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Fundamentalanalyse Bauaktien


Wertpapieranalyse Bilfinger Berger AG und Hochtief AG.

Analyse der Baubranche Deutschland und International.
 
Als erste Aktien werde ich die Bilfinger Berger AG und die Hochtief AG nach Valueinvestor Gesichtspunkten analysieren. Zuallererst möchte ich mit Allgemeinen Infos beginnen und diese dann in den nächsten Tagen um die Fundamental Aktienanalyse der Bilfinger Berger AG ergänzen. Was für die derzeitigen Bilfinger Berger Aktionäre nichts weiter als eine Zusammenfassung ist, dürfte für die Neueinsteiger sehr interessant und lehrreich sein.

Nach den vielen Pleiten der letzten 15 Jahren ist die Bilfinger Berger AG nun eine der wenigen Bau Großkonzerne des deutschsprachigen Raums. Die spektakuläre Pleite der börsennotierten Philipp Holzmann AG vor einigen Jahren ist eine Pleite die vom Verlauf her als besonders erwähnenswert genannt werden kann. Zudem belegt Bilfinger Berger zusammen mit der Hochtief AG als einzige Deutsche Unternehmung einen der Top10 Plätze in der europäischen Bauindustrie.
Das Volumen des Baumarktes in Deutschland kommt seit Jahren nicht so richtig vom Fleck, was die Grafik des Zentalverbandes der Deutschen Bauindustrie verdeutlicht. Bereits vor 10 Jahren haben die beiden deutschen Großkonzerne Bilfinger Berger AG und Hochtief AG mit der Umstrukturierung ihres Geschäftes begonnen.

Die Früchte dieser Arbeit zahlen sich sowohl für Bilfinger Berger als auch für Hochtief aus. Bilfinger Berger ist auf dem besten Weg eine Service Company rund um den Bau zu werden, was meiner Meinung nach, langfristig gesehen auch das bessere Geschäft ist.

Die aktive Bewirtschaftung bestehender Immobilien, das sogenannte Facility Management, angefangen von der Vermietung, über Renovierung bis hin zu Dienstleistungen wie Mietabrechnungen, ist nicht nur weniger zyklisch als das reine Baugeschäft an sich, sondern verspricht zudem auch mindestens die gleichen Margen wie das klassische Baugeschäft. Angepeilt werden natürlich höhere Umsatzrenditen gegenüber dem reinen Baugeschäft die meiner Meinung nach im Dienstleistungssektor auch erzielbar sind.

Bilfinger Berger verfolgt an dieser Stelle einen etwas anderen Ansatz als die Hochtief AG, denn diese setzt ihren Fokus weiterhin auf reine Bauprojekte und erwirtschaftet damit immer noch einen Großteil ihrer Umsätze und Gewinne. Der Einstieg in PPP Projekte seitens Hochtief nimmt jedoch stetig zu. Der Auslandsanteil an den Umsätzen bei der Hochtief AG beträgt über 80%, bei der Bilfinger Berger ist dieser bei stolzen 60% anzusetzen. Im Zuge der Auslandsorientierung hat man das Inlandsgeschäft den europäischen Wettbewerbern überlassen. In meinen Augen stellt dies keine tragische Entwicklung dar, da der Deutsche Baumarkt sehr hart umkämpft und nicht gerade für hohe Margen und hohe Renditen bekannt ist. Des Weiteren sind die Wachstumszahlen im Ausland, bedingt durch den großen Nachholbedarf in den weniger entwickelten Ländern Osteuropas und Asiens, deutlich höher.

Während in Russland das Bauvolumen in den letzten Jahren mit durchschnittlichen Wachstumsraten zwischen + 20% bis + 30% glänzt, befindet sich die Deutsche Bauindustrie seit der Sondersituation der Deutschen Wiedervereinigung auf einem stagnierenden bis leicht fallendem Niveau . Anschaulich wird das an den Grafiken Bauinvestitionen je Einwohner oder der langjährigen Übersicht der Baugenehmigungen für Wohnungen und Häuser.

Erwähnenswert ist, dass die Hochtief AG mit ihrem Anteil am Auslandsumsatz von allen Konzernen eine führende Position einnimmt. Kein Wettbewerber hat einen vergleichbar hohen Auslandsanteil an den Umsätzen. Die Bilfinger Berger AG kommt in diesem Vergleich auf einen respektablen 10. Platz.

Weitere interessante Zahlen stellen die Investor Relations Seiten der Hochtief AG und die Bilfinger Berger AG zur Verfügung. Dieses Material steht allen interessierten Anlegern jederzeit kostenlos sowohl online als auch in gedruckter Form zu Verfügung.

Der grundsätzliche Nachholbedarf vieler Auslandsmärkte und auch die schlechte Ausgangslage Deutschlands in Sachen Demographie, sind in meinen Augen klare Vorteile, die das Ausland den beiden großen deutschen Baukonzernen liefert. Das zukünftige Wachstum des Bauvolumens liegt außerhalb Deutschlands.

Der konsequente Ausbau der Geschäftstätigkeiten auf stärker wachsende Märkte erweist sich im Rückblick der letzten 5 bis 10 Jahre als die richtige Entscheidung der Deutschen Bauriesen Bilfinger & Hochtief. Wenn es Bilfinger Berger zusätzlich gelingt ihre Angebotspalette, Expertise im Facility Management und bei den PPP Projekten weiter aufzustocken, kann dieses Wissen weltweit, aber auch in Deutschland nutzenbringend für uns Aktionäre umgesetzt werden.

In den nächsten Tagen werde ich eine Aktienanalyse der Bilfinger und Hochtief durchführen. In dieser Fundamentalanalyse werde ich besonderen Augenmerk auf einige übliche Performance Indikatoren legen. Wieviel verdienen die Unternehmen ? wie nachhaltig sind Gewinne und die Gewinnmargen ? Wie stellt sich das Unternehmen gegenüber den Wettbewerbern auf und wo liegen die komparativen Vorteile ? Wichtige Kennzahlen für diesen Vergleich sind die EBT und EBIT Zahlen und auch die Verhältniszahlen wie Umsatzrenditen und Höhe des eingesetzten Fremdkapitals. Die Wertpapieranalyse wird auch die unterschiedliche Entwicklung der beiden Aktien in den letzten 10 bis 15 Jahren zeigen.


Quellen:
1. Zentralverband Deutsches Baugewerbe & Hauptverband Deutsche Bauindustrie
2. FAZ 28.12.200

Kommentare

Anonym hat gesagt…
Ich habe in meinem Depot nur die Bouyges als Bauwert und die ist genau wie die anderen Aktien von der Baukonjunktur betroffen. Ich bin schon gespannt auf Deine Analyse

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