Wenn ich mir die Umsatzentwicklung, Gewinne und die Umsatzrenditen der Henkel AG und der Henkel Aktie anschaue dann sind bei dieser Aktie die Voraussetzungen für eine stetig steigende Aktie vorhanden. Von dem generellen Eindruck sollte es mit dieser Aktie möglich sein einen Kandidaten für ein wertstabiles Depot zu finden.

Auch wenn die vergleichende Aktienanalyse noch fehlt möchte ich vorab sagen das Henkel zur Zeit nicht wirklich günstig ist und eher etwas teuer bewertet ist.

In der nächsten Aktienanalyse werde ich die Finanzkennzahlen dann weiter untersuchen und versuchen daraus einen realistischen inneren Wert für die Aktie zu errechnen. Dann lässt sich feststellen ob die Aktie heute günstig, teuer oder noch akzeptabel bewertet ist.
Wir wollen für unser Geld schliesslich den höchsten Gegenwert erhalten. Oder wie Warren Buffett sagt : Price is what you pay - Value is what you get.

Hier findet Ihr noch die Unternehmensvorstellung Henkel AG die dieser Analyse vorangegangen ist. Viel Spass mit der Aktienanalyse!

12.03.2010

Beiersdorf AG - krisenfest ?

In dieser kurzen Übersicht versuche ich herauszufinden ob die Aktie und das Unternehmen grundsätzlich für ein krisenfestes Aktiendepot in Frage kommt.

Der Beiersdorf AG Konzern ist ein internationales Unternehmen und ist mit 150 Tochtergesellschaften  weltweit in allen bedeutenden Absatzregionen vertreten.

Unternehmensgründung im Jahr 1882 durch den Apotheker Paul C. Beiersdorf. Bereits in 1893 werden erste Tochterunternehmen in den USA errichtet. 1911 wird der Topseller Nivea als Creme in die Märkte eingeführt. Schon 1914 werden durch die Marke Nivea und weiteren Marken über 42% des Umsatzes im Ausland erzielt. NIVEA ist die älteste und größte Körperflegemarke der Welt. Der chinesische Markt wird bald darauf erschlossen. Heute ist die Beiersdorf AG mit über 150 Töchtern in allen wichtigen Märkten präsent und unterhält eigene Produktions- und Distributionscenter.

Unternehmensstruktur und Eigentumsverhältnisse
Die Beiersdorf ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft. Der Konzern wird vom Hauptsitz in Hamburg geführt. Das Grundkapital der Aktiengesellschaft verteilt sich auf insgesamt 252 Millionen Aktien. Davon werden von der maxingvest ag (Tschibo) 50,46% gehalten, 9,99% hält der Konzern an eigenen Aktien und 39,55% der Aktien befinden sich im Freefloat (Streubesitz). Die Nachfahren des Gründers halten weiterhin Aktienpakete unter der meldepflichtigen 5% Grenze.

Wichtige Marken des Konzerns

Zu den wichtigsten Marken der Beiersdorf AG gehören NIVEA, 8x4, Eucerin, Labello und Hansaplast. In dem Bereich Klebetechnik sollte die Marke Tesa ein Begriff sein.

Unternehmenszahlen
Der Konzernumsatz in 2009 betrug 5.748 Mrd EUR. Der Jahresüberschuss beträgt in 2009 380 Mill EUR (Vorjahr 567 Mill EUR). Die Beiersdorf AG ist seit Dezember 2008 ein Mitglied des Deutschen Aktienindex. Der Umsatz in 1998 betrug 3.347 Mrd EUR und es wurde im Jahr 1998 ein Gewinn von 167 Mill EUR erwirtschaftet.

Von 1989 bis 2009 gibt es kein Jahr mit Verlusten oder deutlich einbrechenden Gewinnen. Die Dividenden konnten von 1989 bis 2009 immer gesteigert werden. Im Geschäftsjahr 2009 gibt es die erste Dividendenkürzung seit fast 20 Jahren als die Dividende je Aktie von 0,90 EUR auf 0,70 EUR gesenkt wird. Die historische Dividende der Beiersdorf AG weist eine positive und stabile Entwicklung auf. Im Vergleich zu den Senkungen und Komplettstreichungen der Dividende bei einer großen Anzahl von Aktien aus anderen Wirtschaftsbereichen ist für mich das Kriterium der Stabilität somit erfüllt.

Auf der Homepage der Beiersdorf im Bereich Investor Relations / Finanzberichte findet der Investor weitere Informationen. Eine von Beiersdorf zu Verfügung gestellte Excel Datei enthält bereits viele Kennzahlen die für eine weiterführende Aktienanalyse hilfreich sind. Die Beiersdorf Datei und weitere Finanzberichte sind hier zu finden : Beiersdorf Kennzahlen

Von den betrachteten Unternehmen in meiner Aktienanalyse zählt Beiersdorf mit rund 5.5 Mrd EUR Umsatz zu den "Kleinsten" in diesem Vergleich. Eine Henkel ist gemessen am Umsatz bereits gut drei Mal so groß und die Umsatzriesen Colgate und Procter sind um ein vielfaches grösser.

Eine Umsatzgrösse von über 5 Mrd ist für mich in diesem Fall mehr als ausreichend. Auch bei der Beiersdorf sind für mich durch die  Unternehmensgrösse, die Geschäftsfelder, die starken Marken und die lange Unternehmensgeschichte alle grundsätzlichen Bedingungen für eine wertstabile Aktie auch in wirtschaftlich rezessiven Phasen gegeben.

Über die Aktien Kennzahlenanalyse werde ich versuchen den wahren Wert der Aktie zu bestimmen. Ob die Aktie auf dem aktuellen Kursniveau noch kaufenswert ist wird sich dann zeigen.

