23.09.2010

GlaxoSmithKline Aktie Unternehmensvorstellung

Glaxo Smithkline PLC Aktie - Global Player im Pharmasektor
Glaxosmithkline PLC Registered Shares LS -,25 / ISIN GB0009252882 / Währung GBp


Nach eigenen Angaben ist GlaxoSmithKline eines der wenigen Unternehmen der Pharmaindustrie weltweit, welches sowohl in der Forschung nach Medikamenten als auch auf der Suche nach neuen Impstoffen aktiv ist. Die Kerngebiete in der Forschung und Produktion sind Medikamente gegen Viren, Asthma, Krebs, Erkrankungen des Nervensystems, Diabetes, Infektionen und Medikamente gegen Krankheiten des Verdauungsapparates. Die Geschichte der GlaxoSmithKline lässt sich bis ins Jahr 1715 zurückverfolgen. Ein schöner historischer Rückblick findet sich auf der folgenden Seite http://www.gsk.com/about/history.htm

GlaxoSmithKline ist, wie viele der Branchenriesen, auch durch Übernahmen und Fusionen gewachsen. Erwähnenswert ist der Merger aus dem Jahr 1995 in dem sich Glaxo und Wellcome zur Glaxo Wellcome zusammenschließen. In 1989 gab es den Zusammenschluß der SmithKline Beckman mit der Beecham Gruppe. Im Jahr 2000 entsteht die GlaxoSmithKline durch den Zusammenschluß von Glaxo Wellcome und SmithKline Beecham.

Glaxo gehört zu den 5 grössten Pharmaunternehmen der Welt gemessen an Umsatz/Gewinn und Marktkapitalisierung. Wie bei den anderen Branchenriesen ist auch bei der Glaxo zu beobachten, daß viele Medikamente in den nächsten Jahren auslaufen und nicht mehr unter Patentschutz stehen. Dieses kleine Forschungsproblem und die damit verbundene Unsicherheit über die zukünftigen Erträge und Gewinnchanden ist aus meiner Sicht ein Grund dafür, daß die Aktien der internationalen Pharmaunternehmen sehr billig zu kaufen sind. Dieses Phänomen ist bei vielen Journalisten, die mehr darauf bedacht sind eine Story zu schreiben die verkauft als rein nüchtern zu analysieren, anscheinend neu. Für mich stellt es sich so dar, daß in jedem Zyklus es zum Tagesgeschäft gehört, daß Medikamente auslaufen. Im Jahr 2006 wurde in der Presse die Panikschraube bei der Glaxo gedreht. Von 20 Topseller Medikamenten der Glaxo im Jahr 2006 drohten fast alle in den nächsten Jahren bis 2012 auszulaufen. Enorme Umsatzeinbrüche und fallende Gewinne ins Bodenlose mussten erwartet werden, so konnte ich es 2006 in der Presse nachlesen. Ebenso kann ich seit 10 Jahren nachlesen wie groß die Gefahr für die Pharmariesen durch die Biotech Unternehmen ist und durch die Konkurrenz der Generika Hersteller.

Fakt ist, daß in den letzten 10 Jahren die gesamte Branche wieder wachsen konnte. Von Umsatz und Gewinneinbrüchen keine Spur zu sehen ist. Und Glaxo Stand 2009 und 2010 mit gut 180 neuen Medikamenten in der Pipeline über eine der best gefüllten Pipelines in der Industrie verfügt. Seit 2005 und 2006 hat sich auch nicht viel in der Branche verändert. Die Biotechunternehmen verbrennen zum grösstenteil das Geld der Aktionäre und die Generikahersteller wachsen zwar, wie die gesamte Branche, aber sind im Vergleich zu den forschenden Pharmaunternehmen Gewinn und Umsatzwinzlinge. Wenn Sie sich einen Aktienchart der Glaxo aus den letzten 5 Jahren anschauen dann vergessen Sie bitte nicht, daß Sie jährlich zwischen 4% bis 6% Dividende erhalten haben.

