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Der FMM Fonds. Einer der erfolgreichsten Fonds in Deutschland. Kommentare zum FAZ Interview mit Dr. Jens Erhardt

 FMM Fonds, Jens Erhardt und die Knechtschaft des Erfolges

Heute lese ich einen Artikel auf der FAZ Webseite mit Dr. Jens Erhardt von der DJE. Guter Artikel. Der Jens hat ein bisschen Pressearbeit/Promotion für umsonst und der Schreiberling hat einen bekannten „Star“ und zeigt seinem Chef das er sein Gehalt wert ist. Der Schreiberling will Jens auch nicht für die Zukunft vergraulen und stellt daher nicht eine einzige echte Frage. (Teufelchen)

Im ganzen Artikel finde ich nur eine Geschichte etwas zu sehr verharmlost und daher dieser Beitrag/persönliche Kommentar von mir. Und wie immer ist das ganze als Finanzsatire zu verstehen und um Gottes Willen sollte jeder seine eigenen Entscheidungen treffen oder in der lokalen Raiffeisenbank zum Anlageberater des Vertrauens gehen. 

Agree. Kann man so oder so sehen. Jens ist mir ein bisschen zu sehr der Optimist. Vor 30 Jahren war er nicht der Daueroptimist.


 

Gibts Die ? Ich sehe überall All Time Highs im Corona Index und Eddie Murphy macht mir zuviel Party all the Time. „Überall“ ermutigende Signale .. wow. Optimistisch ist er schon. Da bin ich eher anderer Meinung mit 60/40 Allocation oder aktiven short Spielchen.

 

Diesen Kommentar mein ich. Come on Jens. Eine Apple mit KGV 30,35,40 und eine Google mit 30,35 und Amazon und wie Sie alle heissen. Das ist meiner Meinung nach eben nicht mehr so billig. Auf dem aktuellen Kursniveau kann es auch so aussehen, daß es die nächsten 5-10 Jahre kaum noch Kursgewinne geben wird. Wer meine Beiträge der letzten Wochen verfolgt hat weiss wie ich es meine. Wenn ich Jens richtig verstehe ist sein Motto eher : alle Ampeln grün. Alles gut.


Als ich das las hab ich mir nur gedacht, daß der Jens das vor 35 Jahren bestimmt anders gesagt hätte. Die Ampel wäre dann vielleicht eher orange.


Wenigstens bei TESLA sind wir uns 100% einig


Nur um das klarzustellen, ich hab allerhöchsten Respekt vor Dr. Erhardt und seiner Leistung und auch was er für die Anleger erreicht hat. Bei dem wäre ich gerne mal vor 30 Jahren in die Ausbildung gegangen. In den späten 80er Jahren bis Anfang 2000 würde ich schon sagen, daß er soetwas wie ein Deutscher Buffett war. Irgendwann so um 1990 hatte ich die erste Finanzwoche in der Hand und mir war beim ersten durchblättern schon klar : der kann es und alles andere ist Mist. Genauso wie es einem ergeht wenn er die Lehren eines Herrn Buffett liest, unser Onkel aus Omaha. Man fragt sich dann was man die ganzen Jahre vorher eigentlich gemacht hat ...

Die Qualität der Finanzwoche war allen anderen Schreiberlingen haushoch überlegen. Jens spielt in einer anderen Liga als 99% aller Schreiberlinge („gelernte“ Politikstudenten). Das stellte man schon auf den ersten Seiten fest.

Leider finde ich auf der Webseite der Finanzwoche nur Ausgaben bis maximal rückblickend ins Jahr 2013. Man kann sich digital Ausgaben ab 2013 bestellen. Alles vor 2013 ist zumindest nicht im Onlineshop zu finden.

Ich bin mir fast sicher, daß er in den 80er und 90er Jahren eine qualitativ bessere Finanzwoche aufgelegt hat als heute. Mein Bauchgefühl sagt, daß er bedingt durch den Erfolg der DJE und seinen Fonds vielleicht auch in der Finanzwoche die Qualität eine andere wurde. Bei mir wäre es vermutlich genauso wenn ich eine Börsenbrief hätte und dann später nach 20 Jahren einen Publikumsfonds managen müsste.

Na ja. Kein Wunder. Die Konkurrenz ist schliesslich auch grösser geworden sowohl bei den Medien als auch bei Anlagevehikeln an sich. Jetzt muss man sich gegenüber 0,015% TER Indexfonds und 0,08% TER passiven ETF behaupten.

Mich persönlich würde interessieren ob Jens überhaupt noch 90% der Zeit analysieren und nachdenken darf oder ob er gezwungen ist 70% seiner Zeit mit „operativen Weichenstellungen für die Zukunft und weiterem administrativem Blödsinn“ verplempern muss.

