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Intelligent Investor von Benjamin Graham
Buchvorstellung Aktienanalyse. Warren Buffett & sehr gutes Buch über Fundamentalanalyse.
Ein Standardwerk für alle Aktienanalysten und Investoren im Allgemeinen.

Eines der wenigen wirklich empfehlenswerten Bücher rund um das Thema Fundamentalanalyse/Valueinvesting, der Geldanlage im Allgemeinen und besonders der Geldanlage in Aktien ist „ Der Intelligent Investor" von Benjamin Graham.

Benjamin Graham ist vielleicht nicht der Erfinder des Valueinvestings, er ist auch nicht derjenige der zuerst darüber geschrieben hat (es gibt Bücher die mindestens 100 Jahre älter sind). Das Verdienst von Benjamin Graham ist, daß er der erste war, der das Thema Aktienanalyse in der Form eines Studienbuches in Papierform gebracht hat. Eines Studienbuches das auch ohne Vorwissen zu verstehen ist. Einige Kapitel kommen völlig ohne Zahlen wie z.B. Umsatzzahlen oder Kurs Gewinnverhältnissen aus.

Das Buch "Intelligent investieren" / Der Intelligente Investor (im englischen Original „Inteligent Investor“ genannt) erschien bereits im Jahr 1949. Inzwischen sind mehr als 60 Jahre vergangen, und dieses Buch ist auch im Jahr 2011 immer noch unerreicht.

Warren E. Buffett bezeichnet dieses Buch als das beste Buch, welches jemals über die Geldanlage (besonders in Aktien) geschrieben wurde.Benjamin Graham (1894-1976) wird allgemein als der Vater und Gründer des Valueinvestings anerkannt. Die simplen, kraftvollen Prinzipien einer erfolgreichen Geldanlage werden anschaulich erklärt und sind anhand zahlreicher Beispiele leicht nachvzuvollziehen.

Nach Buffett gibt es nicht einmal einen Anwärter auf den zweiten Platz hinter diesem Buch. Wenn Ihr dieses Buch lest werden Ihr verstehen warum er das meint. Warren E. Buffett hat dieses Buch in mehreren Jahrzehnten inzwischen mehrere Dutzend Mal gelesen. Wenn Ihr dieses Buch lest benötigt Ihr schon bald keine Foren mehr, keine Meinungen anderer, Ihr werdet in Zukunft  darauf verzichten können täglich vermeintlichen Rat in der Finanzpresse holen zu müssen und werdet die täglich einschlagenden Horrormeldungen und Sensationsnachrichten mit ganz anderen Augen sehen.

Wenn Ihr mit dem Gedanken spielt euch eine Handvoll Bücher zu dem Thema Geldanlage, Fundamentalanalyse, Valueinvesting und Psychologie an der Börse zu kaufen, dann ist dieses Buch Pflichtlektüre. Alle diese Themen werden in diesem Buch sehr leicht verständlich und anhand von Beispielen erklärt. Es gibt vielleicht nur 4-5 Bücher denen ich den Titel Pflichtlektüre verleihen würde. Das Buch der intelligente Investor ist eines dieser Bücher. Es ist ein Standardwerk des Valueinvestings und hat schon vor über 50 Jahren die größten Gefahren denen wir an der Börse begegnen können dargestellt. Essollte in keinem Buchregal fehlen.

Der Großteil der Finanzliteratur befasst sich mit aktuellen Zeitereignissen, der Großteil der Presse und der Bücher erklärt dem Aktionär und Investor erst im Nachhinein, warum der jüngste Crash und die letzte Blase entstanden ist. Im Nachhinein lässt sich an den Finanzmärkten dieser Welt leider kein Geld anlegen und kein Blumentopf gewinnen. Nur Zeitungen werden über diese Methode verkauft. Die Presse hat gar kein Interesse daran Wissen zu vermitteln, Wissen mit dem der Investor unabhängig wird. Wer sollte dann noch täglich die Zeitung lesen oder wöchentlich die Anlagemagazine und Ratgeber kaufen ?

Die Meinungen der Autoren haben mit der Realität an den Finanzmärkten oft nicht viel gemeinsam und bringen dem Geldanlager weder eine erhoffte Mehrrendite noch schützen diese Tipps vor Verlusten. Auch zu dem Thema Presse und was von der Meinung anderer zu halten ist werdet Ihr nützliche Hinweise und Ratschläge in diesem Buch über die Aktienanalyse und Geldanlage finden.

