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Griechenland im Ausverkauf - Aktien billig oder geschenkt noch zu teuer ?

Aktienanalyse Griechenland. Aktienanalyse OPAP S.A. -  Wie sind griechische Aktien fundamental bewertet ?

Dieser Frage ist einer der Mitleser des Blogs nachgegangen und hat uns freundlicherweise seine Aktienanalyse Excel zu Verfügung gestellt. Die Excel für die Aktienanalyse könnt Ihr im XLS Format downloaden und dann mit Excel/Open Office öffnen. (vielen Dank von uns allen an Patrick für diesen Gastbeitrag!)

OPAP Fundamentalanalyse - Lotto/Totto Glücksspielchen Betreiber

OPAP ist in Griechenland das was Lotto/Totto bei uns in Deutschland ist. Ein Betreiber von Glücksspielen / Lotto und anderen Services.

Patrick gibt uns gleich die folgenden Gedanken mit auf den Weg. Betrachtet werden die Auswirkungen eines möglichen Austritts von Griechenland aus dem Euro und was das für die OPAP Aktie bedeuten könnte.

" Das mit der Einführung der Drachme sehe ich bei Opap etwas kritisch. Klar die Menschen werden trotz der Einführung der Drachme weiterhin Glückspiele machen, aber die größte Unsicherheit ist der zukünftige Wechselkurs. Opap generiert seine Umsätze ausschließlich im Inland.
Und ich habe echt keine Ahnung wie der Wechselkurs werden wird. Immerhin möchte ich die zukünftigen Dividenden (wenn ich investiere) in Euro umgetauscht bekommen :)

Bei der momentanen Bewertung der Aktie, ist aber ein ausreichender Puffer vorhanden. Wenn man von einem Gewinn pro Aktie von 1,50 Euro ausgeht (Durchschnitt von 2004 bis 2011 ist 1,74 Euro), so entspricht dies ein KGV von unter 3 (Kurs 4,20)!

Selbst wenn durch den Wechselkurs nur 0,75 Euro Gewinn/Aktie anfallen, wäre ein KGV von unter 6 immer noch günstig.

Ein weiteres Risiko wäre eine Verstaatlichung von Opap, gerade wenn ein Land in die Enge getrieben wird, greift es zu drastischen Mitteln. Wie hoch dieses Risiko ist, kann ich aber nicht einschätzen.

Obwohl der Staat ca. 1/3 an Opap hält, könnte eine Steuererhöhung auf Glückspiele Opap auch Einbußen bescheren.

Positiv ist zu erwähnen, das Opap seine Schulden mit fast einem Jahresgewinn tilgen könnte, dafür müssten die Aktionäre halt mal ein Jahr auf eine Ausschüttung verzichten.

Warren Buffetts meinte mal (sinngemäß), dass er gerne Sicherheit mit Abschlag kauft. Bei Opap gibt es im Moment einen sehr großen Abschlag aufgrund der Unsicherheit.

Ich habe mir ein paar Opap Aktien ins Depot geholt, bin aber für ein ernsthaftes Investment noch unentschlossen. "


Zahlen inTsd. €










WKN765974









OPAPdurchschnitt
2012*20112010200920082007200620052004
Umsatz4.587.952
4.260.920,004.358.487,005.140.015,005.440.932,005.519.591,005.065.751,004.633.429,003.695.234,003.177.208,00
Gewinn556.472
527.624,00537.458,00575.802,00593.789,00728.488,00571.437,00509.807,00458.299,00505.541,00
Cash 465.867
195.894,00195.894,00657.488,00699.587,00706.388,00492.860,00384.126,00437.001,00423.567,00
Summe Fremdkapital

614.998,00614.678,00362.778,00684.369,00722.968,00597.842,00442.209,00482.363,00538.373,00
Eigenkapital

1.021.418,00889.512,00696.574,00618.412,00678.573,00568.960,00517.585,00387.483,00378.815,00
Summe Passiva/Aktiva

1.636.416,001.504.190,001.059.352,001.302.781,001.401.541,001.166.923,00959.928,00965.686,001.013.049,00
Aktien

