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Facebook Value Aktie oder garantierte Nullrendite ?

Börsengang Facebook. Sinvolle Investition in eine Social Media Aktie oder Presse Hype mit anschliessender Nullrendite aus Investorsicht ?

Was bedeutet der Facebook Börsengang für den Investor ? Ist Facebook kaufenswert oder ist die Aktie nach allen Maßstäben der Aktienbewertung bereits bevor Sie überhaupt an die Börse kommt hoffnungslos überteuert? Dieser Frage werden wir im Verlauf des Artikels über die Facebook Aktie mit einer Fundamentalanalyse nachgehen.

Warum ist der Facebook Börsengang und Facebook etwas besonderes ?

Facebook hat es als Unternehmen mit seinem Produkt (die Vernetzung von Menschen, Plattform zu sein) geschafft in einer sehr kurzen Zeit eine große Anzahl von Nutzern zu erreichen. Rund 900 Millionen Menschen nutzen Facebook, die Hälfte davon nutzt Facebook fast täglich. Allein die Vorstellung, daß man diese 900 Millionen Kunden monetisieren kann (z.B. in Form von Werbung, Verkauf von Produkten/Dienstleistungen usw.) bringt viele zum träumen.

Facebook als Unternehmen ist bereits sehr erfolgreich. Noch nie zuvor hat ein Unternehmen in so kurzer Zeit eine so große Zahl von Nutzern für Ihr Produkt gewinnen können. Zuckerberg war zur richtigen Zeit mit der richtigen Idee am richtigen Ort. Soviel steht jetzt bereits fest.

Die Frage ob es auch für einen Investor erfolgreich ist muss völlig unabhängig davon gesehen werden. Ein zu hoher Preis der gezahlt wird für die Aktie macht die besten Wachstumsaussichten kaputt und die Investition ist zum scheitern verurteilt und bringt nur wenig Rendite oder gar Minusrendite. Facebook hat viele, viele Nutzer.

Facebook hat immer noch ein relativ hohes Wachstum und gewinnt neue Nutzer und legt auch bei Umsatz und Gewinn noch ordentlich zu. Dieser Trend sollte auch in den nächsten Jahren, kann man ziemlich sicher voraussehen, noch weitergehen.

Facebook hat eine Menge „Phantasie“... wer zu Zeiten des Neuen Marktes bereits Aktionär war weiss jedoch, daß Phantasie allein nicht reicht für ein erfolgreiches Investment. Ob Facebook eine lohnende Investition sein kann soll uns die Aktienanalyse zeigen.

Facebook Börsengang


Inzwischen wurde das S-1 Prospekt zum Facebook Börsengang zum 7. Mal ergänzt. Facebook und Herr Zuckerberg nutzen die Gunst der Stunde um die Preisspanne für die Aktienemission zu erhöhen und auch die Anzahl der ausgegebenen Aktien zu erhöhen.

Zuerst hatte man einen IPO Kurs von 28 US$ bis 35 US$ je Facebook Aktie geplant. Jetzt wurde der Kurs auf 35 US$ bis 38 US$ angehoben. Es wird auch ein zusätzlicher sogenannter Greenshoe ausgeübt und so kommen jetzt insgesamt 421.233.615 Millionen Facebook Aktien an die Börse. Dadurch wird der Facebook Börsengang einer der grössten Börsengänge der Geschichte und stellt den Börsengang von Google, T-Online und andere weit in den Schatten. Mit diesen zusätzlichen Aktien und einem angenommenen Kurs von 38 US$ je Aktie wird das Unternehmen Facebook mit gut 105 Milliarden US$ bewertet. Auch durch diese imposanten Zahlen ist der FB Börsengang etwas ganz besonderes.

Wallstreet, die Altinvestoren und Venture Capitalists und auch Herr Zuckerberg bedienen die Nachfrage nach den Facebook Aktien. Schaut Euch einmal die Spanne von 28 US$ bis 38 US$ je Aktie an und was das prozentual bedeutet. Das Unternehmen ist ohne das sich etwas an den Perspektiven, den Rahmenbedingungen und wirtschaftlichen Kennzahlen geändert hat um rund 30% teurer als vor noch 4 Wochen. Anders gedacht erhält der Investor zum Börsengang ein Investment was jetzt rund 30% schlechter ist (aus Investorsicht) als noch vor 4 Wochen. Kapitalismus funktioniert oder funktioniert nicht. Ganz wie man es sehen will.