Firmenportrait Procter & Gamble

The Procter & Gamble Corporation ist einer der grössten Konsumgüter Konzerne der Welt. Enstanden aus einem gemeinsamen Geschäft im Jahr 1837 in Cincinnati im Bundesstaat Ohio in den USA durch den Kerzenzieher William Procter (war früher ein gängiger Beruf!) und den Seifensieder James Gamble. Im Jahr 1890 entsteht dann das bis heute bekannte Unternehmen und die Firmierung lautet ab 1890 "The Procter & Gamble Company". Bereits im Jahr 1915 eröffnet Procter & Gamble erste Tochter Unternehmen im Ausland.

Den Weg nach Deutschland findet das Unternehmen erst relativ spät. 1960 wird eine Tochterunternehmung in Frankfurt eröffnet. 1964 wird die erste Produktionsstätte in Worms in Betrieb genommen. Die bekannten Marken von damals sind auch die bekannten Marken von Heute : Dash - Ariel - Rei - Lenor und der glatzköpfige Meister Propper. In den 80er Jahren folgt die Einführung der Marke Pampers. Pampers ist heute eine Marke mit jährlich +6 Mrd Umsatz.

In den letzten 40 Jahren war das Wachstum der Procter & Gamble durch organisches (natürliches) Wachstum und durch zahlreiche Übernahmen bestimmt. 1985 wurde die Richardson-Vicks Inc übernommen. 1987 Übernahme der Blendax Gruppe in Mainz - bekannt durch das Zahnputzmittel Blend-a-med. 1991 Übernahme der Ellen Betrix. 1994 in Deutschland die Übernahme der Papierwerke Schickedanz (Tempo Taschentücher).

In 2003 folgt eine weitere Großübernahme als die Wella AG übernommen wird. In einer Marketing und PR Kampagne wurde den Aktionären des Traditionsunternehmen Wella (gegründet in Darmstadt im Jahr 1880) die Übernahme schmackhaft gemacht. Ein 5% Wella Anteil in den Händen der Henkel AG wird gleich mit übernommen.

Nach der freundlichen Übenahme der Wella AG durch Procter & Gamble, die rund 6.5 Mrd € gekostet hat, wächst die Anzahl der Standorte in Deutschland auf 20 an.  Die Zahl der Beschäftigten in Deutschland steigt auf 17.000. Damit ist Deutschland für die Procter & Gamble einer der wichtigsten Absatz und Produktionsstandorte geworden. Die unscheinbare Deutschlandzentrale befindet sich in Schwalbach im Taunus. Weitere Procter & Gamble Werke in Deutschland befinden sich unter anderem in Worms, Euskirchen, Crailsheim, Neuss und Darmstadt. Weltweit werden über 30 Forschungs- und Entwicklungszentren betrieben. Davon befinden sich 8 in Europa.

In 2005 erfolgt eine der grössten Übernahmen durch den Kauf der Gilette Company die ebenfalls sehr bekannte Marken wie Gilette, Duracell, Braun und Oral-B besitzt. Die Übernahme hatte einen Wert von 54 Mrd US$.

Weitere bekannte Marken und Produkte der Procter & Gamble sind z.B. im Duftbereich die Marken Dunhill, Gucci, Gerry Weber, Irish Moos, 4711. In weiteren Segmenten sind sicherlich die folgenden Marken ein Begriff : Tampax, Punica, Bounty , Max Factor, MediNait, Wick, Crest, Fondril, Alldays, Always, Charmin, Fairy, Vizir, Pringles, Pantene, Tide, Oil of Olaz, Mach3, Eukanuba, Head & Shoulders und ca. 280 weiteren Marken die in über 160 Ländern von täglich weit über 5 Mrd Menschen gekauft werden. Nordamerika erreicht dabei einen Umsatz von rund 45%, Westeuropa mit knapp 25%, Asien und weitere entwickelte Länder beanspruchen den Rest des Umsatzes. Über 22 Marken generieren jeweils einen Umsatz von über 1 Mrd US$.

Das Unternehmen bietet den Mitarbeitern sehr fortschrittliche und Arbeitnehmerfreundliche Bedingungen wie Gleitzeit, Fortbildung, flexible Arbeitszeitmodelle, Teilzeitarbeit und auch Job-Sharing an. Mitarbeiter können auch die Heimbeschäftigung über Telearbeit bis zu 50% der Arbeitszeit nutzen sofern es der Job grundsätzlich zulässt.

Dieses Unternehmen bietet durch den Geschäftsbereich (Konsumgüter und Marken die den Markt beherrschen und die täglich gebraucht werden) und die schiere Anzahl an Produkten und der geographischen Verteilung des Umsatzes eine hohe Diversifikation. Das alles sind Eigenschaften die gute Voraussetzungen für eine krisenfeste und wertstabile Aktie bilden. Ob die Theorie der Praxis entspricht können wir zumindest für die Vergangenheit mit einer Aktienanalyse klären.

Der Umsatz in 2009 bewegt sich bei knapp 80 Mrd US$ und einem Gewinn von rund 13 Mrd US$. Bei diesen Zahlen lässt sich schon erahnen das hier ein Unternehmen mit funktionierenden Produkten und sehr guten Geschäftsprozessen arbeiten muss. Es gibt nicht viele Unternehmen weltweit die jährlich Gewinne von +10 Mrd EUR oder +10 Mrd US$ erwirtschaften. Die Mitarbeiterzahl liegt bei fast 140.000 weltweit. Weitere Zahlen und Informationen finden wir wie gewohnt auf der Unternehmensseite. Das Management ist grundsätzlich aktionärsfreundlich

Einer der grössten und bekanntesten Aktionäre der Procter & Gamble Aktie ist Warren Buffett. Daneben ist die Aktie  im Depot von tausenden von Pensionsfonds, Versicherungen, Fondsgesellschaften und Millionen von privaten Aktionären zu finden.

Sehr hohe und stetig steigende Umsätze die gepaart sind mit stabilen und krisensicheren Gewinnen sind das ideale Gemisch für eine erfolgreiche Aktie. So zumindest in der Theorie. Die Performance der Vergangenheit dieser Aktie stelle ich dann auch in der eigentlichen Aktienanalyse noch vor.