319.000,00319.000,00319.000,00319.000,00319.000,00319.000,00319.000,00319.000,00319.000,00
Dividende je Aktie1
0,700,721,541,752,201,741,581,400,98
Gewinn je Aktie1,74 €
1,65 €1,68 €1,81 €1,86 €2,28 €1,79 €1,60 €1,44 €1,58 €
Ausschüttungsquote (ohne Verluste)79,56%
42,32%42,73%85,32%94,01%96,34%97,13%98,86%97,45%61,84%
Cash je Aktie1,46 €
0,61 €0,61 €2,06 €2,19 €2,21 €1,55 €1,20 €1,37 €1,33 €
Umsatzrendite je Aktie12,29%
12,38%12,33%11,20%10,91%13,20%11,28%11,00%12,40%15,91%
Kapitalrendite (Aktiva) je Aktie46,59%
32,24%35,73%54,35%45,58%51,98%48,97%53,11%47,46%49,90%
Verschuldungsgrad je Aktie95,08%
60,21%69,10%52,08%110,67%106,54%105,08%85,44%124,49%142,12%
Fremdkapitalquote je Aktie46,36%
37,58%40,86%34,25%52,53%51,58%51,23%46,07%49,95%53,14%
Eigenkapitalquote je Aktie51,49%
62,42%59,14%65,75%47,47%48,42%48,76%53,92%40,13%37,39%
Eigenkapitalrendite je Aktie94,31%
51,66%60,42%82,66%96,02%107,36%100,44%98,50%118,28%133,45%
Eigenkapital je Aktie2,01 €
3,20 €2,79 €2,18 €1,94 €2,13 €1,78 €1,62 €1,21 €1,19 €
Eigenkapital kleinster Wert je Aktie1,19 €









Eigenkapital größter Wert je Aktie3,20 €









Verzinsung auf durch. Gewinn 10 Jahre17,44 €









Wachstum Umsatz4,45%
-2,24%-15,20%-5,53%-1,43%8,96%9,33%25,39%16,30%
Wachstum Gewinn1,43%
-1,83%-6,66%-3,03%-18,49%27,48%12,09%11,24%-9,34%
Wachstum Eigenkapital je Aktie13,92%
14,83%27,70%12,64%-8,87%19,27%9,93%33,58%2,29%
























* Schätzung basierend auf 1. Quartal 2012
















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Jetzt noch ein bisschen was von meinem Senf dazu : Das ist doch schon super rund meiner Meinung nach und eine tolle Arbeit die Patrick da vorgelegt hat. Es gibt anscheinend noch mehr Leute die inzwischen Griechenland für sich entdeckt haben.

Aktienanalyse und die Presse

Und an diesem Beispiel sieht man wieder wie unfähig die Presse in Finanzfragen ist, meine eigene persönliche Meinung. Die Presse bestehend aus Journalisten,  die vermutlich ein völlig anderes Hobby hat als das Finanzwesen,  schreibt zur Zeit über alles mögliche. Aber nicht über die Gewinnpotenziale und darüber wieviel "Wert" man für sein Geld in Griechenland bekommt. Pustekuchen. Das sieht ein Patrick und viele andere Investoren. Gross in der Presse wird man so etwas nie lesen, immer dann wenn es eigentlich am billigsten ist, ist die Presse ganz still (die wissen es wirklich nicht! die wollen nur simple Storys für Hausfrauen)

Währungsschnitt - Währungsverluste - investieren ausländische Aktien

Über Griechenland wird man erst dann in der Presse lesen können wenn die griechische Börse um 600% gestiegen ist. Dann ist Griechenland auf einmal interessant (weil das eine tolle, billige, schnell gestrickte Story für die Presse ist). Jetzt nachdem Griechenland 80%, 90% gefallen ist traut sich kein Journalist an so ein Thema heran (Aktien zu empfehlen). Ist einfach zu gefährlich und es ist auch schwierig dem durchschnittlichen Aktionär (der von Margin of Safety und Value Konzepten nichts gehört hat) zu erklären warum man nach 90% Kursverlust vielleicht kaufen sollte. Der durchschnittliche Journalist und Anleger denkt sich da eher, daß die Börse noch einmal um 80% fallen kann und macht einen weiten Bogen um diese Story und dieses Investment.

Lasst euch nicht kirre machen. Deutschland hat den zweiten Weltkrieg überlebt, die wichtigen Unternehmen haben den Staub abgeschüttelt und nach ein paar Jahren wieder glänzend verdient.

