Deutschlands Exporte steigen. Oder doch nicht ?

Deutschlands Exporte brechen ein

 Im Handelsblatt online vom 08.06. können wir folgendes lesen :

Weiter schreibt das Handelsblatt :
Die deutschen Exporte sind im April zum ersten Mal in diesem Jahr gesunken. Die sich verschärfende Schuldenkrise und das schwächere weltweite Wachstum dämpften die Nachfrage. Die Unternehmen verkauften 1,7 Prozent weniger ins Ausland als im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Das war der erste Rückgang nach drei Anstiegen in Folge.

(WOW. Muss ich jetzt Angst um meinen Arbeitsplatz haben ? ist meine Rente noch sicher ? was wird aus meinen Kindern, meiner Frau und meiner Katze & meinem Hund wenn in Deutschland jetzt alles vor die Hunde geht? Deutschlands Exporte brechen ja schliesslich ein. Wer weiss was morgen in der Zeitung noch alles einbrechen wird)

Im nächsten Absatz lesen wir das folgende im Handelsblatt online :
Insgesamt setzten die Unternehmen im Ausland 87,1 Milliarden Euro um - 3,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Während die Ausfuhren in die gegen eine Rezession kämpfenden Euroländer um 3,6 Prozent zurückgingen, legten sie in die Länder außerhalb der Europäischen Union um 10,3 Prozent zu.

(Moment. Hääää? Ich dachte Einbruch ? und jetzt sollen die Unternehmen 3,4% mehr Umsatz gemacht haben ? Ich glaub ich geh besser wieder schlafen ...)

Als Investor ist man gut beraten die Presseverdreher einfach nicht zu beachten und sich gleich bei der Primärquelle zu bedienen. Auf der Seite vom statistischen Bundesamt finden wir die Daten zum Außenhandel aufgelistet :


 Dort können wir sehen, daß der Aussenhandel gegenüber dem Vorjahr (April 2012 - zu April 2011) um 3,4% gestiegen ist.

In der Wirtschaft und in der Schule würde kein Mensch auf die Idee kommen den Monat April mit dem Monat März zu vergleichen. Keiner würde es auch nur wagen und im entferntesten auf die Idee kommen daraus irgendwelche Schlüsse zu ziehen. Man vergleicht in diesem Fall Äpfel mit Birnen.

Der einzige legitime Vergleich ist es den April 2012 mit dem April im Vorjahr 2011 zu vergleichen. Und siehe da - oh Wunder : Deutschlands Exporte sind gestiegen.

Meine Fragen die sich auftun. Wie verzweifelt muss ein Redakteur & Journalist sein das er sich solche Dinger aus seinen Fingern saugt ? Hat ein Journalist massive Arbeitsplatzprobleme wenn er nicht genug Schlagzeilen abliefert (Merke : umso negativer die Schlagzeile umso besser aus Verlagsperspektive) ? Schlagzeile um jeden Preis ? Was sagt der Journalist abends seinen Kindern womit er tagsüber sein Geld verdient ? Was erzählt er seiner Frau & Eltern womit er sein Geld verdient ?

Ich leg mich wirklich hin jetzt ....

p.s. Julia - jau - das Ding hiess wirklich YPS. Fiel mir nachher auch ein. Ich kann mich erinnern an Riesenzeppelin 4,50 m lang. An Seepferdchen (oder sowas ähnliches) und vielen anderen Quatsch den man nicht gebraucht hat :=).
p.p.s. Alex. Du hast mich auf eine Idee für einen Börsenbrief (natürlich kostenpflichtig - call Hartel-Börsen-Astroline 0190.xxxx) gebracht. Altes längst verschüttetes Wissen der Maya wird in diesem Börsenbrief genutzt um übernatürliche, geradezu übermenschliche, Renditen an den Kapitalmärkten einzufahren. Nicht jeder kann diesen Börsenbrief kaufen, ist alles sehr exklusiv!, ist strikt begrenzt auf die ersten 100 Einsender.... :=)

bei deinem Kommentar zu den Mayas und auf Null gehen fiel mir dieses Buch ein was ich gelesen hatte. Alles paar Jahre gibt es einen Verdreher auf den ahnunglose Menschen reinfallen (ist Handelsblatt nicht auch ein Verdreher ?). Ich benutz natürlich keine Astrologie ( es gibt glaub ich seit zig jahren einen Astroletter von Crawford oder so ähnlich - ich habs schon gefunden - das ist jetzt ernst - keine Satire : http://www.crawfordperspectives.com/ / der verdient echt Geld damit!)

Kommentare

  1. Nachtrag. Nicht das mich einer falsch versteht. Dieser Crawford Astrologie Börsenbrief verdient sein Geld nicht durch tolle Performance die er seinen Anlegern bringt. Ich meinte damit, daß der Crawford einer dieser dubiosen Anlageberater/Gurus ist der durch seinen Börsenbrief "für sich selbst" Geld verdient. Hin und wieder ist er auch gut in der Performance, aber hin und wieder zeigt auch eine stehen gebliebene Uhr die richtige Uhrzeit an.

    Es ist so wie Julia & Alex sagen. Entweder man versteht es sofort das Valueprinzip (kaufe 1 Euro und zahle nur 50 Cent dafür) oder man versteht es nicht.

    Und besonders Anfänger und jungen Menschen ist es schwer zu vermitteln. Die wollen Rendite sofort und möglichst hoch.

    Die unbequeme Wahrheit, daß nur ganz wenige echte Outperformance haben, daß es Jahre dauert Vermögen zu machen, daß Aktien auch mal 60% fallen können, daß sparen und sparen lernen sehr wichtig ist, ist dagegen schwer zu vermitteln.

    Ein Börsenbrief der wöchentlich 202% verspricht könnten wir dagegen wie warme Semmeln verkaufen....

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  2. Julia-Papa8/6/12

    Und nicht zu vergessen: Die vielen Steuervorteile, die unser Börsenbrief bringt. Die machen derartige Tips doch erst richtig interessant...

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  3. Hi Bob,
    hi Julia-Papa,

    lese den Blog schon seit Monaten mit und muss sagen das ist der beste Valueblog den ich kenne!
    Ich kanns ich nur bestätigen, ich habs einigen Menschne versucht zu erklären und immer wieder das gleiche Gesicht häääää?
    Du scheinst es wirklich nur in den ersten 5 Minuten zu verstehen zu verstehen oder gar nicht. Kein Wunder, dass Buffett nur an Rohdaten interssiert ist und nicht an Auswertungen des Materials.

    Gruß
    Valueer

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