In aller Kürze noch einige Unternehmenszahlen für die Glaxo

Fundamentalzahlen GlaxoSmithKline Umsatz in GBp
Umsatz Glaxo in GBp
Umsatz 2009 28,37 Mrd
Umsatz 2008 24,35 Mrd
Umsatz 2007 22,72 Mrd
Umsatz 2006 23,23 Mrd
Umsatz 2005 21,66 Mrd
Umsatz 2004 20,36 Mrd

Gewinn nach Steuern Glaxo in GBp
Gewinn 2009 5,67 Mrd
Gewinn 2008 4,71 Mrd
Gewinn 2007 5,31 Mrd
Gewinn 2006 5,50 Mrd
Gewinn 2005 4,82 Mrd
Gewinn 2004 4,42 Mrd

Spätestens nach der Ansicht der Gewinnzahlen sollte klar sein, daß die Presse und die Analysten aus den Banken mit Ihrer Meinung aus dem Jahr 2006 etwas daneben lagen. Für mich sind Unternehmen mit steigenden Umsätzen und steigenden Gewinnen keine Kandidaten für einen raschen Tod. Nicht einmal vom schleichenden Tod kann gesprochen werden. Da Bedrohungen wie die Generikabranche schon seit 30 Jahren und länger existieren. Ein guter Rat an alle privaten Geldanleger kann nur sein : macht euch ein eigenes Bild. Liest weniger Zeitungen, liest weniger in Foren. Lest das Primärmaterial direkt von den Unternehmen. Viel Erfolg wünsch ich.

Hinweis Glaxo Aktie Empfehlung der Bank: Am 20.09.2010 wird die Glaxo von der Societe Generale auf Verkauf gestuft. Der Zielkurs laut Soc. Generale liegt bei 999 Pence. Der aktuelle Kurs vom 23.09. liegt bei 1263 pence je Aktie. Ich bin mal gespannt ob die Aktie wirklich fast 30% fällt. Bis wann die 999 pence je Aktie erreicht werden sollen erfährt man natürlich nicht.

Viel Spaß mit den Aktienanalysen. Ich war beruflich leider auf Messen unterwegs und das Wetter ist zu schön um zuhause zu sitzen. In Kürze gehts dann weiter mit der Vorstellung der noch fehlenden Unternehmen und dann folgt auch endlich die finale Aktienanalyse der Pharmaktien in der wir uns die Bewertung nach KGV, KBV, Dividendenrenditen, Umsatzrenditen und weiteren Kennzahlen aus der Fundamentalanalyse anschauen werden.

08.09.2010

Aktienanalyse - wie machen es die Profis ?

Leitfaden Fundamentalanalyse Aktien

Die Zeit zwischen den Aktienanalysen will ich mit einem kleinen Artikel verkürzen.

Was haben Warren Buffett, Peter Lynch, Benjamin Graham, John Templeton und viele andere bekannte Spitzeninvestoren gemeinsam ?

Jeder von diesen Spitzeninvestoren erreichte über 20, 30 und 40 Jahres das wovon jeder professionelle Fondsmanager und auch private Geldanleger träumt. Sie erreichten alle mehr als deutlich über 10% Rendite jährlich.

Langfristige Renditen von Superinvestoren
Warum sich Aktien Fundamentalanalyse lohnt


Benjamin Graham über einen Zeitraum von 20 Jahren erreichte er 21% Rendite jährlich Sie konnten Mr. Graham 10.000 US$ geben und haben dann jährlich 2.100 US$ zurück erhalten und am Ende der Laufzeit gab er Ihnen die 10.000 US$ wieder zurück.

John Templeton erreichte von 1954 bis 1987 eine langfristige jährlich annualisierte Rendite in Höhe von 14.5%. Wenn Sie Templeton im Jahre 1954 10.000 US$ anvertrauten dann erhielten Sie Ende 1992 mehr als 2 Millionen US$ wieder zurück.

Peter Lynch erreichte im Zeitraum von 1977 bis 1990 eine Rendite von jährlich annualisierte Rendite von nicht weniger als 29%. Wenn Sie 1977 in den von Peter Lynch gemanagten Fidelity Magellan Fund 1000 US$ investierten dann konnten Sie sich 1990 über 28.000 US$ freuen.

Warren Buffett ist wohl zweifelsfrei der grösste von allen uns bekannten Investoren. Wenn Sie Warren E. Buffett im Jahr 1965 10.000 US$ anvertraut haben dann erhielten Sie im Jahr 2005 fast 30 Millionen US$ zurück! Über einen Zeitraum von 36 Jahren erreichte er eine jährliche Rendite von 22.3%. Sie können Warren Buffett mögen oder nicht mögen. Es kann bestimmt nicht schaden sich einmal näher anzuschauen wie diese Renditen möglich wurden. Ich freue mich auch schon auf Ihre Kommentare und Meinungen. Lässt sich diese Rendite z.B. heute wiederholen ?

Alle diese Investoren haben eines gemeinsam. Keiner von Ihnen nutzte jemals die technische Analyse um eine billige Aktie zu finden oder optimale Einstiegszeitpunkte und Ausstiegspunkte an der Börse zu finden. In einer Welt die voll von elektronisch gezeichneten Linien ist, von rot und grün blinkenden numerischen Anzeigen haben sich alle diese Investoren vollkommen auf die fundamentale Analyse von Aktien verlassen.