Diejenigen die Ihr Geld in Lebensversicherungen, Sparguthaben usw. angelegt hatten, hatten nichts zu lachen. 

Genauso wird es auch in Griechenland sein. Die Drachme ist egal. Geld ist nur Papier. Geld ist ein Tauschmittel. Als Aktionär habt Ihr immer den so und sovielten Anteil an einem Unternehmen. Egal ob die Währung jetzt Drachme heisst, Euro oder sonstwas. Euer Anteil am Unternehmen, Euer Anteil an den Immobilien des Unternehmens, Euer Anteil am Produktivvermögen und der Fähigkeit Gewinne in Zukunft zu erwirtschaften (egal wie die Währung dann heissen mag) verändert sich niemals.

Warren Buffett hat in Südkorea fürs 3-4-5fache Welt Marktführer und Preisführer auf dem Weltmarkt gekauft, keine Presse hat als es richtig billig war darüber berichtet. Nach ganz kurzer Zeit hat er mit 100% und mehr wieder verkauft diese Aktien. Die Presse hat, so vermute ich, erst nachdem die Börse Seoul deutlich gestiegen ist die ersten Artikel verfasst.... als der Drops schon gelutscht war sozusagen.

Ich habe keine Zweifel das ein Markt mit KGV 2-3-4 billig ist... überhaupt keine. Ich habe auch keine Angst zuzugreifen jetzt in Griechenland. Natürlich nicht 100% des Depots. Aber 1-2-3 Aktien.. natürlich und gerne !

Die Fähigkeit Güter/Dienstleistungen herzustellen für die andere Ihre Arbeitszeit opfern ist das entscheidende. Habt Ihr so ein Produkt, so ein Unternehmen, kann es Euch egal sein wie die Währung heisst.

Es wird immer Leute geben die 5 Minuten arbeiten um sich am Wochenende eine Flasche Cola zu kaufen. Egal mit welcher Währung. Als Besitzer einer Coca Cola, oder OPAP, verliert Ihr nichts durch einen Währungscrash. Die Schulden werden genauso vernichtet wie das Geldvermögen. Was bleibt sind die Anlagen/Patente/Marken usw. die verändern sich nicht und Ihr seit nach wie vor Besitzer dieser wundervollen Assets.

Die meisten Unternehmen wird das nicht kratzen. Das Vermögen eines Unternehmens befindet sich überwiegend nicht im "Geldzustand" sondern liegt in Assets wie Maschinen, Boden, Patenten usw. Diese Assets sind das "Echte Vermögen"... Geld/Papier ist nichts....

Falls die Drachme kommt werden in Griechenland die Besitzer von "Papier-Assets" die Verlierer sein. Der Aktionär wird, per Heute, wohl eher zu den großen Gewinnern zählen (da seine Assets jetzt bereits schweinebillig sind).

Für einen in Euro anlegenden Anleger sollte die Sache auch gut ausgehen. Wichtig ist, daß wir ein billiges Asset kaufen. Wenn ich mir die großen Abwertungen und Inflationen der letzten Jahre anschaue (z.B. Russland / Südostasien-Krise / Argentinien / Zimbabwe) dann haben die Börsen danach immer geboomt und ein Euro Anleger hat immer verdienen können.

Eine Währung kann nicht allzulange offensichtlich superbillig sein. Der Wechselkurs würde sich dann schon in Richtung Kaufkraftparität bewegen über kurz oder lang. Wäre eine Währung um 90% (als Beispiel) unterbewertet, und das wäre für alle offensichtlich weil ich z.B. den Big Mac für umgerechnet 5 Cent kaufen könnte, dann würden soviel Gelder / Investitionen in dieses Land fliessen das die Währung automatisch steigen wird. Und die Währung wird automatisch umsoviel steigen, daß es sich fast nicht mehr lohnt in dieses Land zu gehen und dort Produktionsanlagen zu kaufen/aufzubauen.

Als Aktionär hat man da wenig zu befürchten. Dieser Mechanismus sorgt auch an der Börse dafür, daß die Aktien nicht zu lange zu billig sein können. Wenn ich eine Firma in Griechenland die z.B. Verpackungen herstellt als Verpackungshersteller/Verpackungsmagnat kaufen kann und dadurch  um 70% günstiger produzieren kann (weil der Wechselkurs jetzt so spannend ist) dann ist es fast garantiert, daß die Aktien und Unternehmensbeteiligungen in Griechenland wieder steigen werden, es geht einfach nicht.