In den Jahren 2005 bis 2007 erschien nicht ein einziges Buch über den bevorstehenden Crash und die kommende Finanzkrise. In den Jahren 2009 bis 2010 ist auf einmal jeder schlauer und die örtliche Buchhandlung quillt geradezu über mit Büchern der angeblichen Crashpropheten und Finanzgurus. Jetzt behaupten einfach alle Sie hätten schon in 2006 und 2007 die Finanz und Bankenkrise kommen sehen.

Die Autoren und Professoren und Herren Journalisten wollen nur den Trend reiten. Sie schreiben diese Bücher jetzt und verkaufen diese Bücher jetzt weil die Nachfrage nach diesen Büchern gerade sehr hoch ist. So ist es nach jeder Krise, so ist es nach jeder Hausse. Die Bücher erscheinen viel zu spät. Wenn der Trend sozusagen schon "durch" ist.

Leider funktioniert die Börse nicht so. Das Geldverdienen und Aktieninvestments funktionieren nicht durch den Rückspiegel. Der Anleger muß weit nach vorne schauen können um Geld zu verdienen. Die Crashpropeten und Crashbücher kommen mit Ihren Büchern wieder um Jahre zu spät.

„Der Intelligent Investor“ erklärt bereits vorher und nicht im Nachhinein, auch 60 Jahre nach Erscheinen des Buches, warum etwas passieren wird. Benjamin Graham vermittelt Euch das Wissen, warum jeder Bullenmarkt böse enden wird. Und dieses Wissen, genau diese Prinzipien werden auch in 20 Jahren und in 200 Jahren genausogut funktionieren.

Auch für den durchschnittlichen Investor wird es nach dem Lesen
des Buches möglich sein, einen billigen Aktienmarkt von einem teuren Aktienmarkt zu unterscheiden. Nach der Lektüre dieses Buches werdet Ihr besser verstehen, warum sich alle Crashmärkte und Bullenmärkte gleichen.

In den ausführlichen Kapiteln über die Psychologie und das Verhalten des Marktes werdet Ihr lernen Eure Emotionen besser im Griff zu haben. Mit den im Buch beschriebenen Vorgehensweisen werdet Ihr erkennen können welche Art von Investor Ihr überhaupt seit.

Auch zum Thema Diversifikation hat Graham einiges zu sagen. Es gibt konkrete Empfehlungen um einen  optimalen Anteil von Anleihen und Aktien im Depot erreichen zu können. Benjamin Graham erklärt ebenfalls die Vorteile und Nachteile die, die jeweilige Diversifikation hat. Wie sich ein Depot bei Inflation oder Deflation verhält. Wie ein guter Schutz vor Deflation und Inflation aussehen könnte wird ebenfalls beschrieben.

Wodurch sich eine Geldanlage und Investition von einer Spekulation unterscheidet wird in dem Kapitel "Investment versus Speculation" erörtert. Ich bin mir sicher, daß viele Leser des Blogs Ihr Depot mit völlig anderen Augen sehen werden wenn Ihr von Benjamin Graham etwas über das Thema Spekulation und den Unterschied zu einem Investment hören werdet.

Ein weiteres Kapitel widmet sich der Darstellung der Vergangenheitsrenditen. Ihr werdet sehen können, daß sich alles wiederholt an den Börsenmärkten. Auf steigende Kurse kommen auch immer wieder fallende Kurse. Mit welchen Renditeerwartungen man realistischerweise rechnen darf, und warum hohe Renditeerwartungen nicht realistisch sind, wird ebenfalls erklärt (Results to be expected from the Intelligent Investor).