Ihr Vertrauen in die Fundamentalanalyse ging soweit das Warren Buffett einmal anmerkte : "Ich begriff das technische Analyse nicht funktionierte als ich die Charts auf den Kopf gestellt habe und keine andere Antwort finden konnte. Auch eine weitere Anmerkung von Buffett gibt Aufschluss über seine Beziehung und seine Erfahrung mit der technischen Aktienanalyse und Fundamentalanalyse : "Als ich die Fundamentalanalyse entdeckte war es vergleichbar mit einem Höhlenbewohner der das Sonnenlicht entdeckt wenn er nach Jahren aus seiner Höhle findet". Den Lesern die, die Geschichte von Warren Buffett und anderen Superinvestoren nicht so gut kennen sei kurz angemerkt, daß Warren Buffett ca. 10 Jahre mehr oder weniger alle bekannten, und vermutlich auch unbekannten Geldanlagesysteme, von Kopf bis Fuß getestet hat. Er hat die Chartanalyse, technische Analyse, Horoskope, gut 10 Jahre bis zum Erbrechen ausgeübt und konnte keine befriedigenden Ergebnisse erzielen.

Von Benjamin Graham gibt es den bekannten Satz : kurzfristig orientiert sich der Markt nach Stimmungen und Meinungen ("voting machine"), langfristig ist der Markt eine exakte Waage ("weighting machine"). Er meint damit, daß sich Aktien, Rohstoffe und Immobilien kurzfristig aufgrund von Panik, Gier und Wahnsinn in alle möglichen Höhen und Tiefen bewegen können. Jedoch langfristig IMMER und zwangsläufig auf Ihren wahren Wert hinauslaufen werden. Da sich langfristig kein übertriebener Kurs halten kann und zusammenbrechen wird. Und dieser wahre Wert orientiert sich immer an den Gewinnmöglichkeiten und Gewinnwahrscheinlichkeiten eines Investments. Egal ob es sich dabei um Aktien, Rohstoffe, Immobilien oder einem Hektar Ackerfläche handelt.

Also was ist Fundamentalanalyse nun genau ?

Einfach gesprochen ist Fundamentalanalyse - im Kern - das Betrachten von echten Zahlen und Daten um damit den Wert eines Investments zu bestimmen. Wir analysieren Finanzdaten die "fundamental" sind und leiten daraus einen Wert für die Zukunft und das Investment ab. In diesem Blog geht es, wie die meisten schon gemerkt haben, überwiegend um Unternehmen und deren Aktien. Die Prinzipien können jedoch genauso gut auf eine Immobilie oder eine GmbH Beteiligung angewendet werden.

Fundamentalanalyse bezieht Ihre Entscheidungsgrundlage aus den folgenden Quellen:

- den Wettbewerbesvorteil den ein Unternehmen innehat (und wie stabil dieser ist)
- das Gewinnwachstum eines Unternehmens
- das Umsatzwachstum
- der Marktanteil eines Unternehmens
- die finanzielle Seite einer Unternehmung und deren Sicherheit (Schulden,Eigenkapital, Cash)
- die Produktpalette und die Produktpipeline
- die Qualität und Ehrlichkeit eines Managements


Je nach Lust und Laune lässt sich diese Aufzählung jetzt beliebig verfeinern und verlängern. Es lässt sich auch abkürzen auf die beiden Eckdaten Umsatz & Gewinn und die Umsatzentwicklung und Gewinnentwicklung.

Durch das analysieren dieser Daten versucht man eine Aktie zu finden die vom Markt falsch bewertet wird - im Klartext ist der Aktienkurs momentan billiger als er aufgrund seiner Fundamentaldaten eigentlich sein sollte. Wenn eine Aktie zu billig ist wird Sie gekauft und wenn eine Aktie gemessen an Ihren Fundamentaldaten zu teuer ist wird Sie verkauft.

Klingt doch einfach oder ?

Werkzeuge der Fundamentalanalyse

Wonach genau schauen die Investmengurus denn jetzt wenn Sie stapelweise Bilanzen und Quartalsmeldungen verschlingen ? Die folgende Aufzählung ist ein guter Startpunkt um nach unterbewerteten Aktien suchen zu können und Sie dann auch zu finden. Wenn Ihr meine letzten Aktienanalysen hier verfolgt habt werdet Ihr sehen, daß einige Kennzahlen von Aktien immer wieder auftauchen in den meisten Aktienanalysen. Wichtig sind die folgenden.