In der Aktienanalyse zeige ich später natürlich auch welchen Erfolg diese Aktie noch in der Zukunft haben könnte. Auch die grösste Aktie, gemessen am Börsenwert, mit den erfolgreichsten Produkten und der Marktführerschaft in gleich Dutzenden von Segmenten muss nicht immer ein erfolgversprechendes Investment sein wenn der Aktionär dafür einen zu hohen Preis zahlt.

weiter zur Procter & Gamble Aktienanalyse

Viel Spaß weiterhin mit den Aktienanalysen.

10.03.2010

Henkel - krisensichere Unternehmen = krisensichere Aktie ?

Eignet sich die Henkel Aktie für ein krisensicheres Depot ? Grundsätzliches über die Henkel Aktie und das Unternehmen Henkel. Welche Produkte werden hergestellt und wie ist die Marktposition ? Geschichte der Firma Henkel von den Anfängen bis zur Gegenwart.

Der Ursprung von Henkel geht zurück in das Jahr 1876. Fritz Henkel gründete im Jahr 1876 in Aachen die Henkel & Cie. Der Firmensitz wurde bereits im Jahr 1878 aufgrund der besseren Anbindung an die wichtigen Transport- und Verkehrslinien nach Düsseldorf verlegt. Die Henkel AG & Co. KGaA ist damit einer der ältesten und grössten Hersteller von chemiebasierten Produkten. Das Unternehmen bewegt sich in den Geschäftsfeldern : Wasch- und Reinigungsmittel, Kosmetik und Körperpflege, Klebstoffe, Dichtstoffe und Oberflächentechnik.

Das Werksgelände der Henkel ist von 55.000 m2 im Gründungsjahr auf aktuell rund 1.500.000 m2 angewachsen. Bereits im Jahr 1878 wurde das Waschmittel "Henkel´s Bleichsoda" eingeführt. 1907 wurde das bis heute erfolgreiche Produkt Persil in den Handel eingeführt. Der Name Persil beruht auf den beiden wichtigen Hauptbestandteilen Perborat und Silikat. Erste Tochterfirmen im Ausland wurden bereits 1913 gegründet. Weitere Höhepunkte der Firmengeschichte waren im Jahr 1920 die Einführung des bis heute bekannten Scheuerpulvers "Ata". Der Einstieg in das Klebstoffgeschäft erfolgte im Jahr 1923. 1932 und 1935 verschaffte man sich mit der Übernahme des Wettbewerbers "Deutschen Hydrierwerke" und der Übernahme von "Böhme Fettchemie" Zugang zu den weltweit ersten synthetischen Waschmitteln.

Nach Kriegsende wurden das Fabrikgelände durch amerikanische und dann britische Truppen besetzt. Mitglieder der Familie und der Geschäftsleitung wurden verhaftet. Die Familie Henkel kehrte bereits 1947 in Ihr Unternehmen zurück. In dieser Zeit begann auch die Produktion und Markteinführung der Körperpflege und Haarpflege Produktlinien. In den 50ern und 60ern Jahren folgten zahlreiche grössere Übernahmen und die Gründungen diverser Tochtergesellschaften im Ausland wie z.B. in Südafrika und Japan. Der Börsengang erfolgte erst relativ spät im Jahr 1985 mit der Einführung der Henkel Vorzugsaktien an die Börse. Die Stammaktien wurden erst im Jahre 1996 an die Börse gebracht.

1996 Akquisition der US-Amerikanischen Novamax Technologies und des Klebsthoffherstellers Loctite Corp. 2004 Übernahme der Dial Corporation einem Hersteller von Waschmittel und Kosmetik ebenfalls in den USA. 2008 wieder eine grössere Übernahme : Henkel kauft das Klebstoff und Elektronikgeschäft der National Starch.

Das Unternehmen gliedert sich in drei strategische Geschäftsfelder und einem weltweit tätigen Technologiebereich auf. Wasch und Reinigungsmittel, Kosmetik und Körperpflege, Klebstoffe für private Haushalte und das Handwerk und die Industrie und der Bereich Henkel Technologies. Diesen Geschäftsbereichen sind die einzelnen Fachabteilungen wie Produktion, Produktentwicklung und der Vertrieb zugeordnet. Der Henkel Konzern ist in über 130 Ländern tätig und produziert mit 140 Werken in 50 Ländern. Aktuell sind im Zeitraum 2009 und 2010 über 50.000 Mitarbeiter weltweit beschäftigt.

Wichtige Marken der Gruppe sind Persil, Somat, Pril, Bref, Spee, Sidolin, Fa, Dial, Taft, Schauma, Gliss Kur, Theramed, Schwarzkopf, Poly Color, Pattex, Pritt, Methylan, Ceresit, Loctite.

Marktführer in Europa ist Henkel mit dem Bereich Duschbädern. Weltweit mit einigem Abstand ist Henkel marktführend im Bereich Klebstoffe die über eigene Unternehmen in über 60 Ländern abgesetzt werden. Der Bereich Henkel Technologies ist in den bearbeiteten Märkten ebenfalls weltweit die Nr. 1.

In 2009 und 2008 wurden rund 14 Mrd EUR umgesetzt. Der Börsenwert aller Aktien liegt aktuell bei knapp 15 Mrd EUR. 1998 lag der Umsatz bei 10.9 Mrd EUR. Der Gewinn lag 1998 bei 370 Mill EUR und wurde bis 2008 auf 1200 Mill EUR gesteigert.

Weitere Unternehmensdaten findet der Aktionär wie üblich auf der Unternehmenshomepage im Bereich Investor Relations.

Alles in allem hört es sich auch bei der Henkel Aktie so an als ob wir hier eine Aktie für ein krisensicheres Depot finden könnten. Die genaue Aktien Analyse der Henkel Aktie folgt noch. Die weiteren Unternehmen für die Analyse aus dem Konsum Aktien Bereich stelle ich in Kürze vor.