Zugegeben. Ein rein aus dem Euro, raus aus dem Euro gab es noch nicht. Da sind die Sorgen berechtigt. Aber ich glaube schon daran, daß der Markt hier grundsätzlich funktionieren sollte. Wenn die Währung zu billig wird dann werden automatisch Dinge passieren die das wieder gerade rücken (Direktinvestitionen in Milliardenhöhe von Portfolioinvestoren und Großindustriellen). Man sollte nicht mit dem ganzen Depot nach Griechenland gehen...

Es ist so ein bisschen wie weltweite Arbitrage. Mir fehlen die Worte es jetzt weiter zu beschreiben aber ich hoffe Ihr versteht worauf ich hinauswill. Vielleicht ergänze ich das einmal oder über die Kommentare.

Die anderen Beispiele von extremer Inflation z.B. Weimar, Zimbabwe und Argentinien haben auch gezeigt, daß ausländische Investoren durch den Boom an den Börsen (alle inländischen Anleger flüchten dann ja auch aus den Geldwerten in Sachwerte und die Sachwerte = Aktien usw. steigen) immer noch mehr an Kurssteigerung hatten als gegenüber dem Wechselkurs verloren wurde. Anders rum müsste mir mal einer zeigen wo man wirklich Geld verloren hätte durch den Währungsschnitt. Ich kenne keinen Fall. Meiner Meinung nach wird auch hier nicht deutlich unterschieden von der Presse, weil die zu wenig Ahnung davon haben und die Politikstudenten (Studium abgebrochen) die Journalismuskarriere nur interims betreiben. Die sollen in Ihrer Freizeit lieber mit der Freundin Kaffee trinken gehen und keine Wirtschafts/Investmentartikel schreiben..

Ich kenne keinen Fall wo ein ausländischer Anleger durch Währungsschnitt verloren hätte (wer jetzt ein,zwei,drei Fälle findet..der darf nicht vergessen das es auch 100 Fälle gibt die das Gegenteil zeigen werden... man muss keine übertriebene Angst vor diesem Gedanken haben. Diese weltweite Arbitrage funktioniert sehr gut) : vorausgesetzt er hat Aktien gekauft - nicht Bonds ! oder Währung in Papier gehalten - und er hat die Aktien vor dem Währungsschnitt billig gekauft.

Die Presse berichtet fast immer nur über die Geld/Papierbesitzer/Sparer/Lebensversicherungsfetischisten in jeweiliger Landeswährung...und sieht die anderen Aspekte (aus Investorsicht) überhaupt nicht bzw. dann wäre so ein Artikel auf einmal sehr kompliziert und alles andere als leicht verdauliche Presse-Story Kost. Die Schreiberlinge sind halt in der Regel keine Investoren, sind blutjung, haben gestern noch über Pfadfinder geschrieben oder Politik studiert und müssen sich Heute bereits Artikel über die Börse und Aktienanalysen aus den Fingern saugen.

Egal wie die Währungsreform ausfällt sollte man als Anleger der dann in harten Assets investiert ist diese Krise einfach aussitzen. Der inländische Anleger sowieso, für den ausländischen gibt es natürlich Restrisiken.

Mir ist kein Fall bekannt wo ein Anleger der in Euro rechnet und Euro denkt durch eine Währungsreform/Währungsschnitt massiv Geld in Aktien verloren hätte (wenn er vorher für KGV 2-3-4 gekauft hat). Ich habe wie gesagt Argentinien, Russland, Südostasien direkt beobachtet und war da bereits Anleger. Überall sind die Aktien phantastisch gestiegen (hätte ich damals mal Samsung für 3 Euro fuffzig gekauft....aber ich war noch etwas unerfahren..und hatte "etwas Angst".. Scheiss Presse !). In Russland hätte ich verloren bei den Bonds, ebenso in Zimbabwe. In Russland und sogar in Zimbabwe hätte ich aber nicht in den Aktien verloren als Euro denkender und kalkulierender Anleger. In Argentinien hätte ich ebenso phantastisch Geld verdienen können. (das Wort "hätte" hat für einen Investor eine besondere Bedeutung :=) )