Börsenprospekt S-1 zum Facebook IPO


Im S-1 Prospekt findet man alles wissenswerte über den Börsengang, die Zahlen der letzten Quartale, die Strategie und Pläne für die Zukunft, was sind die Risikofaktoren für Facebook in den nächsten Jahren, die betreuenden Banken (der Facebook Börsengang wird von 31 Banken begleitet, auch das ist rekordverdächtig. Viele Leute profitieren von dem Börsengang in Form von Provisionen usw.), die Altinvestoren von Facebook die den IPO jetzt nutzen um Ihre anteile zu Kasse zu machen, wie sieht die Dividendenpolitik von Facebook aus, in welchem Zeitraum können die FB Altaktionäre weitere FB Aktien verkaufen usw.

Wer länger mit amerikanischen Aktien handelt schaut verwundert, daß die Facebook Aktie nur 2 Buchstaben als Aktienkürzel hat. Standard an den Börsen sind 3-4 Buchstaben. Auch hier ist Facebook mit dem Kürzel FB eine Besonderheit.

kann ein Deutscher Anleger Facebook Aktien kaufen ?

Als Deutscher Anleger kann man nicht direkt am IPO teilnehmen. Der Prospekt und die Facebook Aktie ist nur für die USA zugelassen. Nichtsdestotrotz wird die Facebook Aktie vermutlich in Lichtgeschwindigkeit an der Börse Frankfurt im Freiverkehr zu handeln sein. Wer die Aktie unbedingt haben will, wird schon in kurzer Zeit auch direkt in Deutschland kaufen können. Auch in Amerika wird längst nicht jeder bedient da die Nachfrage hoch ist, es kommen nur Investoren in Betracht die z.B. ein Depot von +250.000 US$ haben und mehr als 35 Transaktionen im Jahr machen. Diese Bedingungen stellt z.B. Fidelity, Charles Schwab und andere Banken an Ihre Kunden bevor die Banken die Ihnen zugeteilten FB Aktien an die Kunden zum IPO geben.

In Kalifornien sind gefühlte 93% aller Venture Kapitalgeber und Business Angels zuhause, und in jeder dritten Garage an der man vorbeifährt wird am next big thing gebastelt. Die Nachfrage und Markttiefe der amerikanischen Börsen wird vermutlich mehrfach ausreichen um alle Aktien im Rahmen des IPO unterzubringen.

Ein Deutscher Investor der die Facebook Aktie kaufen will muss sich noch einige Tage/Stunden gedulden. Wer nicht warten will bis die Aktie an Deutschen Börsen gehandelt wird kann über seine Depotbank natürlich direkt während des IPO eine Kauforder an den amerikanischen Börsen platzieren.

Facebook Altaktionäre

Wer sind eigentlich die Altaktionäre ? Unter den Altaktionären finden sich viele Mitarbeiter der ersten Stunde die durch den Börsengang über ein Vermögen im dreistelligen Millionenbereich bis in den Milliardenbereich verfügen. Einer der Mitgründer, Eduardo Saverin, gibt inzwischen sogar seinen Pass ab um Staatsbürger von Singapur zu werden, dadurch werden fast 30% Steuern gespart. Bei seinem neuen Vermögen durch den Facebook IPO wird er damit ca. 60 bis 100 Millionen US Dollar sparen durch den Umzug nach Singapur. Auch der russische Milliardär Yuri Milner wird sich von einigen seiner Aktien trennen (Besonderheit : Yuri Milner ist selber erst vor nicht langer Zeit mit einem exklusiven Deal bei Facebook eingestiegen und hält rund 9% der Aktien mit seinem Vehikel DST und mail.ru)


Den amerikanischen Politikern gefällt das nicht und ein Senator will ein neues Gesetz dazwischen schieben um diese Art der Steuerflucht zu erschweren: http://www.latimes.com/business/money/la-fi-mo-facebook-saverin-taxes-20120517,0,6920487.story

Facebook in Zahlen

Facebook Webseite in mehr als 70 Sprachen
    155 Mitglieder allein in den USA
    43,5 Millionen Nutzer in Indien
    43 Millionen Nutzer in Indonesien
    37,9 Millionen Nutzer in Brasilien
    22,6 Millionen Nutzer in Deutschland

Mehr als 250 Millionen Fotos werden jeden Tag auf die Profilseiten geladen. Über 350 Millionen Nutzer greifen mobil auf Facebook zu (Zahl rasant steigend).