Viel Spass und Erfolg bei Ihren Aktienanalysen.

Wer ist Colgate-Palmolive Co ? Über 4619% Aktien Rendite mit Zahnpasta ?

Vorstellung des Unternehmens und seiner Geschäftsfelder

Colgate-Palmolive Co ist ein führender globaler Konsumgüterhersteller. Das Unternehmen bedient Mundhygiene, Persönliche Hygiene und Haushaltspflege Märkte. Zusätzlich bedient das Unternehmen die Tierfuttermärkte. Die Produkte werden weltweit in über 200 Länder vertrieben. Die Mundpflegelinie umfasst Zahnbürsten, Zahnpasta und pharmazeutische Produkte für die Mundpflege und Fachärzte und Fachpersonal aus dem Bereich der Oralmedizin. Die Haushaltspflegelinien umfassen die Bereiche Seife (hart), flüssige Seife, Haar Shampoo, Haar Spülungen, Deodarants und Rasiermittelprodukte und diverse Waschmittelprodukte. In diesen Bereichen finden sich weltweit bekannte Marken wie Palmolive, Colgate, Dentagard oder auch Ajax. Das Unternehmen erwirtschaftet über 50% der Umsätze ausserhalb Nordamerikas. In der Summe werden über 1000 Produkte weltweit angeboten. Das Unternehmen wurde 1806 gegründet.

In 2009/2008 wurden jährlich rund 15 Mrd US$ umgesetzt. Dieser Consumer Staples Produzent beschäftigt weltweit ca. 36.000 Mitarbeiter. Seit 1895 wird ununterbrochen Dividende auf die Aktien gezahlt. Es wurde 47 Jahre in Folge die Dividende erhöht. Seit 1999 erhöhten sich die Dividenden jährlich durchschnittlich um 11%. Der S&P500 erreichte im Zeitraum vom 31.12.21983 bis zum 31.12.2009 eine Rendite von 1123%. Die Colgate Palmolive Aktie erreichte in dem gleichen Zeitraum eine Rendite inklusive Dividenden (Total Return) für Ihre Aktionäre von 4619%. Aktien aus der Vergleichsgruppe Staples & Householdproducts brachten im gleichen Zeitraum 2989% Rendite. Weitere Angaben finden sich auf der Investor Relation Homepage des Unternehmens. Das Unternehmen, die Expansionspolitik und die Dividendenpolitik ist als aktionärsfreundlich bekannt.

Das Unternehmen ist in den bearbeiteten Märkten ein dominanter Marktteilnehmer. Nach Informationen des Branchendienstes Resources Inc. bedient Colgate Palmolive rund 35% des Zahnpastamarktes in den USA. Der Hauptwettbewerber Procter & Gamble kommt in dem Bereich Zahnpasta auf eine ähnliche Grössenordnung. In Europa liegt der Marktanteil in diesem Bereich ebenfalls bei rund 35%. In den USA ist das Unternehmen mit einem Anteil von rund 45% Marktführer bei Flüssigseife. Das Wachstum in den entwickelten Ländern ist auf einem niedrigen Niveau. Das Wachstum in den Emerging Markets ist dreimal so schnell wie in den Industrieländern.

Colgate Palmolive hat den Vorteil bereits seit Jahrzehnten in den Emerging Markets zu operieren. Diese lange Erfahrung spiegelt sich auch in sehr dominanten Marktpositionen in einzelnen Entwicklungsländern wieder. In Venezuela und Mexico hat das Unternehmen einen Marktanteil von über 80%. Allein diese 2 Länder haben eine Bevölkerung von fast 140 Millionen Einwohnern. In Osteuropa liegt der Marktanteil stabil bei 35%. In Indien erreicht Colgate einen Marktanteil von 50%, in China werden 32% erreicht (steigend) und in Russland werden immerhin noch fast 20% erreicht (ebenfalls steigend). Von dem steigenden Wohlstand in diesen Ländern und von dem teilweise noch vorhandenem Bevölkerungswachstum in den Emerging Markets wird Colgate Palmolive noch auf Sicht von Jahrzehnten profitieren können.

Wie sich das alles auf die harten Fundamentalzahlen auswirkt zeige ich später in der Aktienanalyse.

Konsumgüterbranche und Konsumgüterhersteller | Branchenanalyse

Sind Aktien von Konsumgüterherstellern gute Kandidaten für ein krisenfestes Depot ? erleiden Konsumgüteraktien in Crash und Baissephasen weniger Kursverluste ?  Betrachtung der Branche und prominenter Aktien :  Procter & Gamble, Henkel, Beiersdorf und Colgate-Palmolive

In den theoretischen Überlegungen für ein krisenfestes Depot habe ich die Ursprungsgedanken für die Wahl der "richtigen Branche" erläutert. Welche Branche ist überhaupt stabil ? Mit welchen wertstabilen Aktien kann ich ein Depot bestücken um langfristig ruhig schlafen zu können ? Welche Branche und welche Aktien bringen die Voraussetzungen mit um auch Wirtschaftskrisen gut zu überstehen ?

Eine Branche mit sehr guten Rahmenbedingungen ist die Konsumgüterbranche. Konsumgüter bedeuten für mich in diesem Fall das es sich um Produkte des täglichen Bedarfs handelt. Zahnbürsten, Zahnpasta, Kosmetika wie Cremes und Puder, Waschmittel, Reinigungsmittel, Deodorant, Raumspray, Taschentücher und all die anderen hundert Sachen die wir täglich benötigen. Diese Produkte sind aus dem täglichen Bedarf nicht wegzudenken und damit essentiell für den Haushalt. Auch in rezessiven Zeiten und damit fallenden Aktienkursen und allgemein schlechter Stimmung werden diese Produkte nachgefragt. Und diese Produkte werden schnell nachgefragt. Es ist stetiger und schnell wiederkehrender Bedarf vorhanden. Es sind nichtzyklische Produkte und die Hersteller dieser Produkte verdienen auch in schwersten Krisenzeiten noch Ihr Geld wenn andere Unternehmen bereits tief in den roten Zahlen sind.