Marc Faber berichtete davon, daß man in Dollar mehrstöckige Büro/Wohnhäuser für 5-stellige Dollarbeträge kaufen konnte und diese dann aberwitzige Renditen brachten - für den Dollaranleger. (auch diese Seite wird zu selten, quasi gar nicht, betrachtet von der Presse, es tun sich gerade in solchen Zeiten auch phantastische Möglichkeiten auf für einen Anleger mit den sogenannten "harten Devisen"... ich wollte in Argentinien damals zuschlagen..und es ging nicht.. alle Börsen gesperrt..superumständlich... in der Praxis klappt dann halt vieles nicht).

In diesem Sinne. Vielen Dank nochmal an Patrick und bis die Tage ....

p.s. kleiner Nachtrag. Nachdem ich diesen Beitrag schon gepostet hatte, hab ich mir den Spaß gemacht zu sehen was die Presse so schreibt. Folgende Artikel spuckt die große Suchmaschine dabei raus unter den ersten 10:

Der Spiegel mit dem Aufreisser "Griechische Aktien stürzen ab
darin finden wir die folgenden Sätze : Griechenland droht erneut zum Brandherd in der europäischen Schuldenkrise zu werden - und versetzt Börsianer in große Sorge ....

Dies deute darauf hin, dass die Eiszeit an den Interbankenmärkten wieder anbreche, hieß es. Die Unsicherheit an den Märkten dürfte zunächst bestehen bleiben. Während sich in Griechenland noch keine handlungsfähige Regierung abzeichnet, geht in Frankreich der Wahlkampf weiter.

(mein Kommentar zu dem Spiegel Artikel : alles bla bla bla... keine echten Fakten die für uns als Investor interessant wären. Meine Mutter, die von Aktien keine Ahnung hat aber dafür den Krieg überlebt hat, würde das interessant finden. Für mich ist das ein zusammengeflickter Artikel der nur eine Story produzieren soll. Man nehme ein bisschen DPA ein bisschen Reuters und schon hat der Politik-Studium-Abbrecher-der-jetzt-sein-Geld-als-Schreiberling verdient eine halbe Seite vollgedruckt...)

Der Axel Springer und die Welt schreiben "Griechische Aktien steigen nach dem Euro Austritt"

wir finden in dem Artikel unter anderem gleich in der Headline : Die Rückkehr zur Drachme könnte der Befreiungsschlag für Griechenland werden. Vor allem Anleger profitierten vom Euro-Austritt

weiter finden wir in dem Artikel von der Welt :
Hunderte von Milliarden Euro, die die EU – und hauptsächlich die Deutschen – jetzt erneut verschwendet, wären besser aufgehoben, die Spareinlagen der Griechen und deren Banken direkt zu sichern. Auch durch Verstaatlichung, falls nötig, um die Rahmenbedingungen für ein geordnetes Wirtschaften wiederherzustellen.

Das Argument, ein Austritt Griechenlands aus dem Euro-Raum löse ein Finanzchaos aus, ist weder halt- noch belegbar.... usw.

(mein Kommentar : Donnerwetter. Hier geht es schon mal um Anleger und wie Sie profitieren können. Im ganzen Artikel, ein Meinungsartikel, finde ich dann keine Erklärung/Begründung warum Anleger wirklich profitieren könnten. Nur Müll. Für meine Mutti wäre das was.. für mich als Anleger.. null. Für mich als Amateur Anleger vor 20 Jahren.. hätte dieser Artikel aber vermutlich bewirkt, daß ich Griechenland Aktie kaufe.. genauso wie der Spiegel Artikel vielleicht bewirkt hätte, daß ich Griechenland Aktien verkaufe... hin und her.. ohne Plan... für Anleger die wenig Ahnung haben ist die Presse in Sachen Geldanlage das schlimmste was es gibt...)

In der International Business Times finde ich schon einen Artikel der mehr nach meinem Geschmack ist. Als ich ein Anleger ohne Ahnung war hätte mich dieser Artikel abgeschreckt. Schliesslich spricht man da davon, daß griechische Aktien jetzt so tief sind wie 1992 (einfach mal BIP heute ankucken, und 1992..und dann selber überlegen..). Das griechische Banken 92% verloren haben. Als Anleger der schon einige Narben im Gesicht hat (Börse tut bekanntlich weh) kann ich jetzt kaum an andere Sachen denken als ans Geld verdienen wenn ich einen Chart sehe der so ausgebombt aussieht und wenn ich Aktien finden kann, ohne lange rumsuchen, die ich zum 3-4 fachen des Nettogewinns kaufen kann.