Vielleicht sehnt sich Dr. Erhardt hin und wieder zurück in die wilden 80er als man noch deutlichst kleiner und das Leben unbeschwerter war. (diesen oft ernsten Blick hatte er auch schon vor über 30 Jahren drauf)

Mich würde das nicht verwundern. Als Angestellter hatte ich teilweise mehr Spaß als auf anderen Positionen in meiner eigenen Karriereleiter. Als Angestellter und kleines Birnchen in einem Tannenbaum machst Du nur Deinen Job und hast Dich nur darum zu kümmern, daß Dein eigenes Birnchen leuchtet und funktioniert. Bisschen Spannung an die anderen Birnchen um einen herum weiterleiten reicht schon. Dein Job ist die Baustelle. Umso heller die eigene Birne leuchtet umso besser. Mehr muss man gar nicht machen.

Später bist Du dafür zuständig den Baum selber zu bewässern und die 500 anderen Birnchen bei Laune und unter Strom zu halten, zu reparieren, auszutauschen oder gar wirtschaftlich und umweltverträglich zu entsorgen. Manchmal bist Du auch verantwortlich dafür den Baum selber zu entsorgen. Oder von Tannenbaum auf Birke zu gehen. Weil Tannenbaum nicht mehr funktioniert. Und das ist Deine Verantwortung, Dein Job. Nicht der Job von den 500 Birnchen. Mann, Mann. Das Leben als Birnchen war doch auch schön denkt man sich dann.. was mach ich eigentlich hier :) ?

Wo ist mein Bürotisch oder die Werkbank an der man mal angefangen hat... 20 Jahre oder 30 Jahre vorher… zwar 90% weniger verdient, dafür 72,1% weniger Stress und 58,4% mehr Spaß und Leichtigkeit :). War doch auch schön irgendwie...

Und um wieder auf Dr. Erhardt zurückzukommen : Er war auch immer zu konträren und antizyklischen Wetten bereit. Und jetzt „leidet“ er halt unter seinem eigenen Erfolg. Was soll er denn auch machen der arme Hund? Soll er sich in die F.A.Z. stellen und sagen : Liebe Anleger. Bitte verkaufen Sie mindestens 50% aller FMM Anteile. Soll er sagen : wir machen jetzt einen hardclose und es werden keine neuen Anteile mehr rausgegeben ? (hat das eigentlich irgendwann in den letzten 40 Jahren ein Publikumsfonds in Deutschland gemacht?)

Diese „kritischen“ Beobachtungen kann auch nur einer machen der das Spiel auch schon länger beobachtet und weiss „wie es früher einmal war“. Und ich bin auch keinen Anlegern irgendetwas schuldig und ich muss auch nicht regelmässig darum bemüht sein eine gute Figur in der Presse zu machen.

Jens hat jetzt Milliarden an der Backe, hat einen Sohn dem er die Bude in ordentlichem Zustand übergeben will, und das Instrument der Pressearbeit ist ein Pakt mit dem Teufel den man halt eingeht. Früher konnte er in obskure Nebenwerte investieren von denen wir noch nie gehört haben. Und heute „muss“ er in hochliquiden Anlagen unterwegs sein um im Fall der Fälle, d.h. wenn Anleger Ihre Anteile zurückgeben, das Spiel weiterspielen zu können.

Einen Publikumsfonds/Kapitalgesellschaft mit mehreren Publikumsfonds zu führen ist schon hartes Brot. Ich bin mir fast sicher, daß Warren irgendwann die anderen Anleger einfach abgefunden hätte und nur noch sein eigenes Geld privat verwaltet hätte. Er hatte schon genug Ärger als er das Konstrukt der geschlossenen Fonds hatte. Ein Publikumsfonds ist für einen Hedgefund Manager in etwa so beliebt wie ein Hautausschlag. Mit der Übernahme von Berkshire hatte er auf einmal eine Aktiengesellschaft und war daher nicht gezwungen alle anderen Investoren rauszuschmeissen irgendwann einmal.

Was mich die Nase rümpfen lässt ist wenn ich bei einigen Fondsgesellschaften keinen Vergleich zu irgendeinem Index sehe wenn die Performance der letzten 5,10,15,20 Jahre gezeigt wird oder teilweise sogar der falsche Index verwendet wird. Beim FMM Fonds sieht man nur den ultralangen Vergleich mit der Performance Fussnote zur BVI Berechnung.

Über andere Zeiträume die man z.B. bei Morningstar findet ist die Performance dann nicht mehr so ganz überzeugend. Unter diesem Link auf der DJE Webseite ist nicht einmal ein andere Vergleichsindex eingeblendet : https://www.dje.de/DE_de/fonds/wertentwicklung/DE0008478116-FMM-Fonds


 

 

 


Was sollls, merken die meisten Anleger eh nicht wird sich die Marketingabteilung denken. Wenn man zuviel Geld verwalten muss, in offenen Publikumsfonds, kommen die Probleme und man verhält sich oft nicht mehr so wie das kleine Birnchen mit dem alles mal anfing …

Den ganzen Artikelmit Dr. Erhardt und der F.A.Z. findest Du hier

so long Freunde.

(Korrekturen und Kommas nur gegen Bargeld)

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