Einige Vertreter aus der Konsum- und Kosmetik- Drogeriebranche habe ich mir willkürlich für diesen Vergleich herausgesucht. In den weiteren Analysen werde ich die Procter & Gamble, Henkel, Calgate Palmolive und die Beiersdorf einer Aktienanalyse unterziehen. Vorab kann ich schon sagen das jedes der genannten Unternehmen sehr, sehr solide ist. Grundsätzlich eignet sich jede dieser Aktien für eine langfristige und sorgenfreie Anlage.

Es gilt noch festzustellen welche der Aktien im Moment am günstigsten bewertet ist. Den inneren Wert versuche ich wieder anhand üblicher Bewertungsmethoden festzustellen. Wie in den Autoaktienanalysen und der Aktienanalyse der Baubranche werde ich auch die Aktien der Konsumgüterbranche den üblichen Tests unterziehen. Kurs und Umsatzverhältnisse, die Entwicklung und der Stand des Eigenkapitals, die Betrachtung der Umsatzrenditen und einige weitere Aktienkennziffern werde ich analysieren. Alle Kennzahlen werden auch mit Ihren längerfristigen Trends dargestellt.

Bevor es dann später zu den eigentlichen Aktienanalysen geht möchte ich die Unternehmen vorab näher vorstellen. Zuerst werde ich kurz die Branche mit einigen Zahlen aus Deutschland vorstellen. Die Zahlen aus den USA und weltweit sind ähnlich. Die Konsumgüterbranche ist zumindest in den Industrieländern keine echte Wachstumsbranche mehr. Sie bietet dafür einen sehr guten Inflationsschutz für die Aktionäre. Schauen Sie doch einmal was Sie heute für eine Packung Tempo Taschentücher zahlen und was Sie vor 6 Jahren dafür gezahlt haben. Das Beispiel lässt sich mit den tausend anderen Produkten aus dieser Branche fortführen. Wie wir noch sehen werden lässt sich auch mit sehr wenig Umsatzwachstum noch eine gute Rendite für das Unternehmen und damit die Aktionäre erwirtschaften.

Eine echte Wachstumsbranche ist die Konsumgüterbranche dagegen in den weniger entwickelten Ländern. Jede der hier vorgestellten Aktien und Unternehmen profitiert automatisch von diesen Entwickungen durch eine starke Präsenz und starken Marken in den Entwicklungsländern. In den entwickelten Industrieländern ist die Konsumgüterbranche meiner Meinung auf Sicht der nächsten 50 Jahre mindestens für ein jährliches Umsatzwachstum von 1% bis 3% p.A. gut. Über Skaleneffekte, bessere Technologien, Preiserhöhungen sollten damit bei den führenden Herstellern zwischen 2% bis 5% jährlich an Ergebnissteigerungen möglich sein. Das muss langfristig auch den Aktien der Branche zugute kommen sofern es keine massive Misswirtschaft in den Unternehmen gibt.

Die nebenstehende Grafik zeigt die Entwicklung der Umsätze des Körperflege & Reinigungsmittelmarktes in Deutschland in Millionen EUR. Schön zu sehen ist das es bis auf den Bereich Wohnraumpflegemittel keine nennenswerten oder nachhaltigen Umsatzeinbrüche gab.  Auch in der schwersten Krise nach der grossen Depression konnten die Erlöse zulegen. Ob das auch Auswirkungen auf unsere Unternehmen hatte werden wir später in den ausführlichen Aktienanalysen betrachten können. Bei diesen Rahmendaten ist dieser Gedanke zumindest nicht abwegig. Wie in der Aktienanalyse der Autobranche zu sehen war, sind die Rahmenbedingungen für die Autobranche in den letzten 2 Jahren wesentlich härter gewesen. (Zahlen vom Branchenverband IKW)

Es lassen sich noch weitere Aktien aus Branchen finden mit denen man ebenso gut durch einen Crash kommt und mit denen man auch in Haussephasen an der Börse sehr gut verdienen kann. Weitere wertstabile und krisenfeste Aktien würden sicherlich auch in der Getränkemittelbranche (z.B. Coca Cola), der Energieversorgerbranche (z.B. RWE) und ähnlichen Branchen zu finden sein.

Viel Spass noch bei Ihren Aktienanalysen. Ich freue mich auf Ihr Feedback. Wenn Sie auch eine interessante Aktienanalyse haben dann informieren Sie mich. Ich stelle diese gerne hier im Blog vor.

07.03.2010

wertstabiles Aktiendepot - Überlegungen zur Wertpapieranlage

stabile und stressfreie Geldanlage mit Aktien  | Aktienempfehlungen konservatives Aktiendepot |  Voraussetzungen Gewinneraktien

Gerade die letzte Krise hat wieder die Tücken der Geldanlage in Aktien gezeigt. Es hätte doch alles so schön sein können. Nach 40% Kursplus kommt einem die grösste Wirtschafts- und Finanzkrise seit 1929 in den Weg und sorgt für ein deutliche Verstimmung bei den Aktionären. Was gestern noch ganz toll war, ist auf einmal sehr risikoreich und die Anleger können einzelne Aktien gar nicht schnell genug verkaufen.

wir bauen uns ein sorgenfreies Aktiendepot
Wer sich diesen Streß nicht mehr antun will sollte sich ein paar grundlegende theoretische Gedanken über seine Depotstruktur machen. Mit einigen Hintergrundinformationen ausgestattet und dem gesunden Menschenverstand ist es möglich das Auf und Ab der Börse deutlich zu mildern. Am Ende steht oft die gleiche Rendite oder sogar eine höhere Rendite bei deutlich weniger Streß.