Wachstum der Nutzer Facebook

Das Wachstum in den etablierten Märkten, mit den relativ reichen Kunden, wie z.B. Deutschland, USA, Frankreich, England usw. schwächt sich bereits deutlich ab. In den Emerging Markets z.B. Indien ist an Social Media überhaupt nicht zu denken, der Großteil der Bevölkerung hat auf absehbare Zeit andere Probleme. Die 40 Millionen Nutzer in diesem Land werden sich so schnell nicht verdoppeln ist meine Vermutung. Und selbst wenn Sie sich verdoppeln ist die Kaufkraft eines indischen Nutzers im Vergleich zu einem Nutzer in den USA vergleichsweise gering.

Während die Wachstumsrate in Q1/2010 zum Vorjahr noch bei sehr hohen 120% lag, liegt das Wachstum in Q2/2011 bereits nur noch bei 57% und schwächt sich im Q4/2011 auf zuletzt 40% ab. Was in absoluten Zahlen, gemessen an den Verhältnissen bei Industrieunternehmen, natürlich immer noch hoch ist. Die langfristristig nachhaltige Wachstumsrate bei den Nutzern sollte man nicht mit 40% ansetzen. Wie zu sehen ist fällt das Wachstum bereits dramatisch. In den entwickelten Ländern hat jeder bereits Facebook, diejenigen die noch kein Facebook nutzen werden so schnell auch nicht "bekehrt" werden.

Wichtige große Länder wie z.B. China sind ein rotes Tuch und fallen völlig aus. China ist ein Markt in dem Facebook draussen bleiben muss.. Indien mit seiner relativen armen Bevölkerung ebenso, ebenso kann man den gesamten afrikanischen Kontinent aussen vorlassen. Mit den wenigen Nutzern aus den Ländern und dem vergleichsweise niedrigen Einkommen lässt sich keine Bewertung von 100 Milliarden und mehr rechtfertigen auf absehbare Zeit. Die wenigen relativ reichen Länder auf dem afrikanischen Kontinent wie Südafrika spielen rein von den Zahlen daher auch keine große Bedeutung. Es bleibt damit bei Europa und den USA und eingeschränkt einige Länder der Emerging Markets mit denen man eine Kalkulation aufmachen können für die zukünftigen Umsätze und Gewinne.

Anders ausgedrückt: Das zukünftige Wachstum von Facebook wird sich in Ländern abspielen die ökonomisch für die Werbeindustrie, die werbetreibenden und zahlenden Kunden von Facebook eine geringe Bedeutung haben. Die potenziellen Umsätze/Gewinne die Facebook direkt mit den Kunden generieren kann in diesen Ländern werden auch sehr gering sein. Die große Hoffnung muss und wird darauf beruhen wie und ob Facebook es schafft die bestehenden Nutzer in den entwickelten Ländern zu monetisieren.

Mit Industrieunternehmen lässt sich Facebook nicht vergleichen. Als Vergleichsindustrien kommen nur andere Social Media Unternehmen und Internet Unternehmen in Frage. Ich werde Facebook in dieser Aktienanalyse mit Google vergleichen.

Entwicklung Facebook Umsatz, Facebook EBIT, Facebook Free Cashflow


Facebook Umsatz US$ Facebook EBIT US$Facebook Free Cashflow US$
2007 153 Millionen minus 124 Millionen minus 55 Millionen
2009 777 Millionen + 262 Millionen + 66 Millionen
2011 3.711 Millionen + 1.756 Millionen + 470 Millionen

Um ein erstes Gefühl für Facebook zu bekommen schauen wir uns die Entwicklung der Umsätze, des EBIT (Gewinn vor Steuern, Zinsen) und den Free Cash Flow von Facebook an. Das Wachstum des Free Cashflows und des EBIT ist beeindruckend. Es muss schon ein besonderes Unternehmen sein wenn vom erzielten Umsatz gut 50% an Gewinn hängen bleibt.

Vergleich Umsatzentwicklung Facebook Aktie - Google Aktie


Wie wir sehen wächst Facebook sehr ordentlich. Man muss schon lange suchen um Unternehmen zu finden die ein solches Wachstum aufweisen. Wer suchet der findet. Verglichen mit dem Wachstum von Google in den ersten 4 Jahren sieht das Wachstum von Facebook auf einmal bescheiden aus. Google hat in den ersten 4 Jahren ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 277% auf die Spur gelegt. Facebook hatte ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 126% in den ersten 4 Jahren.