Zusammenfassung Intelligent Investor Benjamin Graham:
- Dieses Buch ist seit 1949 unerreicht in der Qualität und Klarheit der Aussagen und Handlungsempfehlungen für einen Investor
- Im Vergleich zu dem Buch Security Analysis von Benjamin Graham ist es ideal für Einsteiger (aber auch für Profis)
- Die Lehren und Prinzipien aus Intelligent Investor werden auch in 100 Jahren noch funktionieren und sind auf alle Arten der Geldanlage übertragbar (nicht nur für Aktien)
- Das Konzept der Margin of Safety kommt von Benjamin Graham. Also lest das Original. Nirgends ist es besser erklärt. 
- Das Konzept des Mr. Market kommt ebenfalls von Benjamin Graham. Damit könnt Ihr lernen Euch den Aktienmarkt zum Freund zu machen und nicht zum Feind. Emotionen spielen bald keine Rolle mehr für Euch.
- Dieses Buch schützt Euch davor Aktien, und andere Geldanlagen, zu kaufen die zu teuer sind und wird Euch dabei helfen im nächsten Crash nicht die Nerven zu verlieren 
- Mit dem Buch werdet Ihr in der Lage sein eine Eigene individuelle Investmentphilosophie zu gestalten. Ihr werdet wissen und einschätzen können welche Art von Investor Ihr überhaupt seit und wie ein entsprechendes Depot für Euch überhaupt aussehen könnte und müsste
- Dieses Buch ist kein Hexenwerk. Auch die Aktienanalyse ist kein Hexenwerk. Wer 5+5 beherrscht kann auch die Aktienanalsye beherrschen
- Ihr werdet unabhängig von der Meinung anderer und habt letztlich mehr Zeit für die schönen Dinge im Leben (Hobby, Freizeit).

Intelligent investieren ist darüber hinaus, daß einzige Buch bei dem Warren E. Buffett aktiv korrigiert und Einfluß ausgeübt hat. Ihr werdet kein besseres Buch über die Aktienanalyse finden.

Mit dem Kauf der Bücher und anderer Produkte über die hier gezeigten Links unterstützt Ihr diesen Blog und meine Arbeit. Viel Spaß beim lesen wünsche ich Euch allen.

Ich bin schon gespannt und freu mich auf die Feedbacks. Lest dieses Buch. Lest es am Besten mehrmals. Es jedes Jahr mindestens einmal zu lesen kann ebenfalls nicht schaden. Warren Buffett hat es schon dutzende Male gelesen. Schenkt dieses Buch Euren Freunden. Ein besseres Geschenk als Wissen kann man nicht machen.

Kommentare

nothink hat gesagt…
Hallo Bob,
toller Artikel. Kann eigentlich jedes Wort unterschreiben. Ben Graham hatte wirklich eine Leidenschaft für die Aktienanalyse und war darüber hinaus eine integere Persönlichkeit.

Seine Bücher sind immer noch Gold wert. Mehr denn je...

Gruß nothink
dlyy hat gesagt…
Wahre Worte. Allen, die sich durch 'The intelligent Investor' durchgekämpft haben kann man darüberhinaus noch die englische Originalausgabe von 'Security Analysis' von Graham/Dodd aus dem Jahre 1934 empfehlen. Hier ist die gesamte Materie noch besser dargestellt und zudem unter den Eindrücken des großen Crashs von 1929 und der Weltwirtschaftskrise geschrieben. Manche faule Tricks, die heute die Anleger verärgern gab es übrigens bereits damals :)
Robert Michel hat gesagt…
"In den Jahren 2005 bis 2007 erschien nicht ein einziges Buch über den bevorstehenden Crash und die kommende Finanzkrise."

Doch Max Ottes der Crash kommt, erschienen 2006.
Robert hat gesagt…
Hallo Robert,

der Max Otte schreibt in einem 6 Monats Turnus Bücher. Und er schreibt regelmässig Bücher über Crashs. Meiner Meinung nach schreibt er diese Bücher viel zu später. Oder er schreibt Sie zu früh und viel zu allgemein, mit so wenig konkreten Daten wie möglich (weil jeder Buchautor weiss, daß konkrete Daten, sehr, sehr gefährlich sind und man möglichst wenig Spuren hinterlassen sollte an denen man später gemessen werden kann).

Ich sehe es als Zufallstreffer wenn überhaupt an. Otte ist ja der gleiche der in 2001 dazu geraten hat in Bioaktien zu investieren. Otte bringt auch keine Zahlen für seinen Börsenbrief, ich vermute die Performance liegt unter der Performance von repräsentativen Indizes. Er schreibt Bücher wenn der Bedarf da ist. Mit seinem Buch aus 2006 hätte er auch Recht behalten wenn der Crash in 2011 kommt. Einfach viel zu ungenau meiner Meinung nach.