Jede Dekade treibt eine neue Sau durch das Dorf
Zu den grössten Verlieren bei jedem Börsenabschwung zählen die zyklischen Werte z.B. aus der Automobil oder Stahlbranche. Ebenso zu den grossen Verlieren zählen die heiss gelaufenen Story Stocks die es in jeder Dekade gibt. In der letzten Dekade war es das Thema Informationstechnik und Rohstofffe. Für die nächste Dekade könnte es das Aktienthema erneuerbare Energien, China und vielleicht auch Gold werden. Gerade die Themen und Story Aktien weisen in schöner Regelmässigkeit deutliche Überbewertungen auf an denen sich dann im Abschwung zahlreiche Aktionäre die Finger verbrennen. Ein großer Teil der Storyaktien überlebt die jeweiligen Krisen nicht einmal.

heisse Aktienstory meiden
Die Erfolgsbilanz der Story Aktien gleicht am Ende einem Nullsummenspiel für die Aktieninvestoren. Insbesonders unerfahrene Anleger lassen sich oft von tollen Zukunftsaussichten, einer interessanten Geschichte und Pressemeldungen die letztendlich nicht mehr als Werbung sind blenden und kaufen zu fast jedem Preis in eine Aktie hinein deren Geschäftsmodell und Zukunftsaussichten Sie nicht wirklich verstehen. In der Summe ist bei diesen Aktien daher nichts zu holen. Es gehört schon sehr viel prophetische Gabe dazu das jeweilige Gewinnerunternehmen einer sich erst entwickelnden Branche zu finden. Einige wenige gewinnen sehr viel, die meisten verlieren auf längere Sicht bei diesen Aktien. Ich habe auch schon von Fällen gehört wo es bis auf die Firmengründer die beim IPO aussteigen überhaupt keine echten Gewinner in den Reihen der Aktionäre gibt. Gerade bei den Solaraktien und erneuerbaren Energieaktien wird man auf zahlreiche Beispiele für derart heisse Aktien treffen. Wer kann schon heute sagen wieviele dieser Unternehmen wirklich in der Lage sind langfristig überhaupt Geld zu verdienen.

Zyklische Branchen meiden
Indem zyklische Branchen mit Ihren sehr erratischen Gewinnausschlägen gemieden werden kann sich der Anleger vor grösseren Kursverlusten bei einem Wirtschaftsabschwung schützen. Das Kursrisiko (Volatilität) der weniger konjunkturanfälligen Aktien ist wesentlich geringer.

Die Erklärung ist ganz einfach. Der Aktienkurs folgt oder führt die Gewinnsituation der jeweiligen Unternehmen an. Bei einem zyklischen Unternehmen fallen und steigen die Unternehmensgewinne sehr stark und auch erratisch. Um im Kontext der letzten Aktienanalysen auf diesem Blog zu bleiben : eine Renault kann heute 3 Mrd EUR jährlich verdienen und bereits im nächsten Jahr 3 Mrd EUR minus einfahren. Bei einer nichtzyklischen Aktie dagegen fällt der Unternehmensgewinn oft gar nicht in nennenswertem Umfang und der Aktienkurs macht diese Entwicklung entsprechend mit. Die Aktie ist stabil im Vergleich zu den zyklischen Aktienwerten.

Volatilität der letzten 12 Monate und der letzten 5 Jahre

Dieses theoretische Beispiel will ich mit einigen praxisnahen Zahlen untermauern. Ein Ausdruck für das Aktien Kursrisiko und die Zyklik ist die sogenannte Volatilität der Aktie. Die Volatilität misst die durchschnittliche Schwankunksbreite in Prozent um die der Kurs einer Aktie sich im Jahresverlauf verändert hat.

Diese Zahlen finden wir auf den einschlägigen Börsenportalen, bei allen Onlinebrokern und auch in sehr vielen Tageszeitungen für alle Aktien und auch die führenden Indizes aufgelistet. Schauen wir uns doch einmal an welche Aktien eine hohe Volatilität haben und welche eine niedrige. Vielleicht sehen wir dann bereits sehr schnell was ein wichtiger Baustein für ein stressfreies Aktiendepot ist. Die nachfolgenden Volatilitäten sind ganz aktuell berechnet.

AT&T                           Vola 1 Jahr 22,79%       Vola 5 Jahre 27,63%
Coca Cola                     Vola 1 Jahr 18,20%       Vola 5 Jahre 20,92%
E.ON                            Vola 1 Jahr  31,46%      Vola 5 Jahre 32,47%
Nestlé                          Vola 1 Jahr 19,72%       Vola 5 Jahre 19,52%
Novartis                       Vola 1 Jahr 18,25%       Vola 5 Jahre 20,91%
Procter&Gamble           Vola 1 Jahr 21,52%       Vola 5 Jahre 20,42%
Nokia                           Vola 1 Jahr 43,86%       Vola 5 Jahre 38,48%
Royal Bank of Scotland Vola 1 Jahr  72,25%      Vola 5 Jahre 81,23%
BMW                            Vola 1 Jahr  39,50%      Vola 5 Jahre 35,01%
Henkel                         Vola 1 Jahr 26,27%       Vola 5 Jahre 27,34%
Beiersdorf                    Vola 1 Jahr 23,62%       Vola 5 Jahre 25,21%
Deutsche Bank              Vola 1 Jahr 52,70%      Vola 5 Jahre 45,99%

An diesen zufällig ausgewählten Unternehmen und deren Aktienkursvolatilität wird der Unterschied in der Kursentwicklung eines zyklischen und nichtzyklischen Unternehmens bereits deutlich. Wer sich den Chartverlauf dieser Aktien anschaut oder diese Aktien während der Krise und im Aufschwung selber im Depot hatte wird wissen wovon ich rede. Die grösste Krise der letzten 80 Jahre konnte einem Unternehmen wie Nestlé kaum etwas anhaben. Gewinn, Dividende und Umsatz sind nicht nennenswert eingebrochen bzw. sogar gestiegen. Ganz anders das Bild bei den sogenannten zyklischen Aktien.