Vergleich Gewinnentwicklung Facebook Aktie - Google Aktie



Google (in Millionen)


Facebook (in Millionen)








Jahr EBITWachstumEBIT MargeEBITWachstumEBIT Marge
200111




20021861601,00%42,50%


200334284,00%23,40%


200464087,00%20,10%


20052017215,00%32,90%


2006355076,00%33,50%


2007508443,00%30,60%-124
-81,00%
2008663230,00%30,40%-55
-20,20%
2009831225,00%35,10%262
33,70%
20101038125,00%35,40%1032294,00%52,30%
20111163212,00%30,70%175670,00%47,30%








Durchschnitt 05-11
32,70%



Jetzt wird es langsam interessant in dieser Aktienanalyse. Der Umsatz von Google im Jahr 2004 kommt dem von Facebook im Jahr 2011 sehr nah. Eine Möglichkeit für diese Aktienanalyse die ich beschreiten will ist die Annahme, daß Facebook ähnlich wächst wie Google in den vergangenen sieben Jahren. Also kann man für die Aktienanalyse eine EBIT Marge von ungefähr 33% nehmen (Google Durchschnitt der letzten Jahre).

Wenn wir jetzt eine Steuerrate von 30% und moderate Annahmen für Investments von Facebook in den nächsten Jahren annehmen kommen wir bereits auf eine Free Cash Flow Zahl die wir für eine DCF Analyse von Facebook hernehmen können.

Annahmen DCF Kalkulation Facebook :

Umsatzwachstum von 75% in 2012 und 2013, Umsatzwachstum von 50% in 2014-2015, Umsatzwachstum von 33% in 2016-2017 und dann ein Wachstum von 25% in 2018-2021. Die Diskontrate wird mit 15% angesetzt. Wir erwarten eine Rendite von 15% . Die EBIT Marge belasse ich bei 30%.

Das ergibt einen fairen Börsenwert für Facebook von 119 Milliarden US Dollar. Aus dieser Bewertung lässt sich jetzt auch ein Wert für jeden aktiven Nutzer von Facebook ableiten. Dieser Wert beträgt 141 US Dollar per Nutzer.

Wir sehen hier schon einige sehr gewagte Annahmen um diesen Börsenwert zu rechtfertigen. Im Moment beträgt der Gewinn pro Nutzer gerade einmal 2 US Dollar. Es wird Jahre und Jahrzehnte dauern bis Facebook es schaffen wird diese Lücke zwischen 2 Dollar und 141 Dollar zu füllen.

Die DCF Analyse zeigt auch, daß der grösste Teil der Börsenbewertung weit in der Zukunft liegt. Facebook ist sein Geld sozusagen nur dann wert wenn es die nächsten 10 Jahre weiterhin wächst und einen Weg findet die Nutzer zu Geld zu machen. Es bestehen berechtigte Zweifel das dies gelingen kann.

Erste negative Meldungen seitens der Werbeindustrie war der Rückzug von General Motors (Budget mehrere Millionen für Facebook Werbung) die Ihr Facebook Werbebudget komplett gestrichen haben. General Motors sagt wortwörlich, daß die Facebook Werbung nicht funktioniert.

Meine eigene Erfahrung ist da ähnlich. Die Werbung bei Facebook nehme ich kaum wahr. Sie ist auch nicht besonders relevant. Wenn ich bei Google nach Nähmaschinen suche kann ich mir sicher sein, daß ich sehr relevante Werbung angezeigt bekomme. Bei Facebook ist das zur Zeit nicht möglich. Ich sehe auch nicht wie das in Zukunft gelöst werden könnte.

Facebook hat eine strategische Partnerschaft mit Microsoft (MSFT ist beteiligt an FB). Gerüchteweise wird früher oder später BING zum Einsatz auf Facebook kommen (Artkel über Bing & FB: http://www.abendblatt.de/ratgeber/wissen/article2274754/Microsoft-Suche-Bing-wird-enger-mit-Facebook-verknuepft.html ) . Wenn Facebook es schafft relevante Werbungen einzuspielen ausgehend von dem Verhalten der Nutzer dann wäre hier eine Möglichkeit gegeben deutlich mehr Geld zu verdienen als bisher. Die Frage ist nur ob die Nutzer da mitmachen oder sich zu sehr beobachtet fühlen würden ?

Ausgehend von den oben genannten Metriken ergibt sich für Facebook beim Börsengang ein Kurs Umsatzverhältnis von irgendwo zwischen 12 bis 30 (Nachtrag 18.05. : es liegt jetzt bei dem 20fachen des Umsatzes - ausgehend von einem IPO Kurs der bei 38 US$ Dollar liegt).
Industrieunternehmen werden mit dem 1-3 fachen des Umsatzes bewertet.