1. Gewinne
Gewinne sind wichtig für ein Unternehmen und für die Investoren. Sie geben einen Anhaltspunkt über die zukünftigen Ausschüttungen/Dividenden und das Potenzial für Kurssteigerungen. Ohne nachhaltige Gewinne ist alles was in einer Unternehmung passiert, so hart es kling, brotlose Kunst. Umso höher die Gewinne umso besser letzten Endes auch für die Angestellten und Arbeiter. Nur hohe Gewinne sichern langfristig Arbeitsplätze und bieten Spielraum für Forschung und weitere Entwicklung.

2. Gewinn per Aktie
Um Aktien miteinander vergleichen zu können und um weitere Kennzahlen bilden zu können ist es notwendig den Unternehmensgewinn durch die Anzahl der ausgegebenen Aktien zu teilen.

3. Kurs/Gewinn Verhältnis oder auch KGV genannt (P/E = Price / Earnings in Englisch)

Das KGV ist richtig angewendet ein gutes Mittel um den Wert eines Investments zu bestimmen. Mit dem KGV können wir sehr schnell erkennen wie der Markt, wie die Aktie, in der Vergangenheit bewertet wurde. Bei Unternehmen mit Verlusten lässt sich kein KGV ermitteln.

4. Dividendenrendite
Die Dividendenrendite bringt jeden Investor zum lachen. Der alte Rockefeller sagte einmal, daß es für Ihn nichts schöneres gibt als wenn seine Beteiligungen Dividenden zahlen. Die Dividendenrendite misst die prozentuale Ausschüttung gemessen an dem Kaufpreis den wir für die Aktie gezahlt haben. Als Beispiel : unsere Dividendenrendite ist 10% wenn wir 10 € als Dividende erhalten und der Aktienkaufkurs bei 100 € lag.

5. Eigenkapital/Fremdkapitalverhältnis (Debt/Equity Ratio in Englisch)
Grundsätzlich gilt umso mehr Eigenkapital umso besser. Zuviel Schulden ist immer problematisch für uns Aktionäre. Wir sollten nie vergessen, daß wir als Aktionäre sehr oft nur Eigentümer zweiter Klasse sind. Sollte unser Unternehmen in ernsthafte Schwierigkeiten geraten werden immer zuerst die anderen Gläubiger bedient wie Banken und Anleihenbesitzer. In 99,9% aller Fälle bleibt bei einem Konkurs, Insolvenz, Umschuldung nichts mehr für uns Aktionäre übrig. Das Restvermögen reicht meistens nicht einmal aus um die Bankgläubiger und Anleihengläubiger zu befriedigen. Aufpassen, aufpassen, aufpassen ist die Devise bei Unternehmen mit einer hohen Verschuldung. Bei den Kommentaren zu der Colgate Aktienanalyse gab es einige wertvolle Hinweise von anderen Lesern. Bei mehr als 50% Fremdkapital, je nach Branche auch immer unterschiedlich, fängt es langsam an immer gefährlicher zu werden. Unabhängig von den Branchen sind Verschuldungen von 95% und mehr höchst gefährlich. Die kleinste Panne reicht dann aus und unser Unternehmen geht pleite. Angemerkt sei, daß Banken in der Regel nur 2% bis 6% Eigenkapital besitzen. Diese geringe Eigenkapitalquote ist auch seit mehr als 200 Jahren der Auslöser für die ständig wiederkehrenden Bankenkrisen. Bankenkrisen wie in 2007 bis 2009 sind nichts neues wenn man sich für die Geschichte der Börsen und Finanzmärkte allgemein interessiert.