Diese Beobachtungen lassen sich in allen Ländern und Börsenmärkten der Welt feststellen und lassen sich ebenso für alle betrachteten Zeiträume feststellen. Auch ein Warren Buffett hat seinen immensen Reichtum zu einem großen Teil den eher langweiligen Aktien zu verdanken. Zumindest verdankt er seinen Reichtum einer sehr geschickten Kombination von Aktien die sich dadurch auszeichnen das Sie in der Krise viel weniger verlieren als andere Aktien.

Fazit: Um uns ein krisenfestes und wachstumssicheres Depot zu bauen welches auch den Ansprüchen von Witwen & Waisen gerecht wird müssen wir Aktien aus weniger konjunkturanfälligen Branchen wählen. In meiner nächsten Aktien Fundamentalanalyse werde ich daher eine Nichtzyklische Branche wählen und repräsentative Unternehmen aus dieser Branche fundamental vergleichen. Zusätzlich zu den hier beschriebenen Überlegungen werde ich weitere Anforderungen an die Aktien stellen um zu gewährleisten das Sie den Anspruch eines wertstabilen Depots erfüllen.

Viel Spaß bei Ihren Aktienanalysen wünsche ich und wenn Ihnen der Beitrag gefallen hat dann verlinken Sie doch auf mich. Gerne können Sie diese Aktienanalysen auch für Ihren Blog oder Forum verwenden wenn Sie dabei auf diesen Blog verweisen.

____________Nachtrag am 17.01.2011 / 16:23____________

Kurz Aktien-Analyse Nestle Aktie

Hallo Ingrid,

na sowas :=). Meine Antwort wäre zu lang für den Blog Kommentar. Daher schreib ich es gleich in den Beitrag hier.Und bitte überlies einfach mal die Rechtschreib und Zeichensetzungsfehler, ich schreib es mir hier so frei von der Leber gerade die Antwort für Dich.

Da will ich Dir mal kurz meine Meinung zur Nestle Aktie sagen. Zuerst noch was allgemeines, lass Dich da nicht zermürben und verunsichern. Wenn man damit gerade erst anfängt kommt einem alles unheimlich schwer und "unmöglich" vor. Ist es aber gar nicht. Fang einfach mit den Grundlagen an. Zu den Basics zählen dann z.B. eine Analyse nach den Dividendenrenditen, oder den KGV (alternativ Gewinnrendite, was auf das Gleiche rauskommen wird vom Ergebnis) und lass erstmal die Finger von den auf den ersten Blick esoterisch klingenden Discounted Cash Flows. Eine einfache Aktienanalyse nach Dividendenrenditen oder KGV funktionierte historisch sehr, sehr gut. Und ich habe keine Bedenken, daß sich das in Zukunft ändern könnte.

Ich hab mir auf die Schnelle einige Zahlen angeschaut. Der aktuelle Aktienkurs heute beträgt 52 CHF, Nestle hat eine Dividende in 2009 gezahlt in Höhe von 1,60 CHF. Die Nestle Aktie Dividendenrendite beläuft sich damit auf gut 3,07 %. Für das Geschäftsjahr 2010 ist von einer höheren Dividende per Nestle Aktie auszugehen. Nestle hat in den letzten 15 Jahren jedes Jahr die Dividende steigern können. Das Geschäft ist idiotensicher, super bekannte Marken, dominante Marken, überall auf der Welt präsent, auch in den Emerging Markets von Indien bis China steht überall Nestle im Regal. Das Business ist planbar. Auch in Krisen und Rezessionen wird die Nestle als eines der letzten Unternehmen unter gehen. Der zweite Weltkrieg, Depressionen und andere Katastrophen gehen an diesen Unternehmen fast spurlos vorüber. Du darst halt nicht verkaufen in der Panik, sondern ausschließlich dazukaufen wenn mal wieder Panik ist ! Auch in 50 Jahren werden die Leute noch Kaffee trinken und ein Eis schlecken gehen. Da die Renditen für relativ sichere AAA Staatsanleihen in den letzten 1-2-3 Monaten deutlich gestiegen sind ist der Abstand zwischen Staatsanleihen und Dividendenrenditen der großen Standardaktien nicht mehr so groß wie noch Mitte und Q3/2010.

In 2000 betrug die Dividende je Nestle Aktie 0,55 CHF, in 2001 schon 0,64 CHF, in 2006 hatten wir bereits 1,04 CHF, in 2008 bereits die 1,40 CHF. Auch in der Zukunft wirst Du dich mit ganz, ganz großer Wahrscheinlichkeit an stetig steigenden Dividenden erfreuen können. In 2011 gehen die Analysten von einer Dividenden Konsensschätzung für die Nestle Aktie von 1,68 CHF aus  Das entspräche dann zum heutigen Aktienkurs einer Div-Rendite von 3,20. Was auch nicht die Welt ist.

Die Nestle ist daher alles, alles andere als billig. Super, super teuer ist Sie aber auch nicht. In jedes Depot gehören einfach ein paar Aktien über die man sich nie wieder Sorgen machen muß. Das gelingt nur wenn Du günstig kaufst. Wenn Du entsprechend billig kaufst kannst Du die Nestle Aktien durch jede Krise einfach durchhalten und musst nie wieder verkaufen. Die Nestle Aktie gehört auch in diese Kategorie. Es sei denn die Nestle expandiert irgendwann in die Chiptechnologie oder diversifiziert in den Autobau. Dann würde ich meine Meinung ändern. Aber die Zeit ist nicht jetzt. Ich würde empfehlen z.B. jetzt 30% zu kaufen von der Gesamtgröße die Du irgendwann haben willst. Weitere 20% bis 30% vielleicht in 6 Monaten, in der Hoffnung das es dann billiger geworden ist. Und weitere 50% erstmal gar nicht. Weil der Kurs einfach nicht billig genug ist. Ich bin da also weniger optimistisch als Otte.