Heute am 22.05.2012 ist der Aktienindex FTSE/XA20 (20 grössten Aktien in Griechenland) bei 196,47 Punkten (aktuell bei minus 3,92% zum Vortag). 

International Business Times Griechische Aktien auf Niveau von 1992


In der Wirtschaftswoche finde ich den ersten "kompetenteren" Artikel unter den ersten 10 die, die Suchmaschine ausspuckt.

Wirtschaftswoche - Griechische Aktien sind historisch günstig

In diesem Artikel entdecke ich jetzt auch gerade die Aktie die ich ins Auge gefasst habe... Natürlich bietet die Wirtschaftswoche, so wie fast die gesamte Finanzpresse, keine echte Aktienanalyse. Nur eine kleine Tabelle mit KGV..und einigen anderen wenigen Eckdaten. Aber... für uns reicht das schonmal als Anfang. Den Rest suchen wir uns schon selber raus.

Die anderen Artikel dagegen haben mich jetzt nur aufgehalten. Da war aus Investorsicht nichts dabei. Einen Amateur dagegen hätte man sogar in die Irre geführt.

Ich denke auf die Frage ob griechische Aktien billig sind und ob man vielleicht in griechische Unternehmen einsteigen sollte kann man sich jetzt eine Meinung bilden. Wir haben eine Aktienanalyse zu griechischen Aktien gesehen. Wir lesen seit Monaten, daß Griechenland ein Ort des Schreckens und des Bösen ist (hat hier jemand im Blog gerade "Achse des Bösen" gesagt ?), daß Griechenland die Welt jeden Tag in den Abgrund reissen wird und und und .... wir können uns ganz sicher sein, daß nur noch hartgesottene jetzt kaufen, und in Griechenland sicher kein zittriger Spekulant mehr unterwegs istt... ich fühle mich pudelwohl.

Warren Buffett würde zu Griechenland sicher "sexy time " sagen. Kein Scherz. Der Aktienmarkt in Griechenland ist wirklich billig. 10-15% des Depots wenn es schon breit gestreut ist, ist doch kein Beinbruch. Die meisten Depots sind ohnehin viel zu Deutschlandlastig (auch wenn das durchschnittliche DAX Unternehmen 50% des Umsatzes im Ausland macht).

Wer gerade anfängt zu investieren und wer gerade anfängt mit der Aktienanalyse kann doch gleich mit griechischen Aktien anfangen. Falls die Spekulation dann schief geht fällt mir bestimmt eine Ausrede ein...

In der Praxis kann der Valueanleger hier gleich mehrere Sachen miterleben in den nächsten Jahren. Was passiert wenn ich eine Aktie eines profitablen Unternehmens zu einem KGV von 3 kaufe ? und was passiert mit der Aktie und meinen Euros wenn der Währungsschnitt kommt ? Kann sich ein Land was am Abrund steht jemals wieder erholen ? (wenn ich die Videos aus Athen anschaue, dann machen mir die Bewohner des Landes einen sehr entspannten Eindruck) und vielleicht am wichtigsten ist die Frage : welches Thema wird in den nächsten Monaten die Titelseiten für die sonst arbeitslosen Journalisten füllen ?

So. Hab ich vergessen irgendeine Zeitung oder Journalisten zu beleidigen ? ....

(Gastbeiträge sind immer gerne gesehen. Gebt Euch einen Ruck. Ihr werdet sehen, daß Ihr dadurch sogar ein besserer Investor werdet. Die Gedanken aufs Papier bringen.. fördert einen Prozess in Eurem Denken..und dann noch Feedbacks bekommen, was will man mehr.. wir beissen auch nicht und keiner ist ein Warren Buffett hier! ....Meine Email : zuckerdepot@yahoo.de oder valueanalyse@yahoo.de)

Kommentare

Thomas hat gesagt…
Kleine Anmerkung: "Obwohl der Staat ca. 1/3 an Opap hält". Laut opap.gr ist der Anteil nicht mehr 1/3 sondern nur noch 5% - Die Reduzierung erfolgte im Zuge der Privatisierung von Staatseigentum, welches durch die Troika gefordert wurde.
Stefan hat gesagt…
@Thomas:
Der Rest befindet sich aber noch in Hand eines Privatisierungsfonds, welcher sich in Staatshand befindet. Die 1/3 der Aktien sind also tatsächlich noch in Staatshand. Sollen aber verkauft werden.