6. Buchwert (Bookvalue in Englisch)
Der Buchwert einer Unternehmung ist der Unternehmenswert den das Unternehmen "laut den Büchern/Bilanzen" hat. Er wird berechnet aus dem Gesamtvermögen abzüglich der Gesamtschulden. Theoretisch bildet der Buchwert das Vermögen ab den wir Aktionäre erhalten, wenn sich das Unternehmen morgen freiwillig aus allen Geschäften zurückzieht. Alles verkauft, alle Schulden bezahlt und den Restbetrag (der mit dem Buchwert in der Bilanz dann übereinstimmen sollte oder auch nicht) an die Aktionäre ausschüttet. Theoretisch sage ich, weil zwischen dem Buchwert der in der Bilanz steht und dem Buchwert der nachher realisiert werden kann eine grosse Differenz bestehen kann. In der Bilanz können z.B. Maschinen und Anlagen im Wert von aktuell noch 50 Millionen stehen. Jetzt muss man sich fragen ob diese Maschinen überhaupt für 50 Millionen verkäuflich sind oder nur mit einem erheblichen Abschlag verkaufbar wären. Bei vielen Unternehmen würde man jetzt feststellen, daß der Buchwert sich in der Praxis gar nicht realisieren lässt weil die Maschinen vielleicht zu alt sind und die Nachfolgerversion billiger und besser ist als der Buchwert der noch in der Bilanz steckt. Bei vielen Unternehmen würden wir jetzt feststellen, daß die Maschinen und Anlagen sogar gänzlich wertlos sind da es gar keine Interessenten für die Maschinen gibt. Gute Büroimmobilien lassen sich bestimmt immer verwerten und deren Buchwerte sind durchaus realistisch oder vielleicht sogar zu niedrig angesetzt. Buchwert ist also nicht immer gleich Buchwert. Für eine hochspezialisierte Fabrik mit hochspezialisierten Maschinen werden wir schon viel Glück haben müssen um die Buchwerte überhaupt zu erzielen, im Krisenfall und unter Zeitdruck finden wir vielleicht nicht einmal einen Käufer selbst wenn wir 50% und mehr Abschlag auf den Buchwert anbieten. Hat ein Unternehmen dagegen viele Büroimmobilien, normaler Schnitt und Grösse in Innenstadtlagen dann sind diese Immobilien sicherlich schnell und sicher verwertbar.

7. Eigenkapitalrendite (Return on Equity / ROE Englisch)

Die Eigenkapitalrendite zeigt uns wieviel Gewinn ein Unternehmen im Verhältnis zum Buchwert macht. Diese Kennzahl wird ermittelt indem wir den Nachsteuergewinn durch den Gewinn teilen.
Das ROE ist ein Maßstab für die Effizienz der Unternehmung. Wir können sehen wieviel Gewinn ein Unternehmen mit den zu Verfügung gestellten Ressourcen erwirtschaften kann. Ein guter ROE fängt bei 15% jährlich an und ein sehr guter ROE liegt bei +20% jährlich.

Natürlich sind das jetzt nur Anhaltspunkte um den inneren, echten Wert eines Unternehmens zu ermitteln. Als Fundamentalinvestor spielen auch Dinge eine Rolle die sich ausserhalb einer Bilanz abspielen. Der Wert einer Marke, der Wert von Patenten oder der Wert von 20.000 Forschern, Mathematikern usw. die in einem Unternehmen arbeiten wird oft unzureichend oder gar nicht in der Bilanz dargestellt. Aber genau diese Dinge unterscheiden oft den Verlierer zum Gewinner. Mit den hier vorgestellten Aktienkennzahlen die Analyse zu beginnen macht man sicherlich nichts falsch. Wesentlich anders macht es auch ein Warren Buffett nicht.

Wie diese Kennzahlen jetzt praktisch angewendet werden können, könnt Ihr z.B. in der Procter Gamble Aktienanalsye oder der Renault Aktienanalyse nachlesen.

Viel Spaß wünsch ich weiterhin bei der Fundamentalanalyse.
Euer Bob

07.09.2010

Johnson & Johnson Aktie - globales Gesundheitsunternehmen

Johnson & Johnson Aktie (Kürzel Börse New York: JNJ) / WKN 853260 / ISIN US4781601046 / Gesundheits- und Kosmetikriese aus den USA / krisensichere Aktie und solide, sichere Dividende

JNJ ist eines der führenden Unternehmen der Gesundheitsbranche. Das Sortiment reicht von Pflegeartikel, über Medikamente bis hin zu Hygieneprodukten. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1886. Geschäftszweck war dabei die Herstellung von Pflastern und Produkten zur Wundversorgung. Ein sehr bekanntes Produkt aus dem Hause JNJ kennt jeder von uns sicherlich schon als kleines Kind : PENATEN.

Heute werden die Produkte der Johnson & Johnson als Holdinggesellschaft von mehr als 250 Unternehmenstöchtern und operativen Gesellschaften in über 175 Ländern der Welt vertrieben. Wie auch die anderen Unternehmen ist die JNJ forschungsgetrieben, steigert Ihren Umsatz stetig durch kleine und grössere Akquisitionen und weist von der Bilanz als auch den Ertragszahlen seit Jahrzehnten eine stetige Entwicklung auf.