Jetzt schreibt er in einem neuen Buch über zweistellige Inflationsraten, höchste Arbeitslosigkeit und Mieten von 30€ je m2 in den nächsten 5 jahren. Mal sehen was in 5 Jahren ist.

In einem anderen Buch, NACH der Griechenlandkriste / bzw. mitten drin geschrieben worden, sagt er etwas zu dem auseinanderbrechen der Währungen. Auch wieder wenig konkretes. Und dieses Buch ist in 2011 erschienen (nach Griechenland), nicht in 2006.

Es gibt tausende von Beispielen. Meiner Meinung nach können die es alle nicht. Ein echter INvestor der investiert. Sein Businessmodell ist das investieren mit seinem eigenen Geld oder gegen Provision. Und damit wird er sehr, sehr reich wenn er es kann (Warren Buffett, George Soros). Meiner Meinung nach ist das Businessmodell von Otte das Bücherschreiben. Nicht das investieren. Aber wie immer, meine persönliche Meinung. Freue mich auf Gedankenaustausch.

p.s. Prechter hat zu oft einen Fehler gemacht: er hat zu oft ziemlich genaue Daten genannt (die sind leicht überprüfbar)
Anonym hat gesagt…
hallo bob,

mein interesse an der funtamentalanalyse ist bei mir sehr groß!

ich habe vor in naher zukunft das von dir vorgeschlagene buch zu kaufen und zu lesen.

habe aber diesbezüglich noch eine frage.

wird in diesem buch eine formel vorgestellt wie man die sicherheitsspanne beim aktienkauf berechnet?

wenn nich kannst du ein buch empfehlen wo das thema mit formeln behandelt wird?

danke schon mal im voraus.

grüße von stefan
Robert Michel hat gesagt…
Hallo, Es spielt m.E. keine Rolle ob Otte auch 2011 recht behalten hätte, das wichtige ist, dass Otte einen präzisen Indikator nennen konnte, der den Crash ankündigt. Das war die Entwicklung des Immobilien Markts. Ich habe das Buch kurz nach Erscheinen gelesen und konnte die Tatsächlich Entwicklung mit der Prognose vergleichen. Als 2007 die Dauer anstieg, die eine US-Immobilie leer steht, war das ein erster Hinweis, den ich bewusst wahrgenommen habe. Das war der Zeitpunkt ab dem man sich defensiv positionieren sollte. Was ich in Teilen auch gemacht habe und im nachhinein die richtige Entscheidung war. 2008 kamen dann der Preisverfall und der Übergriff auf den Finanzmarkt. Dieses Timing wäre fast perfekt gewesen. Wenn sich das ganze später abgespielt hätte wäre der Indikator einfach später ausgelöst worden. Es geht nicht darum einfach eine Prognose abzugeben, sondern die Zusammenhänge zu erkennen, um die frühen Signale einer nahenden Krise lesen zu können. Value-Strategie ist ein wertvolles Werkzeug, vielleicht das wertvollste von allen, aber es ist noch lang nicht alles was funktioniert.

Gruß,
Robert
Robert hat gesagt…
Hallo Robert (Namensvetter),

in einigen Foren bin ich unter dem Pseudonym BAIKAN oder BAIKANI unterwegs. Lies doch mal was ich ebenfalls in 2007 geschrieben habe :

http://www.wallstreet-online.de/community/posting-drucken.php?posting_id=27742746&post=236

Bei Wallstreet-online.de findest Du auch einen Thread der nennt sich "Langfristdepot-Meinungen" (im Bereich Investmentfonds). Dort findest Du über tausend Beiträge von mir über 4-5 Jahre verteilt. Aktuelles Zeitgeschehen war das während der Krise. Jetzt rückwirkend betrachtet ist bereits vieles wahr geworden.

Wenn Dir der Blog hier gefällt dann wird Dir der Thread da sicher auch gefallen (ich empfehle übrigens nicht für jedermann Einzelaktien, dazu schreibe ich hier aber auch später noch was). In diesem Thread habe ich so einige Prognosen abgegeben. Lies z.B. einmal wann ich zum Einstieg in Aktien gerate habe.

Bin ich jetzt auch ein Guru ? Nimm Dir mal einige Wochen Zeit und lies alles. Kannst ja da auch direkt Deine Fragen schreiben im Thread bei wallstreet-online.de . Oder hier im Blog.