Wobei ich das als absolute Dummheit sehen würde, wenn der griechische Staat zu aktuellen Kursen seine Opap-Anteile verkaufen würde. Aber naja, wenn man Geld braucht... ich nehm sie gerne ;)

Ansonsten @Robert:
Sehr schöner Artikel. Auch der Teil zu den Währungen hat mir gut gefallen. Das vergessen viele, dass eine Währung nicht mal eben so dauerhaft um 90% an Wert verlieren kann, es sei denn die Geldmenge wird drastisch erhöht. Aber eine hohe Inflation und steigende Löhne würde wiederrum den Umsätzen und Gewinnen von Opap gut tun.

Ich bin der Meinung, Griechenland bietet für Investments extrem gute Chancen. Auch wenn das die meisten nicht so sehen, oder besser gesagt gerade deswegen.
Jörg hat gesagt…
Ich habe mal eine Verständnisfrage.

Für den Fall, dass die Drachme wieder eingeführt wird, wäre es dann nicht besser kurz nach dem Wechsel zu kaufen? Dann bekommt man ja mehr für sein Euro Geld. Oder geht ihr in diesem Falle davon aus, dass die Aktienkurse noch vor dem Währungswechsel aus den im Artikel genannten Gründen (Inländer flüchen in Sachwerte, Auslandsinvestitionen usw..) so stark steigen, das sie die Währungsverluste mehr als ausgleichen?

Falls kein Euroaustritt erfolgt, wäre natürlich jetzt ein sehr günstiger Einstiegspunkt für griechische Aktien
Perlenfischer hat gesagt…
" Oder geht ihr in diesem Falle davon aus, dass die Aktienkurse noch vor dem Währungswechsel aus den im Artikel genannten Gründen (Inländer flüchen in Sachwerte, Auslandsinvestitionen usw..) so stark steigen, das sie die Währungsverluste mehr als ausgleichen?"

Davon würde ich ausgehen.

Viele Grüße
Robert hat gesagt…
Hallo Jörg,

das ist so wie Du sagst. Es gibt immer einen besseren Zeitpunkt als den, den man dann tatsächlich erwischen wird. Wenn die Währung richtig kracht dann wird man als in "harter" Währung rechnender Anleger natürlich noch mehr Gegenwert erhalten. Aber... Aber.. (dieses Wort hat für Anleger genau wie das Wort "hätte" eine besondere Bedeutung) das ist schon ein bisschen der Versuch von Timing. Und das ist sehr schwer.

Die Zeit in der das passieren wird, wird auch für einen Euro Anleger etwas hart werden. Die Presse wird voll auf Panik machen. Die Börse in Deutschland wird vermutlich auch crashen..und ich kann mir vorstellen, daß dann viele gute Vorsätze (ich werde kaufen wenns knallt) in der Angst untergehen werden :=)... wenn Du unsicher bist, und überhaupt immer ein guter Rat, geh schon mal mit 50%,30% jetzt rein.. und dann versuch Dein Glück den richtigen Moment zu treffen (ich bin zwar ein Gegner von Markt Timing... aber weiss selber wie schwer es ist immer nur zu fasten, zu sparen und nach der Bibel zu leben).

Das die Währungsverluste immer durch die Aktiengewinne ausgeglichen werden ist keine Gesetzmässigkeit. Ich wollte nur sagen, daß es genug Fälle gibt wo das tatsächlich so war und man am Ende als Euro/DM Anleger ruhig hätte anlegen können, Währungscrash hin oder her. Wenn ein Markt auf KGV 2-3-4 rumkrebst dann ist das schon sehr, sehr billig.

Und Griechenland wird nicht untergehen. Paar schwere Jahre ganz bestimmt. Jetzt laufen ja jeden Tag Nachrichten mit Griechenland. Die Leute machen auf mich immer noch einen entspannten Eindruck. Junge Griechen mit Handy am Hor und Shoppingbag in der Hand.. echte Krise, echte Not ist das noch nicht... (natürlich will ich es auch nicht schönreden.. aber Weimar/Hyperinflation war schon schlimmer...)