Weiteres zur Geschichte der Johnson & Johnson findet man übersichtlich auf der Homepage des Unternehmens : http://www.jnjgermany.de/ueber-uns/geschichte.html

Die Homepage der Johnson & Johnson Deutschland finden wir hier : http://www.jnjgermany.de/
Die wichtigste Seite für uns Eigentümer finden wir hier : http://www.investor.jnj.com/

An dieser Seite sollten sich viele Deutsche Unternehmen ein Beispiel nehmen. Auf den Eigentümerseiten der grossen amerikanischen Unternehmen kann ich als Eigentümer sehr oft Gewinne, Umsätze und die Dividenden der letzten 10,20,30 Jahre zurückverfolgen - wie hier am Beispiel Johnson & Johnson : http://www.investor.jnj.com/divhistory.cfm

In Deutschland ist mir nicht ein einziges Dax Unternehmen bekannt welches 30 Jahre zurückliegende Dividenden, Gewinne und Umsätze anzeigt. Es gibt viele Gründe warum das für einen Eigentümer wichtig ist. Es gibt genausoviele Gründe warum ein Vorstand lieber nicht mehr als die letzten 5 Jahre zeigt. Die Gründe überlasse ich der Phantasie der Leser.

Fundamentalzahlen  Johnson & Johnson
Umsatz
Umsatz 2009    61,89 Mrd US$   
Umsatz 2008    63,74 Mrd US$
Umsatz 2007    61,09 Mrd US$
Umsatz 2006    53,32 Mrd US$
Umsatz 2005    50,51 Mrd US$

Gewinn vor Steuer
Gewinn 2009     15,76 Mrd US$
Gewinn 2008     16,93 Mrd US$
Gewinn 2007     13,28 Mrd US$   
Gewinn 2006     14,59 Mrd US$   
Gewinn 2005     13,66 Mrd US$

net Cashflow from operations

Cashflow 2009    16,57 Mrd US$
Cashflow 2008    14,97 Mrd US$
Cashflow 2007    15,24 Mrd US$
Cashflow 2006    14,24 Mrd US$
Cashflow 2005    11,87 Mrd US$

In Kürze folgen die weiteren Unternehmensvorstellungen und dann geht es direkt weiter mit der ausführlichen Aktien Fundamentalanalyse der Gesundheits & Pharmaaktien.

02.09.2010

Pfizer internationaler Pharmakonzern - Aktienanalyse

Pfizer Übernahmen : Wyeth und Pharmacia / International meistverkauften Medikamente / Viagra Erfinder / Geschichte Pfizer Konzern / Pfizer Aktie WKN 852009 / ISIN US7170811035

Pfizer ist seit der 68 Milliarden US$ schweren Übernahme der Wyeth im Jahr 2009 und der 60 Milliarden Übernahme der Pharmacia im Jahr 2002 zu einem der weltweit grössten Pharmakonzerne aufgestiegen.

Pfizer ist in allen Bereichen der Pharmabranche präsent und vereint Forschung, Herstellung, Vertrieb unter einem Dach. Im Jahr 2009 wurden über 50 Milliarden US$ umgesetzt und durch die Wyeth Übernahme wird der Pfizer Konzern in der Lage sein deutlich mehr als 60 Milliarden Umsatz zu erzielen.

In Pfizers Produktportfolio befinden sich 4 der weltweit meistverkauften Medikamente der Welt. Zu den Klassikern und Umsatzbringern zählen unter anderem : Viagra (Interessantes zu Viagra: Viagra sollte eigentlich ein Herzschutzmittel werden und wurde duch Zufall entdeckt), Lipitor, Effexor, Enbrel, Norvasc und Zolofit.

Wie bei fast allen in dieser Aktienanalyse vorgestellten Unternehmen wachsen die Umsätze, Gewinne und Dividendenausschüttungen seit über 20, 30, 40 Jahren. Verluste sind, zumindest bei den Marktführern in dieser Branche, so gut wie ausgeschlossen und ein Umsatzrückgang oder Stillstand bei den Gewinnen war zumindest in den letzten 40 Jahren nicht wahrnehmbar (Stagnation gab es bei einigen Unternehmen über einige Jahre - aber es war nie existenzbedrohend und die Dividenden, sofern man die Aktien nicht zu teuer gekauft hat, entschädigten in den letzten 30 Jahren und länger reichlich). Die ganz langfristige Aktien Fundamentalanalyse kommt nachdem die Unternehmen grob vorgestellt wurden. Hier die Zahlen der Pfizer Inc. aus den letzten Jahren:

Fundamentalzahlen  Pfizer Inc
Umsatz
Umsatz 2009    50,01 Mrd US$   
Umsatz 2008    48,30 Mrd US$
Umsatz 2007    48,42 Mrd US$
Umsatz 2006    48,37 Mrd US$
Umsatz 2005    51,30 Mrd US$