Grüße und danke für Deine Feedbacks und Gedanken!

auch ein Robert :=)
Robert hat gesagt…
Hallo Stefan,

in dem Buch werden einige Formeln vorgestellt. Alles ist auch so gehalten, daß es grundsätzlich von jemanden verstanden werden kann der keine kaufmännische Vorbildung hat (Bilanzen usw.). Und es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, wie man so schön sagt. Das Buch wird Dir wirklich viel bringen. Schreib mal ein Kommentar wenn Du es gelesen hast. Vielleicht meinst Du dann auch, so wie Warren Buffett, es ist das Beste Buch über die Geldanlage.

Wenn Du nach dem Buch dann immer noch mehr Lust hast dann gibt es schon noch 1-2 andere Bücher die tiefer einsteigen in das Thema. Hier hat z.B. einer schon Security Analysis vorgestellt, Wertpapieranalyse. DAs ist das "eigentliche" Standardwerk von Benjamin Graham. Es ist aber etwas komplizierter. ICh stelle das Buch auch noch einmal vor. Intelligent Investor behandelt die gleichen Themen, ist einfacher zu verstehen. Und ist rund 30 Jahre nach dem Security Analysis erschienen. Am Ende seiner Karriere und seines Lebens sagte Graham, daß er die anspruchsvollen "Formeln" nicht mehr favorisiert. Da Sie kaum noch einen Vorteil bringen. Kurzfassung: einige sehr wichtigem, einfache Formeln findest Du schon in diesem Buch - die eigentlich reichen. Wenn Du dann noch Spaß hast vielleicht 1-2 weitere Bücher ausleihen oder kaufen. Dein Interesse scheint ja geweckt zu sein.

Grüße.
Robert
Egbert hat gesagt…
Hallo Bob,

anbei eine kleine Geschichte aus dem Leben: Zwar bin ich schon seit Anfang der 90er Jahre mit wechselnden Erfolgen an der Börse aktiv, doch erst das im Spätherbst 2008 erworbene Buch Benjamin Grahams öffnete mir die Augen. Mit diesem Wissen hätte ich nicht wenige Monate zuvor Nordex und Solon zu völlig überhöhten Preisen gekauft. (zum Glück nur kleinere Positionen)

Nahe am Tiefpunkt der Wirtschaftskrise nutzte ich dann den Guru-Screener bei www.nasdaq.com und gab als Auswahlkriterien ein, dass die Vorgaben von Benjamin Graham und Peter Lynch erfüllt sein müssen. Als Empfehlung kamen damals unter anderen Abercrombie & Fitch sowie Statoil heraus. (ANF kürzlich mit 200% Plus verkauft, da jetzt wieder relativ teuer). Sanofi Aventis hatte damals ebenfalls einen Top-Score.

Bob, was hältst Du von Peter Lynchs Buch "Der Börse einen Schritt voraus"?. Lynch warnt ja darin auch vor den heißesten Aktien der heißesten Branchen, obwohl er sich stark - aber nicht ausschließlich - den Wachstumsaktien zuwendet.

Allerdings fuhr Peter Lynch seine gigantischen Erfolge als Manager des Fidelity Magellan Fonds zum Teil in außergewöhnlichen Bullenmärkten ein. Vielleicht könntest Du kurz schildern, worin aus Sicht des Jahres 2011 die Stärken und Schwächen dieses Buches bestehen? Besten Dank im Voraus.

Viele Grüße aus Berlin

Egbert
Robert hat gesagt…
Hallo Egbert,

schöne Geschichte. Ich hab wieder länger gebraucht mit meiner Antwort. Von so ehrlichen Geschichten aus der Schublade der eigenen Erfahrungen kann man am meisten profitieren. Als ich anfing mit der Börse gab es kein Internet, das kam erst 10 Jahre später. Ich glaub wirklich, daß jeder Anleger die gleichen Fehler macht. Nur 1 unter 10 Millionen Geldanlegern macht diese Fehler kaum (weil er die besten Lehrer hatte und sich als 12-jähriger schon reingekniet hat) und als Ergebnis kommt dann ein Warren Buffett raus.