@ Julia. Hmmmm die FDP war jetzt nicht schuld ?
Anonym hat gesagt…
Hallo zusammen,

Erstmal ein Kompliment für deine Analyse. Gefällt mir.

Was mich bei OPAP beunruhigt, ist der sehr sehr hohe Glückspielgesamtumsatz pro im Vergleich zu anderen Ländern.
OPAP hatte 2011 über 4MRD € Umsatz
Zum Vergleich:
Umsatz Lotto in Deutschland: 6 aus 49 Mittwoch und Samstag plus SKL plus Oddsett dürfte 2011 etwas weniger Umsatz gemacht haben. Deutschland hat aber mehr als 7 mal soviele Einwohner wie Griechenland, und Deutschlands Einwohner haben eine höhere Kaufkraft.
Wenn ich annehme von den knapp 11Millionen Griechen machen ca. 1,5Millionen signifikante Einsätze bei OPAP, dann sorgt jeder Spieler für durchschnittlich 2700€ Umsatz pro Jahr, 220€ Umsatz pro Monat bei OPAP. Dies kommt mir sehr viel vor.
OPAP ist dabei nicht mal Glückspielmonopolist in Griechenland (Intralot).
Die Griechen ein Volk von hemmungslosen Zockern?

KINO macht alleine dabei bald soviel Umsatz wie Lotto 6 aus 49.
Die Umsätze von Stihima liegen nur wenig niedriger als die von KINO.
Kann mir jemand den Reiz dieser Spiele erklären?

Gruß Thomas (tt)
Oligarch hat gesagt…
Wahrscheinlich wäre es am besten wenn nur noch erfolgreiche Value Investoren über Finanzen schreiben dürfen. Viele würden das dann aber vielleicht nicht mehr lesen da sie es nicht verstehen...Teufelskreis ;)
Anonym hat gesagt…
Hallo Jörg,
sehr interessante Ansichten:)

Ich habe mal eine Frage, die mir hier noch zu kurz kommt: Wie schaut es aus mit der diesjährigen Dividende.

Im letzten Herbst ist die Dividende bei OPAP ausgefallen, weis irgendjemand, ob bei der nächsten Hauptversammlung eine Dividendenvorschlag vorliegt? Ich konnte leider nichts finden.

Ach, noch eine Frage: es scheint mir, als ob du schon einige Erfahrung mit Währungsreformen hast. Ist es besser Aktien vor der Reform oder nach der Reform zu kaufen? Im Moment bin ich in Griechenland noch in Lauerstellung, da ich mir gut vorstellen kann, dass nach der nächsten Wahl die ultimative Weltuntergangsstimmung herrscht und damit die Aktien noch günstiger werden.

Hast du irgendwelche Linktipps zu den Entwicklungen nach den lezten Währungsreformen Russland, Argentinien etc.

Merci schon mal, freu mich über jede Antwort. Happy investing :)

tom

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Aktienanalyse Procter Gamble Aktie, Colgate Palmolive Aktie, Henkel Aktie, Beiersdorf Aktie 1987 bis 2009 Es hat doch länger als geplant gedauert mit der Fortsetzung dieser Fundamentalanalyse. Einige private Dinge und auch die Berkshire Hauptversammlung haben mich um gut 2 Wochen zurückgeworfen. Nur die Zahlen, die mir schon lange vorliegen, wollte ich ohne entsprechende Kommentare und einer Deutung der Zahlen nicht bringen. In dieser finalen Aktienanalyse bringe ich diverse Zahlenkolonnen im Detail und stelle diese Zahlen frei zugänglich für alle Interessierten zu Verfügung. Mit diesen historischen Aktienkennzahlen ist es möglich den Verlauf von Wert und Preis über lange Zeiträume zu beobachten. Über einen Hinweis auf die Quelle der Zahlen würde ich mich freuen. Wenn jemand Fehler entdeckt dann hinterlasst hier bitte einen Kommentar oder schickt mir eine Email. Um euch nicht mit unendlich vielen Zahlen zu erschlagen werde ich nicht für jede historische Aktienbewertungskennzahl den