Das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) bei Facebook liegt bei diesen Annahmen und den aktuellen Gewinnen irgendwo zwischen 70 bis 120 (es lässt sich noch nicht sagen wo der Börsenkurs liegen wird wenn der IPO zu Ende ist). Der Standard Poors 500 liegt zur Zeit bei unter 15, der DAX 30 bei einem KGV von 12.

Die Wachstumsmöglichkeiten für Facebook sind vorhanden. Welches Unternehmen hat schon 900 Millionen Nutzer vorzuweisen ? Die Quizfrage ist ob Facebook das grösste Wachstum bereits gesehen hat oder noch vor sich hat ? Die abflauende Wachstumskurve verheisst da nichts gutes. Die hohe Diskrepanz zwischen Bewertung der User (141 Dollar) und aktuellem Wert je User von nur 2 Dollar könnte sich als zu hoch erweisen. Facebook ist teilweise bereits zur Perfektion gepreist. Selbst wenn Facebook die nächsten 10 bis 15 Jahre phantastisch wächst und Geld verdient ist der aktuelle Börsenkurs und die aktuelle Bewertung gerade einmal gerechtfertigt. Schwächt sich das Wachstum weiter ab, oder die EBIT Margen sinken dann kann der Aktienkurs und die Börsenbewertung nur noch fallen und der Investor der beim IPO muss lange warten bis er diese Kurse wieder sieht.

Wir sollten uns frei machen vom Hype und nüchtern analysieren. Facebook ist ein tolles Unternehmen, mit Sicherheit ein toller und sicherer Arbeitsplatz für die nächsten Jahre. Facebook hat das Leben vieler Menschen verändert und wird das auch weiterhin tun. Und dennoch ist auch das beste Unternehmen oft zu teuer und kein lohnendes Investment mehr.

Jedes Unternehmen erhält einen Wert durch die Gewinne die in der Zukunft erwirtschaftet werden. Die zukünftigen Gewinne müssen den Börsenpreis rechtfertigen. Die Frage ist berechtigt ob ein Börsenwert von über 100 Milliarden nicht bereits zuviel von der Zukunft vorweggenommen hat. Früher oder später wird der Aktienkurs immer auf diesen echten durch Gewinne gerechtfertigten Wert zurückkommen (intrinsischer Wert). Die Facebook Aktie könnte sich bei Börsengang durchaus verdopplen, da die Nachfrage hoch und das Angebot so knapp ist. Der Anleger sollte sich dann nicht zu sehr freuen. Wenn der Börsenkurs sich auf 60-70 Dollar verdoppelt reden wir von einer Kapitalisierung von 200 Milliarden USDollar und von den nächsten 20 Jahren die absolut perfekt laufen müssen damit ein Facebook Aktionär kein Geld mit der Aktie verliert.

Facebook könnte als Zwischenhändler in verschiedenen Geschäftsmodellen funktionieren und dabei immer seinen Anteil an Gewinn/Umsatz erhalten als Vermittler zwischen Firmen und der großen Zahl an Nutzern. Folgende Möglichkeiten fallen mir spontan ein : Filmindustrie (Business Modell Netflix oder komplett online), Bücher Publishing online (ein bisschen Amazon, ein bisschen Kindle), Ecommerce (wie bindet man unterschiedlichste Shops an ?), Online Dating (die Nutzer sind bereits da).

Noch eine kleine Anekdote: Im Januar 2011 wurde Facebook mit 50 Milliarden bewertet. Heute am 18.05 und nur noch wenige Stunden vor dem Börsengang reden wir bereits von einem Börsenwert von 104 Milliarden ohne das sich die Rahmenbedingungen großartig verändert haben.

Wenn die hohe Nachfrage von privaten Investoren auf die relativ kleine Anzahl von Aktien stösst kann nicht ausgeschlossen werden, daß sich der Kurs der Facebook Aktie bei Börseneröffnung in New York um 20% oder gar 40-50% und mehr verteuert. Dann reden wir gleich von Börsenwerten die um die 150 Milliarden und höher liegen.

Kommentare

Martin Hark hat gesagt…
Facebook war / ist eine Besonderheit der Unternehmensbewertung. Aufgrund des immensen Wachstums und der Innovationskraft sind „alte“ Methoden der Unternehmensbewertung nicht anwendbar. Sicherlich muss man die Bewertung auch realistisch betrachten. Ein ewig progressives Wachstum gibt es nicht! Das Ziel eines IPOs, möglichst viel Geld einzunehmen, wurde eindrucksvoll erreicht. Nach und nach spiegelt der Aktienkurs jetzt den wirklichen Unternehmenswert /-preis wider!

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