Die Nordex fand ich um die 5€ wieder kaufenswert. Ich hatte auch eine kleine Position und hab die im Kursrausch der Japankrise wieder verkauft. Von 5€ auf fast 9€ in einigen Monaten war mir doch zuviel. Da musst ich an Dich denken, es ist das gleiche Unternehmen. Die gleichen Wachstumschancen, nur der Preis war jetzt völlig anders. Das Unternehmen oder sagen wir besser die Aktie war zu 5€ natürlich ein besserer Kauf als zu 15,xx oder sonstwas.

Das Buch von Lynch hab ich leider noch nicht noch einmal durchgelesen. Das letzte Mal ist sicher 2-3 Jahre her. Einige vernünftige Sachen stehen drin. Ich müsst es wirklich nochmal nachlesen. Es gibt schon Unterschiede zu Buffett. Der Lynch hatte am Ende wohl tausende von Aktien. Er hielt manche Aktien nur ein paar Monate. Seine Rendite war trotz Rückenwind durch 20 Jahre Bullenmarkt immer noch sehr, sehr gut. Beim Buch selber waren es glaube ich einige anschauliche Beispiele auch zur Psychologie an der Börse. Von der Systematik kommt das Buch aber nicht an Intelligent Investor ran. Das Buch von Lynch kann man sich kaufen, aber ich würde wirklich raten es nicht als eines der ersten Bücher zu kaufen. Auf dieses Buch kann auch meiner Meinung nach verzichtet werden, wenn man Börsenliteratur nicht gerade als Hobby hat und es spannend findet Börsenbücher zu lesen. Ich hab es auch in meinem Regal und hab den Kauf nicht bereut. Es waren da nur 1-2 Sachen drin die ich nicht so ganz gelungen fand. Ich komm leider nicht drauf.. Ich kann Dir jetzt auch nicht sagen was uns das Buch für das Jahr 2011 sagt. Was meinst Du denn, was sagst es uns Deiner Meinung nach ?
:=).

Grüße aus München in die Landeshauptstadt.
Robert

p.s. Auch Lynch empfiehlt übrigens wie Warren Buffett, daß sich der Großteil der Anleger lieber einige ETF ins Depot legen sollte. Diese ganz, ganz, große Überrendite die werden wir hier auch kaum erzielen. Mit meinen Empfehlungen schlägt man den Markt vielleicht um 1%, vielleicht fährt man auch 1% schlechter. Nach einigen Jahren müsste man mal schauen wie sich die einzelnen Empfehlungen entwickeln. Meine Aktienempfehlungen hier sind ja sehr, sehr vorsichtig. Um wirklich 20-30% jährlich zu machen müsste ich andere Sachen empfehlen. Aber das will ich hier nicht. Ist mir zu gefährlich. Das reicht wenn ich es hin und wieder in meinem Depot mache...
Muffin hat gesagt…
Hey Bob.

Du hast oben geschrieben: "Otte bringt auch keine Zahlen für seinen Börsenbrief, ich vermute die Performance liegt unter der Performance von repräsentativen Indizes."

Ich habe mir neulich ein Otte-Buch gekauft und darin einen Flyer mit einem 4-wöchigen Gastaccount für seinen Börsenbrief gefunden. Natürlich alles nur spaßeshalber zum neugierig sein und weils kostenlos war. Sonst sehe ich das mit den Börsenbriefen glaube ganz ähnlich wie du .. nur Geldabzocke.

Otte hat drei Portfolios: das Langfristdepot, das Wachstumsdepot und das Valuedepot.

Langfristdepot:
Start: 16.09.2005
Wert zum Start: 50.000,00 EUR
Aktuell (19.07.2011): 78.339,96 EUR
Performance (Gesamt): 56,68%
Performance Dax (Gesamt): 42,54%

Wachstumsdepot:
Start: 09.08.2002
Wert zum Start: 50.000,00 EUR
Aktuell (19.07.2011): 144.735,13 EUR
Performance (Gesamt): 189,47%
Performance Dax (Gesamt): 89,00%

Valuedepot
Start: 01.07.2007
Wert zum Start: 50.000,00 EUR
Aktuell (19.07.2011): 56.731,79 EUR
Performance (Gesamt): 13,46%
Performance Dax (Gesamt): -11,23%

Ich dachte mir, das dich das vielleicht interessiert.

Viele Grüße
Muffin

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