Von den KGV ist die Betrachtung zur Zeit genauso wie bei den Dividenden. Die KGV Betrachtung ist mit einem KGV von 15 (entspricht einer Gewinnrendite von 6,66%) auch nicht superbillig.

Das Du einiges gleich ausdruckst freut mich natürlich. Freut mich riesig, daß es Dir so gut gefällt und Du damit sogar "lernen" und arbeiten kannst. Bei einigen Artikeln habe ich auch genau die Anfänger im Auge. So einer war jeder schließlich einmal. Ich versuch zumindest so zu schreiben, daß es auch für einen Einsteiger der gar kein Vorwissen hat verständlich wird. Das ist ohnehin die hohe Kunst. Meistens ist es doch der Lehrer der schlecht ist und nicht der Schüler wenn etwas nicht verstanden wird.

Mein Tipp wäre das Du die Unilever Aktie einmal näher anschaust. Die Unilever ist reichlich in meinem Depot vertreten, Nestle hab ich fast nix. Unilever ist deutlich günstiger bewertet, ca. 20% günstiger in allen Kennzahlen. Unilever ist wie die Nestle auch ein klasse geführtes Unternehmen und Du musst Dir da keine Sorgen um Dein Investment machen. Einmal billig gekauft und Du bist an einem wunderbaren Unternehmen beteiligt. Auch die Unilever hat wie die Nestle nicht nur 1 starke Marke sondern hat die starken Marken gleich im Dutzend. Bei dieser Aktie würde ich bereit sein 50% oder gar 65% meiner Endposition sofort aufzubauen. Der heutige Aktienkurs ist immer noch günstig. Deutlich günstiger als bei der Nestle Aktie. Unilever ist von der Bewertung die bessere Aktie. Von der Qualität auf einer Stufe mit der Nestle. Unilever hat zudem noch diverse Phantasien in der Aktie. Wenn Du Dich einliest wirst Du das schon raushören und nachlesen können. Unilever ist ein relativ guter Kandidat für eine Übernahme. Dadurch könnte der Aktienkurs spontan um 50% oder mehr steigen.

Am 17.01.2011 beträgt der Kurs der Nestle Aktie 52,05 chf und der Kurs der Unilever Aktie 22,69 €. Mal sehen wer in den nächsten 24 bis 36 Monaten die höhere Rendite bringt. Ich tippe fast das die Unilever ein klein bisschen besser funktionieren wird.

Aber jetzt auch nicht den Fehler machen und sich von mir reinreden lassen. Bei beiden Aktien bist Du Eigentümer wundervoller Unternehmen. Das ist Fakt. Die Nestle ist durch Ihre Qualität vielleicht auch berechtigt 20% teurer als eine Unilever Aktie. Richtig billig ist halt leider keine mehr. In 2009 waren die billig. In 2010 auch noch relativ billig. Die letzten 6 Monate haben doch einige Aktien einen großen Sprung nach vorne gemacht.

Womit wir bei der nächsten wichtigen Lektionen für uns als Anleger wären. EIn Warren Buffett ist so reich geworden weil er nur dann investiert hat wenn es wirklich, wirklich billig war. Dieses zu beherzigen fiel mir in den ersten Jahren als Investor selber sehr schwer. Ich denke jeder der mit der Geldanlage in Aktien anfängt hat die gleichen Probleme und Schwierigkeiten. Diese Lektion ist einfach zu verstehen, aber viel schwerer umzusetzen. Dazu kann man auch einen viel längeren eigenen Beitrag noch schreiben.

Den meisten Anfängern brennt das viele Bargeld ein Loch in die Tasche und die wollen auf Teufel komm raus investieren. Sie können es gar nicht sehen wenn viel Bargeld auf dem Depot und Konto liegt. Aber genau das ist falsch.

Bargeld und Eigenkapital ist kostbar. Um genau zu sein ist finanztechnisch und aus der Finanzierungstheorie her betrachtet nichts so teuer wie Eigenkapital. Ein Warren Buffett hält oft über Jahre 30% seines Vermögens in Bargeld (bei Berkshire Hathaway hat er über jahrelang fast 50% gehalten und fast 50 Milliarden US-Dollar Bargeld gehalten) und ist auch mit 100% Bargeld (in dem Privatdepot von Warren E. Buffett ist er manchmal auch zu 100% in Cash) gut gelaunt. Das Geld brennt Ihm keine Löcher in die Taschen. Nur mit Bargeld kann er Chancen nutzen. Wir machen bestimmt nichts falsch wenn wir diesen Weisheiten und Erfahrungen folgen. Das wäre eine Empfehlung eines Warren Buffett.

Ganz anders dagegen die Empfehlungen der Presse und der Börsenbriefschreiber. Der muß eine Story schreiben. Er kann gar nicht sagen, daß es jetzt am Besten wäre für die nächsten 2 Jahre mal nichts zu tun und auf Bargeld zu sitzen. Er muss jede Woche neue Aktien empfehlen. Egal ob es Sinn macht oder keinen Sinn macht. Wenn Du verstehst was ich meine.

Wir sollten es nur einsetzen wenn die Gefahr es zu verlieren klein ist und wir sehr, sehr gute Erfolgsaussichten haben. Und nur mit Bargeld hast Du die Möglichkeit bei einem Crash oder kleinen/großen Krise nachzukaufen. Ein KGV von 16,17 oder 18 ist nicht mehr billig. Egal ob das Unternehmen jetzt Nestle heisst oder nicht. Bei diesen KGV zur Zeit also bitte auf keinen Fall Haus und Hof investieren.

Über ein Feedback von Dir freuen sich hier alle bestimmt. Ist hilfreich für mich und hilft den anderen bestimmt auch. Konntest Du mit der Antwort was anfange und wie hast Du dich entschieden ? (nichts zu tun ist oft auch eine gute Entscheidung!)

Grüße.
Bob