Gewinn vor Steuer
Gewinn 2009    10,84 Mrd US$
Gewinn 2008      9,77 Mrd US$
Gewinn 2007      9,21 Mrd US$   
Gewinn 2006    13,02 Mrd US$   
Gewinn 2005    11,49 Mrd US$

net Cashflow from operations
Cashflow 2009    16,58 Mrd US$
Cashflow 2008    18,23 Mrd US$
Cashflow 2007    13,35 Mrd US$
Cashflow 2006    17,59 Mrd US$
Cashflow 2005    14,73 Mrd US$

Hochprofitables Wachstum über Jahrzehnte für eine gesamte Branche ist sehr selten zu finden. In der Autoindustrie geht die Hälfte der Unternehmen innerhalb von 20 Jahren kaputt, genauso ist es in der Halbleiterindustrie oder auch schon im Einzelhandel. Erinnern Sie sich an Wang Laboratories dem Marktführer vor gut 30 Jahren im PC Bereich ? oder das Unternehmen Apple - die habe ich schon zweimal beinahe pleite gehen sehen? (Geld von Microsoft hat Apple bereits einmal gerettet, erinnern Sie sich?). Erinnern Sie sich an das halbe Dutzend Pleiten und Beinahe Pleiten der Firmen GM, Ford und Chrysler in den letzten 20 Jahren ? Erinnern Sie sich an den beinharten Verdrängungswettbewerb im Einzelhandel in dem auch alte fest etablierte und renommierte Marken wie Karstadt, Woolworth nicht mehr in der Lage sind zu überleben und über Jahrzehnte mickrigste Renditen erwirtschaftet werden die weder den Eigentümern, noch dem Staat und letztens Ende auch nicht der Belegschaft nützen weil es sich um wirtschaftlich leider nur um sehr, sehr unsichere Jobs handelt ?


kleiner Hinweis
Die Stagnation der Gewinne und des Umsatzes sollte nicht isoliert betrachtet werden. Auch der Aktienkurs z.B. der Pfizer Aktie zeigt nicht alles. 99% aller Aktiencharts von Aktien berücksichtigen NICHT die Dividenden. Bei einer Aktie wie der Pfizer macht die Dividende jeweils zwischen 4% bis 7% jährlich aus. Diese Rendite die uns Aktionären als Dividende jährlich/quartärlich zufliesst ist auf den Charts nicht zu erkennen. Auch wenn der Aktienkurs einer Pfizer, dies dient jetzt nur als Beispiel, in den letzten 5 Jahren nicht gestiegen ist oder vielleicht optisch sogar gefallen ist, entspricht dies nicht der ganzen Wahrheit für uns Aktionäre.

Unser Totalreturn durch Kurssteigerungen lief bei der Pfizer gegen Null in den letzten 5 Jahren - relativiert sich jedoch und dreht sogar ins Plus wenn wir die Dividenden berücksichtigen. Meines Wissens werden die Dividenden auch nicht berücksichtigt wenn 2 Aktien direkt miteinander verglichen werden auf Seiten wie z.B. Onvista.de, finanzen.net und den tausend anderen Webseiten.

Zur Erinnerung: die Dividenden machen, je nach Untersuchung, langfristig zwischen 40% bis sogar 70% der langfristigen Rendite für uns Aktionäre aus. Genau diese Rendite ist auf 99% aller Charts denen wir im Internet oder in den Zeitungen begegnen gar nicht berücksichtigt da die Dividende komplett fehlt. Ich kann nur die Empfehlung geben so selten wie nur möglich auf einen Aktienchart zu schauen. Der Aktionär ist besser beraten wenn er gar nicht auf Aktiencharts schaut meiner Meinung nach. Besonders an extremen Wendepunkten wird ein Aktienchart uns eher verwirren und unnötig verängstigen oder unnötig ermutigen als er uns jemals ernsthaft helfen könnte. Ich überlasse das Geld anlegen nach Charts inzwischen sehr gerne anderen Anlegern.

In der ausführlichen Valueaktienanalyse wird anhand einiger Kennzahlen schnell sichtbar werden wo die Unterschiede liegen. Ich nenne vorab einige Zahlen. Die Eigenkapitalrenditen in der Pharmabranche bei den hier betrachteten Unternehmen liegen als Standard zwischen 15% (extreme und seltene Ausreisser nach unten) bis hin zu Eigenkapitalrenditen von weit über 50%. In der Autobranche liegt die Eigenkapitalrendite zwischen minus 5% bis maximal 12% in den allerbesten Jahren und auch nur ganz, ganz selten. Die Eigenkapitalrendite wird in der Autobranche ganz, ganz selten zweistellig. Die Eigenkapitalquoten der Pharmaunternehmen liegen zwischen 25% bis über 50%. Solide Polster mit denen man auch mehrere Jahre schwerster Krise überleben könnte. In der Autobranche liegt die Eigenkapitalquote in einem Bereich den ich jetzt lieber verschweige. Wer sich dafür interessiert soll sich einfach meine Autoaktienanalysen anschauen.

Diese Kennzahlenunterschiede werden in allen weiteren Bereichen der Bilanz und Gewinn und Verlustrechnung deutlich. Die Top 5 oder Top 10 der Autobranche und auch die Top10 anderer Branchen sehen gegen die Top20 der Pharmabranche einfach kein Land. Um es kurz zu machen: in dieser Branche liegen die Chancen sehr, sehr gut eine oder mehrere Aktien zu finden die sich optimal für ein krisensicheres, chancenreiches und dividendenstarkes Depot eignen werden. Mit ausgewählten Pharmaktien können Sie sehr, sehr alt werden und gut durch jede Krise kommen und werden nach 10,20,30 Jahren mehr Geld verdient haben als 80% und mehr aller anderen Anleger. Aber wie immer müsst Ihr euch ein eigenes Bild machen. Es kann insbesonders in der Wirtschaft und an der Börse auch immer wieder alles anders kommen als man denkt.

Ein Tipp vielleicht noch. Bevor wir als Aktionäre eine einzelne Aktie anschauen, sollten wir immer wieder die Adlerperspektive einnehmen und versuchen die Welt aus der Macroperspektive zu betrachten. Nicht nur einzelne Unternehmen miteinander vergleichen sondern gleich ganze Branchen. Diese mentale Übung wird der Rendite für unser Depot sicher nicht schaden

Auch eine Google oder eine Apple sehe ich in 20 Jahren nichit mehr da wo Sie heute sind. Dafür ist der Technologiesektor wirklich vielzu schnell und die Branche hat sogut wie keine Eintrittsbarrieren. Facebook und Google sind mehr oder weniger Garagenfirmen. Ein paar pfiffige Studenten, einige Dosen Cola und lange Nächte in denen eifrig programmiert wird und Google (als Beispiel für ein Technologieunternehmen) hat in einigen Monaten schon einen ernstzunehmenden Konkurrenten. Das heisst nicht, dass dies unbedingt eintreffen muss. Aber das Risiko bei einer Google oder einer Intel auf Sicht der nächsten 20 Jahre das Geld zu verbrennen ist deutlich höher als das Risiko sein Geld mit einer Johnson und Johnson oder Pfizer Aktie zu verlieren. Und jetzt weiter mit der Unternehmensvorstellung.

Der Name Pfizer hat Deutschen Ursprung. Im Jahr 1840 emigrierte der Deutsche Chemiker Karl Pfizer in die USA und gründete 1849 die Charles Pfizer & Co. Zusammen mit der Wyeth arbeiten über 130.000 Mitarbeiter weltweit und helfen dabei über 38 Millionen Patienten. Über 20.000 hochtalentierte Kräfte arbeiten in der Forschung und Entwicklung, durch die Übernahme von Wyeth hat Pfizer meines Wissens zur Zeit die grösste Zahl an Forschern. Pfizer Produkte sind in über 140 Ländern der Welt verfügbar.

Die Webseite der Pfizer finden wir hier : http://www.pfizer.com/home/
Den Bereich für die Investoren und Eigentümer : http://www.pfizer.com/investors/

Durch die vielen Wünsche in den letzten Beiträgen wird diese Aktienanalyse die bisher grösste Zahl an analysierten Unternehmen beinhalten. Aktuell plane ich für die folgenden Unternehmen eine entsprechende Aktien Branchen Valueanalyse : Pfizer, Eli Lilly, Glaxo Smithkline, Sanofi Aventis, Roche Holding, Novartis, Johnson & Johnson, Bristol Myers Squibb, Merck & Co, AstraZeneca und Bayer. Ich hoffe, ich habe keinen vergessen.

Am Ende werden Milliarden und Abermilliarden an Umsatz und Gewinn vor unseren Augen liegen. Und wir werden anhand der gewonnenen Kennzahlen aus der Aktien Fundamentalanalyse in der Lage sein eine relative Aktienbewertung zu ermitteln.

Weitere Unternehmensvorstellungen aus dem Pharmabereich finden Sie hier :

Bayer AG

AstraZeneca

Sanofi Aventis

Viel Spass weiterhin mit den Valueaktienanalysen!